Literaturgefluester

2013-05-31

Ein Mord für Kay Scarpetta

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:15

Jetzt kommen ein paar Krimis, die sich im Lauf der Zeit gefunden habe und ich lese sie ja gerne, obwohl ich gegen Gewalt bin und selber Krimis aus diesen Grund nicht schreiben kann. Ein Patriicia Cornwell Krimi ist schon länger in meinen Regalen gestanden und ich habe sie wohl mit Patricia Highschmidt verwechselt, bis ich einmal in einer der blauen Sofa Sendungen Wolfgang Herles ein Interview mit der berühmten Krimiautorin über deren Gerichtsmedizienerin Kay Scarpetta hörte. Inzwischen haben sich noch einige ihrer Romane bei mir angesammelt.
„Ein Mord für Kay Scarpetta“, ist der erste, den ich gelesen habe und am Anfang bin ich nicht so schnell hineingekommen, gibt das Buch ja wieder Stoff für drei Romane her und die Geschichte mit der ermordeten Romanautorin und dem verschwundenen Manuskript ist ja eigentlich banal, obwohl ich mich für so etwas sonst sehr begeistere.
Da gibt es also zwei Briefe am Beginn des Buches, die Beryl Madison an sich selbst schrieb, die sich vor irgendjemanden oder irgendwas sehr fürchtete und nach der Rückkehr aus ihrem Feriendomizil in ihrer Alarmanlage gesicherten Villa brutal ermordet wird. Und sie hat den Täter selbst hineingelassen und die Alarmanlage ausgeschaltet.
Seltsam seltsam, dann taucht noch der Jugendfreund Mark James, ein Rechtsanwalt, denn die Superfigur Kay hat auch noch Jus studiert, bei ihr auf und interessiert sich für ein verschwundenes Manuskript.
Beryl hat nämlich ihre Autobiografie geschrieben und da gibt es einen berühmten Pulitzerpreisträger, der sie förderte und bei dem sie als junges Mädchen wohnte. Der hat ihr verboten über ihn zu schreiben. Sie hat sein Gebot gebrochen und jetzt taucht noch ein gerissener Medienanwalt auf, der Kay beschuldigt, das Manuskript, das in der Wohnung nicht gefunden wurde gestohlen zu haben.
Kay ist überhaupt eine Agentin mit vielen Fähigkeiten, nicht nur, daß sie in diesem Amerika zu viel raucht, sie übernimmt auch noch die Polizeiarbeit und zwei der Polizisten Peter Marino und Benton Wesley vom FBI sind auch noch ihre Freunde. Die Polizei recherchiert, Fasern von einem orangen Overall werden auch am Tatort gefunden und Mark ruft Kay plötzlich an, bringt sie in New York mit diesen Medienanwalt zusammen und als sie in seiner Firma anruft, ist er dort unbekannt.
Dafür spürt die Polizei die Garage auf in der Beryl ihren Wagen waschen ließ, dort gibt es den Sohn des Besitzers, der zwar Psychologie studierte, aber trotzdem ein Looser ist, weil er Menschen mit Farben verbindet und in seiner Jugend in der Psychiatrie war. Pete Marino, der Mann fürs Grobe, verhört ihn scharf, er erscheint auch bei Beryl, in deren Büro eingebrochen wurde und erzählt ihr von dem Mörder und seinen Psychiatrieerfahrungen. Dann bringt er sich um und der Pulitzerpreisträger, der auch irgendwie ein Looser ist und mit seiner Schwester in einem einsamen Häuschen lebt, wird brutal ermordet, die krebskranke Schwester bringt sich um und Kay wird sowohl von dem Mörder als auch den Manuskriptjägern verfolgt.
Sie fliegt nach Key West, dorthin, wo alles begann, findet Beryls Freunde und das Manuskript, Mark quartiert sich in ihr Hotelzimmer ein und beruhigt sie, er ist vom FPI, ihr Liebesverhältnis beginnt neu und als Beryl vom Flughafen zurückkommt, läutet ein Mann, der ihr den verlorenengegangenen Koffer zurückbringen will in seiner Uniform an ihrer Tür und sie erkennt zu spät, daß er der Mörder ist.
Spannend, spannend und ein bißchen Einführung in die Psychologie, in das, was ein Standford Binet Intellegenztest und ein MMPI ist und ob man die Intelligenz messen kann, wird auch diskutiert.
Ich habs am Anfang ein bißchen langatmig und auch etwas unlogisch empfunden, ein paar Vorurteile scheinen mir auch drin zu stecken oder wie kann man am Telefon erkennen, daß jemand von weißer Hautfarbe ist? Aber sonst wars interessant zu lesen und ich freue mich auf die beiden anderen Cornwell Bücher, die noch auf meiner Leseliste stehen und auf die Krimis, die in allernächster Zeit folgen werden, natürlich auch.

2013-05-30

Frühe Kraniche

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:11

Jetzt kommt die Besprechung der Tschingis Aitmatow Novelle „Frühe Kraniche“, denn den „Scheckigen Hund“, bzw. den „Jungen und das Meer“, wie es in den Westdeutschen Ausgabe heißt, habe ich schon vor einem Jahr gelesen. Da war auch der „Weiße Dampfer“ dabei und die „Schönste Liebestgeschichte der Welt“,“Dshamilia“ wartet im nächsten Jahr auf mich, denn von dem berühmten kirgisischen Autor, gibts in den Schränken relativ oft was zu finden und das Sammeln lohnt sich, denn die Texte sind sehr unterschiedlich.
Beeindruckend die Geschichte von dem Jungen und der Mutprobe, die ihm am Meer zwar zum Erwachsenen macht, aber seinen Vater und die andere Besatzung des Bootes verlieren läßt, vielleicht weniger dramatisch, aber auch sehr eindringlich und poetisch geschildert, die von dem Kriegswinter 1943 in dem kirgisischen Dorf, wo zuerst noch alle in der kalten Schulklasse sitzen, husten und frieren, während die Lehrerin von Ceylon erzählt, daß es dort Bananen gibt, Elefanten, Tee und auch sonst sehr viel Schönes und der fünzehnjährige Sultanmurat schwirrt mit seinen Gedanken ab, denn da gibt es Erinnerungen an den Tag, als er mit dem Vater in die Stadt gefahren ist und dort im Zoo einen Elefanten sah, nur er, den jüngeren Bruder hat der Vater damals nicht mitgenommen und jetzt ist der Vater im Krieg und die Mutter, die vier Kinder zu versorgen hat, weint sich die Augen aus. Es gibt aber auch Schöneres zu denken, an Mysagül, dem schönsten Mädchen in der Klasse, zum Beispiel, das früher neben ihm gesessen ist, was gut war, weil es ja peinlich wäre, wenn die anderen Zettelchen schreiben würden „Sultanmurat und Mysagül ist Liebespaar“.
Als er Stroh zum Heizen nachlegen soll, Kohle scheint es nicht zu geben, geht die Türe auf und der Kolchosevorsitzende im Armeemantel, der im Krieg ein paar Rippen verloren hat, kommt mit dem Schulleiter herein und sucht sich fünf der stärksten Jungen aus, um mit ihren eine Brigade bzw. eine „Luftlandetruppe“ zu gründen.
Sultanmurat ist dabei und wird sogar zum Gruppenvorsitzenden, was nützt es, daß sich die Mutter die Augen ausweint und krank wird, es kommt zwar der Onkel, der als Schafshirte von der Armee befreit wurde, um ein bißchen zu helfen und mit dem jüngeren Bruder muß er auch Holz suchen und mit dem älteren Kameraden, der schon Sechzehn ist, gerät er in eine Konkurrenzverhalten, der Kolchosevorsitzende belehrt die Jungen aber, daß man den Vorsitzenden einer „Luftlandegruppe“ nicht selber wählen darf.
Die Jungen müßen aber ohnehin nur Pferde abrichten, um mit ihnen später die Felder zu pflügen und da hat Sultanmurat nun ein Problem, wie er Mysagül ein Briefchen schreiben kann, das ihr der Bruder in die Klasse schmuggelt. Das gelingt und sie schickt sogar ein Taschentüchlein in dem die Anfangsbuchstaben ihrer Namen eingestickt sind und Anatai, der Konkurrent, mit dem er sich ein bißchen, um das Taschentüchlein prügelt, muß erfahren, daß sein Vater, wie schon die von drei der anderen Jungen, gefallen ist.
Es kommen auch noch Pferdediebe und vor den Wölfen muß der Junge die Pferde auch retten, die Bewährungsprobe, wie es im Vorwort des kleinen, schon sehr abgegriffenen DDR-Büchleins steht, in dem hervorgehoben wird, das Aitmatows Texte in denen der sozialistische Realismus mit der kirgisischen Fabelwelt, die er von seiner Mutter lernte, verwoben wird, zur Weltliteratur zählen.
1928 ist er im nordkirgisischen Ail Scheker geboren, vielleicht ist die Novelle auch ein bißchen autobiografisch, die 1975 geschrieben sein dürfte, jedenfalls ist dieses Datum angegeben, das Buch ist 1980 in der ersten Auflage erschienen, Aitmatow hat von 1956 bis 1958 das Moskauer Literaturinstitut besucht und ist 2008 in Nürnberg gestorben, was natürlich nicht in dem Büchlein steht.
Und die „Frühen Kraniche“, die Titelmetapher, ein Symbol für gute Ernste, sieht die Brigade beim Pflügen auch.

