Literaturgefluester

2013-04-05

Schreiben mit Robert, Ruth, Ilse und Fritz

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:25

Im Jänner habe ich von Robert Eglhofer ein Mail erhalten, daß er sich mit seinem schreibaffinen Freundeskreis gerne jeden ersten Freitag im Monat im Cafe Ludwig in der Westbahnstraße treffen würde, jeder schreibt zu einem vereinbarten Thema einen Text im Zeitraum von zirka dreißig Minuten, der im Anschluß besprochen werden soll.
Nun war ich schon in einigen Schreibgruppen, die erste war der Arbeitskreis schreibender Frauen, wo nicht direkt geschrieben, aber gelesen wurde, ich meine literarische Prägung erhielt und einige Autorinnen kennenlernte, mit denen ich heute noch Kontakt habe. 2000 habe ich dann eine Zeitlang bei der Schreibgruppe der Gewerkschaft teilgenommen, die von Eveline Haas geleitet wurde. Sie gab einen Schreibimpuls, dann wurde geschrieben und der Reihe nach gelesen, Kritik hat es eher keine gegeben, trotzdem habe ich dort sehr viel gelernt, bzw. Texte geschrieben, die teilweise im „Best of – Eva Jancak- Lesebuch“, enthalten sind. Dann haben die Schreibgruppen zum Boomen angefangen, vorher war man ja eher der Meinung, daß man das Schreiben nicht lernen kann, viele Autoren bieten Schreibsalons an, wo sie regelmäßige Feedbacks und Coachings geben.
Ich war noch 1987 einmal in der Schreibwerkstatt des Max von der Grün Preises in Linz, wo ich Rudi Lasselsberger und Traude Korosa kennenlernte, Ilse Kilic hat damals, glaube ich, einen Preis gewonnen und 2005 bei der Text und Kritik Werkstatt der Erika Kronabitter in Voralberg und gehe jetzt ganz gern zu den Tagen der offenen Tür Veranstaltungen des Writersstudios, wo es mit der Freewritingmethode Schnupperworkshops zu verschiedenen Themen gibt, bin dem Thema Schreibenlernen also sehr aufgeschlossen, obwohl ich nicht sehr gerne ins Kaffeehaus gehe und auch nicht konsumiere, aber Freitag ist für mich ohnehin ein eher schwieriger Termin, da wir da jede zweite Woche nach Harland fahren.
So habe ich den Februartermin, wo außer Ruth Aspöck noch Inge Reisner eingeladen haben, versäumt und habe nur erfahren, daß Ilse Kilic und Fritz Widhalm gekommen waren. Inge Reisner ist, wie mir Ruth Aspöck, bzw. sie mir, als ich sie bei der Julian Schutting Veranstaltung im Klangtheater getroffen habe, ausgestiegen und ich bin wegen der langen Hörspielnacht auch zum zweiten Termin nicht gekommen, war aber, etwas neugierig und habe mich für diesmal angemeldet und sogar Manfred Lagler-Regall, den ich vorige Woche beim Osterspaziergang getroffen habe, dazu eingeladen. Hat Robert Eglhofer ja in St. Pölten im Rahmen der LitGes auch eine solche Veranstaltung gemacht, weil er offenbar auch gerne in der Gruppe schreibt und es war auch eine lustige Erfahrung im Hinterzimmer des Cafe Ludwigs, wo sonst die Lesetheateraussendungen verschickt werden, vor sich hinzuschreiben, während draußen an der Theke ein Haufen Männer standen, Bier tranken, Dart spielten, ect.
Ruth Aspöck und Robert Eglhofer hatten Themenvorschläge, „Workshops“ und „Einladungen“, waren die von Ruth, die glaube ich etwas übers Schreibenlernen dabei erfahren wollte, Robert schlug „Bahnhof“, vor. Wir einigten uns auf „Bahnhof“ oder und „Einladungen“ und ich habe geschrieben und geschrieben.
Ich schreibe ja bei solchen Gelegenheiten immer sehr schnell und sehr viel und kann es dann nicht mehr gut lesen und so war ich diesmal, als ich es schon vorlesen sollte, auch mit dem Korrigieren noch nicht fertig. Ruth hatte schon ein bißchen was suggeriert. Man steht vorm Postkastel, bekommt viele Einladungen und weiß dann nicht, soll man zu den Veranstaltungen der Kollegen gehen? Da floß es dann aus mir heraus, ich erwähnte meine „Alpha-Traumatisierung“, dachte an Elisabeth Chovanecs Einladungen, die zu meinen nie recht Zeit hat, so daß ich da schon ein bißchen beleidigt bin. Beschlossen habe ich den Text mit „Kerstins Achterl“, das ich ja am Montag erwarte und daß ich dafür ein Gewinnspiel veranstalten möchte und, daß die Einladungen jetzt nicht mehr mit der Post, sondern meistens per Mail kommen, die Buffets eingespart werdeen, was mich, da ich ohnehin kein Nachtmahl mehr esse, aber eher freut und habe das Ganze ein bißchen hervorgestottert.
Die Texte der anderen waren kürzer, aber auch recht ähnlich. Robert Eglhofer, der vom Bahnhof schreiben wollte, ist zu seiner Lehrererfahrung zurückgekommen, wo ihm ein Kollege riet, daß er „Bahnhof“ in das Klassenbuch als Unterrichtsgegenstand eintragen sollte und Fritz Widhalm hat in seinen Text die Bahnhöfe seiner Kindheit erwähnt, wo er auf die Züge wartete, die in die Welt fuhren und inzwischen eingestellt wurden.
„Jetzt fährt man Auto, aber das Auto ist nicht die Welt“, schloß er. Ilse Kilic schrieb vom einladen ihres Kellerinhaltes, den sie morgen auf den Müllplatz transportieren muß und Ruth Aspöck erwähnte, glaube ich, auch, das sie „Bahnhof verstehen“ würde.
Im Unterschied zu anderen Schreibgruppen wurde dann sehr schnell allgemein diskutiert. Vielleicht ist das etwas GAV- Spezifisches. Es kam auch heraus, daß es weniger um das Schreiben lernen, da es sich ja um lauter Schreibprofis handelte, als um das Schreiben im Freundeskreis ging. Ich weiß zwar nicht, ob ich im Mai wiederkommen werden, im Juni ja, denn da ist am Samstag die Lesung, zu der mich Christl Greller eingeladen hat und vielleicht werden noch andere Teilnehmer kommen.
So hatte Robert Eglhofer auch Doris Kloimstein eingeladen, die fast gekommen wäre, wenn sie sich nicht mit ihrem Pferd verletzt hätte.
Ruth Aspöck sammelte die Texte ein für eine mögliche Veröffentlichung, aber ich denke, meiner müßte noch gekürzt und überarbeitet werden.
Über das Lesen und das Schreiben, Amazon, den Wert der Arbeit, den Kapitalismus und wie sich Autoren verändern, wenn sie Erfolg haben und ob sie dann noch mit den anderen reden, wurde auch sehr viel diskutiert.

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