Literaturgefluester

2013-06-30

Sommerfrischen-Stadtschreibwerkstatt

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:04

Jetzt gehts wieder in den Sommer und in die Ferien, was bei mir schon seit Jahren eine ganz altmodische Sommerfrische im Haus von Alfreds Eltern in Harland bei St. Pölten ist.
Ich weiß gar nicht, wieviele Jahre ich das schon machen. In den Neunzigerjahren haben wir auch eine Zeit in Harland gewohnt und sind von dort täglich nach Wien gependelt.
Jetzt teile ich mir die Sommer immer so ein, daß ich Montag, Dienstag meine Praxis mache und den Rest der Woche am Land verbringe. Mit Schreiben auf der Terrasse, Radfahren, Baden, Relaxen und da ich ja eine sehr fleißige Person bin, spielt das Schreiben immer eine große Rolle.
Urlaub vom Schreiben gibt es nicht. Ganz im Gegenteil. Seit ich blogge ist auch die Idee der Schreibwerkstatt, die ich mir selber machen könnte, dazugekommen, bzw. die Idee der Stadtschreibeartikel. Ist der Sommer ja die Zeit, wo die „hauptberuflichen“ Autoren, ihre Stadtschreiberposten antreten, bzw. das angeblich so fürchterliche Atelier in Rom oder das in Paliano, das vielleicht ein bißchen schöner ist, beziehen.
Das habe ich nie versucht, daran hindert mich meine Familie und meine Kassenverträge, abgesehen davon, daß ich wahrscheinlich ohnehin keinen Platz bekommen würde, da ich vielleicht für das Ministerium nicht als Zielgruppe gelte.
Durch das Lesen dessen, was die sogenannten Professionelleren über ihre Stadtschreiberstipendien berichten, Cornelia Travnicek ist da ja jetzt beispielsweise in Klagenfurt, bin ich auf die Idee gekommen, daß ich das ja auch machen könnte.
Regelmäßig im Literaturgeflüster das veröffentlichen, was ich im Sommer in meiner Sommerfrische erlebe. Eine selbsternannte Stadtschreiberin also, die keine Bons und Gutscheine von der Stadt bekommt. Aber ich fahre regelmäßig mit dem Rad zum Lidl, koche mir zu Mittag selber und treffe am Samstag den Alfred auf dem Markt, der dann dort sehr viel einkauft.
In Wilhelmsburg und in Herzogenburg gibt es, glaube ich, keinen Mac Donald, der mit dem Rad zu erreichen ist, aber der in St. Pölten lockt und da habe ich mir gedacht, ich könnte mir ja zwanzig Euro in die Tasche stecken, um mir bei meinen Stadtschreibertagen ein Eis, ein Croissant oder einen Hamburger mit kleinen Pommes Frites zu kaufen.
Stadtschreiberartikel gibt es auch schon einige. Heuer weite ich das vielleicht ein bißchen intensiver und konzentrierter aus und außerdem bin ich sowieso beschäftigt, nehme ich mir ja das Literaturgeflüster-Texte-Buch mit das zu korrigieren ist.
Und das will ich im Sommer ganz intensiv angehen, um damit bald fertig zu werden und mich an mein „13- Kapitelbuch“ zu machen. Obwohl da gibt es eine kleine Schwierigkeit. Denn bevor ich das beginne, will ich mich ja auf einen „5-Tage Schreibemarathon“ durch Wien begeben, um Material zu sammeln, also wieder eine Bücherkastentour machen, mich ins AKH setzen, am Westbahnhof spazierengehen, in der Innenstadt, in Schönbrunn, immer mit meinem kleinen gelben Notizbüchlein, weil ich ja eigentlich noch nicht so genau weiß, wovon die dreizehn Kapiteln handeln sollen.
Im Juli und im August werde ich im am Montag und Dienstag aber nicht dazukommen, habe ich ja nächste Woche gleich fünfmal Diagnostik zu meinen WGPV-Stunden. Ich könnte das natürlich auch in St. Pölten tun und habe das ja auch schon im Jänner getan, aber ob ich da auf Ideen komme?
Mal sehen, das ist ja das Tolle, daß ich das alles offen und mich überraschen lassen kann. Obwohl es schon ein Programm in diesen zwei Monaten gibt. Geht es ja nächste Woche gleich mit meinem Jubiläum „5-Jahre Literaturgeflüster“ an und am Abend beginnt das Klagenfurt-Wettlesen.
Damit werde ich die erste Woche sehr beschäftigt sein. Die restlichen habe ich dann Zeit, meine Stadtschreiberstudien zu machen, mit dem Textebuch fertig zu werden, bevor es Ende August zur Lesung nach Wien aufs Volksstimmefest geht. Das Lesen ist auch sehr wichtig und wird dabei eine Rolle spielen und Buzzaldrin hat auch schon nach Sommerbüchern gefragt und auch selber welche vorgestellt. Ich bin mit den ersten sechzig Büchern auf meiner Leseliste sehr brav fast fertig geworden.
„Meine erste Reise“ – „Sechzehn wahre Geschichten“ mit einem schönen Mädchen im blaugestreiften Bikini auf dem Cover, das ich mir eigentlich nach Harland mitnehmen wollte, werde ich in Wien lassen und zu lesen beginnen, wenn ich mit der „Reise mit Paula“ fertig bin. Dann kommt noch Lisa-Maria Seydlitzs „Sommertöchter“, an den Mon-und Dienstagen an die Reihe und dann kann ich schon die zwei Rezensionsexemplare lesen, die mir Residenz vorsorglich geschickt hat.
So daß ich mir nur Julia Cameron „Der Weg des Künstlers“ nach Harland mitnehmen werde. Denn die Lektüre eines Schreiblernbuchs hat bei mir auch immer Tradition, obwohl ich mir ja einbilde, daß ich das Schreiben schon kann. Aber das verbinde ich wahrscheinlich mit den Sommerschreibwerkstätten und da ich das Buch ja im Schrank gefunden habe, passt es gut zu lesen, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin oder einmal einen Tag an die Seen fahre und dort faul herumliege.
Ansonsten habe ich meine Harlander Leseliste und da steht jetzt ja das Marathon Projekt mit Sigrid Unsetzs „Kristin Lavranstocher“ darauf, das vielleicht auch ganz gut zum Sommerlesen passt. Dann folgt ein Nick Hornby, ein alter Kaiser-Mühlecker und Leah Cohns bzw. Julia Kröhns „Kuß des Morgenlichts“ kann auch folgen.
Also alles bestens für den Sommer, der diesmal sehr lang werden wird, weil wir nicht auf Urlaub fahren und weniger stressig, weil der Opa von keiner Pflegehelferin mehr versorgt werden muß und es sich die Oma, glaube ich ganz gut gehen läßt und von mir bzw. dem Wortschatz am Margaretenplatz auch reichlich mit Readers Digest Bänden versorgt wurde, die sie sehr gerne liest.
Also auf in die Schreibe-Sommerfrische, auf die mich mich schon freue, denn meine Leser wissen es, ich will mit dem Korrigieren fertig werden und was Neues schreiben, mit dem ich endlich auffalle, und Eintritt in den Literaturbetrieb bekomme, obwohl die Chance dazu ja, wie ich an den mangelnden oder auch negativen Kommentaren, die ich auf mein Geflüster bekomme, merken kann, nicht gegeben scheint.
„Was wollen Sie damit? im „betrieb“ präsent sein? so nicht!“, hat mir Hans Raimund vor ein paar Tagen ziemlich empört auf meine Drava-Verlag- Berichterstattung kommentiert. Was ich wieder nicht ganz verstehe, aber antworten kann, daß ich mit meinem Bloggen wahrscheinlich eine literarische Parallelwelt aufbauen will oder auch schon aufgebaut habe, als Trost und Kompensation, wenn es schon nicht anders geht.
Daß das vielleicht nicht sehr gewünscht wird, kann ich manchmal merken, obwohl ich es ja ganz ehrlich, engagiert und begeistert meine und mich auf mein „Fünf Jahre Jubiläum“ und den entsprechenden Jubelartikel schon sehr freue und es ist auch ein sehr beachtliches literarisches Archiv, das da in den letzten fünf Jahren entstanden ist und das Literaturgeflüster, das mir sehr wichtig ist, gehört irgendwie auch in das Sommerfrischen-Schreibwerkstatt , wie das Radfahren und das Lesen in der Badewanne und da gibt es von der Anna noch ein paar schöne Badeöle, so daß ich das alles genießen kann.