2013-05-29

Poesie und Prosa aus Kärnten, Triest und Slowenien

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:09

Es geht gleich mit dem Literaturhaus weiter, denn heute stellte der Drava-Verlag aus Klagenfurt seine Publikationen vor und tat das auf eine sehr gründliche Art und Weise. So war das erste Package der slowenischen Bibliothek, Bücher von Zofka Kveder, Ivan Pregelj, Vladimir Bartol und Marjan Rozanc schon am Lesetisch aufgestellt, als ich ins Literaturhaus kam. Einen Büchertisch mit den Publikationen der auftretenden Autoren gab es auch und auf diesen lagen auch einige Verlagsprospekte. Barbara Zwiefelhofer begrüßte und der Verlagsleiter Peter Wieser leitete ein, in dem er von der Geschichte des Verlags erzählte, der sich vor sechzig Jahren als Druckerei gegründet hat, um in Klagenfurt eine slowenischsprachige Zeitschrift herauszugeben, vor dreißig Jahren expandierte er, gibt italienische, slowenische Literatur und die der Kärntner Slowenen heraus und dann noch spezielle Sachen, wie beispielsweise den Gedichtband von H.G. Adler, den ich bei Fix Poetry einmal gewonnen habe.
Dann kam der 1945 in Petzelsdorf geborene Schriftsteller und Übersetzer Hans Raimund an die Reihe, von dem ich, glaube ich, einen Gedichtband aus der Edition Umbruch gelesen habe, der einige Zeit in Triest lebte und dort den hier ziemlich unbekannten Lyriker Virgilio Giotti, der von 1885 bis 1957 in Triest lebte und ein Weggefährte Italio Svevos war, übersetzte. „Kleine Töne, meine Töne“, ist bei Drava erschienen und Hans Raimund las ein paar Beispiele daraus sowohl auf Italienisch als auch auf Deutsch vor, wo mir vorallem das Bild von dem Lehrmädchen hängengeblieben ist, das mit den Schuhen von der Chefin in der Auslage steht und dort etwas zu dekorieren schien.
Als nächstes ging es zur slowenischen Bibliothek und zu Erwin Köstler, der diese Reihe übersetzte und betreute und ein bißchen was davon erzählte, wie sie zustande kam.
2009 war er auf einem slowenischen Kongreß und sollte dort ein Projekt vorstellen, im Zug skizzierte er die slowenische Bibliothek, alle waren begeistert, dreißig Bänden in drei Tranchen wurden, glaube ich, geplant, die erste gibt es schon, der Rest ist wegen finanziellen Schwierigkeiten derzeit auf Eis gelegt und mir sagen die Namen der fünf Prosaautoren allesamt nicht viel, es wäre aber sicher interessant sich hier einzulesen. In der zweiten Tranche wäre ein Krimi geplant und einen Interviewband soll es auch geben.
Dann ging es wieder nach Österreich, nämlich zu dem in Wien lebenden Jani Oswald, der 1957 in Klagenfurt geboren wurde und das slowenische Gymnasium besuchte. Er hat dann Jus studert und arbeitet als Finanzmanager und ich habe ihn in Villach kennengelernt, als dort einmal der Tag der „Freiheit des Wortes“ stattfand. Da war der Alfred von seinen Gedichten so begeistert, daß er gleich einen Band gekauft hat. Sechs oder sieben solche gibt es inzwischen, der vorletzte ist „Andante Mizzi“, davon habe ich, glaube ich, bei „Ex libris“ im Radio gehört, jetzt stellte er „Quaran Tanja“ vor und sagte in der Einleitung, daß er dafür zwei Kunstsprachen gewählt hat. Es gibt vier Zyklen, aus denen er einige Beispiele brachte und die mich zu Beginn an Ernst Jandl erinnerten. Dem Publikum hat es, glaube ich, sehr gut gefallen, nachher gab es noch was zu Trinken und dem Small Talk zuzuhören, mit Beppo Beyerl, der mich fragte, was mich zu der slowenischen Litertur geführt hat, habe ich mich schon vorher unterhalten.

2013-05-28

Clemens Berger Abend

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:06

Im Literaturhaus gibt es derzeit ja, was ich bedauere, relativ wenig Programm und so bin ich in der letzten Zeit nur selten dort gewesen, was sich demnächst ändern könnte und heute wurde Clemens Bergers neues Buch vorgestellt, von dem sich Verlag und Autor nicht sicher zu sein schienen, ob es jetzt ein Roman oder eine Novelle ist.
Der 1979 in Güssing geborene und in Oberwart aufgewachsene Autor, sprach von der kurzen Form, die er für sein Buch wollte, die Luchterhand Lektorin Susanne Krones, die den Abend moderierte, einmal von einem Roman, dann mehrmals von einer Novelle.
Im Buch sei keine Formgattung angegeben und das weiß man, daß sich die Bücher, steht „Roman“ darauf angeblich leichter verkaufen. In dem dünnen Bändchen „Ein Versprechen von Gegenwart“ steht also nichts und auf dem Büchertisch lagen noch eine Reihe Bücher auf, ist Clemens Berger, „einer der vielversprechensten jüngeren Gegenwartsautoren“, wie Robert Huez in seiner Einleitung erwähnte, ja ein offenbar sehr fleißiger Autor und das Literaturhaus wurde nach und nach auch sehr voll.
Fast könnte man meinen, die gesamte Oberwarter Gemeinde sei zu der Lesung gekommen. Norbert Leser war jedenfalls da, Karin Ivancsics, Sabine Gruber, Martin Amanshauser, der den Autor, glaube ich, auch für eine Veranstaltung in der Alten Schmiede buchte, Wolfgang Hermann, wenn ich mich nicht irrte, Gabriele Madeja und und und- und ich habe den Autor 2009 kennengelernt, da tauchte sein Name in Verbindung mit dem Erzählband „Und hieb ihm das rechte Ohr ab“ plötzlich in Ex Libris auf, dann war das Verlagsfest von lex liszt zwölf im Literaturhaus mit einem Bombenbuffet. Bei einer Veranstaltung in der Alten Schmiede war ich auch einmal und 2010 erschien sein Roman „Das Streichelkonzert“, das im Museumsquartier vorgestellt wurde.
Die Lektorin sprach noch von einigen anderen Büchern , 2003 ist glaube ich der erste Erzählband erschienen, 2005 und 2007 dann zwei Bücher im Skarabäusverlag und jetzt das Bändchen bei Luchterhand, das vom anwesenden Fanpublikum recht gut gekauft wurde und da geht es in drei Teilen, um die Zeit zwischen Mitternacht und ein Uhr früh und über die Erlebnisse eines Kellners, der ein Paar beobachtet, das um diese Zeit das Lokal betritt, ein Bier und Filetspitzen, bzw. Lemon Tonic und Diet Coke ordert und sich der Kellner seine Gedanken über die Beziehung der Beiden macht. Die Irina, die ihren Begleiter „Löwen“ nennt, kommt aus Leningrad und dürfte vielleicht so etwas wie eine Edelnutte sein, bzw. spricht der Kellner sehr angeregt von einer schönen Frau, wegen der alle Männer Seitensprünge machen würden und Clemens Berger las das auch noch sehr erotisch vor, verlas sich einmal bei „verknutscht“ statt „verknautscht“ und der Kellner Valentin, der auch von einer ersten und einer zweiten Welt spricht, folgt dem Paar dann noch auf ein Schiff nach Kiel und da kommt es zu einem Perspektivenwechsel und später noch zu einer Veränderung.
Drei Stellen las Clemens Berger vor, die Lektorin lauschte entzückt, bzw las sie mit, dann kam es zu einem Gespräch, wo Clemens Berger nicht alle Fragen beantworten konnte.
Er wollte jedenfalls über eine Beziehung schreiben, aber das war ihm dann bald zu langweilig, so führte er die Beobachtungskunst des Kellners ein und hat auch mehrmals umgeschrieben bzw. sich mit mehreren Fassungen gequält.
Die Erotik oder der Sex meinte er, sei das wichtigste im Leben, deshalb scheint die Novelle auch sehr sexbezogen und er hat im Sommer, als das Buch schon fertig war, in Salzburg als Kellner gearbeitet und dann seine Empfindungen überprüft. Also die Recherche danach betrieben, wie die Lektorin begeistert feststellte und am Schluß zu einem Glas Wein an der Bar und zum büchertisch einlud.
Da habe ich dann Armin Baumgartner und den älteren Lehrer getroffen, mit dem ich schon öfter gemeinsam in der Alten Schmiede war und ein paar sehr elegant gekleidete und durchaus auch erotisch gekleidete junge Frauen beim sich Begrüßen und Abküßen beobachtet.
„In Venedig war es sehr schön!“, sagte eine, die ein enges rotes Kleid und schwarze Stiefel trug und ich habe mir vorgestellt wie es wäre, wenn ich beim Nachhausegehen im Wortschatz das „Streichelinstitut“ fände? Das wäre ein toller Zufall, obwohl ich ja weiß, daß in Margareten einige bibliophile Bücherblogger wohnen, die dieses Buch schon gelesen haben.
War dann nicht so, ich habe aber den „Posamentenhändler“ von Koytek und Stein gefunden, die 2011 den Leo-Perutz Preis damit bekommen haben, was ja auch ein großartiger Fund ist und über das Novellenschreiben und das burgenländische Literaturleben habe ich an diesen Abend auch einiges gelernt.

