Literaturgefluester

2013-06-22

Rückkehr nach Peyton Place

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:04

Das erste und eigentlich einzige Schreiblernbuch, das ich mir gekauft habe, war James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ und das habe ich vor zehn oder mehr Jahren, gelesen und gelesen. James N. Frey führt seine Thesen, wie man spannend schreibt, an Beispielen einiger berühmter Romane aus und zitierte dabei auch öfter eine Miss Metalious, die in „Die Leute von Peyton Place“, das Liebesleben einer amerikanischen Kleinstadt so am Schmelztiegel geschildert hat, daß alle sich erkannten, sie danach haßten, ihr aber der verdammt gute Roman gelungen ist.
Das hat sich bei mir eingeprägt und aus dem Nachlaß meiner Schwester Uschy habe ich in Harland, „Den engen weißen Kragen“ gefunden und war eigentlich nicht so beeindruckt, die Bücherschränke machten es dann möglich, daß zuerst die „Rückkehr“ und dann das Erstlingswerk auf meiner Leseliste landeten.
Dann habe ich Wikipedia bemüht, daß das Buch ein Weltbestseller geworden ist, das in Amerika allein in der Taschenbuchausgabem die 4 Millionenauflage erreichte, steht auf dem Heyne Cover, auf der Rückseite sieht man das Bild einer jungen Frau mit schwarzen Haaren und Bleistift im Mund, die 1924 in New Hampshire geboren wurde und 1964 dort starb. Sie war die Frau eines Lehrers, hat schon in ihrer Kindheit geschrieben und mit den „Leuten von Peyton Place, ist ihr 1954 einer der kommerziell erfolgreichsten Romane überhaupt gelungen, in dem sie sehr freizügig Sexualität, Inzest und Abtreibung ihrer Kleinstadt zum Thema machte.
Damit ist sie reich geworden, hat sich aber auch Anfeindungen und Verleumungsklagen ausgesetzt, so daß sie zum Alkohol griff und die „Die Rückkehr nach Peyton Place“, zu dem sie der Verlag drängte, zwar in einer Woche niederschrieb, er ist aber angeblich so schlecht geworden, daß er von einem Ghostwriter umgeschrieben wurde.
In Wikipedia steht, daß der Roman, wie auch zwei andere, die darauf folgten, nicht an den Erfolg anknüpfen konnten, auf dem Heyne Buch steht etwas anderes. Grace Metalious ist jedenfalls mit neununddreißig Jahren an einer Leberzirrhose gestorben und im Netz kann man über die Bücher, obwohl sie verfilmt wurden und auch als Fernseheserien liefen, eigentlich nicht viel finden. Sie dürften auch vergriffen sein, in den Schränken stehen sie aber öfter herum.
Wahrscheinlich war es nicht gut, den zweiten vor dem ersten Teil, der demnächst folgen soll, zu lesen, denn ich habe mir recht schwer getan in die Personen hineinzukommen und mich auszukennen. Wird in dem Buch doch vieles, was in Teil eins geschehen ist, angedeutet und vorausgesetzt.
Allison Mac Kenzie, Grace Metalious Alter Ego, ist es jedenfalls gelungen ihren Roman „Samuels Schloß“, das eben das Leben in Peaton Place beschreibt, wo ein junges Mädchen ihren Stiefvater tötete, ein Fabriksbesitzer eine junge Frau davonjagt, als sie von ihrem Sohn schwanger wird und noch sehr viel mehr passiert, einen New Yorker Verlag zu finden. Vorher hat sie nur einige Geschichten in Zeitschriften untergebracht, jetzt ist sie eine richtige Schriftstellerin und in New York, sie hat dort schon vorher gelebt und auch ein Verhältnis mit einem begabten jungen Dichter gehabt, erwartet sie der Ruhm und der Verleger, ein vierzigjähriger verheirateter Mannm mit dem sie ein Verhältnis beginnt.
Ansonsten muß sie Lügen, Intrigen und Vermarktungsstrategien kennenlernen, wird in ein altes graues Kleid gestreckt und muß sich einen Pferdeschwanz machen, um das Provinzgänschen darzustellen, um ein paar Jahre jünger wird sie auch gemacht, dafür wird sie aber schnell berühmt und in Hollywood wird ihr Roman auch verfilmt.
Dazwischen läuft die Handlung in Peyton Place weiter, Michael Rossi ihr Vater, ein Schuldirektor, wird entlassen, wie es auch mit Grace Metalious Mann passierte, nachdem die Leute sich in dem Roman erkannten, eine Weile kauft niemand in dem Geschäft von Allisons Mutter ein, in dem auch Selina arbeitet, das ist das junge Mädchen, das in Teil eins, den Stiefvater erschlagen hat. Sie beginnt ein Verhältnis zu einem Schauspieler, um am Schluß doch den Richtigen zu heiraten und eine böse Schwiegermutter, die ihrem Mann Schlafpulver ins Essen mischt, um im Hinterzimmer das Liebesleben ihres Sohnes und ihrer noch böseren Schwiegertochter zu belauschen, gibt es auch. Die führt perverse Liebesspiele auf, so daß Roberta Carter beschließt Jennifer beim Erntedankfest zu ermorden. Blöderweise schreibt sie sich aus Kriminalromanen in ein Notizbuch genau auf, wie das geht, so daß die Schwiegertochter, die in ihren Sachen schnüffelt, ihr auf die Schliche kommt und sie die Stiegen hinunterstößt und Allison und ihr Geliebter haben einen Autounfall, wo er ums Leben kommt, was ihr fast das Herz bricht. Eine berühmte Schauspielerin, die Allison in Hollywood kennenlernte, kommt aber zu Weihnachten auf Besuch und versteht sie aufzuheitern, so daß anzunehmen ist, daß Allison sich fassen und weiterschreiben wird.
Grace Metallious scheint das, wie auch Robert Schneider, Karin Struck, Brigitte Schwaiger ect nicht so ganz gelungen zu sein, bwz. hat sie es getan, ist aber an ihrem Erfolg zerbrochen, vorher aber offenbar vielen Haus- und anderen Frauen vergnügliche Stunden mit „Schmutz und Schund“ beschert.

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