Literaturgefluester

2013-02-14

Bei den Schreibinteressen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:47

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Am Valentinstag war ich bei den Schreibinteresse, den monatlichen Treffpunkt zum Mittun, Mitessen, Mithören und Mitlesen, den Herr Blaha seit einem Jahr im Häferl in der Hornbostelgasse, veranstaltet, eingeladen. Lidio Mosca Bustamante, Susanne Scholl, etc haben dort schon gelesen, das nächste Mal kommt Gerald Grassl dran und ich war schon einmal in der Augustin- Schreibwerkstatt, als die noch von Herrn Blaha moderiert wurde, den ich immer auf Veranstaltungen treffe und der auch bei meinem letzten Geburtstagsfest gelesen hat.
Es gibt kein Honorar, aber einen Verteiler in dem man etappenweise angekündigt wird und das hat Herr Blaha wirklich excellent getan, kam da ja zuerst gepaart mit einem schönen Foto aus dem Literaturgeflüster und der Homepageadresse, die jetzt ein neues Foto hat, der Satz „Neben Brotberuf und Familie als Buchautorin so produktiv, wie Karl May“ und auch etwas vom „Schreibenden Gewissen der Gegenwart“, was der Autorinnenseele, die ohnehin sehr oft das Gefühl hat, in den Weiten des Internets zu verschwinden und vom Literaturbetrieb nicht bemerkt zu werden, natürlich gut tat und dann auch schon das nächste Häppchen mit zwei weiteren Bildern und der Beschreibung „Einer geradezu unerschöpflichen Lese- und Anhörkapazität“.

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„Wer mit der Maus in ihren Blog blättert, erfährt den Spiegel des gegenwärtigen Literaturerlebnisses Wien. Berichte von besuchten Leseabenden, Büchermessen und Rezeptionen der Bände ihrer ständig wachsenden eigenen Bibliothek reihen sich neben die Ankündigungen und das Echo der eigenen Auftritte und geben einen stets aktuellen Einblick in die Szene. Ein ständiges Ein- und Ausatmen belletristischer Zeichen, die durch unsere Stadt schwirren!“
So geht es also auch, habe ich gedacht und den Text gleich neben Stephan Eibel-Erzbergs Textbeschreibung für das Literaturgeflüster-Texte-Buch gestellt.
Dann kam der Hinweis auf meine Jurytätigkeit beim „Ohrenschmaus“ und der meines literarischen Werdegangs, der ab 1978 im Arbeitskreis schreibender Frauen erfolgte und am Schluß noch die Connection mit der Reichskristallnacht und dem Judenstern, als am 9. 11. geborene, ein Hinweis, den ich fast zu plakativ empfand und auch ein Zufall ist, obwohl es einen Text von mir mit Namen „Geburtstage“ gibt, wo ich versucht habe, alles aufzuzählen, was sonst noch am 9. 11. geschehen ist, die Berliner Mauer ist 1989 gefallen, Herr Palmers wurde 1977 entführt, ect.
Ich glaube, das Theater am Bahnhof in Graz wollte einmal einen solchen Text. Rolf Schwendter hat ihn dann für meine Lesetheateraufführung, die es 2000 im little Stage gab, verwendet und er ist im „Best of – Eva Jancak Lesebuch enthalten, von dem es, wie ich glaube, noch einige Exemplare gibt.
Ich habe mir für die Stunde Lesung und Gespräch vier Szenen aus „Kerstins Achterln“ ausgesucht, an dem ich ja noch immer korrigiere. Den Anfang, die Szene im KHM und dann die von der Hochzeit, die ich schon bei der Poet Night gelesen habe. Für die mit Susa Dworak und dem Eis ist es sich dann nicht mehr ausgegangen, denn es hat ein bißchen gedauert, bis alle im Untergeschoß der Gustav Adolf Kirche, in der ich einmal, glaube ich, schon war, um den Pfarrer Karner oder Dantine für meine Dissertation zu befragen, eingetroffen sind.

