Literaturgefluester

2013-03-09

Noch einmal Hauptbücherei

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:30
Cornelius Hell

Cornelius Hell

Normalerweise finden ja am Samstag keine Veranstaltungen in der Hauptbücherei statt, aber Peter Esterhazy tritt am Montag in der Sendung les.art auf und präsentierte vorher sein neues Buch „Esti“, das eigentlich eine Figur aus einem Roman von Deszö Kosztolany 1885-1936 ist, der in seinen „Bekenntnissen des Kornel Esti“, in Deutsch unter dem Titel „Ein Held seiner Zeit“, erschienen, nach dem Vorbild von Thomas Mann „Felix Krull“, siebzehn Schelmengeschichten schrieb und diesen Romanhelden hat der 1950 geborene Peter Esterhazy jetzt offenbar wiederbelebt und ihm auch verschiedene Rollen gegeben.
Cornelius Hell, der die Veranstaltung moderierte und auch ein Buch über Budapest geschrieben hat, in dem er öfter auf Peter Esterhazy hinwies, bzw. ihn schon mehrmals interviewte, begann seine Moderation damit, daß er sich über das Buch, weil er ja Cornelius heißt und als Kind Cornel gerufen wurde, auf das Buch freute und gab dann eine sehr umfangreiche Einleitung, die Peter Esterhazy etwas zu stören schien, „Sie erzählen ja schon alles was ich lesen werde!“
Mir ist der Unterschied zwischen den beiden Büchern aber nicht so recht klargeworden.
Eine Gelegenheit beide zu lesen, um es herauszufinden, ich weiß, trotzdem habe ich den Alfred vom Kaufen abgehalten, habe ich ja schon so viele Bücher und wieder einige beim Bücherschrank gefunden, an dem ich natürlich vorbeigekommen und dabei auch Ruth Aspöck getroffen.
„Esti c èst moi!“, steht irgendwo bei Peter Esterhazy und der erzählte auch im Gespräch mit Cornelius Hell, daß er als Schüler Kosztolany kennenlernte und begann mit der Lesung mit einem Kapitel „Kornel Esti und die deutsche Sprache“, wo es um das Deutschlernen eines Ungarn ging, am Nachmittag vertieft er sich in seine Bücher, versucht selbst eine Novelle zu schreiben, zitiert dann Jandl und geht in seine Kindheit zurück, wo er bei der Tante Deutsch lernte und das aus einem „Fix und Foxi“- Heft aus den Sechzigerjahren mit einer Sprechblase und einem Wort machte, dann kam noch die Baronin dazu, die der Vater den Kindern als Hauslehrerin holte und der Junge verliert ständig seinen Radiergummi, um unter den Tisch kriechen zu können und sich die Unterhose der Lehrerin anzusehen, die ihn in ihrer Mächtigkeit faszinierte.
Dann kam das Gespräch, wo Esterhazy einiges über sich erzählte und dann kamen noch die Kapitel, die Cornelius Hell schon in seiner Einleitung angedeutet hatte.

Peter Esterhazy

Peter Esterhazy

Peter Esterhazy

Peter Esterhazy

Eine italienische Putzfrau in der Toscana, die Esti so schnell auf Italienisch was erzählte, daß er immer nur „Si, si!“, antwortete und sie dabei offenbar so mißverstand, daß sie entsetzt davon flüchtete und dann eine Szene, wo Esti einem Dieb nachläuft und dann noch die, wo die Tochter zu Weihnachten eine Hundepfote den Eltern schenkt, weil sie einen Hund haben möchte und den ihnen auf Raten kauft, interessant, interessant, obwohl ich den Unterschied der beiden Bücher nicht so ganz verstanden habe, am Büchertisch lagen die Bücher von beiden Autoren auf und ich habe auch meine Peter Esterhazy Geschichte, von dem ich nicht sicher bin, ob ich ihn schon einmal einmal bei einer Lesung hörte, mir aber 1989 ein Buch von ihm besorgte, ich glaube, es waren die „Hilfsverben des Herzen“, weil ich da ja über die Veränderungen in Ungarn nach der Wende etwas schreiben wollte, am Recherchieren aber entsetzlich gescheitert bin, so daß nicht mehr als das erste halbe Kapitel entstanden ist.
Ich habe dann noch das 1996 erschienene „Eine Frau“, in meinen Katalog eingetragen und bei Buchlandung auf der Mariahilferstraße habe ich mir einmal um einen Euro einen Marginalienband zu dem Monsterwerk „Harmonia Celestis“ gekauft, also Peter Esterhazy nicht wirklich viel gelesen, aber jetzt einen guten Eindruck von dem selbstbewußten, weißhaarigen Dichter mit der leisen freundlichen Stimme bekommen.
Und in „Diagonal“ gab es zwei Stunden über Bücher, wo auch einiges über meine Lieblingsthemen, die Lesegewohnheiten, die veränderten Billyregale und die ausgeräumten Wohnzimmer, ich denke ja immer, das sind die Bücher, die ich in den Bücherschränke finden, obwohl in Österreich ja angeblich nur ein Prozent die E-Books nützen, die Verleger, die Lektoren, etc zu hören war, wahrscheinlich weil bald die Leipziger Buchmesse naht.

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