Literaturgefluester

2013-07-15

Martina Gerckes neues Buch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:08

Von Martina Gercke habe ich zirca vor einem Jahr erfahren, als Wolfgang Tischer ihren Erfolg, sie ist mit ihrem KSP-Buch bei Amazon auf den ersten Platz gekommen, in einem Video vorstellte. Da gab es eine strahlende Autorin, die stolz ihr Buch, das gerade auch in Printform erschienen war, in die Höhe hielt und das Ganze hat offenbar bei einem Art Weihnachtsfest im Sommer stattgefunden, zu dem Amazon einlud und man so ein Armband, wie es auch die Babies bei der Geburt bekommen, um die Hand trug, um bei dem Empfang hineinzukommen.
Damals war das Kindle direkt Publishing erst kurz in Mode, ich habe meinen Kehrtwendeartikel geschrieben und im Jänner davor einen über meine eigenen Indie-Bücher, von denen ich dachte, daß ich sie ja auch bewerben könnte.
Auf meinen Blog scheint das aber nicht zu gehen, jedenfalls keine Reaktionen auf mein Gewinnspiel, vom vorigen Juni zum dreißigsten Buch und bei Amazon will ich es eigentlich nicht versuchen, weil ich mir nicht vorstellen kann, daß ich es da auf Platz eins in den Rankinglisten bringe.
Das scheint aber doch möglich. Wolfgang Tischer berichtet jedenfalls regelmäßig darüber, Martina Gercke und auch andere haben es geschafft. Die 1963 in Gelsenkirchen geborene und bei Hamburg lebende Flugbegleiterin hat es, wie sie in dem Interview erzählt, indem sie Kontakt zu ihren Lesern aufnahm, Blogger anschrieb, ihnen ein Gratisexemplar anbot, Gewinnspiele veranstaltete, etc.
Ich habe ein bißchen was darüber geschrieben und dann darauf vergessen, bis im Dezember bei Wolfgang Tischer die Plagiatsmeldung kam.
Inzwischen war auch ein zweites Buch „Champagnerküßchen“ erschienen, beide Bücher haben beim Lovelybook Rankings gewonnen oder gute Plätze bekommen. Martina Gercke war in Frankfurt bei der Messe, ihr Buch sollte auch verfilmt werden.
So weit, so what, plötzlich hieß es, das ist von Ildiko von Kürthy, Sophie Kinsella, etc abgeschrieben. Wolfgang Tischer wollte es nicht glauben, outete sich dann, das Buch gar nicht gelesen zu haben, der Justiziar des Verlages der Sophie Kinsella vertritt, schaltete sich ein und man konnte sich im Internet die Vergleichsstellen hochladen.
Auf Martina Gerckes Facebookseite und Webauftritt, war erst einmal Pause, die Bücher wurden vom Verlag und von Amazon genommen. Einige Blogger schrieben darüber, empörten sich oder brachten eine Zusammenstellung der Ereignisse. Kurz vor oder nach Weihnachten gab es dann von Martina Gercke ein Video, wo sie gar nicht glücklich aussah und zu den Vorwürfen Stellung nahm. Da sprach sie von einer Platzhaltertheorie, von der ich ich bisher noch nichts gehört habe, die mir aber durchaus logisch schien, daß man, wenn man zu schreiben beginnt, vielleicht so ein Buch zusammenstellt. Man muß nachher natürlich alles entfernen und Martina Gercke meinte, daß das bei ihr nicht so geklappt hätte.
Die Aufregung im Internet über diese Erklärung war sehr groß und das Video nach einigen Tagen verschwunden.
Der Justiziar schaltete sich wieder ein, sagte, es wäre rechtlich noch nicht alles geklärt und außerdem Stillschweigen darüber vereinbart worden und Martina Gercke begann Bilder mit sich und einer Weihnachtsmütze zu veröffentlichen, später Kuchenfotos und Bilder von ihren Reisen nach Amerika.
Dann, ganz langsam, berichtete sie wieder übers Schreiben, das sie als das Schönste oder Wichtigste bezeichnete.
Sven Schroder hatte inzwischen auf Twitter noch einmal alles auf mögliche Plagiate untersucht und die Stellen bekanntgegeben, der Justiziar schien darüber verärgert und die Leser und die Blogger ebenso.
Ansonsten schwieg Martina Gercke bis in den Juni, wo sie noch einmal einen Versuch mit einen offenen Brief an ihre Leser machte. Mir ist inzwischen klar geworden, daß das Buch offenbar wirklich aus Stellen von verschiedenen Chick Lits zusammengestellt wurde und, daß Frau Gercke, wie auch der Justiziar auf der Buchmesse in Leipzig bei einer Veranstaltung des Literaturcafes erklärte, von ihrem Erfolg überrascht wurde.
Offenbar hat sie nicht daran gedacht, daß die Leser das bemerken werden und wußte dann auch nicht so recht, wie man das dann erklärt. Die Reaktionen waren auch nicht sehr geduldig, denn ich dachte mir öfter, wozu die Aufregung, das weiß man ja jetzt schon, daß das passiert ist.