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2013-06-29

Die Leute von Peyton Place

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:50

Jetzt kommt das Anfang vom Ende und ich muß sagen, von wegen Trivialroman, man soll sich vielleicht doch nicht von Wikepedia beeinflußen lassen und auch nicht das Ende vor dem Anfang lesen, denn die „Leute von Peyton Pleace“ ist ein sehr beindruckendes Stück Literatur, nicht umsonst steht in meiner „Donauland-Ausgabe“ etwas, daß es jeder neunundzwanzigste Amerikaner gelesen hat und wirklich schade, daß es vergriffen ist.
Also Leute zu den Bücherschränken gehen, denn da findet man es manchmal. Noch ein Detail am Rande bevor ich ans Entsprechen gehe. Sylvia Plaths „DieGlasglocke“, die bisher an mir vorbeigegangen ist, wurde neuaufgelegt und ich habe die „Literarische Soiree“ im Radio gehört und denke jetzt, daß man die beiden Amerikanerinnen und ihre Romane, die den Way of Live des Amerikas der Fünzigerjahre schildern, vielleicht vergleichen kann. Einer der Kritiker hat die „Die Glasglocke“ mit der „Wand“ verglichen und gemeint, daß sie besser wäre. Ich sage das natürlich nicht, sondern nur, daß ich die „Die Glasglocke“ jetzt gern lesen würde, vielleicht schenkt sie mir wer zum Geburtstag oder ich finde sie im Schrank und was den „Peaton Place“ betrifft, jetzt kenne ich mich darin aus.
Das ist eine Kleinstadt Amerikas, in der die Straße alle nach Bäume heißen, oben gibt es „Samuels Schloß“ nachdem die Stadt heißt und das ein „Neger“, das darf man heute nicht mehr sagen, ein ehemaliger Sklave also, der das Schloß aus „Echt-England herimportieren ließ. Keiner war aber je drinnen, es ist auch verschlossen und also sehr geheimnisvoll, aber eigentlich nicht wirklich wichtig.
Wichtiger sind die alten Männer, die auf der Straße sitzen und über alle reden, im Sommer tun sie das, im Winter versammeln sie sich vor dem Kolonialwarengeschäft, wo der Besitzer im Sommer, wenn die Touristen kommen, die Stoffe aus dem Lager holt und im Herbst wieder hinein tut, aber das weiß ich schon vom letzten Roman, von dem, der angeblich von einem Ghostwriter geschrieben wurde, weil Mrs Metalious von ihrem großen Erfolg schon so zerbeutelt war, daß es nicht mehr allein konnte.
In Teil eins kommen auch keine Fremde in das verschlafene Städtchen und wenn sich doch mal einer in das Speisehaus verirrt und eine Tasse Kaffee bestellt, sind alle aus dem Häuschen und wenn das Michael Rossi der neue Schulleiter tut, weiß das auch die ganze Stadt und der Vorstand holt ihm von dort ab und am Bahnhof gibt es zwar Schließfächer, aber die hat vor ihm noch niemand benutzt.
Es beginnt aber in der Schule, der Schulwart läutet die Glocke, so daß alle um halb drei in das Wochenende gehen können und Allisson MacKenzie ist zu Beginn dreizehn und recht unglücklich. Sie hat nur eine Freundin, das ist Selena, ein hübsches Mädchen, das in den Baracken wohnt und als dort der Besitzer des Stadtanzeigers und der Arzt die Kanalisation einleiten will, raten alle ab, es ist noch zu früh. Die wohnen in der Kastanienallee, wo die Honoratioren ihre Häuser und pokern gemeinsam. Den Fabriksbesitzer Leslie Harrington gibt es auch und den alten Lucas Cross, der säuft, seine Frau Nellie prügelt und seine Stieftochter Selena vergewaltigt. Als die von ihm schwanger wird geht sie zu Doc Swain, dem Arzt des Städtchens, das städtische Spital wird nach ihm genannt und die Schülerinnen der Krankenschwesternschule, werden Docs Mädchen genannt und der führt mit Hilfe einer Schwester eine Blindarmoperation aus, die darauf, weil streng katholisch, Gewissensbisse bekommt, aber der Blindarm wird auch herausgenommen.
Allison Mutter gilt als honorable Witwe und ihr verstorbener Vater ist ein Held für sie, dabei war Constance gar nie verheiratet und eine uneheliche Mutter galt damals noch als Schande. Trotzdem hilft Selena in Constanes Laden aus und spart das Ballkleid an, daß sie am Schulball tragen wird. Dort geschehen die ersten Küsse, Selena ist in Ted Carter, den Jusstudenten verliebt, der sie später nicht heiraten wird und Allison in den kleinen Norman Page, der eine seltsame Mutter hat, bei ihrer Party wird sie von Rodney Harrington, dem Sohn des Fabriksbesitzers, der schon mit sechzehn von seinem Vater ein Auto bekommt, geküßt, obwohl sie das gar nicht wollte.
Rodney schwängert dann Betty Andersson, die von Leslie aus der Stadt vertrieben wird, später wird er bei einem Autounfall ums Leben kommen. Vorerst will aber Michael Rossi Constance heiraten, die will aber nicht wegen ihres Geheimnisses, aber eines Tages kommt es zum Eklat. Nellie Cross, die bei Constance putzt, erhängt sich in Allissons Kleiderkasten, Allisson war mit Norman im Wald, wo sie Gedichte lasen, Constance bekommt aber einen Pnaikanfall, als die beiden nach Hause kommen. Normans Mutter tut das später auch. Constance schreit Allisson ins Gesicht, daß ihr Vater ein Gauner war, trotzdem heiratet sie Rossi und Allisson geht nach Schulabschluß nach New York, um dort, das sie schon Kurzgeschichten über die Leute vom Peaton Place in Zeitungen veröffentlicht hat, ihren Roman zu schreiben.
Inzwischen spitzt es sich am Ort zu, der Weltkrieg bricht aus, der zweite Teil spielt 1939, der dritte 1942, Rodnay drückt sich um den Einsatz, Norman wird eingezogen, hält das aber psychisch nicht durch und Lucas Cross, den der Doc befohlen hat, die Stadt zu verlassen, kehrt als Marine zurück, um seine Kinder zu besuchen. Er bedroht Selena, die nimmt den Feuerhacken und schlägt zu, gemeinsam mit dem kleinen Bruder vergraben sie die Leiche im Schafstall und haben nur das Pech, daß zuerst die Army ihren Marine sucht und dann wieder ein Fremder einen Kaffee trinkt und dem Sheriff erzählt, daß er einmal einen solchen hergebracht hat, der seine Kinder besuchen wollte.
Selena wird dank Docs Aussage freigesprochen, ihre Beziehung zu Ted, der ja Jus studiert zerbricht und Allison, die in New York bei einer Schauspielerin wohnt und einen jungen Dichter kennenlernt, sucht sich einen Agenten für ihr Buch das schon geschrieben ist, geht mit ihm ins Bett und erfährt erst nachher, daß er verheiratet ist. So kehrt sie nach Peaton Place, wo gerade die Gerichtsverhandlung stattfindet, zurück.
Eigentlich wird alles schon in dem ersten Buch gesagt und das zweite ist nur ein Aufguß, eine Wiederholung, weil der Verlag es so haben wollte und 2013 rührt das wahrscheinlich auch niemanden mehr vom Ofen weg.
Denn das passiert, das Kinder von ihren Vätern oder Stiefväters mißbraucht werden und das regt uns heute auch viel mehr auf, als die unehelichen Mütter.
Und das Buch ist dicht geschrieben und sehr interessant, schade, daß Grace Metalious daran, wie nach ihr Brigitte Schwaiger, zerbrochen ist und gut, daß es Bücherschränke gibt, wo man die Bücher findet, sonst wäre dieses Stück Literatur an mir vorbeigegangen und der zweite Teil ist natürlich interessant durch das, was nachher passierte. Trotzdem würde ich empfehlen, zuerst die „Leute“ zu lesen, weil im zweiten Teil viel nacherzählt und vorausgesetzt wird, wo man sich dann nicht auskennt. Zumindest ist es mir so gegangen und als ich in Harland vorige Woche meine Bücherlisten ergänzen wollte, bin ich auf ein Buch namens die“Verdammten von Peaton Place“ oder so gestoßen, das aber einen anderen Autor hat und wie es aussieht wirklich ein Trivialroman zu sein scheint. Mal sehen, ich will es trotzdem lesen.