2013-05-27

Hunde von Riga

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:16

Auf das Lesen des zweiten Wallander Krimis von Henning Mankell habe ich jetzt fast ein Jahr gewartet. Das Buch im Winter oder Frühling 2012 im Schrank gefunden, auf die Liste gesetzt und dann darauf vergessen, beziehungsweise es nicht mit unserer Baltikumreise in Verbindung gebracht, als ich dafür den Lesestoff zusammenstellte. Was hat ein Henning Mankell-Krimi damit schon zu tun und das wir nach Riga kommen werden, hatte ich wahrscheinlich gar nicht realisiert, bereite ich mich vorher auf die Reisen, obwohl Alfred das Material ja anschleppt, nicht sonderlich vor.
Das tat ich erst, als wir in der lettischen Hauptstadt angekommen waren, da las ich im Reiseführer, daß die „Hunde von Riga“ als Lesestoff empfohlen wurden und habe mich die nächste Zeit geärgert, es nicht mitgenommen zu haben. Waren wir ja zwei halbe Tage in Riga und zwischendurch in Finnland beim Norbert und seiner Frau und da habe ich den Bücherschrank auch nach dem Buch abgesucht, aber zwar einige andere Mankell-Krimis gefunden, die „Hunde von Riga“ aber nicht.
Nachher hats mich dann nicht mehr so interessiert, das Buch vorzuziehen, obwohl ich jetzt schon gespannt auf das Lesen war und ich bin ja auch ein „Mankell-Fan“, beziehungsweise lese ich seine Krimis ganz gern und bin auf sie durch die „Libro-Bestseller-Aktion“, die es vor Jahren gab in Berühurung gekommen. Da habe ich die „fünfte Frau“ und „Falsche Fährte“ bekommen, „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ vor zwei Jahren gelesen.
Bei einer Lesung im Jugendstiltheater am Steinhof war ich vor einigen Jahren auch und einige andere seiner Romane, habe ich, wenn auch nicht besonders aufmerksam, gelesen.
Die „Hunde von Riga“ spielen sowohl in Ystad als auch in der lettischen Hauptstadt, im Februar 1991, kurz vor oder während der Wende und da wird zuerst ein Boot mit zwei gefolterten toten Männer an die schwedische Küste gespült. Eine Beamtin des Außenministerium kommt aus Stockholm, sagt, die Lage ist gespannt und klärt die Polizisten auf, daß das zwei Kriminelle aus Riga wären, die offenbar Rauschgift schmuggelten.
Dann kommt ein Major aus Riga, freundet sich mit Wallander ein bißchen ab und fliegt mit den Toten nach Riga zurück. Wenig später wird er ermordet und Wallander von der lettischen Polizei gebeten bei der Aufklärung mitzuhelfen. Von einem Oberst wird er am Flughafen abgeholt ins Hotel Latvija, dem besten der Stadt, einquartiert und dort überwacht, Baiba, die Witwe des Majors, die wir schon aus den späteren Krimis kennen, erscheint in der Verkleidung eines Zimmermädchens und bittet Wallander auch um Mithilfe. so wird er am Abend geheimnisvoll in eine Waldhütte gebracht und von einem Herrn Upitis über den lettischen Freiheitskampf informiert.
Auf der Polizei bekommt er ein Zimmer, wird von einem Serganten immer hin und ins Hotel zurückgebracht. Dort kann er Aufzeichnungen machen und bekommt mit zwei Obersten Kontakt, Putnis und Murniers, beide waren Major Liepas, der ein unheimlicher Kettenraucher war, Vorgesetzte.
Der eine verhört einen Gefangenen, der zweite gerät in Verdacht, falsch zu spielen, zumindest vermutet Baiba Liepa das, mit der sich Wallander auf geheimisvolle Art und Weise trifft und sonst von Sergeant Zids, der gut Englsich spricht, in dem düsteren und armeseligen Riga herumkutschiert wird.
Oberst Murniers berichtet Wallander schließlich von der Verhaftung von Major Liepas Mörders, eben dieses Upitis und seine Aufgabe ist beendet, er kann mit offiziellen Dank nach Schweden zurückkehren. Vorher war er noch bei Obert Putnis zum Abendessen eingeladen und hat über seinen Wohlstand und seine Villa sehr gestaunt, aber vielleicht sind alle lettischen Polizisten korrupt oder zumindestens die Russen?
Major Liepas wollte das aufklären und hat das auch in einer Geheimakte festgehalten, aber die, blöderweise nicht nach Schweden mitgenommen, so daß Baiba Wallander anfleht, doch nach Riga zurückzukommen und die in Schweden lebenden Auslandsletten organisiert, ihn auf abenteuerliche Art und Weise, mit falschen Pass und Identität versehen, wieder in das Land einzuschmuggeln, während er sich offiziell auf eine Reise in die Schweiz begibt.
In einer Spielzeugfabrik, werden sie von der Polizei erwischt, der freundliche Zids schießt alle tot, die er erwischen kann, Wallander versteckt sich unter einem Regal, stieht ein Auto, nimmt Kontakt zu Baiba auf und findet die Aufzeichnungen schließlich in Baibas Akte im Polizeiarchiv.
Die Polizei ist ihm immer dicht an den Fersen, schließlich kann er sie in einem Kaufhaus, wo er Baiba treffen soll, in ein Plattencover verstecken und händigt sie dann dem falschen Oberst aus.
Murniers war doch der gute, Putnis, wer hat da einmal etwas gesagt, das man keine sprechenden Namen verwenden und keine verschlüsselten Hinweise mit ein paar Abwandlungen geben soll, der schlechte,“Kondor und Kiebitz“ hat Major Liepka, der einmal Ornithologe werden wollte, sie genannt.
Wallander bekommt sogar eine Abschrift der Aufzeichnungen und seine Rückreise nach Schweden wir auch organisiert, in Stockholm liegt sein Paß und sein Autoschlüßel am Flughafen, das Auto, das ja in einem polnischen oder DDR-Schuppen verschwunden ist, steht am Parkplatz und Baiba, wird, glaube ich, auch einmal nach Schweden kommen, in einem späteren Buch.
Vorher schreibt Wallander im Epilog einen Brief an sie, zerreißt die Seiten aber.
Ein interessantes Buch mit einem Nachwort, das mit April 1992 datiert ist, wo Mankell etwas über die Zustände in Lettland zu dieser Zeit und wie er recherchierte schreibt.
„Manche Straßen werden inzwischen schon ganz anders heißen“ meinte er und ich habe bemängelt, das das Essen, das er Wallander vorsetzt, nur aus schlechten Kotteletts und Omletts besteht und Sergeant Zids behauptet, daß man nur im Hotel Latvija gut essen kann, aber er wollte ihn vielleicht nicht zu viel allein herumgehen lassen.
Wir haben 2012 ein ganz modernes Riga gesehen und in im Touristenviertel in einem Restaurant hervorragend gegesssen, in der danebenliegenden Konditorei gab es allerdings nur Kuchen und das Brot, das ich kaufen wollte, war Dekoration.
„Was Wallander in Riga erlebt, das ist Horror pur“, scheibt auf der Rückseite Martina I. Kischke von der Frankfurter Rundschau. Wir haben eine attraktive Stadt gesehen und auf der Brücke, die wir überqueren mußten um zum best Camp zu kommen, standen immer Polizisten.

