Literaturgefluester

2013-06-05

Ein Abend für Raoul Blahacek

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:22

„Sehr geehrtes Fräulein Jancak!“, hat mir die Stadt Wien in den späten Siebziger- frühen Achtzigerjahren, als ich sehr sehr schüchtern meine ersten Bewerbungen für ein Stipendium bzw. einen Preis der Stadt Wien geschrieben habe, geantwortet „leider hat Sie die Jury…, wir wünschen Ihnen aber dennoch für Ihr weiteres literarisches Schaffen alles Gute!“, gezeichnet von Horat Denscher, geschrieben und dann gab es noch den Literaturreferenten Raoul Blahacek, mit dem ich, glaube ich, bezüglich auf meine Anfragen bezüglich einer Lesung bei der „Literatur im März“, etc, in Kontakt gekommen bin und der ist wahrscheinlich ein paar Jahre älter als ich, fünf Jahre vermutlich, denn das ist das Pensionsalter bei den Männern und so wurde er vor kurzem, wie es Kurt Neumann in seiner Einleitungsrede vorzüglich ausdrückte, in Pension geschickt. Weil die starren Systeme keine Flexilbilität erlauben. Bei der SVA der GW hat man es als Freiberufllerin besser und so kann ich mit 1. 12. 2013 meinen Pension beziehen und trotzdem meine Praxis weiterführen, denn für die Künstlersozialversicherung bin ich sowieso leider nie in Frage gekommen.
Ein Abend für Raoul Blahacek in der „Alte Schmiede“ also und den habe ich mir vorgemerkt, weil ich bezüglich Gustav Ernst ein schlechtes Gewissen hatte, denn der hat mir ja sein neues Buch verschafft, nachdem ich bei Haymon irgendwie von der Rezensentenliste gerutscht bin, macht ja nichts, habe ich ja sowieso eine Leseliste bis ins Jahr 2023 und keine Ahnung, ob ich überhaupt solange leben und lesen werde und weil ich das Buch zuerst nicht bekommen habe, hatte ich mir den 30. 4. im Literaturhaus dick in meinem Kalender vorgemerkt, dann kam das Buch und ich gehe ja nicht gerne zu Lesungen, wo ich das Buch schon kenne.
Gustav Ernst hatte ich es aber bei der „Hausdurchsuchungslesung“ bzw.l der „Kolik Lounge“ versprochen und er schickte mir auch so getreulich die Ankündigungen zu seinen Lesungen. Am 30. 4. wr aber auch „Veza lebt“ in der „Alten Schmiede“ und das hat mir ja eine neue Kommentiererin eingebracht, die jetzt wieder verschwunden sein dürfte.
Also den 4. 6. dick im Kalender angestrichen und Raoul Blahacek interessiert mich natürlich sehr und auch Ferdinand Schmatz der Professor für Sprachkunst, obwohl ich ja keine experimentelle Lyrik schreibe und dann kam auch die creme de creme des Wiener Literaturbetreibs. Ruth Aspöck beispielsweise mit der ich fast befreundet bin, aber auch Alexandra Millńer, die Praktikantin der Deutschlehrerin bei der Anna war, lang lang ists her, Evelyne Polt-Heinzl, Robert Huez, den ich in letzter Zeit fast mehr außerhalb, als innerhalb des Literaturhauses treffe, Lukas Cepek, Peter Rosei, Marie Therese Kerschbaumer, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe, Gerhard Jaschke, Karin Rieck u. u, u…
Kurt Neumann eröffnete die Veranstaltung, die die Stadt Wien ihrem Literaturreferenten offenbar vor bzw. nach dem Ausscheiden beschieden hat.
Julia Danielczyk, die neue Literaturreferentin, die vorher in der Wien-Bibliothek gearbeitet und auch Franz Hütterers Nachlaß verwaltet hat, saß in der ersten Reihe und im Jänner, als die Idee entstand, wurde Roul Blahecek von Kurt Neumann aufgefordert, zwei Autoren einzuladen und sein Lielingsbuch vorzustellen.