2013-06-28

Hunkeler und die Augen des Ödipus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:07

Die 1968 kommen ins Pensionsalter. Der 1938 in Aarau geborene Dramatiker und Krimiautor Hansjörg Schneider tat das und sein Kommissär Peter Hunkeler vom Dezernat Basel ebenfalls, sechs Wochen hat er noch bis zu seiner Pensionierung und damit geht es ihm gar nicht gut. Zwar hat er ein Ferienhäuschen im Elsaß und eine verständnisvolle Freundin und zu einem Fall wird er auch gleich geholt, allerdings nur mehr zum Mithelfen, die Führung hat schon Wachtmeister Madörin übernommen, aber das Schiff Antigone ist an der deutsch französisch schweizerischen Länderecke havariert und das gehörte dem Baseler Theaterintendanten Bernhard Vetter, der seither verschwunden ist. Vorher hat er in seinem Theater Ödipus inszeniert und das war ein Rheinfall, so daß während der Premiere, die Leute den Saal verließen und nachher eine honore ältere Dame, dem Regisseur zwei Zähne ausschlug.
Kommissar Hunkeler, in seiner Jugend ein Linker, der am Theater statierte, bevor er Jus zu studieren begann, findet die Vorstellung aber großartig, nur als er den Regisseur fragt, warum der Chor Damenbinden trägt und mit Blut herumschmiert, bekommt er von ihm eine Ohrfeige.
Ein ehemaliger Schauspieler, dem der Direktor viel verdankte, der sich jetzt aber zu versaufen beginnt und daher nicht die Hauptrolle bekam, tritt auch noch auf und als der Fallführer Madörin von der Maffia zu faseln beginnt, die in diesem Fall verwickelt sein soll, ergreift Hunkeler die Flucht, geht in sein Häuschen und ermittelt, die Pensionierung ist inzwischen schon herangekommen, auf seine Weise.
Der Theaterdirektor wird aus dem Rhein gefischt, ein anderer Achtundsechziger, der damals für Vetter Arbeiterstücke schrieb, jetzt aber obdachlos ist, taucht auch noch auf und entdeckt in einem Heuschober Dynamit und dem Theaterdirektor wurden noch die Augen ausgestochen, das erinnert den belesemen Hunkeler, der sich nicht nur mit dem griechischen Theater, sondern auch mit Hölderin und Brecht beschäftigt, zu philosophischen Gedanken, was sollte Vetter nicht sehen, er schwimmt auch noch den Rhein entlang, trinkt gelegentlich zu viel Schnaps, so daß er von der Polizei auf einer Parkbank gegeweckt wird, findet aber heraus, daß sich der Theaterdirektor in eine Sambatänzerin verliebte, die ebenfalls verschwunden ist. Einen Galeristen, der brasilanische Figuren ausstellt gibt es auch und noch einen anderen Achtundsechziger, der jetzt kokst, mit Mädchen handelt und ebenfalls in die Sambartänzerin verliebt war.
Am Schluß kommt Wachtmeister Madörin und findet die entführte Tänzerin, ihr Peiniger wurde von einem Matrosen erschlagen und der Theaterdirektor wurde womöglich von dem versoffenen Schauspieler erschlagen und die Maffia war unschuldig.
Bei der Totenfeier wird wieder Brecht und Hölderin zitiert und ich habe einen Krimi glesen, in dem zwar ein paar Leichen vorkommen, aber Gedichte zu finden sind, viel philosophiert wird und über das Älterwerden geht es auch.
Eine interessante Abwechslung zur Donna Leon oder den Schwedenkrimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe und zu verdanken habe ich diesen Fund ebenfalls der Buchhandlung Kuppitsch Abverkaufskiste, als ich voriges Jahr bei der Lesung von Emily Walton war.
So habe ich mein Wissen über die revolutionären Siebzigerjahre und das revolutionäre Theater aufgefrischt und in Hansjörg Schneider, der mir bisher völlig unbekannt war, einen interessanten Autor entdeckt. Es gibt von ihm übrigens schon eine ganze Serie Hunkeler-Krimis.

2013-06-27

Antworten Sie mir!

