Literaturgefluester

2013-07-06

Trotzphase

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:15

Zur Ablenkung von Ärger, zum Beispiel, wenn die Abrechnung nicht stimmt, den ich vor einigen Tagen hatte, kommt jetzt ein weiterer „Komische Künste Comic“ mit dem schönen Namen „Trotzphase“, die habe ich in den wieder vogelartigen Figuren der La Razzia genannten Doris Schamp, die laut Bruno Haberzettl, der das Vorwort schrieb, oft im Flugzeug zu finden ist und von Agilität so strotzt, zwar nicht sehr gefunden, aber einige Weisheiten, die eigentlich sehr verblüffend ist.
„Sie addet mich, sie addet mich nicht“, murmelt so eines der Vögelchen, während es eine Margarite zupft.
„Na, seid ihr beide immer noch so sportlich?“, fragt Vogelfrau die andere.
„Klar!“, schnattert die drauf los „Wenn er Sonntags Marathon läuft, laufe ich immer Amok!“
„Deine Ausdrucksweise befindet sich unter der Gürtellinie“, jammert Frau das Männchen an.
„Cool, wußte gar nicht, daß meine Muschi sprechen kann!“
Na ja, na ja!
Da klettert einer die Rakete hoch und sagt „Ich dachte, wir machen den Ausflug gemeinsam Schatzi!“
„Ich komm nach!“, flötet dieses und zündet die Lunte an.
Böse, böse, böse.
„Heute hab ich keinen Bock!“, sagt das Schaf vor dem Weinglas und befindet sich vor einer Runde von lauter Böcken.
„Er lacht ja gar nicht!“, wundert sich Vogelfrau über das Kind im Kinderwagen.
„Dann geben Sie ihm mal 5 Euro“, antwortet der Vater.
Und bei den Kannibalen wird einer gekocht.
„Das können Sie nicht machen!“, schreit er.
„Immerhin sind wir Facebookfreunde!“
Die Sensenmänner mit schwarzer Kutte und ganz altmodischer Manier kommen auffällig viel vor, vielleicht hat La Razzia, obwohl sie zwischen Bramberg und Oberpullendorf aufgewachsen ist, viel von der Wienerischen Morbidität mitbekommen. So sitzt der Tod im Wirtshaus und fordert den Leichenschmaus mit einer Gabel, denn ein Messer hat er selbst.
Dann stellt sich Vater Tod vor dem I-Phone Schalter für Ärzte und verwandte Berufe an und Vogelfrau fordert den erhängten Mann auf „jetzt lass doch den Kopf nicht so hängen, Helmut!“, wieder böse böse und die Putzfrau führt ihre schmutzigen Gedanken zum Psychiater.
Gegen Schluß läuft der Tod noch eine letzte Runde, während die Alten schon auf ihn warten und so ungeduldig sind, daß einer droht, sich den Strick zu holen.
Köstlich, köstlich, morbide, böse und dann immer wieder neu und originell.
Schade, daß man hier die die dazugehörenden Bildchen nicht bewundern kann. Die muß man schon selber sehen, also das Buch besorgen oder wenn man in Wien zu Hause ist, kann man sich auch in die Ausstellung der Galerie der komischen Künste im Museumsquartier vom 21. 6. bis 31. 7. begeben. Da gibt es freien Eintritt und wahrscheinlich auch den Prospekt mit ein paar Probebildchen, der dem Buch beigelegen ist.

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