Literaturgefluester

2013-05-03

Mai-Schreiben

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:53

Fünf Tage Schreiben hat Anni Bürkl, glaube ich, im Jänner für Mai angeboten und macht morgen auch einen Schreibmarathon und das ist ja etwas was mich immer sehr fasziniert und was ich gelegentlich zur Einstimmung in neue Schreibvorhaben oder wenn der Alfred an einem langen Wochenende auf Urlaub ist, nütze.
Aber diesmal passt es bei meinen Korrigiervorhaben nicht, mich schreibend oder Materialsuchend durch die Stadt zu begeben, obwohl ich auch ein schreibintensives Wochenende haben werde und am Mittwoch hat es auch schon mit den Maifeiern angefangen.
Zwar habe ich den Tag ganz pomali in der Badewanne bei Dacia Marainis „Kinder der Dunkelheit“ angefangen und bin nicht zum Frühstück in den Rotpunkt auf die Reinprechtsdorferstraße gegangen, sondern später erst mit dem Alfred zur Albertina und dann zum Parlament und diesmal wurde die Internationale zweimal gesungen, war die Maifeier am Rathausplatz ja noch nicht vorbei, als wir angekommen sind. Dann ging es gleich am Yppenplatz beim „MayDay“ weiter, denn da marschieren ja die Prekären seit einigen Jahren von sehr viel Polizei begleitet durch die Stadt an Polizeischubgefängnissen, Asywerberstellen, etc, vorbei zum Augartenspitz, nur leider ist es erst sehr verspätet losgegangen und hat sich auch sonst sehr lang hingezogen, so daß wir uns schon am Schottentor verabschiedet haben, aber sonst gute Stimmung und ich habe auch versucht ein paar Impressionen für mein „Dreizehn Kapitel“-Projekt einzufangen und am Freitag ist es dann auch mit Roberts Schreibgruppe im Cafe Ludwig weitergegangen.
Wieder waren wir zu fünft, zwar ist die Ruth mit Erika Brunngraber in Frankreich, aber diesmal war ein jünger Mann dabei, ein Musiker, der schon einen von Roberts Text vertonte und als Thema habe ich wenig originell „Mai“ vorgeschlagen, wobei meine Assoziationen von Maibaumklettern bis zum ersten Mai gingen.
Robert hat dann noch das Thema „Mißbrauch“ eingebracht, wobei ich gleich an die beklemmenden Geschichten der Maraini denken mußte und hat eine Verbindung vorgeschlagen und Ruth hat uns sozusagen das Thema „Reisen“ hinterlassen.
Also losgeschrieben und diesmal ist es mir gelungen eine Kurzgeschichte in den dreißig Minuten entstehen zu lassen und den Mißbrauch tatsächlich auf den Rathausplatz zu bringen.
Weil da ja eine in einer der Wohnungen sitzen könnte, eine aus Minsk, zuerst hatte ich Bukarest geschrieben, die in den goldenen Westen geschleppt wurde und in einem Bordell, sprich Massagesalon landete, statt, wie versprochen in einem Kinderkrankenhaus und nun blickt sie hinunter auf den Rathausplatz, wo die Massen mit den Fahnen und den Kampfliedern vorbeimarschieren.
„Komm lieber Mai und mache“, ertönt es noch aus dem staubigen gelben Transistorradio im Hintergrund.
Der neue Teilnehmer, der in Budapest aufgewachsen ist, hat das Thema Arbeit mit der Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen verbunden, eine Forderung der Grünen, die ja am Vortag des ersten Mais ihr Fest der Arbeitslosen feiern und Robert Eglhofer dachte bei Mißbrauch an den offenen Bücherschrank, beziehungsweise verknüpfte er seinen Weg auf den Rathausplatz mit den Klagen einer der Betreuerinnen vor dem „seltsamen Möbel“, die von denen erzählte, die mit Schachteln und Säcken kämen, um die Bücher auf den Flohmarkt zutragen.
Ein Mißbrauch an den ich nicht ganz glaube und der wahrscheinlich genauso ein Vorurteil, wie das ist, daß die Nachbarn beim bedingungslosen Grundeinkommen auf der faulen Haut liegen würden, während man selber die Freizeit sinnlvoll nützen würde.
Ilse Kilic hatte wieder einen ihrer bewährten Texte mit „Tag der Arbeit, Hurrah!“ geschrieben, wobei sie überlegte, wie man Menschen gebrauchen könnte, Ruth Aspöck zum Beispiel als Begleiterin beim Schwimmen, an der sie sich erfreuen würde, Fritz Widhalm widmete sich dem Reisen, wobei er verlauten ließ, das er das gar nicht gerne täte. Spannend also wie unterschiedlich man die Themen Mai und Mißbrauch verbinden kann und ich werde den morgigen Tag dazu benützen, meine Geschichte zu überarbeiten, die ich ja am Mittwoch Wally Rettenbacher vorlesen könnte, bevor ich mich möglichst intensiv meinen „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ im Sinne eines Korrigiermarathons widmen werde und das fällt mir im Augenblick ein wenig schwer, daran konzentriert zu arbeiten und nicht gleich „Ich will lieber etwas Neues schreiben!“, zu denken. Ich werde mich aber bemühen.

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