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:43

Literarische Antworten aus dem Jahr 2013 auf Rahel Varnhagen, 1771 – 1833 gab es heute in der Alten Schmiede und das war sehr interessant, denn die jüdische Schriftstellerin und Salondame hat sehr viele Briefe an bedeutende Persönlichkeiten ihrer Zeit, wie Hegel, Mendelsohn, Tieck und Schlegel, etc, geschrieben, dieser Briefwechsel sollte nach ihrem Tod von ihrem Mann herausgegeben werden, zusammengekommen ist das Projekt aber offenbar erst jetzt durch Barbara Hahn und die Berliner Autorin Esther Dischereit, die vor einigen Jahren den Erich Fried Preis bekommen hat und die inzwischen Professorin an der Hochschule für Sprachkunst ist, hat mit ihren Studenten ein Projekt erarbeitet und außerdem scheint es noch eine diesbezügliche Tagung im Berliner Brechthaus gegeben zu haben.
In der Alten Schmiede hing jedenfalls ein Portrait der jüdischen Dichterin und die Bände standen auch auf dem Vortragstisch. Barbara Hahn hielt ein Einleitungsreferat und las auch ein paar der Briefe vor. Dann kam Esther Dischereit mit drei junge schwarzgekleidete Frauen und verkündete, daß man sein Handy eingeschaltet lassen konnte. Sie schienen auch zu twittern und auf ihren Laptops Nachrichten zu schreiben.
„Wird ein virteueller oder tatsächlicher Salon entstehen, twittern wir uns rückwärts in die Jahrhunderte oder lernen wir einen Brief zu schreiben. Relaunch letters“, steht im Alten Schmiede Programm.
Leider gab es keine diesbezüglichen Erklärungen und leider stehen auch die Namen der vier Studierenden nicht im Programm.
Sie wurden zwar von Barbara Hahn erwähnt. Ich habe aber nur Maria Oberrauch und Laura Wurm verstanden. Die erste junge Frau las jedenfalls einen Text, der nicht viel mit Rahel Varnhagen, die Goethe eine „schöne Seele“ genannt hat, zu tun haben schien. Er war aber sehr poetisch, handelte von Ferien am Land und vom Milchholen, später kamen dann noch die U-Bahnen, ein Kind und ein Spielplatz vor.
Die zweite junge Frau wurde schon konkreter, sie erwähnte verschiedene Schreibzeuge, Tinte und Federkiel, Schreibmaschinen und Computer, die in ihrer Kindheit sehr groß und unförmig gewesen waren und heute auf dem Dachboden stehen.
Die dritte bezog sich dann direkt auf Rahel Varnhagen. „Rahel du bist mir so unvertraut, du läßt mich nicht in deinen Salon, auf Umwegen kam ich zu dir“.
Dann wurde ein Text von Laura Wurm gelesen, die sich Rahel einen Brief von Rahel an eine Pauline schreiben ließ und dabei auch das Berlin von heute einbezog.
Auch Esther Dischereit hatte einen Brief und wurde dabei sehr politisch, die Neonazimorde kamen dabei vor und noch vieles anderes und am Schluß tippten wieder alle fleißig in ihre Laptops und ihre Handies.
Eine interessante Veranstaltung und ein interessantes Projekt, wo ich vielleicht noch ein wenig mehr Information gebraucht hätte, um mich auszukennen und es wäre ja auch interessant, das Rahel Varnhagen Projekt im Internet zu verfolgen und vor allem die Namen der Studierenden zu kennen. Aber vielleicht komme ich noch dazu.
Beim Nachhauseweg habe ich am Karajan-Platz halt gemacht, wo gerade Richard Strauss Konversationsstück „Cappricio“, das ich, glaube ich, das erste Mal vor vierzig Jahren in einer konzertanten Aufführung in der Londoner Royal Albert Hall gesehen habe, übertragen wurde, das ja auch sehr interessant ist, weil es da um die Vormachtstellung der Musik über die Dichtung geht, wobei für mich immer ganz klar war, daß das Wort das Wichtigste ist und ich habe, ebenfalls vor vierzig Jahren oder mehr, einem etwas älteren Mann, mit dem ich damals spazierengegangen bin, erklärt, daß das Wichtigste, das „Was“ für mich ist ist, während ja leider in der Literatur das „Wie“ immer noch für viel wichtiger zählt.

2013-06-26

Otto Wanz – ein Leben für und gegen das Telefonbuch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

„Heute 18 Uhr Telefonbuchzerreißen mit Otto Wanz“, diese Meldung soll vor einem Jahr bei Facebook, wie der Online-Standard“ berichtete, aufgetaucht sein. Ohne Mitteilung wann und wo das Event stattfinden soll und dem Nachsatz, daß Menschen, die nach dem Vierteltelefon aufgewachsen sind, den Namen Wanz vielleicht nicht mehr kennen würden.
Das bin ich erstens nicht und von den Telefonbuchzerreißer kann ich mich erinnern, daß mir irgendjemand bei dem ich lesen wollte oder gelesen habe, erzählte, daß er demnächst auftreten würde oder das schon sei.
Thomas Rottberg schrieb am 11. Juli 2012 im „Standard“ weiter, daß Wanz im Museumsquartier aufgetreten sein sollte, da spürt die Spur vielleicht zum Holzbaumverlag, weil die ja dort ihre Ausstellungen haben und Daniel Jokesch, den wir ja schon vom „Buwockl“ kennen, hat ein Buch über den ersten Telefonbuchzertrümmerer geschrieben und gezeichnet.
„Wenn jemand stärker ist als du, hau ihn nieder – dann ist er es nicht mehr!“ (Otto Wanz, Einführung in den nonverbalen Destrukitivismus, Band I)“
Für alle Leser, die nach dem Vierteltelefon aufgewachsen sind und auch ein bißchen für mich selber, habe ich schnell nachgegooglet und herausbekommen, daß „Big Otto“, 1943 in Graz geboren wurde und ein ehemaliger Wrestler und Schauspieler ist, der mit 1.89 und 175 kg, zu den Superschwergewichtlern zählt. Er war Boxer, Ringer, Wrestler und spielte im Film „Hilfe ich liebe Zwillinge.“ Vom Telefonbuchzerreißen steht nichts in Wikipedia, nur, daß er heute Wettbewerbveranstalter ist.
Der „Standard“ wollte es genauer wissen und hat den Neunundsechzigjährigen angerufen, der über die Nachricht staunte, da er, weil seine rechte Hand seit einen Motorrradunfall gelähmt, heute ein Telefonbuch nicht einmal mehr heben kann, sich aber freute, daß sich seine Fans noch an ihn erinnern. Dank Daniel Jokesch, der ihm in der ersten Otto Wanz-Biografie zum Telefonbuchphilosophen und Poeten machte, können das nun noch viel mehr Leute tun. Das kleine Büchlein im knallgelben Telefonbuchdesign ist auch schnell gelesen und erinnertn an die gute alte knallgelbe „Telephonzelle“. Die nach dem Viertelanschluß geborenen, werden sich auch an sie nicht erinnern können und Jokesch behauptet, daß der „Dichter und Philosoph in einer Grazer Telefonzelle geboren wurde und, daß der Arzt, der die mit dem Telefonkabel verwickelte Nabelschnur durchtrennte, gesagt haben soll „Der wird wohl einmal ein Telefonbuch schreiben.““
Vorerst lag der kleine Otto aber im Gitterbettchen und wuchs und wuchs, wurde mit seinem Teddybär im Arm immer dicker und dicker „…bis er eines Tages so groß war, daß er sein Kinderzimmer nicht mehr verlassen konnte.“
Die Mama las ihm vor und vor und weil sie, da er so viele Lebensmittel brauchte, kein Geld mehr Bücher hatte, verlegte sie sich aufs Telefonbuch was dem kleinen „Big Otto“ sehr gefiel, so daß er beschloß „Wenn ich groß bin, werde ich das schönste und dickste Telefonbuch der Welt schreiben“.
Er versuchte es vorerst mit anderen literarischen Versuchen, wie „Ich will dich anrufen. Doch der Nachbar telefonier und telefonier und telefoniert. Vierteln will ich diesen Hund!“
Dann wurde es soweit, das Telefonbuch entstand, aber die Kritiker waren von dem „Otto Wanz Telefonbuch“ aber gar nicht so begeistert.
„Dieses Buch ist keine große Nummer, sondern nur ein großes Buch mit Nummern“, schrieben sie boshaft.
Was zuerst Ottos großes Herz zeriß, was er dann aus Wut nach seinen Lesungen mit den anderen Telefonbüchern machte. Dem Publikum gefiels und so „wurde Otto zum bekanntesten Telefonbuchautor der Welt.“
Im Epilog wird noch angeführt, daß es auch im digitalen Telefonzeitalter, wo man keine Telefonbücher mehr braucht, in der finnischen Stadt Savolinna jährlich Otto Wanz zu Ehren, eine Handyweitwurf-Weltmeisterschaft stattfinden würde und, daß Otto Wanz öfter in einem Grazer Kafeehaus sitzen und in sein Handy Nummern eintippen würde.
In Wikipedia steht die Biographie ein wenig anders, trotzdem kann ich das kleine gelbe Büchlein sehr empfehlen, weil es die heutigen Handybesitzer an eine vielleicht tragische Legende der österreichischen Nachkriegszeit erinnnern kann und mich, daß ich offenbar einmal irgendwo vor oder nach dem bekannten Telefonbuchzertrümmerer gelesen habe, auch wenn ich über das wo und wann ebenfalls nichts mehr erinnern weiß.