Die Autoren waren Gustav Ernst und Ferdinand Schmatz, die wie Kurt Neumann und auch Roul Blahacek betonten, sehr verschieden sind. So verschieden sind sie wahrscheinlich gar nicht, jedenfalls sind beide lange Jahre im Wiener Literaturbetrieb aktiv und beide auch im Institut für Sprachkunst tätig, der eine als Professor und wie Raoul Blahacek betonte, als einer der bedeutendsten experimentellen Lyriker Österreichs in der Nachfolge der Wiener Gruppe, der andere ist ein Realist und Dramatiker, hat zuerst im Wespennest gearbeitet, bevor das von Walter Famler übernommen wurde, jetzt gibt er die „Koliken“ heraus und wurde von Roul Blahacek eingeladen ein Stück aus „Grundlsee“ vorzulesen und der gab in seiner Einleitung das Bonmot, das er, als er nach Gustav Ernst goolglete „Gustav ernst tot“ gefunden hat, was, wie ich ihm unterstellen würde, eine Überleitung zu „Grundlsee“ ist, denn da stirbt in ast jedem Kapitel auch einer.
Dann gings zu Ferdinand Schmatz, dem Professor für Sprachkunst nach Robert Schindel. Roul Blahacek merkte launig an, daß er sich jetzt ja als außerordentlicher Hörer dort bewerben könne und der hat einen neuen Gedichtband „Quellen“ herausgegeben und ein paar Beispiele daraus gelesen.
Das Lieblingsbuch war das des Fokus-Redaktuer Rainer Schmitz „Was geschah mit Schillers Schädel“ was irgendwei ein würdiges oder unwürdiges Literaturlexikon zu sein scheint. Alle lachten bei den ausgewählten Textbeispielen und dann ging es vom Keller hinauf, in den Galeriensaal, wo Hofrat Denscher eine kurze Rede hielt „Wir haben Zeit!“, rief Raoul Blahacek launig und Karin Rieck, die Personalvertreterin, mit der ich auch schon einmal bei den „Textvorstellungen“ gelesen habe, einen Gutschein für eine Reise, übergab.
Dann wurde das Buffet eröffnet bzw. auf den Jubilar angestoßen und das war sehr gut, Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise und ich habe wieder versucht ein bißchen mit den Wichtigen der Literatur ins Gespräch zu kommen.
Gerhard Jaschke der GAV-Generalssekrär, mit dem ich am Samstag in der Klimtvilla lesen werde, sagte mir, daß sich inzwischen schon siebenundneunzig Leute für die Lesung angemeldet haben.
Wow wieviel, bei mir kommen ja immer sehr viel weniger, ich habe mich ein bißchen mit Robert Huez unterhalten und ihn nach dem „Stoessl-Preisträger“ gefragt, der ist noch ein Geheimnis, das dann im Herbst gelüftet werden wird. Der Schlu war da, ein Freund vom Alfred und vom Karl, der inzwischen, glaube ich, Presselsprecher des Bürgermeisters oder etwas Ähnliches ist.
Wow, eine solche Karriere werde ich wohl nicht mehr machen, habe aber heute das „Nanowirimo-Dummie“ bekommen und wieder ein paar Fehler entdeckt und dann vom Residenz-Verlag ein Buch von Psychiater Thomas Stompe „Vom Wahn zur Tat“ geschickt bekommen, das wieder den Übergang meiner psychologischen zur literarischen Seele schildert und interessant, daß das Buch in Zusammenarbeit mit einem Journalisten, also mit einem Ghostwriter, geschrieben wurde und jetzt geht es weiter mit einem Abend mit dem Bank Austria Literis in der Hauptbücherei und einem Symposium des Instituts der Germanistik im Literaturhaus und natürlich am Samstag mit der Lesung „Die Zeit und wir“ in der Klimt Villa in Hietzing. Dafür habe ich schon meinen Text abgestoppt und das Gewinnspiel mit den „Dreißig Fragen zu den dreißig Büchern“ werde ich auch vorbereiten, was ein weiteres Jubiläum in meinem Jubiläumsjahr sein wird. In etwa einer Woche wird es veröffentlicht werden, für die die sich daran beteiligen wollen, fünf Jahre Literaturgeflüster wird es demnächst auch geben und spannend, daß mir die meisten Leute, die ich im Small Talk darauf anspreche, versichern, daß sie es regelmäßig lesen, obwohl ich ja immer noch nur durchschnittlich hundert bis hundertzwanzig tägliche Zugriffe habe.

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