2013-05-26

Der Meister und Margarita

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:47

Nun kommt ein weiteres Schmankerl bzw. Bildungslücke aus dem offenen Bücherschrank, nämlich Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita“ in der Übersetzung von Thomas Reschke, mit literaturgeschichtlichen Anmerkungen von Ralf Schröder. Der russische Lyriker Alexander Nitzberg hat es im vorigen Jahr neuübersetzt und wurde damit für den Leipziger Buchpreis nominiert. Ich habe im Ex Libris gehört, daß die Neuübersetzung lyrischer sein soll, Alexander Nitzberg hat auch auf der Buch-Wien daraus gelesen.
Mir gefällt das Buch und auch die Übersetzung und denke, daß ich, wenn Russisch meine Muttersprache wäre, auch die Originalausgabe lesen würde, aber sei es darum, das Buch wurde damit wieder in das öffentliche Bewußtsein gebracht und es ist sicher ein Klassiker, den man, egal in welcher Ausgabe, gelesen haben sollte.
Vielleicht finde ich einmal das Nitzberg-Buch, dann kann ichs vergleichen und ein Stück aus dem „Meister“ habe ich ja schon im Vorjahr während unserer Sechsländerreise in einer der Hauptverbandgeschenkausgaben gelesen.
Michail Bulgakov, 1891 im russischen Kaiserreich geboren, 1940 in Moskau SU gestorben, gilt als großer Satiriker, hat den Meister ab 1928 geschrieben, 1940 seiner Frau die letzte Fassung kurz vor seinem Tod diktiert.Erschienen ist es erst 1966 in zensurierter Form und ein Klassiker geworden.
Das Haus in dem Bulgakow wohnte, kommt in dem Roman vor und ich kann das Lesen, egal in welcher Fassung, sehr empfehlen, denn es ist ein wahrhaft köstliches Buch.
Da gehen zwei Literaten in Moskau spazieren, wollen sich bei einer Bude ein Bier kaufen, es gibt aber nur Aprikosensprudel und begegnen dem Teufel, sprich einem Ausländer, der fragt sie nach Gott und der Welt aus, erzählt von einem Gespräch mit Pilatus und sagt dem einen, daß ihm von einer Frau der Kopf abgetrennt werden, dem anderen eine Schizophrenie voraus.
Er hat auch einen Begleiter, Sekretär oder Dolmetscher und eine Katze, die selbständig Straßenbahn fährt und als sie der eine dann die Polizei oder Rettung holen will, passiert das Vorausgesagte, die Straßenbahn rollt über ihn hinweg und ich dachte Doderer hätte den ersten Straßenbahnunfall der Literaturgeschichte beschrieben, aber vielleicht war er mit seiner „Strudelhofstiege“ früher dran.
Der andere nimmt eine Kerze und eine Ikone und jagt in Unterhosen zur Schriftstellerversammlung, wird auf die Psychiatrie gebracht und der Teufel quartiert sich in Berliozs, das ist der mit dem abgetrennten Kopf, Wohnung ein, die er mit einem Varietedirektor teilt, der am Morgen betrunken aufwacht, sich an nichts erinnern kann und vom Teufel einen Imbiß samt Wodka serviert bekommt, der erzählt ihm von einer schwarzen Show, die er mit ihm abgemacht hat, die Plakate sind schon gedruckt und versetzt ihn dann nach Jalta und als der Vorsitzende der Wohngenossenschaft in die versiegelte Wohnung kommt, wird ihm vom Sekretär ein Schmiergeld, sowie ein Vertrag zugesteckt, verhaftet wegen Valuta im Spülkasten wird er kurz später ebenfalls und der Teufel läßt nicht nach auch den Vorstand des Varietes zu ärgern, in der am Abend die schwarze Magie des Ausländers Voland gezeigt werden soll.
Während in der äußerst komfortablen Psychiatrie Prof Strawinskis, in der Nachts blaue statt der weißen Lämpchen brennen, der Lyriker Iwan Besdomny von einem Mitpatienten, dem Meister, der einen Roman über Pilatus geschrieben hat und darob den Verstand verlor, Besuch bekam, spielt sich im Varietetheater das wahre Leben ab, sprich eine Vorstellung von schwarzer Magie, wo den Besucher zehn Rubelscheine in die Taschen gezaubert werden, die Damen ihre Kleider gegen französische Couture tauschen und später im Unterhöschen auf der Straße stehen, dem Conferencier Bengalski von der Katze der Kopf abgebissen wird und der darob, obwohl er ihm wieder aufgesetzt wurde, den Verstand verlor, so daß er genauso zu Prof Strawinski kommt, wie vorher schon der Leiter der Wohngenossenschaft mit den Devisen in der Klomuschel.
Am nächsten Tag verschwindet sämtliches Personal des Varietetheaters, die Leute denen die zehn Rubelscheine gegeben wurden, finden statt ihnen nur wertloses Papier vor und um die Wohnung Nummer fünfzig, in der der Magier mit seinem Assistenten und seiner Katze eingezogen ist, ist auch ein großes Geriß.
Im zweiten Teil lernen wir Margarita kennen, das ist eine dreißigjährige verheiratete Frau mit einer fünf Zimmer Luxuswohnung, die in der Nacht von ihrem verlorenen Geliebten träumt, dann schenkt sie ihrem Hausmädchen Natascha Strümpfe und Parfum und mahnt sie nicht so abergläubisch zu sein und den Erzählungen der anderen Dienstmädchen über die Varieteevorstellung zu glauben und geht spazieren, trifft einen der teuflischen Assistenten, der ihr ein Döschen gibt, mit dessen Inhalt sie sich um zehn Uhr abends nackt einreiben soll. Sie tut es, wird zur Hexe und fliegt über die Dächer Moskaus, zertrümmert die Wohnung des Kritikers, der den Roman ihres Liebsten, dem Meister, verrissen hat und Natascha, die sich ebenfalls an der Creme bediente und die den Nachbarn zum Eber verwandelt hat, trifft sie auch.
Der Teufel macht Margarita zu seiner Königin und lädt sie zu einem Ball, wo sie drei Stunden im Stiegenhaus des Hauses Nummer fünfzig zu stehen und alle Mörder, Betrüger und sonstig hingerichtet und verstorbenen Gauner freudig zu begrüßen hat. Dafür darf sie sich als Belohnung ihren Meister wünschen und fliegt mit ihm, dem Teufel und seinem Gefolge davon. Kapitel aus dem Roman des Meisters gibt es zwischendurch auch immer zu lesen und im Schlußkapitel das Resultat des Untersuchungsergebnisses, um den Spuk der die aufgeklärte Stadt Moskau überfallen hat, aufzuklären. Es waren Hypnotiseure, die die Moskauer hineinlegten. Am Ende geht das Haus Nummer fünfzig und noch einiges andere in Flammen auf und die Protagonisten leben mehr oder weniger munter weiter.
Ein herrlich satirischer Roman, der mir bisher entgangen ist. Alexander Nitzberg hat, wie ich hörte, inzwischen noch ein anderes Bulgakovschen Werk übersetzt und eine Satire, die Andrej Kurkow, viel später über das stalinistische Moskau geschrieben hat, habe ich vor einem Jahr auch gelesen.