2013-06-25

Else Lasker-Schüler Abend

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:04

Eigentlich habe ich ja nicht zu der Frauen-lesen-Frauen-Lesetheaterveranstaltung „Else Lasker-Schüler Briefe und Gedichte“, die Hilde Schmölzer für das Amtshaus des vierten Bezirks veranstaltete, gehen wollen, weil nicht im Kalender eingetragen und ich mit meinen Buchbesprechungen ohnehin schon weit voraus, dann hat aber Brigitte Gras, bei der wir uns am Mittwoch zum Intervisionstreffen bzw. Kassenpsychologenjourfix treffen wollten, abgesagt und einen schweren Tag, wegen einer abgezogenen WPGV-Stunde habe ich heute auch gehabt, so daß ich umdisponierte, obwohl ich Hilde Schmölzer schon abgesagt hatte. Aber als mich Judith Gruber-Rizy auf ihr neues Buch aufmerksam machte, habe ich wieder zugesagt, denn die 1869 geborene expressionistische Dichterin ist sicher interessant und ich habe auch zwei Bücher von ihr. Eines davon habe ich auch schon gelesen, es mir einmal, lang lang ists her von meinen Eltern zu Weihnachten schenken lassen und es dann, ich glaube auf unserer Mexikoreise gelesen oder war es, wie wir in Bali waren? Das zweite lag in den übriggebliebenen Bücherschachteln meiner Schulfreundin Edith und steht jetzt auf meiner Leseliste.
Vorher habe ich mir noch die Portraits der für die Bachmannlesung zugelassenen Autoren angeschaut und bin dann losgezogen in das Amtshaus Wieden, das ja ganz in meiner Nähe ist. Susanne Schneider war schon da, Jörg Liebscher ist bald eingetroffen und noch ein paar andere Bekannte, wie Hilde Langthaler und ein paar alte Damen, die offenbar zu den Bezirksfestwochen wollten.
Eine junge Frau hat für die Bezirksvorstehung eingeleitet. Judith Gruber-Rizy, Heidi Hagl, Elfriede Haslehner, Traude Korosa, Angelika Raubek haben gelesen, Hilde Schmölzer hat eingeleitet und ein bißchen was aus dem Leben der Dichterin, die eine ziemlich exzentrische Frau gewesen sein muß, erzählt.
1869 in Eibersfeld als Tochter eines jüdischen Bankiers geboren, die ein enges Verhältnis zu ihrem Bruder Paul hatte, der jung gestorben ist.
Den Tod der Mutter hat sie auch sehr betrauert, beziehungsweise einige Gedichte auf sie geschrieben, dann hat sie einen Arzt Benjamin Lasker geheiratet, die Ehe war nicht gut und der Sohn Paul war nicht von ihm. Den hat sie allein unter ziemlichen finaziellen Schwierigkeiten aufgezogen, so daß Karl Kraus für sie eine Spendensammlung machte.
Es gibt einen Briefwechsel mit vielen bedeutenden Männern der Wiener und der Berliner Bohemiene und Else Lasker Schüler, die sich Prinz von Theben nannte und ihren Liebhabern viele verschiedene Namen gab, scheint ihre Gedichte auch sehr herumgeschickt zu haben. Mit Herwarth Walden war sie ein zweites Mal verheiratet.
1911 ist ihr der literarische Durchbruch gelungen. Der Sohn Paul ist auch sehr jung gestorben. Mit Gottfried Benn gab es auch eine Liäson und vorher mit Peter Hille. 1932 hat sie noch bevor die Nazis kamen, gemeinsam mit Richard Billinger den Kleist Preis bekommen. Dann mußte sie zuerst in die Schweiz immigrieren, später ging es nach Israel, wo sie 1945 starb.
Viele Gedichtbände und auch einige Theaterstücke, darunter „Ich und ich“, bei dem die Nazis in die Hölle kommen, hat sie geschrieben und die Lesefrauen haben eine Auswahl daraus und auch die Briefe an die bedeutenden Männer, die ihre Liebhaber waren oder die sie um Geld anschnorrte, wie beispielsweise Peter Altenberg, vorgelesen.
Nachher gab es Wein, Oliven und was zu knabbern von der Bezirksvorstehung und ein paar angeregte Gespräche, wo mir zum Beispiel eine Frau erzählte, daß „Ich und ich“ kürzlich aufgeführt worden ist.
Am Samstag gibt es noch eine Aufführung von Dario Fos „Bezahlt wird nicht“, im Berta von Suttner Hof bzw. in der Bezirksvorstehung und ich habe wieder eine große Dichterin kennengelernt, bzw. von ihrem Leben erfahren, auf deren zweites Buch ich mich schon sehr freue.

