Literaturgefluester

2013-07-03

Fünf Jahre Literaturgeflüster

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

Gerade rechtzeitig vor dem großen Fest habe ich wieder eine „Ohrfeige“ bekommen, damit ich nicht zu übermütig werde und glaube, das „Literaturgeflüster“ ist toll!
Dabei habe ich mir ohnehin schon früher gedacht, daß mein Versuch mit dem Bloggen nicht so klappt, wie ich will.
Das heißt, um nicht mißverstanden zu werden und interessierte Leser werden es ohnehin wissen, das „Literaturgeflüster“ ist sehr sehr wichtig für mich und ich denke, daß ich in den fünf Jahren und den fast eintausendfünfhundert Artikeln über den Literaturbetrieb, das Schreiben und das Lesen etc, ein sehr umfangreiches Archiv aufgebaut habe. Von desinteressiert kann wohl keine Rede sein. Aber meine Leser sehen das wohl anders. Wahrscheinlich habe ich auch gar nicht so viele. So an die hundert bis hundertfünfzig Zugriffe pro Tag, das schon und das ist auch etwa gleichgeblieben. Im ersten Jahr hatte ich auch eine Handvoll interessierter Kommentierer, die mir regelmäßig ihre Meinung schrieben und mich literarisch verstärkten.
Dann kam Frau Haidegger, die, glaube ich, ein bißchen provozieren wollte und sich über meine Rechtschreibfehler, bzw. falschen „s“ aufregte und Ju Sophie, die auch sehr scharf ihre Meinung äußerte.
Danach hatte ich eher das Gefühl im Verborgenen vor mich hinzublicken und mit dem „Literaturgeflüster“ auch nicht in den Literaturbetrieb hineinzukommen, eher das Gegenteil und ein bißchen war das auch mit meinen selbstgemachten Büchern so.
Als mir da der Alfred 2000 das erste zum Geburtstag schenkte, dachte ich „Wow so schön, so schnell so billig, ab nun erscheint jedes Manusḱript von mir!“ und merkte erst nach und nach in welch Fettnäpfchen ich mich da offenbar naiv gesetzt habe. Vielleicht ist das mit den Bloggen ähnlich, höre ich da ja von den sogenannten Profis öfter „Im Internet ist nur Schrott zu finden und wir haben keine Zeit uns dafür zu interessieren, weil da ja jeder schreiben kann!“
Ja und das finde ich auch toll daran! Und ich denke, daß eine, die seit Jahrzehnten zu literarischen Veranstaltungen geht, vierzig Jahre schreibt und sehr viel liest, keinen Schrott produzieren wird, vor allem wenn sie es, wie ich, sehr ernsthaft und engagiert betreibt. Meine Leser sehen das offenbar anders. Beziehungsweise reagieren sie meistens überhaupt nicht und wenn, dann mit „Da ist ein Rechtschreibfehler, das ist das Schlechteste, das Uninteressanteste, das ich je gelesen habe, etc.
Ich denke, daß es nicht so ist. Das Literaturgeflüster ist ein Einfrauenbetrieb einer engagierten Literaturbesessenen, der das Lesen und das Schreiben sehr sehr wichtig ist und die es nicht schafft in den Literaturbetrieb hineinzukommen, dessen Türen wohl wirklich sehr verschlossen ist und die Lizenz zum Schreiben offenbar nicht an mich verteilt.
Ich tue es trotzdem, weil ich es zu können glaube, realistisch und auch mal mit einem Rechtschreibfehler, weil mir die nicht so wichtig ist. Nicht schlampig, wie ich meine, aber eher schnell, weil ich denke, daß das Bloggen nach einer Literaturveranstaltung in etwa einer Stunde passieren sollte, weil alles andere nicht wirklich ökonomisch ist.
Vielleicht sollten die Leser bei einer Bloggerin, die ihren Blog allein betreibt, etwas toleranter sein. Sie sind es nicht, sondern schreien auf, wenn ich mal das Wort „Autobiografie“ mit der „Biografie“ verwechsele. Da würde ich mir denken, ein Hinweis, „Schau doch mal nach!“, wäre nützlicher.
Aber es ist, wie es ist und ich gebe das Bloggen auch nicht auch. Wer nicht will, braucht mich nicht lesen. Ich tue es für mich und gründe meinen Parallelbetrieb der Literatur und ich denke auch, daß ich gar nicht so schlecht unterwegs bin.
Das denke ich, wenn ich mich so durch mein Archiv sehe. Die anderen scheinen das nicht zu sehen und das ist zwar schade, aber auch egal und offenbar nicht zu ändern.
So scheint der fünf Jahre Jubelartikel ein bißchen elegisch, niedergeschlagen und depressiv zu werden. Es ist aber der Status quo und ich bin eine ehrliche Person, die schreibt, was sie denkt und nichts vorzutäuschen versucht, was nicht ist.
Über eintausendverhundertsiebzig Artikel in den letzten fünf Jahren, fast hundertsiebzigtausend Besucher, was an sich nicht schlecht wäre, wenn man nur genauer wüßte, wie genau sich die für das Literaturgeflüster interessieren. Interessant ist ja, daß die es loben, die ihre Kommentare auf Englisch geben, also den Artikel wahrscheinlich nicht verstanden und gelesen haben.
Das ist die eine Seite, die andere ist, das mir das Schreiben und das Archivieren sehr wichtig ist und daß ich, auch wenn ich irgendwie im Netz verschwinde und nur ganz selten jemand schreit „So nicht!“, trotzdem denke, daß mir da in den letzten fünf Jahren etwas ganz Beachtliches gelungen ist!
Für mich ist das „Literaturgeflüster“ etwas Besonderes und das soll auch so bleiben und weil ich heute ein bißchen elegisch bin, darf der Jubelbericht auch ein bißchen gedämpft ausfallen.
Trotzdem bin ich mit meinem Plänen ganz gut vorangekommen und habe im Juni auch eine schöne Lesung im Radio Fro gehabt, wo ich in fünf Artikeln das „Best of Literaturgeflüster“ vorgestellt habe. Es gab auch ein paar schöne Lesungen und im April und Mai habe ich auch eine freundliche Kommentiererin gehabt, die jetzt wieder verschwunden ist.
Das Netz ist eine flüchtige Angelegenheit, ich bin aber eigentlich eine sehr konsequente und genaue Bloggerin. Schade, daß das niemand merkt und, daß dieser Artikel ein bißchen anders, als geplant ausfällt.
Die Feier soll es trotzdem geben, morgen die Auflösung meines Gewinnspiels „Dreißig Fragen zu dreißig Büchern“ und heute ein Zuckerl an meine Leser.
An die, die mir einen Kommentar zum „Literaturgeflüster“ schreiben, vergebe ich nach Erscheinen fünf Literaturgeflüstertextebücher.
Ich finde ja nicht, daß meine Artikeln etwas Desinteressiertes und Uninteressantes sind, wenn mir aber einer, eine, sachlich und qualifiziert begründen kann, warum das „Literaturgeflüster“ böse und aggressiv ist, vergebe ich natürlich trotzdem ein Buch dafür, das hoffentlich das Gegenteil beweist.
Und hier noch Jahresarchiv

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