Literaturgefluester

2013-03-30

Osterspaziergang in der Kälte

Filed under: Uncategorized — jancak @ 19:48

Der Schnee ist dann so ziemlich verschwunden, so daß es sich schon am Karfreitag ganz gut Radfahren ließ und ich dann noch auf die Ochsenburg hinaufgegangen bin, am Abend sind wir zur Kartause Mauerbach gefahren, wo ich ja bezüglich Italia mia Karten gewonnen habe und wir vorher eine Führung durch die Unterkirche machten.
Es war ein wirklich schönes Konzert mit Monteverdi und anderen Stücken aus dem Sechszehntenjahrhundert zu den drei heiligen Tagen, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersamstag, das Bernhard Trebuch liebevoll moderierte, nur in der Kirche war es entsetzlich kalt.
Die Sänger sind in Stiefel, Mantel, Schal aufgetreten, die Besucher haben sich in bereitliegende Decken eingewickelt. Ich hörte eine Dame sagen „Zu Weihnachten war es nicht so kalt!“ und ich habe mich gewundert, daß die Besucher das ausgehalten haben und sich nicht darüber beschwerten.
Ich bin ja eine, die da ziemlich hart im Nehmen ist und die Sommerabende oft im Regen am Rathausplatz beim Musikfestival verbringt, den Leuten hat es aber gefallen und nachher gab es auch eine warme wirklich gute Kräutersuppe, Gebück und ein Glas Wein und heute ist es mit der Kälte und mit dem Osterspaziergang der LitGes um den Viehofenersee, weitergegangen. Seit 2009 findet der, glaube ich, dort statt, vorher war ich einmal im Kaiserwald und einmal, noch viel früher ists an der Traisen entlanggegangen.
Beim Wegfahren habe ich mir noch gedacht, daß ich mich erinnern kann, da schon einmal beim Picknick mit Sonnenbrillen gesessen sein.
Diesmal war es nichts mit einer Sommerbrille, ich bin ähnlich eingemummt, wie gestern mit dem Rad und dem Alfred abgefahren und es war diesmal auch eine eher kleine Gruppe, die sich vor der Seedose traf.
Beim letzten Mal hat es geregnet, da hat der Spaziergang bzw. die Lesung überhaupt nur im Lokal stattgefunden. Diesmal sind wir ein Stück gegangen und haben auch an drei Stationen halt gemacht, es ist aber immer kälter und kälter geworden. Eva Riebler, die Obfrau der Liges war da, Ingrid Reichel, Herr Mayer-König der Ehrenobmann, Frau Wimmer, dann ein paar Leute, die ich nicht kannte und Manfred Lagler-Regall, der mich schon einmal am Blog besuchte, hat mich auch gleich angesprochen.
Ich habe gleich auf der ersten Station gelesen und zwar einen Text, der wieder eine Themenverfehlung war, nämlich „Sommer am Wasser“, den ich anläßlich des gleichnamigen Jugendwettbewerbs geschrieben habe, bei dem Emily Walton in die Endauswahl gekommen ist und man für sie stimmen konnte.
Da hat zwar nicht die Jahreszeit, wohl aber das Wetter und die Gegend gepasst, denn der Text spielt genau am und um die Viehofenerseen. Vorher hat ein Mann einen Text über den St. Pöltner Bahnhof und das Warten auf den Zug bzw. auf Godot etc gelesen, zu dem ihm, glaube ich, ein Theaterstück inspiriert hat.
Rosalia Wimmer hat einen Text auf der nächsten Station vorgetragen, zu dem sie in der Schreibwerkstatt nach einem Mayröcker-Zitat inspiriert wurde und dann eine Geschichte von einer Braut im blauen Kleid und vorstehenden Zähnen, die sie am Standesamt trifft und die auf ihren mit ebensolchen Zähnen ausgestatteten Bräutigam wartet, den ich, glaube ich, schon gehört habe und dann noch ein paar Limericks.
Dann gings zu einer anderen Bank, da lasen dann Ingrid Reichel und Eva Riebler frauenspezifische Texte. Ingrid Reichel ein Interview mit einer bildenden Künstlerin, die erst mit Siebzig im Museum for modern Art ausgestellt wurde, während ihre männliche Kollegen das natürlich schon viel früher schafften und Eva Riebler hatte einen Text aus einem Indien-Buch von Maria E. Brunner, in dem es darum ging, daß eine Frau mit entstellten Gesicht studieren durfte, wahrscheinlich weil sie keinen Mann bekommen hätte.
Dann ging es zum Aufwärmen in die Seedose, das Picknick bzw. Eierpecken wurde wieder etwas sparsam ausgeführt, das heißt es gab die Eier, Brot und Salz und dann noch Merci-Schokolade und ich erkundigte mich ein bißchen nach denen, die fehlten. So kommt Alois Eder ja schon länger nicht und auch der Herr Professor, der sonst immer da war, fehlte und Robert Eglhofer ist auch aus der LitGes ausgetreten bzw. sich mit ihr überworfen.
Dafür habe ich gleich die beiden Bücher, die ich immer in der Handtasche hatte, verkauft und in der Seedose, die heute den ersten Tag geöffnet hatte, gab es auch eine Broschüre über das Mahnmal Viehofen. Dann ging es zurück und wir sind gerade noch vor dem Dunkelwerden nach Harland gekommen.

