Literaturgefluester

2013-05-07

Freiheit des Wortes 2013

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:27

Wieder einmal „Tag der Freiheit des Wortes“, die traditionelle GAV-Veranstaltung, die von Josef Haslinger, der inzwischen deutscher PEN-Präsident geworden ist, ich glaube, in den Achtzigerjahren im Gedenken an die Bücherverbrennung der Nazis am 10. Mai 1933, eingeführt worden ist, bei der ich zweimal in Kärnten, als sie dort Gösta Meier organisierte, gelesen habe und die dann irgendwann stillschweigend unterm Tisch gefallen ist, so daß ich sie 2001 und von 2003 bis 2009 zuerst noch im NIG im Hörsaal I und dann im Literaturhaus organisierte. Aber dann wurde das mit dem Literaturhaus schwieriger, Silvia Bartl hat mir in den Ausschreibungstext hineingeschrieben, so daß ich, als die GAV beschloß, dam man nur mehr eine Veranstaltung im Jahr organisieren darf, mich für die „Mittleren“ entschied und die Veranstaltung wieder „Vorstandssache“, wurde, was bedeutete, daß sie Petra Ganglbauer in den Juni verlegte, mich das erste Mal eingeladen hat und dann nicht mehr.
Voriges Jahr war sie dann wieder im Mai und ich glaube auch wieder im Literaturhaus und heuer organisierten sie Ilse Kilic und Magdalena Knapp-Menzel im Universitäts Campus, haben vierzehn Autoren, darunter auch Wally Rettenbacher, die morgen ja zu mir kommt, eingeladen, dem Ganzen das Thema „Widerspruch und Widersprüche“ gegeben und ich habe, nachdem ich gesehen habe, daß in der Wien-Bibliothek der vergessene Dichter Alfred Grünwald, der 1942 umgekommen ist, vorgestellt wurde, eigentlich dorthin gehen wollen.
Um Wally Rettenbacher kennenzulernen, habe ich umdisponiert, lange die Aula im Universitätscampus gesucht, die Veranstaltung ist jedesmal wo anders und mit Erstaunen festgestellt, daß die GAV-Prominenz, die großen bekannten Gesichter zum Größtenteil fehlte, ich habe die Veranstaltung immer ausgeschrieben und jeden lesen lassen, der das wollte, vorher mir waren Marie Therese Kerschbaumer, Helmut Eisendle, Friederike Mayröcker etc bei den Lesenden, diesmal waren es für mich relativ viele unbekannte Gesichter, wie zum Beispiel Wally Redtenbacher und im Publikum habe ich Anton Blitzstein erkannte, dem ich erzählte, daß es Berlin demnächst eine „Ohrenschmaus“-Lesung geben wird, zu der mich die österreichische Botschaft eingeladen hat, aber Berlin ist ja weit weg.
Magdalena Knapp-Menzel moderierte und bat die ersten vier Lesenden auf das Podium und so begann Bettina Balaka, die ein Stück aus ihrem Roman „Kassiopeia“, nämlich die Stelle wo der, der Kommerizalrat wird, bei seiner Ernennung von dem toten jüdischen Kind erzählt, das er auf der Straße gefunden hat. Dann kam Wolfgang Helmhart und las aus einer Art Tagebuch, wo er sich zuerst auf den Wikipedia Eintrag über die Bücherverbrennung bezog und dann allerlei Persönliches erzählte.
Gerhard Jaschke las einen Teil eines Textes, wo er einen Strafbescheid erhielt, weil er einen oder eine Beamten nach seinem oder ihren Geschlecht fragte und das Beamtenbeleidigung ausgelegt wurde. Oh diese Transen!
Und Erika Kronabitter zeigte einen Film, wo Gesichter einen Art Strumpf übergezogen hatten, den sie dann abstreiften, sprich ihre Fassung verloren. Dann kam Margret Kreidl, die ich schon letzte Woche bei dem Veza-Projekt hörte. Jetzt las sie aus „Einfache Erklärung – Alphabet der Träume“, wo es in etwa um eine Dollfuß-Quelle ging, weil ihre Großmutter Dollfuß liebte.
Melamar, die mit einer Literaturperformance angekündigt war, las einen am Nachmittag geschriebenen Prosatext, wo sie von ihrer Zeit in einem sehr elitären Benediktinergymnasium erzählte, wo die Schüler und der Direktor den Nazis noch sehr nahestanden.
Christa Nebenführ hatte dann etwas über die Bedeutung der Privatsphäre unter dem Titel „Brauchen Sie ein Taschentuch?“ und Thomas Northoff, der bei den von mir organisierten Veranstaltungen auch oft aufgetreten, brachte etwas aus seiner Graffitisammlung zum Thema Widerspruch.
Doron Rabinovicis Text über die Kinder die gleich nach ihrer Geburt abgeschoben werden sollen, habe ich schon bei Gustav Ernsts Kolik-Louge gehört und Jörg Piringer, den ich einmal im Republikanischen Club zum Thema Urheberrecht gehört habe, setzte dem Thema Widerspruch überhaupt die Krone auf, scheint er doch zum Urheberrecht eine eher kritische Stimme zu besitzen und so montierte er Sätze dazu, las sie sehr schnell herunter und stellte sich auch noch einen Wecker, um seine Zeit nicht zu überschreiten und alle lachten, weil das mit dem Urheberrecht und seiner Aufhebung so lustig war, obwohl sich die Autoren ja meistens bezüglich seiner Aufhebung sehr besorgt zeigen und die Festplattenabgabe wollen.
Dann kam Wally Rettenbacher und hatte ihre „Gedanken zur Freiheit“. Rolf Schwendter hatte wieder seinen bewährten Text zum Thema und am Schluß kam ein mir bisher unbekannter Filmer und hatte vier Kurzfilme, die ebenfalls sehr lustig waren, aber auch einen Text Gerhard Rühms zur Aufführung brachten. Eigentlich eine sich sehr widersprechende Themenvielfalt und jetzt sehe ich gerade, ich habe auf Lisa Spalt vergessen, die vor Rolf Schwendter einen Text zur der Frage, wie eine Gemeinschaft entsteht, gelesen hat.

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