2013-05-25

Liebe Schmerz und das ganze verdammte Zeug

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:29

„Vier großartige, liebevoll, traurige, grausame Geschichten. Geschichten voll befreiender Frische“, steht auf der Rückseite des 1989 erschienenen Diogenes Bändchen, offenbar der erste Erzählband der 1955 geborenen Regisseurin, Schriftstellerin und Produzentin Doris Dörrie, deren Namen ich in den späten Achtzigerjahren ich in München kennenlernte, als ich dort mit dem Alfred mehrmals einen Kurzurlaub verbrachte.
Gelesen habe ich noch nichts von ihr, wohl aber die eine oder andere Geschichte im Radio oder als Hörbuchprobe gehört, so daß ich zugegriffen habe, als ich das Bändchen in einem der Bücherkästen fand und würde die Geschichte eher abgehoben nennen oder ungewöhnlich und auch nicht sehr realistisch.
„Mitten ins Herz“ heißt die erste, da verbannt eine Frau nach dem Tod eines, ihres Mannes alle Elektrogeräte aus dem Haus und zeigt ihrem kleinen Sohn, als der an ihrem Pullover einen elektrischen Schlag bekommt, alte Fotos aus einer Schachtel. Und erzählt dann ihre Geschichte. Sie wollte Musik studieren, wurde an der Musikhochschule nicht aufgenommen, so färbt sie sich die Haare blau und spielt Saxophon im englischen Garten, wo ihr ein Zahnarzt zuhört, der ihr ein Brieflein vor die Wohnungstüre legt, sie in ein Restaurant einlädt und ihr das Angebot macht, ihr in seinem Haus zwei Zimmer zur Verfügung zu stellen und 1500 Mark im Monat, sie handelt das Geld auf 2000 hinauf und als er ihr später erzählt, auch einer Malerin ein solches Angebot gemacht zu haben, täuscht sie eine Schwangerschaft vor, vertreibt die Rivalin, isst Butter um zuzunehmen und stiehlt dann ein Kind. Als der Mann der davon in der Zeitung liest, von ihr verlangt das Kind zurückzugeben, schmeißt sie ihm einen Fön in die Badewanne und lebt fortan mit dem Kind bescheiden weiter, die monatliche Rate hat sie mit ihm ja vorher vertraglich ausgehandelt.
In „Männer“ gerät ein erfolgreicher Verpackungsspezialist aus der Bahn, als ihm seine Frau mit einem Künstlertypen betrügt. Er erzählt seine Geschichte einer Sekretärin, als er wieder in die Bahn zurückgefunden, sprich den Nebenbuhler vertrieben hat. Vorher täuscht er einen Kongreßbesuch vor, schafft es nicht seine Frau zu betrügen, läßt sich aber ein Liebesbriefchen schreiben und schickt es nach Hause, dann läßt er sich einen Bart und seine Haare wachsen, quartiert sich in einer billigen Pension ein, seine Firma arbeitet offenbar weiter ohne hin, er verfolgt den Liebhaber und zieht zu ihm, als der seine Freundin hinausschmeißt und einen WG-Genossen sucht. Er ist ein erfolgloser Künstler, so verschafft er ihn einen Job bei der Konkurrenzfirma und kauft ihm einen Maßanzug. Als er Karriere macht ist der Weg zu seiner Frau wieder frei, so läßt er sich den Bart abrasieren und alles geht den gewohnten Weg.
Die dritte Geschichte „Geld“ ist zwar auch nicht realistischer, verläßt aber die Mittelschicht, die Reichen und die Intellektuellen und interessierte mich wahrscheinlich deshalb mehr. Da ist Carmen Müller, fünunddreißig, Putzfrau mit zwei halbwüchsigen sehr verwöhnten Kindern, einem Eigenheim, Auto, sowie vielen Schulden und am Morgen funktioniert die Waschmaschine nicht, der Mann vergißt die Aktentasche, sie bringt sie ihm in die Firma, eine Spielwarenfabrik, nach, erfährt, er ist schon seit zwei Monaten entlassen, weil die Spielzeugpistolen, die erzeugt werden, nicht gehen, bekommt zwei geschenkt und von einer Kosmetikerin eine neue Frisur aufgebrummt, mit der überfällt sie ihre Bank, nimmt eine Geisel, bezahlt alle ihre Schulden, bevor sie sich mit der Geisel und dem Ehemann auf Flucht begibt. Die Geisel überfällt dann noch mehr Banken und verbindet sich mit einer Programmiererin, die alle Losungsworte weiß. So wird er mit ihr ein Paar, Carmen bekommt die Spielzeugfabrik, erzeugt in dieser fortan Puppen und alles ist wieder gut.
Die vierte Geschichte begibt sich in die Literatur des neunzehnten Jahrhunderts. Da ist ein Ehepaar, er Zoologe, sie Lektorin oder so und eine Freundin vom Land, die Flau-bert, so ausgesprochen, liest, gibt es auch. Er stellt ihr nach, beobachtet sie tagelang, sie will nämlich keinen Sex von ihm, dann nimmt Angelika sie mit nach Hause, der Mann schläft auf der Couch und überrascht Lotte einmal in der Badewanne, so schmeißt Angelika ihn hinaus. Er sucht Lotte, verkommt dabei und findet sie schließlich am Strich, sie bezahlt ihm alles, Sex will sie aber immer noch nicht von ihm, so daß ihm schließlich nichts anderes überbleibt, als zu dem Laden, wo alles begonnen hat, hinauszufahren, Angelika umzubringen und Flaubert zu lesen, bis die Polizei ihn holen kann.
Man erkennt wahrscheinlich die Schnitttechnik der Filmemacherin, mir sind die Geschichten wie erwähnt zu abgehoben, zu unrealistisch und zu gestellt, obwohl ich die von der dicken Carmen schon sehr originell gefunden habe, frage mich bei allem aber natürlich, wann kommt jetzt die Polizei, wieso fällt nicht auf, daß sie plötzlich so viel Geld haben, wie lebt man, wenn man wochenlang nicht in seine Firma geht und halte von der schönen Welt der Träume, in die die Lesenden sich flüchten sollen, wahrscheinlich nicht so viel.

