Literaturgefluester

2013-06-21

Die Teufelin

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:47

Von der 1931 geborenen englischen Autorin und Feministin Fay Weldon habe ich vor einiger Zeit einige Romane gefunden. „Die Teufelin“, die auch verfilmt wurde, habe ich jetzt gelesen und denke, daß man das Buch als eine Parodie auf den amerikanischen Way of life interpretieren könnte und um die Unterdrückung der Frauen durch die Männer geht es dabei auch. Das Buch ist abwechselnd in „ich“ und „sie“ Form geschrieben und der Satz „Mary Fisher lebt in einem Turm am Meer“, kommt auch öfter darin vor.
Mary Fisher ist eine schöne und erfolgreiche Schriftstellerin von ChitLit Romanen oder Groschenhefterln und hat einen Steuerberater mit dem sie ein Verhältnis hat und der, Bobbo, hat eine sehr unansehliche, zu große, unbeholfene aber sonst immens tüchtige Frau namens Ruth und die erzählt die Geschichte.
Erzählt von der schönen Mary Fisher in ihrem Leuchtturm, während sie in einer Reihenhaussiedlung mit zwei Kindern lebt, kocht, wascht, putzt und Bobbo, der immer ehrlich ist, erzählt ihr haargenau von seinem Verhältnis zu der schönen Mary. Am Abend kommen Bobos Eltern auf Besuch, Ruth kocht Pilzsuppe, Pastete, Schokomousse und geht dann in ihr Zimmer, um sich vorzusagen „Ich muß so tun, als wäre ich glücklich, ich muß meine Prinzipien über Bord werfen, ich muß..etc“, dann wirft sie diese Sätze über Bord und die Pastetchen auf den Boden, auf die sich dann Hund, Katze und Meerschweinchen stürzen und eröffnet den Schwiegereltern, das ihr Bobo sie betrügt, worauf er sie verläßt, um zu seiner Mary zu ziehen und Ruths Rachefeldzug beginnt.
Zuerst zündet sie das Haus an, bringt die Kinder zu Mary in den Leuchtturm, dann heuert sie in dem Seniorenheim an, in dem Marys Mutter untergebracht ist, da wird geschildert, wie an die Alten Beruhigungsmitteln verreicht werden und wenn sie inkontinent sind, wirft man sie hinaus.
So wird Mary Mutter das, während Ruth die Beruhigungsmittel absetzt und die Mutter zu Mary bringt, dann beginnt sie Bobbos Konten zu verlegen, macht ihm zum Steuerbetrüger und während das Geld auf ihrem Konto landet, kommen die Steuerprüfer, Bobbo wandert für Jahre ins Gefängnis, denn Ruth, die sich langsam zur Teufelin verwandelt, hat auch beim Richter angeheuert, dann läßt sie sich ihre Zähne ziehen und zum Schluß von dem Geld auf ihren Konto in eine Kopie von Mary umoperieren, sie läßt sich auch die Beine verkürzen, die plastische Chirurgie machts möglich. Mary hat sie inzwischen zugrunde gerichtet. Bobbo ist das auch und als Mary gestorben und Ruth ihre Kopie ist, holt sie Bobbo aus dem Gefängnis und macht ihn zum willenlosen Sklaven.
So what die Parodie einer Feministin, die versucht eine spannende Geschichte für Frauen zu machen, dabei natürlich übertreibt, was manchmal sehr spannend und manchmal eher langatmig wirkt.
Was, glaube ich, auch zu Fay Weldon passt, von der ich schon einige Bücher gelesen habe, „Ehebruch“ hat mich sehr begeistert,die „Bulgary Connection“ weniger, an „Memoiren eines Teufelsweib“ kann ich mich nicht mehr erinnern.
„Vier starke Frauen“, die Geschichte des englischen Feminismus, würde ich als eher durchschnittlich empfinden und bei diesem Buch kann ich theoretisch vieles nachempfinden, was mir in der Schreibpraxis zu übertrieben ist. Fay Weldon ist aber, glaube ich, eine Erfolgsautorin, die ihre begeisterte Leserschaft hat.

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