Seebachs schwarze Katzen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:54

Wie wirkt sich die Stasi-Tätigkeit eines Ex-DDR-Vaters auf die psychische Entwicklung seines pubertären Sohnes aus und was hat das für die Gesellschaft zu bedeuten, wenn beispielsweise im Jahr 2003, die Söhne darauf kommen, daß ihre Väter für die Stasi spioniert und ihre Mutter betrogen haben, ect?
Eine interessante psychologische Frage, die in dieser Form vielleicht noch nicht beantwortet wurde.
Die 1958 in Gotha geobrene Psychologin Kathrin Schmidt unternimmt den Versuch und tut das, da sie 1998, sowohl den „Heimito von Doderer-Preis, als auch einen der Bachmannpreise gewonnen hat, auf eine höchst literarische Art.
„Zeitgeschichte und wilde Fabulierkunst. Detailtreue und Phantasiebrausen schließen sich bei Kathrin Schmidt nicht aus“, schreibt die Frankfurter Zeitung am Buchrücken.
Neugierig geworden? Ich habe, da mir das Verstehen nicht ganz leicht gefallen ist, mich bei den Rezensionen umgeschaut und gesehen, daß es den Lesern nicht sehr gefallen hat und Kathrin Schmidt macht es mit dieser Mischung aus Kunst und Detail auch nicht leicht, springt sie doch vom Hundersten ins Tausensenste, wechselt die Zeiten und die Erzählebenenen, spielt mit Metaphern, Fallbesipielen und Sex bis hin zur Sodomie, um die spannende Frage, wie es den pubertierenden Söhnen mit ihren für die DDR gespitzelt habenden Vätern geht und das interessiert die Psychologin in mir sehr und die schreibende Frau, hätte es sicher realistischer angefangen und so beginnt es scheinbar auch im ersten Teil, wo Bert Willer mit seinem Sohn David in den Ferien nach Teneriffa aufbricht. Er hat die Reise für ihn gebucht, kauft ihm vorher Kleider und mietet ihm sogar ein Hotelzimmer, das auf einem anderen Flur, als das seine liegt. Der Sohn ist jedoch verstört, hat er doch die geheimen Aufzeichnungen des Vaters gefunden, die zeigen, daß er als informeller Mitarbeiter, Kontakte zu Frauen hatte und mit ihnen Beziehungen aufbaute.
Die Mutter Lou ist vor drei Jahren gestorben und im Flugzeug lernen Vater und Sohn Michaela kennen, zu der nun sowohl der Vater, als auch der Sohn eine Beziehung beginnt.
Michaela bekommt im Meer epileptische Anfälle, der Sohn findet einen Hund, schmuggelt ihn in sein Hotelzimmer ein, nennt ihn Lou und als der Vater kommt, greift der an Lous Geschlechtteile. Sexbesessen scheint der Vater auch zu sein und eine der Frauen zu denen er Kontakt hatte, die geheimnisvolle Belja spukt auch in seinem Kopf herum. Die war Psychologin, wie Kathrin Schmidt und auch Lou, bzw. hat sie Belja während eines Praktikums kennengelernt, wo sie Lou Bert Stasiakte zeigte. Man erfährt auch, daß Belja an den Folgen einer Schizophrenie gestorben ist.
„Eingegangen wie Seebach schwarze Katzen!“, nannte das Lou, Hinweis für die, die sich wundern, daß ein Buch in dem ein Hund eine wichtige Rolle spielt, eine Katze im Titel hat. Vater und Sohn reisen vorzeitig ab. Michaela bleibt noch etwas länger und kümmert sich um den Hund, den sie kastrieren lassen will, um ihn mitzunehmen, was aber nicht geht, weil er trächtig ist.
Der Sohn verweigert den Vater nun die Auskunft, zieht sich in Mutismus zurück, schrumpft auch ein und Bert Willer nimmt den Kontakt zu seinen alten Kollegen wieder auf und erfährt von ihnen, daß Belja gar nicht gestorben ist, sondern mit ihrem Mann in Saarland in der Stadt N. lebt.
Das war der erste Teil, der mit seinen Metahphern, den von der „alten Fettvettel Zeit“ zum Beispiel, noch halbwegs realistisch war, im zweiten wird es dann vollends surrealer und gar nicht leicht zu lesen.
Wir sind in N. bei einem Ehepaar, bei Harald Emil Jürgen Hartung, so heißt Beljas Ehemann, seine Frau ist Psychologin und hat keinen Namen, daß sie aber die zweite Frau ist und die erste Belja war, kommt heraus. Sie hat Kontaktprobleme und wenig Freunde, betreut autistische Kinder und Erwachsene, bereitet ein Fest vor, daß von ihrem Mann verhindert wird, der sie in die psychiatrische Klinik bringt, wo sie eine Geschichte von einer Lou erzählt, die die behandelnde Ärztin als „Räuberpistolen“ bezeichnet und nur Hartung weiß die Wahrheit.
Wahrlich nicht leicht zu verstehen, wo ich im Teil eins schon so glücklich war, herausgefunden zu haben, wie das sein konnte, daß in der DDR die Freunde von ihren besten Freunden bespitzelt wurden. Bert war bei der Armee, sonst hätte er nicht studieren können. Da erzählte ihm ein Freund, daß er in den Westen wollte, war auch ein IM und der Staat erpresste ihn nun, ein solcher zu werden, weil Bert ihn nicht verriet.
Im dritten Teil macht sich Bert dann mit seinem geschrumpften Sohn auf den Weg nach N. Er nimmt mehrere Umwege, bevor er zu Hartung kommt. Der gar nicht überrascht ist, ihn bei sich schlafen läßt und ihm von seiner Frau erzählt, die am nächsten Tag aus der Psychiatrie entlassen wird. Ahnen wir es schon? Sie ist natürlich Lou.
Als Psychologin kann ich nun sagen, daß man vielleicht Abwehrmechanismen braucht, um so grausige Geschichten erzählen zu können. Der Literaturbetrieb braucht seine Abhebungen und will keinen eins zu eins Realismus.
David findet den Akt und stellt den Vater zur Rede. So könnte man es ja auch beschreiben. Kathrin Schmidt macht es viel komplizierter und wurde vom Literaturbetrieb sehr gelobt, hat sie ja, als sie ihren Schlaganfall beschrieb und Hertha Müller den Nobelpreis bekam, ganz überraschend den dBp bekommen.
Den Leuten deren Rezensionen ich gelesen habe, hat es nicht gefallen. Ich bin ein wenig ratlos, denn ich sehe trotz der Schrumpfungen, die mich an E.T.A Hofmann erinnern, das mit den informellen Informanten jetzt ein wenig realistischer. Mit den Sexszenen hat sie ein wenig übertrieben denke ich und das mit dem Hund und der Fast-Sodomie war vielleicht geschmacklos. Aber ich bin sehr tolerant beim Lesen und denke, so gehts natürlich auch.
Wenns dem Durchschnittleser aber nicht gefällt und es nur die Literaturkritik so abgehoben haben will, ist das vielleicht schon ein bißchen schade. Jedenfalls habe ich das 2005 erschienene Buch voriges Jahr, als ich zur Bezirksschreiberlesung in die Buchhandlung Kuppitsch gegangen bin, um einen Euro aus der Abverkaufskiste herausgezogen und sonst noch nie etwas von dem Buch gehört.