2013-05-24

Vierzig Jahre Matura, vierzig Jahre Schreiben

Filed under: Uncategorized — jancak @ 11:23

Vor vierzig Jahren, am 24. 5. 1973 habe ich meine mündliche Matura in der Straßergasse, in Französisch und Musik, glaube ich, hinter mich gebracht und die Französischlehrerin amüsiert, weil ich, da ich in der Aufregung nicht wußte, welche Farbe ein Kanarienvogel hat,“rouge“ gesagt habe, um irgendwas zu sagen und die Musiklehrerin hat etwas zu elektronischer Musikuntermalung bei Krimis wissen wollen, was ich heute noch für Unsinn halte, beziehungsweise noch immer nicht nachvollziehen kann.
Warum ich nicht in Deutsch angetreten bin, weiß ich nicht, hat dieses Fach mich ja schon damals interessiert und ich bin auch lesend und, wie schon beschrieben mit großen Fantasien in das reife Leben hinausgetreten, die auch den Nobelpreis einbezogen.
Heute sprechen alle von der Zentralmatura, die im nächsten Jahr eingeführt werden soll, wovor sich die Lehrer und die Schüler fürchten und der Herr Wissenschaftsminister verkündet mit großer Leidenschaft, daß-, nachdem ein Arzt seine Studienverzögerung, weil er keinen Platz für eine Lehrveranstaltung bekommen hat, einklagte, es nicht angehen kann, das jeder, was er will zu studieren beginnt.
1973 unter Kreisky, war das das zum Glück noch möglich und damals galt der freie und kostenlose Hochschulzugang, als sozialistische Errungenschaft und hat mich auf die Universität gebracht, was heute wahrscheinlich nicht mehr gelingen würde, aber damals war ich zuversichtlich und sicher, ich werde schreiben und Psychologie studieren und zu schreiben, habe ich auch gleich, am 25. oder 26. Mai angefangen.
Aber natürlich habe ich schon früher geschrieben, aber das würde ich für nicht sehr literarisch einschätzen. Den literarischen Beginn habe ich schon ein paar Jahre früher, mit „nach der Matura“ angegeben und mir auch gleich einen „experimentellen Stil mit kurzen Sätzen und Bindestrichen“, dazu ausgedacht, weil man damals ja experimentell schreiben mußte, was aber genauso keinen Anklang fand, wie das meiste andere.
Die Novelle, die ich im Sommer 1973 begonnen habe, hat dann auch nicht sehr experimentell von einer französischen Hure, die am Nachmittag in einem Kloster Kinder unterrichtet und mit einer Nonne über Gott und die Welt diskutiert, gehandelt.
„Satre und Camus auf jeder Seite“, habe ich später in einem Text geschrieben, den ich als Reaktion auf einen Brief Helmut Schönauers bezüglich des „Max von der Grün Preises“ geschrieben habe und der in der „Selbstmord-Anthologie“ der GAV erschienen ist.
Ich bin dann im Sommer ein Monat auf ein Workcamp ins Westpark-Hospital nach Epsom gefahren, habe dort den Frans aus Holland kennengelernt, mit dem ich noch heute korrespondiere und mir sehr viele Bücher gekauft.
Ob „Amerika“ schon darunter war, kann ich mich nicht erinnern, eine „Rilke-Gesamtausgabe“ war aber dabei und der „Mann ohne Eigenschaften“.
Den habe ich, glaube ich, 1974 gelesen und mein Literaturgeschmack war damals noch sehr konservativ, obwohl sich 1973 auch die Grazer Autoren Versammlung gegründet hat und das habe ich, glaube ich,, im Gartenhäuschen meiner Eltern, wo ich den Sommer verbrachte, auch im Radio mitbekommen.
Sonst aber keine Beziehung zu Literaten gehabt und wenn ich meiner Mutter, wenn sie von der Arbeit müde nach Hause kam, davon erzählen wollte, hat sie mich eher hilflos angeschaut.
Im ersten Semester habe ich dann einem älteren, lieben Herrn, der in seiner Pension Psychologie studierte, die Erzählung gezeigt, der sie „Eine interessante Broschüre!“, nannte, was mich irritierte, war es doch eine Novelle.
Ich dachte damals brav und ehrgeizig, wie ich war, am Tag werde ich studieren und am Abend, am Wochenende und in den Ferien schreiben. Eine Zweiteilung, die so allein und feedbacklos, wie ich damals war, nicht funktionieren konnte. Aufgegeben habe ich aber nie, sondern bis heute verbissen und entschlossen weitergemacht. 1976 habe ich ein Workcamp in Hamburg gemacht und mich dort in den Rudolf ein bißchen „platonisch“ verliebt, so daß die „Einladung zum Tee“ herausgekommen ist und ich dachte, da ist mir jetzt endlich was gelungen.
Die Monika und dem Gerhard, denen ich den Text zeigte, hat es nicht so gefallen und sie haben mir das ziemlich brutal gesagt, was mich damals mehr verstörte, als wenn die JuSophie die „Mimi“ verreißt oder eine kritische Leserin „So was schlechtes habe ich noch nie gelesen“, schreibt. Da denke ich, es wird schon durchschnittlich sein und ist so gut, wie ich es kann und viel höher, will ich heute auch nicht mehr hinaus, nur Anerkennung und Beachtung finden, obwohl der Nobelpreis wäre natürlich schon sehr schön….
„Bist du betrunken!“, hat die Elfriede Haslehner auch Jahre später auf einer meiner diesbezüglichen Andeutungen, ebenso brutal gesagt, sie habe ich 1979 im Arbeitskreis schreibender Frauen kennengelernt und da dachte ich, das wäre so was wie die Gruppe 47, was vielleicht gar nicht so falsch gedacht war, war ja die Marie Therese Kerschbaumer und andere dabei und die ersten Adressen von Literaturzeitschriften habe ich dort auch in die Hand gedrückt bekommen und die Brigitte Guttenbrunner, die ich dort kennenlernte, hat 1979 beim Bachmannpreis gelesen und die Valerie habe ich dort kennengelernt und und…
Der Professor Szabo hat mich aber nicht gefördert, sondern nur charmant meine Hand geküßt, wenn mich seine Frau zum Kaffee eingeladen hat und in die GAV bin dadurch wiederum viel später, 1987 war das, glaube ich, als ich schon ziemlich wahllos herumschickte und mich für Preise und Stipendien bewarb, die ich nie bekommen habe, auch gekommen.
Damals habe ich meine Manuskripte in großen Stößen ausgeschickt, zweiundvierzig Verlage für die „Hierarchien“ angeschrieben, die dann in Jacks Unterwegers Wortbrücke Anfang der Neunzigerjahre herausgekommen sind.
Aber wieder ein Stück zurück und chronologisch vorgegangen.
1979 habe ich kurz vor Weihnachten meine Rigorosen abgelegt, im Jänner 1980 promoviert, von 1983 bis 1987 hatte ich eine halbtags Assistentenstelle an der II. HNO-Klinik an der Sprachambulanz.
1987 bin ich in die freie Praxis gegangen und war, da auch bereit freiberufliche Schriftstellerin zu werden, habe die „Martha“, bzw. „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ geschrieben und mir recht schwer dabei getan, hatte aber schon Termine bei den „Textvorstellungen“ in der Alten Schmiede, da den Joachim Jung, nicht den Verleger, kennengelernt, der mich unter den Vorwand, das er mich interviewen wollte, ansprach, war bei einer Schreibwerkstatt im Jägermayerhof und habe mit der Edith Thabet, auch eine Arbeitskreisfrau „Laß dir Zeit Stottern will verlernt sein“, geschrieben, das im Fischer Taschenbuch Verlag herausgekommen ist.
Die freie Praxis war also eher eine psychologische und das ein sehr guter schöner Brotberuf, obwohl ich für die GAV immer auch ein bißchen organiserte, zuerst in St. Pölten, dann die „Freiheit des Wortes“, die „Frauenlesung“, die ich inzwischen aufgegeben habe, weil mich zuerst das Literaturhaus hinausgeschmissen hat, ich später um das Amerlinghaus bangte und auch sonst nicht sehr viel zurückgekommen ist und als ich für die „Wiener Verhältnisse“ einen Verlag suchte, das war dann schon wieder zehn Jahre später, ist der Alfred mit dem DigiBuch dahergekommen und hat es mir zum Geburtstag geschenkt.
„Juchu, so schön, so schnell, so billig, ab jetzt wird jedes meiner Bücher erscheinen und eine ISBN-Nummer brauche ich nicht!“, habe ich frohlockt und mich damit schon wieder in das nächste Fettnäpfchen gesetzt. Denn ich brauche sie nicht, die anderen aber offenbar schon, um ein Buch anzuschauen und ihm eine Chance zu geben. Auch das könnte sich noch einmal zehn Jahre später durch das Amazon Direkt Publishing vielleicht ein bißchen ändern und ich habe weitergeschrieben, in meiner Praxis und da dann wahrscheinlich wirklich nebenher zwischen meinen Stunden, am Wochenende und im Sommer in Harland in der Sommerfrische und das geht inzwischen wirklich gut.
Da kann ich mich auch an eine Kaffeejause bei der Vali, jetzt sind wir wieder in den frühen Achtzigerjahren wahrscheinlich, erinnern, wo sie sagte „Bei mir sprudelts so heraus!“ und ich sie anschaute und dachte „Bei mir leider nicht, denn ich bin sehr gehemmt!“
Inzwischen tut es das auch bei mir, ungefähr drei Bücher im Jahr, so daß mein dreißigstes, wenn ich keinen Fehler mehr finde, vielleicht doch noch vor dem 8. Juni oder kurz danach erscheinen wird.
Da muß ich mich dann bei den anderen schon ob meiner Fülle genieren, die „Schreib nicht so viel!“, sagen und das Selbstgemachte immer noch ein bißchen pikiert hochnehmen und im Vorjahr habe ich auch ein daran gelitten das ich schreiben, schreiben und darüber bloggen kann und keinem interessierts.
Das ist jetzt ein bißchen besser geworden und im letzten halben Jahr habe ich auch nichts Neues geschrieben, sondern meine Projekte fertig gemacht und am Literaturgeflüsterbuch korrigiert.
Es gibt auch nicht nur dreißig selbstgemachte Bücher, zu den vielen Texten in Anthologien, die ich habe, „Mädchen dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen“, das den halben Kinderbuchpreis bekommen ha, und auch in einem Schulbuch war, gibt es auch, die Hierarcheien und zwei Fachbücher übers Stottern in anerkannten Verlagen, sondern am 3. Juli, wenn Kafka Geburtstag hat, auch fünf Jahre Literaturgeflüster und das Bloggen ist für mich, das habe ich schon zum ersten Geburtstag geschrieben, für mich ein wahrer Segen.
Im Herbst 1973 bin ich einmal in die Oper gegangen, was ich damals so einmal in der Woche machte und habe mich gefragt, was wohl aus meinen Schreiben werden wird?
Es ist etwas daraus geworden, auf der einen Seite, vierzig Jahre beharrliches unentwegtes Schreiben, das leider nicht sehr beachtet wird und es mir nicht gelingt, darauf aufmerksam zu machen, „Seht her da ist eine!“, ich weiß noch immer nicht so recht, an was das wirklich liegt? An meiner Schüchternheit, meinem mangelnden Charisma, meiner Realistik, meinen Rechtschreibfehlern oder was auch immer, Ronald Greinl hat einmal die Schachtelsätze genannt, die ihm aber gefallen würde, während es bei den anderen so scheinbar leicht und mühlos passiert?
Aber vielleicht habe ich da eine verzerrte Wahrnehmung und tue sowieso weiter, so gut und selbstbewußt mit meinen selbstgemachten Büchern, die ich auf meinen Blog bewerbe, meinen Lesungen zu denen ich doch eingeladen werden und da gibt es jetzt ja auch drei in Planung weiter und werde auch mit meiner Praxis, wenn ich im November sechzig werde, so weitermachen und denken, daß das Schreiben und die Psychologie eigentlich eine gute Kombination ist, wie ich bei Interviews auch immer hinweise.
Aber erst ist vierzig Jahre Matura zu feiern und das passiert bei uns heute mit einem Fest, wo der Alfred schon ein paar Tage in der Küche steht, Frischkäse auf Zuchiniröllchen streicht, Sardinen und Garnelen grillt, etc. Allerdings lädt er um fünf seine Betriebsratskollen ein und ich habe mich auch beim Sigmund Freud Museum zu einem Vortrag angemeldet, da werde ich aber absagen und das Fest auf meine Art und Weise genießen und da von dem vom Alfred Vorbereiteten soviel übergeblieben ist, ist es sich dann auch auch für mehr oder weniger literarisches Mittagessen mit Ruth und Robert am nächsten Tag ausgegangen.
Denn 2013 ist wirklich ein Jubiläumsjahr und wenn es mir noch gelingt, den letzten Fehler beim „Nanowrimo-Novel“ zu beseitigen, kann das dreißigste selbstgemachte Buch mit einem Gewinnspiel, dreißig Jahre zu dreißig Büchern erscheinen und da ich jetzt ja wieder eine regelmäßige und positiv gesinnte Kommentiererin habe, habe ich auch eine Chance, eine Frage beantwortet zu bekommen und wenn nicht, ist es auch egal.
Denn die Jubiläums gehen ja lustig weiter. Am 8. Juni lese ich mit oder auch ohne Buch aus dem „Nanowrimo-Novel“ in der Klimt-Villa, am 3. Juli gratuliere ich Franz Kafka zum Geburtstag und feiere fünf Jahre Geburtstag und am 8. November gibts das literarische Geburtstagsfest mit „Sechzig Minunten Eva Jancak aus dreißig selbstgemachten Büchern zum sechzigsten Geburtstag“.
Man sieht, es ist also schon etwas weitergegangen. Vorher reiche ich noch bei der SVA meine Pension ein und nachher fahre ich wahrscheinlich mit Kind Mann, Schwiegermutter und einer Tasche Bücher eine Woche nach Ungarn, weil wir heuer wegen Alfreds Übersiedlung keine anderen Reise machen und werde die Zeit zu einem Lesemarathon nützen, da ja meine Bücherberge dank der offenen Bücherschränke angewachsen sind und ich so ehrgeizig bin, sie jetzt ziemlich alle aufgeschrieben zu haben, so daß ich wenn nichts mehr dazukommt 2025 damit fertig sein soll. Es kommt aber wahrscheinlich was dazu, weil in den Schränken und in den Abverkaufskisten so viele schöne Bücher liegen, die mich interessieren, so daß ich doch nach Ihnen greife, obwohl ich mir ja nie mehr was kaufen wollte und auch nur eines pro Woche nach Hause nehmen will und auch das macht ja nichts, ist ja egal, denke ich. Ich lese soviel und schreibe so gut ich kann und werde jetzt versuchen ein wenig in die Stimmung des schüchernen jungen Mädchens in dem teuren hellblauen Kleid, das sie sich damals in einer Boutique am Graben kaufte, das von der Straßergasse mit dem Bus nach Salmansdorf in das Gartenhäuschen der Eltern fuhr, vorher in der Kondietorei Nöbauer einen Halt machte und sich wahrscheinlich einen kleinen Braunen und ein Stück Kuchen kaufte und glaubte, daß nun alles anders ist und die Welt ihr zu ihrer Verwirklichung gehöre, hineinzukommen.

