Literaturgefluester

2013-06-29

Die Leute von Peyton Place

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:50

Jetzt kommt das Anfang vom Ende und ich muß sagen, von wegen Trivialroman, man soll sich vielleicht doch nicht von Wikepedia beeinflußen lassen und auch nicht das Ende vor dem Anfang lesen, denn die „Leute von Peyton Pleace“ ist ein sehr beindruckendes Stück Literatur, nicht umsonst steht in meiner „Donauland-Ausgabe“ etwas, daß es jeder neunundzwanzigste Amerikaner gelesen hat und wirklich schade, daß es vergriffen ist.
Also Leute zu den Bücherschränken gehen, denn da findet man es manchmal. Noch ein Detail am Rande bevor ich ans Entsprechen gehe. Sylvia Plaths „DieGlasglocke“, die bisher an mir vorbeigegangen ist, wurde neuaufgelegt und ich habe die „Literarische Soiree“ im Radio gehört und denke jetzt, daß man die beiden Amerikanerinnen und ihre Romane, die den Way of Live des Amerikas der Fünzigerjahre schildern, vielleicht vergleichen kann. Einer der Kritiker hat die „Die Glasglocke“ mit der „Wand“ verglichen und gemeint, daß sie besser wäre. Ich sage das natürlich nicht, sondern nur, daß ich die „Die Glasglocke“ jetzt gern lesen würde, vielleicht schenkt sie mir wer zum Geburtstag oder ich finde sie im Schrank und was den „Peaton Place“ betrifft, jetzt kenne ich mich darin aus.
Das ist eine Kleinstadt Amerikas, in der die Straße alle nach Bäume heißen, oben gibt es „Samuels Schloß“ nachdem die Stadt heißt und das ein „Neger“, das darf man heute nicht mehr sagen, ein ehemaliger Sklave also, der das Schloß aus „Echt-England herimportieren ließ. Keiner war aber je drinnen, es ist auch verschlossen und also sehr geheimnisvoll, aber eigentlich nicht wirklich wichtig.
Wichtiger sind die alten Männer, die auf der Straße sitzen und über alle reden, im Sommer tun sie das, im Winter versammeln sie sich vor dem Kolonialwarengeschäft, wo der Besitzer im Sommer, wenn die Touristen kommen, die Stoffe aus dem Lager holt und im Herbst wieder hinein tut, aber das weiß ich schon vom letzten Roman, von dem, der angeblich von einem Ghostwriter geschrieben wurde, weil Mrs Metalious von ihrem großen Erfolg schon so zerbeutelt war, daß es nicht mehr allein konnte.
In Teil eins kommen auch keine Fremde in das verschlafene Städtchen und wenn sich doch mal einer in das Speisehaus verirrt und eine Tasse Kaffee bestellt, sind alle aus dem Häuschen und wenn das Michael Rossi der neue Schulleiter tut, weiß das auch die ganze Stadt und der Vorstand holt ihm von dort ab und am Bahnhof gibt es zwar Schließfächer, aber die hat vor ihm noch niemand benutzt.
Es beginnt aber in der Schule, der Schulwart läutet die Glocke, so daß alle um halb drei in das Wochenende gehen können und Allisson MacKenzie ist zu Beginn dreizehn und recht unglücklich. Sie hat nur eine Freundin, das ist Selena, ein hübsches Mädchen, das in den Baracken wohnt und als dort der Besitzer des Stadtanzeigers und der Arzt die Kanalisation einleiten will, raten alle ab, es ist noch zu früh. Die wohnen in der Kastanienallee, wo die Honoratioren ihre Häuser und pokern gemeinsam. Den Fabriksbesitzer Leslie Harrington gibt es auch und den alten Lucas Cross, der säuft, seine Frau Nellie prügelt und seine Stieftochter Selena vergewaltigt. Als die von ihm schwanger wird geht sie zu Doc Swain, dem Arzt des Städtchens, das städtische Spital wird nach ihm genannt und die Schülerinnen der Krankenschwesternschule, werden Docs Mädchen genannt und der führt mit Hilfe einer Schwester eine Blindarmoperation aus, die darauf, weil streng katholisch, Gewissensbisse bekommt, aber der Blindarm wird auch herausgenommen.