2013-06-24

Wie im echten Leben/Marlene Streeruwitz

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:04

„Wen interessierts – Theater, Literatur, politische Sprache“, lautete Marlene Streeruwitzs Thema am vierten Abend von Angelika Reitzers vierzehnten Autorinnenlabor und die ohne Zweifel politische Autorin machte es möglich von der „Literatur, wie im echten Leben“ zu lesen, beziehungsweise war es eine Themenverfehlung, wie sie gleich am Anfang betonte, nämlich kein Essay, sondern offenbar, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Ausschnitt von einem Roman, wo die weiblich Hauptfigur eine Dora F. ums Leben kommt und die scheint wieder das Alter Ego von Marlene Streeruwitz zu sein und die Züge ihres Echtlebens zu tragen, nicht die private Biografie, wie sie betonte, aber die ihres Werkes und so fing der Essay gleich mit einem Mail an die Steuerberaterin an.
Kann man einen Betrag den man zurückzahlt als Verlust verbuchen? Die Steuerberaterin, eine sehr sympathische Person, antwortet nicht gleich und so kommt die Heldin oder ihre Autorin vom hundertsten in tausendste, während sie aus ihrer Lieblingstasse Kaffee trinkt und es geht um ein Theaterstück, vom Volkstheater beauftragt und auch bezahlt, aber jetzt nicht aufgeführt, sondern in die Schublade gesteckt und wie handelt die Autorin richtig?
Ein revolutionäres Theaterstück hat der Intendant verlangt, dann war es ihm offenbar zu politisch oder zuviel weibliche Sprache und Marlene Streeruwitz zeigte die Frauenverachtung in den Medien auf. Eine Fernsehwerbung mit Hermann Meier kam auch vor, wo er ein kleines Mädchen in männlicher Pose am Klogang hindert, weil der Erfolg keinen Aufschub verlangt und eine Elisabeth Leopold, die sich in einer Dokumentation weinend für das Unrecht, das den Juden angetan wurde, entschuldigt, was von Marlene Streeruwitz als faschistisch gedeutet wurde.
Ein Prosastück, das die Frauenverachtung dieser Welt anprangert und zeigte, wie leichtfertig Frauen heruntergemacht werden.
Marlene Streeruwitz ist offenbar sehr sensibel und deckte am Ende den Text als Realität auf. Ihr ist das so passiert und in dem sie darüber schrieb, konnte sie sich wehren, weil die Zeitungen, der „Falter“ oder das „Profil“, würde das heute nicht mehr für sie tun.
Angelika Reitzer schien angesichts dieser wortgewaltigen Prosa ein wenig hilflos und konnte ihre Fragen vielleicht nicht wie geplant stellen. Marlene Streeruwitz dozierte aber für sie und kam dann gleich zum Bachmannpreis, der ja, das Medienereignis der letzten Tage, abgeschafft werden soll und meinte, daß man das vielleicht könnte, wenn man sich für mehr Theaterstücke einsetzen würde. Sie kam auch auf die Abhängigkeit des Autors von seinen Verlagen zu sprechen und erzählte von dem Theaterstück, das sie geschrieben hat und in dem sie bis zu Metternich zurückgegangen ist.
Die Selbsthilfe, ist das darüber schreiben oder auch das Aufführen in kleineren Theatern, die Frauensolidarität, die vielleicht doch noch vorhanden, für mich persönlich aber nicht sehr spürbar ist, aber ich habe meine Zurückweisung mit dem Alpha-Literaturpreis, ja auch auch in einem Roman verarbeitet und bezüglich Bachmannpreis läß es sich ja herrlich, wie im echten Leben vergleichen. Da haben sich die IG Autoren ja schärfstens gegen die Abschaffung gewandt und ich kann mich erinnern, daß sie sich in den Siebzigerjahren, als der Preis eingeführt wurde, genauso energisch gegen den Preis wandten, weil das öffentliche Diskutieren Autorenfeindlich ist.
So wendet sich alles und ich habe in den letzten Tagen auch darüber nachgedacht und drücke natürlich meinen Protest dagegen aus, aber ich werde nicht dazu eingeladen, drücke meine Solidarität also beispielsweise für den „schönsten Betriebsausflug“ der Lektoren und Vertragsvertreter aus, die mich gar nicht haben wollen und schaue mir die Lesungen in meiner Harlander Sommerfrische begeistert an, während das die breite Masse wahrscheinlich gar nicht so interessiert.
Eine Dame, die sich auch die anderen Abenden angehört hat, sagte mir beim Nachhausegehen, daß sie gar nicht so für die öffentliche Förderung der Literatur sei.
Wieder ein heikles Thema, denn die meisten Autoren, die um ein Stipendium einreichen, bekommen es ja nicht, während einige andere eines nach dem anderen bekommen und als ich damals im Cafe Amadeus keine Zuhörer hatte, habe ich trotzdem gelesen, weil ich auf das Honorar nicht verzichten wollte.
Marlene Streeruwitz erzählte noch, daß sie das Honorar wahrscheinlich behalten wird und so dreht sich alles im Kreis.
Jetzt ist es wirklich interessant, was Stephan Schmitzer am 18. 2. darauf antworten wird?
Den Pfarrer Balacz Nemeth, den ich ich den Siebzigerjahren durch die ökumenischen Workcamps kennenlernte und der damals in der Zwinglikirche auch literarische Abende mit der Nöstlinger, der Frischmuth, der Jelinek, etc, veranstaltet hat, habe ich getroffen.
Katharina Serles hat, glaube ich, eine Frage gestellt. Und dank dem ORF und den offenen Bücherschränken kenne ich Marlene Streeruwitz auch sehr gut und habe schon einiges von ihr gelesen.

2013-06-23

Wanderwochenende und Sommerpläne

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:49

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Im dritten Juniwochenende findet meistes das Sladky-Wanderwochenende statt, das ist Alfreds ehemaliger Turn- und Mathematiklehrer, der nach seiner Pensionierung mit seinen ehemaligen Schülern und deren Ehefrauen und Männern inzwischen schon zweimal im Jahr Wandern geht. Einmal vor dem Sommer und das zweite Mal am Ende und vor zwei Jahren waren wir auf der Teichalm und wollten in die Bärenschützklamm. Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit, so daß wir es heuer noch einmal versuchten und diesmal passte es.

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Schönes Wetter und doch nicht ganz so heiß, wie in Wien. So sind wir am Freitag Nachmittag mit dem Rucksack und einem Buch, das ich dann nicht einmal angelesen habe, losgefahren, denn am Abend sind wir in dem Wirthaus gesessen, haben getrunken und gegessen und Lehrer Sladky, der in seiner Pension sehr rührig ist und auch gerne bastelt, hat für seine Schülern „Medaillen“ zusammengestellt.
Das sind Holzscheiben, von einber Birke heruntergeschnitten, auf denen die einezelnen Namen stehen und dann, wie oft seit 2001, seitdem es das Ganze schon gibt, mitgegangen wurde.

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Beim Alfred und mir waren das ganze neunzehn Mal und das war immer sehr toll. Obwohl es mit dem Wetter nicht immer ganz klappte und ich einmal sogar eine Lesung deshalb versäumte und dann sind wir trotzdem zurückgegangen. Diesmal passte es aber und die Bärenschutzklamm ist wirklich wunderschön, obwohl so ganz habe ich das nicht mitgekommen, denn ich bin ein bißchen höhenscheu und da muß man eine Stunde lang Leitern hinaufklettern. Also nicht nach links und rechts schauen, sondern denken „Das ist nicht gefährlich!“, so wie ich es in der Verhaltenstherapiestunde bei meinen Klienten tue, auch wenn die Brücken und Steige anfangs wackelten, später gewöhnte ich mich daran. 1901 wurde mir gesagt, wurden die Steige angelegt, also wirklich ganz toll. Nachher gabs ein gutes Mittagessen, um vier Uhr Nachmittag. Backhendlsalat und Eiskaffee. Gitarrespiel und Ziehharmonika gab es am Abend auch und heute gings die große Raabklamm enlang, die wir schon vor zwei Jahren ein Stückchen angegangen sind, die hat mir fast besser gefallen, weil nicht so viele Leitern.
Hendlsalat gabs beim Jägerwirt auch und wir sind dann noch kurz nach Harland bzw. nach St. Georgen, weil der Alfred Kirschen brocken wollte. Das nächste Treffen „Sladky 20“ also, werde ich wohl versäumen, denn da ist das Volksstimmefest und dafür habe ich meinen Text ja schon beim vorletzten Schreibtreffen geschrieben.

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Jetzt gibts noch eine normale Arbeitswoche, dann kommen zwei Monate Sommerfrische in Harland bei St. Pölten und diesmal keine Sechsländerreise und auch kein Wandern in der Hohen Tatra, weil die WU übersiedelt und der Alfred nicht wegkann. Aber ich bin ohnehin nicht so Reiselustig, das Radfahren an der Traisen genügt mir und das Literaturgeflüstertextebuch ist ja auch zu korrigieren. Das will ich diesmal sehr konzentriert angehen, um möglichst bald fertigzuwerden.
Beginnen tut es aber nach dem ersten Wochenende wieder mit dem Bachmannlesen und da das habe ich am Freitag noch mitgekriegt, herrscht jetzt große Aufregung. Denn der ORF-Generaldirektor soll am Donnerstag bei einer Pressekonferenz gesagt haben, im nächsten Jahr gibt es das nicht mehr, weil viel zu teuer und wahrscheinlich hat er noch dazugedacht, weil das ja ohnehin keinen interessiert.