2013-05-23

Kafka mit Sekt und Torte

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:00

Ich bin ja eigentlich kein Kafka-Fan, weil für die realistisch schreibende Psychologin viel zu surrealistisch, aber „Amerika“, habe ich mir irgendwann nach meiner Matura, die sich am 24. Mai zum vierzigsten Mal jähren wird, wo ich eine eine philosophische Krise per exellence, abkippte und wirklich und wahrhaftig glaubte, daß die Welt nun mir gehören würde, besorgt, wahrscheinlich auch gelesen und später dann auf einen Wanderwochenende am Hochschwab oder Hochkönig noch einmal und sonst eigentlich mit dem großen Surrelaisten und Literatenkönig über den alle ehrfürchtig staunen nicht wirklich viel angefangen.
Als ich aber zu Ostern die Harlander Bücher für meine Leseliste absuchte, bin ich auf eine Gesamtausgabe vom Alfred gestoßen und habe mir zwei Bücher davon darauf gesetzt und gestern, als ich meine Wiener Leseliste unbedingt zur Gänze vervollständigen wollte, bin ich auch auf ein Exemplar der „Verwandlung“ gestoßen, daß man in Leipzig einmal bekommen hat, wenn man seine Adresse angab, also werde ich auch den großen Surrealisten verstehen, wo ich doch schon so viel anderes gelesen habe und die „Verwandlung“ hat es auch vom Holzhausen-Verlag Zoombobieartig aufbereitet, gegeben und die Anna ist, glaube ich, der „Verwandlung“ einmal in der Rahlgasse begegnet und ein Kafka-Buch ist auch, glaube ich, einmal mit sehr vielen Fehlern, als Experiment in den Schulen gelandet und wurde dann eingestampft und das ist etwas, was ich gar nicht so verstehe, es gibt aber eine Kafka-Gesellschaft und die macht schon seit vielen Jahren Veranstaltungen in Verbindung mit der Gesellschaft für Literatur und so gibt es auch einen Abend in der Herrengasse und einen in Klosterneuburg und da bin ich auch schon einmal mit der Gesellschaft für Literatur gewesen, aber da ist es, glaube ich, nicht um Franz Kafka gegangen.
Diesmal sollte am Donnerstag ein neues Buch über „Kafkas Wien“, in der Gesellschaft für Literatur vorgestellt werden und das hatte ich, nach dem mein neunzehn Uhr Klient heute nicht gekommen ist, in meinen Kalender eingetragen und als ich am Vormittag nachschaute, entdeckte ich im Programm widersprüchliche Ankündigungen, also schickte ich ein Mail und bekam die Rückmeldung, die Veranstaltung in Wien ist am Donnerstag und die in Klosterneuburg am Freitag und da müßte ich selbst mit den Öffis hinfahren, was ich aber nicht vorhabe, weil der Alfred ein großes Fest für seine Betriebsratskollegen plant, ich vierzig Jahre Matura zu feiern habe und mich außerdem noch für eine Veranstaltung in der Sigmund Freud Gesellschaft angemeldet habe.
Aber vorerst ging ich nach meiner elf Uhr Stunde zum klinischen Mittag ins AKH und bin da nicht über die Bücherschränke vorbeigekommen, beziehungsweise vorerst über die Buchhandlung, die einmal die „Buchlandlung“ in der Lerchenfelderstraße war, jetzt aber alles „Alles Bücher“ heißt, die Abverkaufskisten aber immer noch hat und da lagen Felicitas Hoppes „Picknick der Friseure“, Thomas Lang „Am Seil“, eine Biografie über Mörike und einige andere Bücher, um einen Euro auf und ich konnte mich nicht zurückhalten, obwohl ich ja nur mehr höchstens zwei Bücher pro Woche finden will und ließ fünf Euro in dem Geschäft , das sich auch der „By Local-Kampagne“ des Hauptverbandes angeschloßen und eine Postkarte mit dem Portrait der Buchhändlerinnen aufliegen hat. Dann fand ich auch noch einiges in den Bücherschränken, dachte“Ich schaffe es nicht meine Vorsätze zu halten!“ und auch, daß das eigentlich egal ist und ich das gar nicht nicht muß und brach in die Gesellschaft für Literatur auf, wo es einen großen Büchertisch mit Kafka-Büchern gab. Einen seiner Tagebuchbände habe ich heuer übrigens auch noch zu lesen .
Manfred Müller stellte Hartmut Binder, als den Kafka Biografen und Forscher vor. Dann kam der Verleger und sagte, daß er vor einigen Jahren mit dem Autor über Kafkas Verhältnis zu Wien angesprochen hat, der sagte, das wäre unmöglich ein Buch daraus zu machen, denn Kafka hätte zu Wien ein schwieriges Verhältnis gehabt. Dann hat er ihn aber ein paar Jahre später darauf angesprochen, das das Buch fertig sei und es ist auch sehr umfangreich geworden.
Kafka hat Wien 1913 oder auch schon früher, das erste Mal besucht und da hat es ihm nicht sehr gut gefallen, weil er nicht gut drauf war und Wien mit Berlin sowieso nicht zu vergleichen ist.
Aber in Wien hat die Milena Jelenska gelebt und mit der ist er mit dem 43 er nach Neuwaldegg gefahren, auf den Dreimarkstein gewandert und über das Hameau und die Schwarzenbergalle 1920 zurück, als meine Eltern, zwei Proletarierkinder, acht und fünf Jahre waren, die sich nach dem Word war two, am Almweg Nummer fünf auf der Höhenstraße, ein kleines Häuschen bauten, wo ich 1973, meine philosophische Krise pur erlebe und mir irgendwann Franz Kafkas „Amerika“ kaufte…
In der Gesellschaft für Literatur entspann sich eine rege Diskussion, es schienen eine Kafka-Experten dagewesen zu sein, dann gab es, vom Verlag gestiftet, Sekt und Torte, weil Franz Kafka, am 3. Juli, wo das Literaturgeflüster fünf Jahre alt werden wird, seinen Geburtstag hat.
Ich habe also auf Franz Kafka, der mir immer noch ein bißchen fremd ist, angestoßen und mich mit einer Amerikanerin, die ich einmal durch Christel Fallenstein im Literaturhaus kennenlernte, unterhalten und Christel Fallenstein wurde heute auch auf meinen Blog gesucht und ich habe ein paar Stückchen der köstlichen Schokoladetore in mich hineingestoft und dann ganz gegen meine Gewohnheiten, mir, um zwei Euro neunzig, einen Franz Kafka- Kalender für das Jahr 2014 gekauft, so daß mich der Dichter auch im nächsten Jahr auch verfolgen wird.
Marianne Gruber, die ich nicht in der Gesellschaft für Literatur getroffen habe, hat ja sein „Schloß“ weiter geschrieben und ich habe Manfred Müller angedeutet, daß ich dabei bin, aus dem Literaturgeflüster ein Buch zu machen, das ich ihm dann schicken werde.
Ich bin ja literarisch sehr umtriebig und jetzt dabei mich vielleicht Franz Kafka ganz vorsichtig anzunähern. Mal sehen, was adraus entstehen wird, die „Milena Briefe“, von Ria Andres stehen auch auf meiner Leseliste und ich habe im Jahr 2013, wo sowohl ich, als auch Frantisek Kafka Geburtstag haben, noch einiges vor.