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Ein zwei Handvoll Leute, die Schreibinteressen haben ihr Stammpublikum, erklärte mir Herr Blaha und stellte mir einen Bibelexperten vor. Alfred kam mit seiner Kamera und ein anderer Herr, der später auch gelesen hat, hatte ebenfalls zu fotografieren.
Das Gespräch begann, glaube ich, mit dem Arbeitskreis schreibender Frauen und meiner frauenspezifischen Literarisierung, dann las ich die erste Szene, erzählte etwas von vom „Ohrenschmaus“ und warum der Augustin-Künstler Anton Blitzstein dort nicht gewinnen kann und skizzierte am Ende statt der Eis-Szene die Handlung des Romans, die von Herrn Blaha als linear, sozialkritisch und an den Schauplätzen Wiens spielend, beschrieben wurde und erzählte etwas über seine Produktionsweise. Über das Literaturgeflüster, die Alte Schmiede und andere literarische Orte wurde auch noch diskutiert.
Dann kam eine Pause bzw. das Buffet, das mit seinen Fischsalaten, Schinken, Salami und Cremeschnitte als Dessert sehr lecker war.
Im zweiten Teil folgte eine öffentliche Leserunde, dazu konnte man sich vorher in eine Liste eintragen und es scheint dafür auch ein Stammpublikum zu geben.
So begannen zwei Leute vom Augustin, der eine hatte, glaube ich, nichts Eigenes, sondern brachte eine Glosse über die „Unreinheit der Frau“, der andere hatte eine Geschichten über den Geburtstag seiner Frau und über die „Katastrophe“, als sie ihr erstes graues Haar entdeckte.
Der Herr mit der Kamera, den Herr Blaha als das Gedächtnis des Schreibinteressen vorstellte, hatte zwei Dialektgedichte und eine Häferl-Helferin namens Michaela brachte ihr Debut im Salzburger-Dialekt und trug dieses auswendig vor.
Am Schluß folgte eine Dame mit zwei Dialektgedichten über die „Emanzipation“ bzw. den Gesprächen, die man in der Konditorei Aida hören kann.
Das war es und wer sich an mein Gejammer von der vorigen Woche über die mangelnden Lesemöglichkeiten erinnert, da kann ich dementieren, gibt es doch höchstwahrscheinlich gleich nächste Woche schon die nächste Lesung.
Denn da findet wieder die GV-der IG Autoren statt und im Anschluß daran schon zum vierten Mal die „Andere Buchmesse“ und da gibt es wieder einen Literatur Slam und da hat mich Nicole Engbers eingeladen mitzumachen, diesmal am Yppenplatz, am 24. 2. um ca 17 Uhr und für die, denen es leid tut, die Szene mit dem Eis versäumt zu haben, ist das die Gelegenheit sie doch zu hören und dann wird es am 19. März im „Werkl am Goethehof“, das ist ein neuer literarischer Ort, an dem auch Gerald Grassl tätig ist, noch eine Lesung geben, wird da jetzt endlich die Anthologie vom vorletzten Volksstimmefest „Frauen texten – Frauen lesen“ vorgestellt.
Allerdings sollen da nur vier Frauen lesen, so daß nicht ganz klar bin, ob ich bei den ersten vier bin, die dafür „bestimmt, bestellt oder gevotet“ werden, finde es aber immer noch schön, daß soviel Leute schreiben, würde natürlich gerne lesen und habe, glaube ich, auch schon die Zusage bekommen und umsonst kann man natürlich überall und auch woanders lesen, so daß sicher alle, die das wollen, auch ohne die offensichtlich jetzt modernen neoliberalen Zugangsweisen zum Zug kommen können.

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2 Kommentare »

  1. wow. so was schlechtes hab ich echt schon lang nicht mehr gelesen. und sie nennen sich echt schriftstellerin? da passt ja wirklich gar nichts! wow! weiter so!!

    Kommentar von friederike krfmf — 2013-02-14 @ 23:04 | Antwort

    • Das ist aber schade, daß Sie das so empfinden, denn es war eine sehr schöne Lesung! Was genau haben Sie so schlecht empfunden und was lesen Sie sonst? Waren Sie dabei oder beziehen Sie sich auf den Text, den ich inzwischen überarbeitet habe?
      Schriftstellerin nenne ich mich übrigens gar nicht, da ich davon nicht lebe, sondern Autorin oder schreibende Frau und das darf ich, denn ich habe schon sehr viel geschrieben und das ist auch erlaubt und sicher gut seine Kreativität zu entwickeln, wie ich erst unlängst Rotraud Perner im Radio sagen hörte, ganz egal, wie gut oder schlecht das Resultat dann ist! Denn ich tue was ich kann!
      Schreiben Sie auch und warum kann man sich Ihre Adresse nicht ansehen?
      Schade auch, daß Sie sich über meine Lesung und die schönen Ankündigungen von Herrn Blaha nicht freuen konnten und die waren auf keinen Fall schlecht, gibt er ja die Literaturzeitschrift „Driesch“ mitheraus, die Sie möglicherweise kennen.
      Und die Fotos, die mein Mann machte, für die er immer sehr viel Lob erhält, gefallen Ihnen auch nicht?
      Aber wenigstens die Karikatur von dem Häferl aus dem die große Nase schaut, ist schön und interessant, daß gleich die Dämpfer kommen, wenn ich mich darüber zu freuen beginne, daß ich literarisch vielleicht doch einiges aufweisen kann!
      „Wenn es dem Esel zu gut geht, soll er nicht auf dem Eis tanzen und die Fotografin soll nicht auf einer Hochzeit fotografieren, wenn sie sich beschissen fühlt!“, heißt es an einer Stelle in „Kerstins Achterl“, die ich vorgelesen habe.
      Ein Buch, das hoffentlich bald „selbstgemacht“ erscheinen wird und da gibt es, wie ich kürzlich wieder merken konnte, auch noch viele Vorurteile, denn es ist offensichtlich immer noch nicht so leicht einfach danach zu greifen, es anzuschauen und auf sich wirken zu lassen, statt, „Ich kenne zwar deine Sachen nicht, habe aber keine Zeit mich dafür zu interessieren!“, zu sagen, wie ich fast schon dachte.
      Eine Dame war am Donnerstag auch mutiger und hat sich „Die Wiedergeborene“ mitgenommen und natürlich werde ich weitermachen, denn etwas anderes fällt mir nicht ein!
      Oder meinten Sie die Realitätsbedingungen unter denen ich schreibe? Da haben Sie recht, da passt einiges nicht!

      Kommentar von Eva Jancak — 2013-02-14 @ 23:40 | Antwort


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