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2 Kommentare »

  1. Liebe Frau Eva Jancak,

    Es freute mich sehr gestern ihre Bekanntschaft zu machen, nachdem ich bereits früher in ihrem Blog einen Eintrag gemacht hatte. Der OsterSpaziergang war sehr lehrreich, und ich konnte wieder von Ihnen und den anderen Neues kennenlernen. Vielen Dank für ihr Buch. Es handelt über das Schreiben allgemein, worüber ich mich auch immmer wieder auseinandersetze, oder was mich auch sehr beschäftigt. Wie werde ich ein Bestseller-Autor oder wie schreibt man einen Roman? So würde ich diesen Text, an den ich auszugsweise bereits hineinlas, oder hoffentlich weiter lesen werde und meine eigene Meinung dazu in Worte fassen werde, so dass ich meine Mitmenschen mit meinen selbsterdachten Gedanken erfreuen werde können. Ich wünsche Ihnen Frau Jancak alles Gute für ihren Web-Blog, wo sich vieles Interessantes nachlesen kann, dass sie bewegt, beschäftigt und in ihrem Leben ereignet. Da lese ich auf Seite 90: „Ich arbeite an dem Roman zwar schon seit ich achtzehn bin, aber daran hätte ich nicht gedacht!, behauptete sie verlegen und Lilly hatte sich bemüßigt gefühlt von ihrem „Ein-Frauen-Schriftstellerinnen-Blog“ zu erzählen und von dem „Nanwowrimo Writing“, bei dem ihr eingereichter Roman entstanden war und, daß sie dieses Jahr wieder mitmachen würde.“ Das scheint mir eine zentrale Stelle dieses Romans zu sein. Ich beschliesse hiermit feierlich und öffentlich, dass ich mich auch als Romanschriftsteller betätigen möchte, weil das Schreiben ein Geschenk Gottes ist, das man pflegen sollte solange einem das lebenslange Lernen ein wichtiges Ziel oder Vorhaben ist. Denn das Schreiben ist ein Treiben im Hier und Jetzt.

    Kommentar von Manfred Lagler-Regall — 2013-03-31 @ 13:09 | Antwort

    • Dann wünsche ich gutes Gelingen, denn ich denke auch, daß es wichtig ist, seine Kreativität zu äußern, seine Meinung zu äußern, sich damit selber zu verwirklichen, um es so pathetisch auszudrücken und zum Glück ist das jetzt, seit es das World Wide Web, die Möglichkeiten des Selbermachens etc gibt, viel leichter als vorher, als man der Meinung war, nur die Verlage oder ein paar andere Gurus haben zu bestimmen, wer schreiben darf und wer nicht und die, die als nicht gut genug empfunden wurden, aufhören konnten, für die Schublade schreiben oder den sogenannten Zuschußverlagen in die Hände fielen, wo sie vom Regen in die Traufe, das heißt zu der finanziellen Misere auch noch den Spott und Hohn der anderen, vermeintlich glücklicheren Kollegen, bekamen.
      So ganz ideal ist es seit es das Kindle direkt Publishing gibt, zwar auch nicht, schreien da ja noch immer sehr viele „Selbstgemachtes wollen wir nicht!“
      Es zeigt sich aber trotzdem eine Veränderung und vor allem, wieviele Leute schreiben und das finde ich, wie schon erwähnt, sehr schön!
      Freut mich auch, nun das Gesicht zum Kommentar zu kennen, wünsche noch viel Spaß zu meinen Buch, vielleicht sehen wir uns am 8. Juni bei der Lesung in der Klimtvilla, wo ich zum Thema „Die Zeit und wir“, ein Stück aus dem Nanowrimonovel von 2012, das gerade am Fertigwerden ist, lesen werde. Am 5. April gibt es übrigens eine Schreibgruppe, die der ehemalige Vizeobmann der LitGes, Robert Eglhofer, um 19 Uhr im Cafe Ludwig in Wien macht, da man Freunde mitbringen kann, nehme ich an, daß er nichts dagegen hat, wenn ich Sie dazu einlade.
      Ich bin übrigens gerade dabei aus den besten Texten ein Literaturgeflüster-Texte-Buch zusammenzustellen, vielleicht ist das in einem Jahr fertig, so daß ich es nächste Ostern beim nächsten Osterspaziergang mitbringen und daraus lesen kann.

      Kommentar von Eva Jancak — 2013-03-31 @ 17:00 | Antwort


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