Literaturgefluester

2013-01-25

Kakao

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:27

„Kakao“ Roman aus dem brasilianischen Urlaub von Jorge Amado, stammt aus dem berühmten Büchergilde-Gutenberg-Bücherschrank meiner Eltern, eines der Bücher, das ich jetzt unbedingt auflesen will und der Name des von 1912-2001 lebenden brasilianischen Autors auch brasasilanischer Hugo oder Balzac genannt, der mehrmals für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde, war mir auch nicht unbekannt, als ich 2005 war das wahrscheinlich, meinen Bücherkatalog gegründet habe, nachdem ich Thomas Bernhards „Holzfällen“ in den Regalen nicht mehr fand, habe ich mir ja einmal, als ich von der HNO- Klinik, wo ich vier Jahre Assistentin war, nach Hause bzw. mit dem Alfred Wandern ging, in der lateinamerikanischen Buchhandlung in der Schwarzspanierstraße „Die Auswanderer von Sao Fransisco“ in einer Neuausgabe gekauft und war von dem scharfen Ton, in dem da die Unterdrückung der brasilianischen Landlosen am Beispiel einer Familie, die auswandern will, aber von einem desillisiuonierten Arzt nicht durch die Gesundheitskontrolle gelassen wird, weil der sich an der hübschen Tochter erfreuen will, höchst beeindruckt.
Jetzt also „Kakao“, den Roman aus dem brasilianischen Urwald, gelesen, der genauso beeindruckt, genauso scharf geschrieben ist und die Handlung und die Figuren aus einer erstaunlichen Perspektive schildert, die neu und erstaunlich klingt.
Jorge Amado ist der Sohn eines Kakaoplantagenbesitzers, besuchte die Jesuitenschule, war mehrere Jahre Hilfsarbeiter auf Plantagen und hat früh zu schreiben begonnen, weiß also, wovon er erzählt und „Kakao“ ist in mehrere Teile gegliedert.
Im ersten Teil, „Das Schiff“ werden die handelnden Personen auf ihrer Fahrt zu dem Urwald, der zu einer der größten Kakoplantagen“ umgerodet werden soll, vorgestellt.
Im zweiten Teil wird „Der Urwald“ selbst vorgestellt. In den ersten Kapiteln werden die Menschen geschildert, die sich mühsam den Weg schlagen und die Geister, die sie verfluchen, weil sie sie nicht eindringen lassen wollen.
Dann geht es zu Oberst Horacio, einem der Grundbesitzer, der von den größten Plantagen träumt, er hat eine junge Frau Ester, von frommen Schwestern erzogen, die ihr den Traum von Paris und schönen Kleidern lehrten, jetzt sitzt sie im Urwald vor einem verstimmten Klavier und hat Angst vor dem Wald hinter ihr, bzw, den Schrei der Frösche, die von Schlangen verschluckt werden. Sie hat bei ihrem Mann auch nichts zu lachen, pflegt er sie doch nicht nur wild zu nehmen, sondern auch die kleinen Tagelöhner, um ihr Geld und ihr Leben zu bringen und so eilt ihm der fürchterliche Ruf voraus, mit dem Teufel im Bund zu sein, in einem Land, wo auch die Pfarrer nichts zu lachen haben und nur die Grundbesitzer segnen können, auch wenn sie aus falschen, nämlich protestantischen Bibeln beten.
Das tun nämlich Oberst Horacios Konkurrenten, die Brüder Juca und Sinho Badaro, die mit Sinos Tochter Don`Ana in einer ähnlichen Umgebung leben, ein Bild mit blonden Hirten und einer europäischen Landschaft hängt an der Wand, weil sich das die resche Don`Ana, die Mutter ist gestorben und die Tante weigert sich, es länger als einen Monat im Urwald aufzuhalten, umsomehr als ihr Mann sie nach Strich und Faden betrügt, so wünschte und draußen stehen die Bravos, das sind die Vorarbeiter oder Securities, die mit der Waffe umgehen können und daher dazu auserwählt werden, jeden der sich ihren Herren entgegensetzt niederzuschießen.
Ein solcher ist Firmo, der sich weigert, sein Stück Land an die Brüder zu verkaufen, so muß er sterben und der „Neger“ Damiao, der beste Schütze weit und breit, soll ihn niederschießen. Nur leider hat er vorhin seinen Herrn Juca fragen hören „Glaubst du, daß es recht ist, Leute umzuubringen?“, er wußte es dann schon vor sich zu rechtfertigen, bringt den armen Damiao, der nur bis fünf zählen kann, aber damit in Gewissensnöte, so daß er daneben schießt und das löst die Katastrophe aus, denn jetzt beschließen die beiden Konkurrenten zu handeln und den Urwald an sich zu bringen.
Der dritte Teil „Die Geburt der Städte“ beginnt mit der Patrabel der schönen Schwestern Maria Lucia Violetta, die dasselbe Leben führten und dasselbe Lachen hatten, die eine wird vom Gutsherrn genommen und bekommt ein Bett aus Zedernholz, die zweite vom Verwalter im Eisenbett, die dritte begleitet ihren Mann auf Feld der Kakaopflazungen, am Ende landen alle drei im Freudenhaus, der Städte, die auf Horacios Boden entstehen, Ferradas und Tabocas entstehen und haben zwei Ärzte und Zahnärzte, die den geteilten Lagern der Kontrahenten angehören und sieben oder acht Rechtsanwälte, die die Enteignungen ausschreiben. Ein paar Schneidersalons „Zur Pariser Schere“ gibt es auch und die üblichen Intrigen und Betrügereien. die Badaro Brüder schicken schon die Landvermesser, während Oberst Horacio durch seinen Rechtsanwalt, der ihn auch mit seiner Frau betrügt, ein besonderer Coup gelingt.
Im vierten Teil „Das Meer“ wurde nach einem Vorspiel in einer Hafenkneipe, das Gerichtsgebäude mit den Dokumenten abgebrannt, so daß die Badaro-Brüder einen fadenscheinigen Vermesser, der eigentlich ein Kartenspieler ist, ins Land holen und im fünften Teil kommt es zum „Kampf“, dabei wird geheiratet und gestorben. Ester stirbt an der Malaria und Juca wird von einem von Horacios Bravos erschossen, der schließlich bei einem Prozeß freigesprochen wird.
Im sechsten Teil „Der Fortschritt“ genannt, endeckt Horacio Dr. Virgilios Briefe an Ester und läßt ihn liqudieren, ansonsten beginnen die Kakaobäume Früchte zu tragen.
„Mit riesenhaften Früchten waren die Bäume vom Stamm bis zu den höchsten Zweigen beladen, mit Früchten von einer Größe, wie man sie bisher noch nie gesehen hatte, Früchte der esten Kakaobohnen der Welt, Früchte einer blutgetränkten Landschaft“
Damit schließt der Roman und wir können uns zu einem Glas der guten Zotter-Schokolade zurückziehen und vergleichen wir das Buch beispielsweise mit den Brunngraber-Romanen, fällt auf, daß Jorge Amado das Erzählen versteht, das manchen der älteren Romane, die inzwischen etwas langatmig wirken, abgeht. So daß zu hoffen ist, daß das Buch vielleicht, wenn im Oktober Brasilien Gastland in Frankfurt ist, neu wird und in Ex Libris wurde am Sonntag „Die Werkstatt der Wunder“ vorgestellt und erklärt, daß Jorge Amado in Deutschland lange als exotisch-erotisch Unterhaltungsschriftsteller berühmt war.

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