Sollte nicht sein, natürlich, klar, aber nobody is perfect, also die Fehler ausbessern und von vorn beginnen und das schien Martina Gercke und das ist auch etwas, was mir sehr gefällt, getan zu haben.
Sich nicht entmutigen lassen, sondern weiter über ihre Reisen und das Schreiben mit gelegentlichen Textproben und Vorgeschmäckern berichten, die Sven Schroder meist kritisch dokumentierte.
Eine Buchverlosung gab es auch und dann die Ankündigung, daß das neue Buch Ende Mai erscheint und ein weiteres in Zusammenarbeit mit einer bekannten Autorin, deren Namen noch nicht verraten wurde.
Im Mai gab Martina Gercke dann ihre beiden ersten Bücher in überarbeiteter Fom bei Amazon neu heraus und veranstaltete bei Lovelybook eine Diskussionsrunde zu „Champagnerküsschen“ mit einer Buchverlosung, was bei den Lesern zuerst Begeisterung hervorrief „Ich will gewinnen, bitte, bitte!“, dann schalteten sich Tom Liehr und Sven Schroder ein, wiesen auf die Plagiatsvorwürfe hin und darauf, daß noch immer solche Stellen in „Holunderküßchen“ enthalten wären.
Da begannen sich die Leser zweizuteilen, ein Teil meinte, das ist halt passiert und eigentlich kann man sich vorstellen, wie das geschehen konnte, aber jetzt eine eine neue Chance. Ein anderer sprach von Schande, Skandal, Betrug, etc und war empört.
Die Forderung nach Auflösung der Leserunde kam auf, die Leute dort sagten zuerst das ginge nicht. Ein paar Tage später war die Runde verschwunden und Martina Gercke begann wieder zu schweigen, bis sie am 23. Juni mit ihrem offenen Brief an ihre Leser erschien und ebenfalls um eine faire Chance ersuchte.
Interessant, daß die Leser bei Lovelybook oft schrieben, ja wenn es ein neues Buch wäre, dann würden wir eine solche geben.
Das scheint jetzt so weit zu sein. Das Cover von „Glücksstern mit Schwips“, da gabs zuerst noch einen Rechtschreibfehler, wurde letzte Woche hochgeladen. Das Buch bei Amazon folgte mit Verzögerung. Martina Gercke machte es spannend und ich bin nun gespannt, was jetzt passiert?
Daß Martina Gercke nicht aufgibt, sondern weitermacht, gefällt mir, leicht wird sie es nicht haben, weil Sven Schroder wahrscheinlich schon in den Startlöchern liegt, um mögliche Plagiatsstellen zu finden und die dürfen natürlich auch nicht enthalten sein.
Das Cover hat er schon auf einer amerikanischen Seite entdeckt, da kann man es sich offenbar kaufen. Ich bin gespannt was geschieht, ob es die Chance geben wird oder sich wieder ein Skandal entfacht.
Interessant war auch, daß man damals im Dezember meinte, daß Martina Gerckes Karriere als Autorin damit erledigt sei. Mir gefällt, daß sie weiterschreibt und ich lese ja auch ein Chick Lit hin und wieder gern, obwohl ich, weil ich keinen Kindle habe und ich das Buch bei Amazon, wie ich schon bei diversen Gratisaktionen bemerkte, nicht auf meinen Rechner laden kann. Es gibt aber Leseproben und ein bißchen konnte man sich auch schon auf der Facebookseite umsehen und herausfinden, daß es um eine Melanie und einen sehr ordentlichen Florian geht, während die Hauptperson Sara ein wenig chaotisch ist und von einer Krise in die nächste schlittert.
Ich bin ja eine, die sich für jede Art des Schreibens interessiert und auch den Erfolg der Selbstpublisher gespannt verfolgt. So habe ich ja Anfang Jänner über Bela Bolten berichtet, von dem inzwischen neue Krimis erschienen sind und finde es nur ein wenig schade, auf den Blogs von den Vorbehalten, die es doch bei dem Selbstgemachten zu geben scheint, immer wieder zu lesen, auch wenn die Leute so tun, als hätten sie keine. Das Vorurteil, da brauchen wir einen Verlag, der über die Qualität entscheidet, scheint hartnäckig zu sein, etwas, was ich nicht so ganz verstehe, weil ich denke, daß man das doch selber entscheiden kann, ob es einem gefällt und es ist ja auch ganz spannend vielleicht ein Plagiat zu entdecken, was mir ja auch schon passiert ist und über Manfred Wieninger ist zu sagen, daß er sich, obwohl er damals ja zu schreiben aufhören wollte, weiterentwickelt hat. Zuerst seine Krimireihe, jetzt der Theodor Kramer-Preis.
Mich würde es auch freuen, das alte „Hollunderküßchen“ im Bücherschrank zu finden. Die Namen Sophie Kinsella, Ildiko von Kürthen, etc sind dadurch ja auch in aller Munde und ich habe die Bücher, die ich von diesen Autorinnen habe, inzwischen auf meine Leselisten gesetzt.

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