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Mal sehen, wie es wird, die Proteste sind ja schon gekommen und heuer wird es ihn auch noch geben. Ansonsten habe ich meine Sommerlektüre schon vorbereitet, habe vor mir wieder ein paar „Stadtschreibertage“ mit „Stadtschreibertexten“ zu machen und wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin, gehts ja an das Materialsuchen für den nächsten Text. Aber da kann ich noch keine Prognosen machen, wie lange ich brauche, bis ich fertig bin, das nächste Jubiläum, nämlich „fünf Jahre Literaturgeflüster“ gibts aber an dem Tag, wenn in Klagenfurt das Lesen eröffnet wird auch und am nächsten Tag, dem 4. Juli löse ich die Fragen meines großen Gewinnspieles auf.
Bis dahin kann man noch mitmachen und „Eva Jancak-Bücher“ gewinnen, wenn man sich ein bißchen in die Fragen hineinläßt. Alle werden ohne vorherige Lektüre der Bücher wohl nicht zu lösen sein, einige aber schon, also probieren!
Eine gute Woche ist ja noch Zeit, bis es aufs Land und in die Ferien geht, obwohl das Wetter, wie ich höre, inzwischen wieder kalt und schlecht werden soll.
Und noch ein bißchen was aus dem Wanderwochenendearchiv

2013-06-22

Rückkehr nach Peyton Place

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:04

Das erste und eigentlich einzige Schreiblernbuch, das ich mir gekauft habe, war James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ und das habe ich vor zehn oder mehr Jahren, gelesen und gelesen. James N. Frey führt seine Thesen, wie man spannend schreibt, an Beispielen einiger berühmter Romane aus und zitierte dabei auch öfter eine Miss Metalious, die in „Die Leute von Peyton Place“, das Liebesleben einer amerikanischen Kleinstadt so am Schmelztiegel geschildert hat, daß alle sich erkannten, sie danach haßten, ihr aber der verdammt gute Roman gelungen ist.
Das hat sich bei mir eingeprägt und aus dem Nachlaß meiner Schwester Uschy habe ich in Harland, „Den engen weißen Kragen“ gefunden und war eigentlich nicht so beeindruckt, die Bücherschränke machten es dann möglich, daß zuerst die „Rückkehr“ und dann das Erstlingswerk auf meiner Leseliste landeten.
Dann habe ich Wikipedia bemüht, daß das Buch ein Weltbestseller geworden ist, das in Amerika allein in der Taschenbuchausgabem die 4 Millionenauflage erreichte, steht auf dem Heyne Cover, auf der Rückseite sieht man das Bild einer jungen Frau mit schwarzen Haaren und Bleistift im Mund, die 1924 in New Hampshire geboren wurde und 1964 dort starb. Sie war die Frau eines Lehrers, hat schon in ihrer Kindheit geschrieben und mit den „Leuten von Peyton Place, ist ihr 1954 einer der kommerziell erfolgreichsten Romane überhaupt gelungen, in dem sie sehr freizügig Sexualität, Inzest und Abtreibung ihrer Kleinstadt zum Thema machte.
Damit ist sie reich geworden, hat sich aber auch Anfeindungen und Verleumungsklagen ausgesetzt, so daß sie zum Alkohol griff und die „Die Rückkehr nach Peyton Place“, zu dem sie der Verlag drängte, zwar in einer Woche niederschrieb, er ist aber angeblich so schlecht geworden, daß er von einem Ghostwriter umgeschrieben wurde.
In Wikipedia steht, daß der Roman, wie auch zwei andere, die darauf folgten, nicht an den Erfolg anknüpfen konnten, auf dem Heyne Buch steht etwas anderes. Grace Metalious ist jedenfalls mit neununddreißig Jahren an einer Leberzirrhose gestorben und im Netz kann man über die Bücher, obwohl sie verfilmt wurden und auch als Fernseheserien liefen, eigentlich nicht viel finden. Sie dürften auch vergriffen sein, in den Schränken stehen sie aber öfter herum.
Wahrscheinlich war es nicht gut, den zweiten vor dem ersten Teil, der demnächst folgen soll, zu lesen, denn ich habe mir recht schwer getan in die Personen hineinzukommen und mich auszukennen. Wird in dem Buch doch vieles, was in Teil eins geschehen ist, angedeutet und vorausgesetzt.
Allison Mac Kenzie, Grace Metalious Alter Ego, ist es jedenfalls gelungen ihren Roman „Samuels Schloß“, das eben das Leben in Peaton Place beschreibt, wo ein junges Mädchen ihren Stiefvater tötete, ein Fabriksbesitzer eine junge Frau davonjagt, als sie von ihrem Sohn schwanger wird und noch sehr viel mehr passiert, einen New Yorker Verlag zu finden. Vorher hat sie nur einige Geschichten in Zeitschriften untergebracht, jetzt ist sie eine richtige Schriftstellerin und in New York, sie hat dort schon vorher gelebt und auch ein Verhältnis mit einem begabten jungen Dichter gehabt, erwartet sie der Ruhm und der Verleger, ein vierzigjähriger verheirateter Mannm mit dem sie ein Verhältnis beginnt.
Ansonsten muß sie Lügen, Intrigen und Vermarktungsstrategien kennenlernen, wird in ein altes graues Kleid gestreckt und muß sich einen Pferdeschwanz machen, um das Provinzgänschen darzustellen, um ein paar Jahre jünger wird sie auch gemacht, dafür wird sie aber schnell berühmt und in Hollywood wird ihr Roman auch verfilmt.
Dazwischen läuft die Handlung in Peyton Place weiter, Michael Rossi ihr Vater, ein Schuldirektor, wird entlassen, wie es auch mit Grace Metalious Mann passierte, nachdem die Leute sich in dem Roman erkannten, eine Weile kauft niemand in dem Geschäft von Allisons Mutter ein, in dem auch Selina arbeitet, das ist das junge Mädchen, das in Teil eins, den Stiefvater erschlagen hat. Sie beginnt ein Verhältnis zu einem Schauspieler, um am Schluß doch den Richtigen zu heiraten und eine böse Schwiegermutter, die ihrem Mann Schlafpulver ins Essen mischt, um im Hinterzimmer das Liebesleben ihres Sohnes und ihrer noch böseren Schwiegertochter zu belauschen, gibt es auch. Die führt perverse Liebesspiele auf, so daß Roberta Carter beschließt Jennifer beim Erntedankfest zu ermorden. Blöderweise schreibt sie sich aus Kriminalromanen in ein Notizbuch genau auf, wie das geht, so daß die Schwiegertochter, die in ihren Sachen schnüffelt, ihr auf die Schliche kommt und sie die Stiegen hinunterstößt und Allison und ihr Geliebter haben einen Autounfall, wo er ums Leben kommt, was ihr fast das Herz bricht. Eine berühmte Schauspielerin, die Allison in Hollywood kennenlernte, kommt aber zu Weihnachten auf Besuch und versteht sie aufzuheitern, so daß anzunehmen ist, daß Allison sich fassen und weiterschreiben wird.
Grace Metallious scheint das, wie auch Robert Schneider, Karin Struck, Brigitte Schwaiger ect nicht so ganz gelungen zu sein, bwz. hat sie es getan, ist aber an ihrem Erfolg zerbrochen, vorher aber offenbar vielen Haus- und anderen Frauen vergnügliche Stunden mit „Schmutz und Schund“ beschert.

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