2013-05-22

Einladung zur Buchparty

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:27

Der Hauptverband des Buchhandels lud anläßlich seines Jahreskongreßes zu einer Buchparty in die Summerstage auf der Roßauerlände ein. Nun mag ich, da ich ja nie eine Tanzschule besuchte, auf keine Bälle gehe und nicht oft in eine Disco war, Buchparties nicht so gerne und habe auch eine eher unangenehme Erfahrung bezüglich einer solchen in Leipzig, wo man zu erst warten mußte, dann von der Security abgetastet wurde, noch seine Tasche zeigen und einen Stempel auf seinen Handrücken bekam, da bin ich geflüchtet und als Cornelia Travnicek den Fm4 Preis gewonnen hat, habe ich, weil das Publikum zu jung, es auch nicht in das Phil geschafft, aber diesmal war es auf der Party zu der mich freundlicherweise Ingrid Führer von der Presse eingeladen hat, ganz angenehm. Zwar habe ich, wie erwartet nicht sehr viele Leute, außer der Prominenz des Hauptverbandes gekannt und mich deshalb, nach dem ich meinen Namen sagte, an einen Tisch zu zwei jungen Männern gestellt, mir ein Glas Sekt genommen und ein paar der noch übrigen Chips genascht.
Es gab ein paar Bildschirme, die auf den Hauptverband und die Party hinwiesen, eine offizielle Eröffnung habe ich, falls es eine solche gegeben hat, verpasst, nur Daniela Striegl den Raum betreten sehen und später Eva Rossmann, zu den beiden jungen Männern gesellten sich nacheinander zwei Damen, die letztere schien der Organisation der Frankfurter Buchmesse zu sein und Stefan Teichgräber, der mich einmal zu einer Lesung in die Szene Margareten eingeladen hat, teilte Einladungen zu einer Veranstaltung aus.
Dann kamen die Vorspeisen, Fisch, Mozarella und etwas mit Huhn und Salat, ich bestellte ein Gläschen Roten und sah mich suchend um. Ingrid Führer stand in einer der Logen, Stefan Teichgräber hatte sich in der daneben Liegenden zu ein paar Damen gesellt. Es kamen die Hauptspeisen, Zander, etwas mit Fleisch und dann noch Reis mit Champignons. D. J. Samir Köck sorgte für die musikalische Begleitung und ich dachte an den Artikel „Erhöht die Ladenpreise“, den es heute auf der Hauptverbandseite von Stefan Mödritscher zu lesen gab, der meinte, das Bücher mit 9.90 bzw. 19.90 seit Jahren gleichbleibend viel zu billig sind, weil die Leserzahl schrumpft und man daher viel weniger Leute versorgen muß und auch noch kompetente Beratung anbieten will und ein Beispiel von einer Dame nannte, die auf der Buch-Wien sieben Bücher als Weihnachtsgeschenke kaufte und sich über den teuren Preis beklagte.
„Immer noch so billig, wie ein halber Stiefel!“, meinte darauf Stefan Mödritscher, die Dame lachte und mir kann es egal sein, habe ich doch einen Großteil des heutigen Tages damit verbracht, meine Bücherliste mit noch Ungelesenen aufzufrischen. Jetzt bin ich ziemlich durch und habe Katharina Tiwalds „Messe für eine“, das ich lange suchte, gefunden und einen doppelten Kishon entdeckt, den ich morgen in den Bücherschrank legen werde, wenn ich zum klinischen Mittag gehe.
Jetzt habe ich Lesestoff für die nächsten zehn Jahre und habe auch noch ein paar Bücherwünsche, wie beispielsweise, das Buch von Anna Enquist, das von der Gruppe 47 und dann das über das jüdische Leben in Zürich, das für den Schweizer Buchpreis nominiert wurde.
Keine Ahnung, ob diese Bücher jemals zu mir kommen werden, ich habe ja genug zu lesen, keinen Zweifel und auch noch die unerfreuliche Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen, daß Sarah Kirsch gestorben ist. Jörg Amann ist das schon vor einigen Tagen und Clemens J. Setz von dem ich vor kurzen „Die Liebe zu Zeiten des Mahlstädterkindes“ im Schrank gefunden habe, hat einen Literaturpreis gewonnen.
So weit die Nachrichten von www. buecher.at, die ich ja sehr gerne und sehr regelmäßig lese. Auf der Buchparty ging es indessen mit den Nachspeisen und einem Cafe Latte weiter. Dann bedankte ich mich bei Ingrid Führer für die Einladung und habe leider vergessen, mich nach der Informationsveranstaltung zur Buch-Wien zu erkundigen, gab Gerhard Ruiss die Hand und stampfte nach Hause, wo es in zwei Tagen eine Party geben wird, weil Alfred seine Betriebsratkollegen einlädt und morgen in der Gesellschaft für Literatur eine Präsentation eines Kafka-Buches mit Sekt und Torte. Einen Kafka-Kongreß gibt es in Klosterneuburg, glaube ich, auch und als ich heute meine Regale nach noch ungelesenen Schätzen durchforstete, bin ich ich auf Kafkas „Verwandlung“ gestoßen, die ich mir von einer der Buchmessen, wahrscheinlich war es Leipzig, mitgenommen habe.
Ich wünsche dem Hauptverband einen schönen Kongreß und habe heute im „Nanowrimo-Novel“ wieder einen Fehler gefunden, so daß mein Gewinnspiel zu dreißig Fragen zu meinen dreißig Büchern noch etwas warten muß.
Vierzig Jahre Matura mit vierzig Jahren Schreibvorsatz wird es dann am Freitag geben und ich bin damit schon mitten drin in meinem Jubiläumsjahr.
Den zweihundertsten Wagner-Geburtstag haben wir auch hinter uns gebracht.

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