Literaturgefluester

2013-04-27

Novecento

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:49

Jetzt kommt ein kleines Büchlein „Die Legende vom Ozeanpianisten“, vom 1958 in Turin geborenen Kultautor Alessandro Baricco, der mit seinen Büchern „Seide“ und „Land aus Glas“ zum Bestsellerautor geworden ist und der die „berühmteste Schule für kreatives Schreiben Italiens“m gegründet hat.
Ein Monolog, der, wie im Vorwort von September 1994 steht, für einen Schauspieler und einen Regisseur, geschrieben und dann in Buchform, zuerst in der Originalausgabe bei Fellitrini, dann bei Piper, 1999, auf Deutsch, verlegt wurde. Verfilmt wurde die Geschichte von Danny Boodman T.D. Lemon Novecento auch von einem Kultregisseur und der Text ist ein Monolog für einen Schauspieler, der in verteilten Rollen, die Geschichte des Ozeanpianisten erzählt, der im Jahre 1900 auf dem Schiff „Virginian“, das von Europa nach New York hin und herpendelte, in einer Zitronenkiste auf dem ersten Klassedeck in einem Tanzsaal vom Matrosen Danny Boodman, einem Schwarzen, gefunden wurde, der ihm diesen Namen gab. Zuerst den seinen, dann das T. D. Lemon, das auf der Kiste stand und das nicht „Thanks Danny!“, wie sich der Matrose einbildete, sondern „Tano Damato“, bedeutete und am Schluß kam noch die Jahreszahl dazu.
Der Matrose nahm den Kleinen an Kindesstatt auf und verließ mit ihm aus Angst vor Schwierigkeiten mit der Behörde, weil er ja keine Papiere für ihn hatte, acht Jahre lang nicht das Schiff, dann starb er und als der Kapitän, mit dem „Unfug!“, Schluß machen wollte, war der Kleine verschwunden, bzw. saß er auf paar Nächte später, wieder voll am Meer, am Klavier und entzückte alle mit seinen Künsten.
So blieb er dort, siebenundzwanzig, dreiunddreißig und noch einige Jahre länger, spielte seine eigentümlichen Melodien mit seinen eigenen Noten, freundete sich auch mit einem Trompeter an, der seine Geschichte dann auch erzählte, duellierte sich mit dem Gründer des Jazz, gewann natürlich und obwohl er das Schiff nie verlassen hatte, wußte er über den Geruch Londons und über die Pariser Brücken bestens Bescheid, denn er konnte in den Leuten, die aus aller Welt auf das Schiff kamen, wie in den Büchern lesen und als er es einmal doch verlassen wollte, um das Meer von der anderen Seite zu betrachten, scheitere der Versuch.
Dann kam der Krieg und das Schiff wurde dadurch in Mitleidenschaft gezogen, so daß es in die Luft gesprengt werden sollte, worauf es alle verließen es, nur Novecento nicht…
Achtzig Seiten hat der Monolog und es ist eine fesselnde interessante Geschichte, die da in knappen Worten sehr poetisch rezitiert wird.
Ein Fund aus dem „Wortschatz“, den ich mir genommen habe, weil den Namen Allessandro Baricco glaube ich aus der Zeit kenne, da er mit „Seide“ auf den Bestsellerlisten stand und es diese „Libro“-Aktion gegeben hat, kenne obwohl ich von ihm noch nichts gelesen habe. Jetzt aber einen kleinen Eindruck von dem Kultautor bekommen habe, der fünf Jahre jünger als ich ist.

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