Allison Mutter gilt als honorable Witwe und ihr verstorbener Vater ist ein Held für sie, dabei war Constance gar nie verheiratet und eine uneheliche Mutter galt damals noch als Schande. Trotzdem hilft Selena in Constanes Laden aus und spart das Ballkleid an, daß sie am Schulball tragen wird. Dort geschehen die ersten Küsse, Selena ist in Ted Carter, den Jusstudenten verliebt, der sie später nicht heiraten wird und Allison in den kleinen Norman Page, der eine seltsame Mutter hat, bei ihrer Party wird sie von Rodney Harrington, dem Sohn des Fabriksbesitzers, der schon mit sechzehn von seinem Vater ein Auto bekommt, geküßt, obwohl sie das gar nicht wollte.
Rodney schwängert dann Betty Andersson, die von Leslie aus der Stadt vertrieben wird, später wird er bei einem Autounfall ums Leben kommen. Vorerst will aber Michael Rossi Constance heiraten, die will aber nicht wegen ihres Geheimnisses, aber eines Tages kommt es zum Eklat. Nellie Cross, die bei Constance putzt, erhängt sich in Allissons Kleiderkasten, Allisson war mit Norman im Wald, wo sie Gedichte lasen, Constance bekommt aber einen Pnaikanfall, als die beiden nach Hause kommen. Normans Mutter tut das später auch. Constance schreit Allisson ins Gesicht, daß ihr Vater ein Gauner war, trotzdem heiratet sie Rossi und Allisson geht nach Schulabschluß nach New York, um dort, das sie schon Kurzgeschichten über die Leute vom Peaton Place in Zeitungen veröffentlicht hat, ihren Roman zu schreiben.
Inzwischen spitzt es sich am Ort zu, der Weltkrieg bricht aus, der zweite Teil spielt 1939, der dritte 1942, Rodnay drückt sich um den Einsatz, Norman wird eingezogen, hält das aber psychisch nicht durch und Lucas Cross, den der Doc befohlen hat, die Stadt zu verlassen, kehrt als Marine zurück, um seine Kinder zu besuchen. Er bedroht Selena, die nimmt den Feuerhacken und schlägt zu, gemeinsam mit dem kleinen Bruder vergraben sie die Leiche im Schafstall und haben nur das Pech, daß zuerst die Army ihren Marine sucht und dann wieder ein Fremder einen Kaffee trinkt und dem Sheriff erzählt, daß er einmal einen solchen hergebracht hat, der seine Kinder besuchen wollte.
Selena wird dank Docs Aussage freigesprochen, ihre Beziehung zu Ted, der ja Jus studiert zerbricht und Allison, die in New York bei einer Schauspielerin wohnt und einen jungen Dichter kennenlernt, sucht sich einen Agenten für ihr Buch das schon geschrieben ist, geht mit ihm ins Bett und erfährt erst nachher, daß er verheiratet ist. So kehrt sie nach Peaton Place, wo gerade die Gerichtsverhandlung stattfindet, zurück.
Eigentlich wird alles schon in dem ersten Buch gesagt und das zweite ist nur ein Aufguß, eine Wiederholung, weil der Verlag es so haben wollte und 2013 rührt das wahrscheinlich auch niemanden mehr vom Ofen weg.
Denn das passiert, das Kinder von ihren Vätern oder Stiefväters mißbraucht werden und das regt uns heute auch viel mehr auf, als die unehelichen Mütter.
Und das Buch ist dicht geschrieben und sehr interessant, schade, daß Grace Metalious daran, wie nach ihr Brigitte Schwaiger, zerbrochen ist und gut, daß es Bücherschränke gibt, wo man die Bücher findet, sonst wäre dieses Stück Literatur an mir vorbeigegangen und der zweite Teil ist natürlich interessant durch das, was nachher passierte. Trotzdem würde ich empfehlen, zuerst die „Leute“ zu lesen, weil im zweiten Teil viel nacherzählt und vorausgesetzt wird, wo man sich dann nicht auskennt. Zumindest ist es mir so gegangen und als ich in Harland vorige Woche meine Bücherlisten ergänzen wollte, bin ich auf ein Buch namens die“Verdammten von Peaton Place“ oder so gestoßen, das aber einen anderen Autor hat und wie es aussieht wirklich ein Trivialroman zu sein scheint. Mal sehen, ich will es trotzdem lesen.

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