Literaturgefluester

2013-08-02

Weiterschreiben

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:04

Jetzt ist es wieder ein bißchen anders gekommen, denn ich habe am Mittwoch nach meinem Klausurbericht, Szene neun „Erich Fried-Preisträger“, die wieder nur etwa vier Seiten hatte, dafür im Literaturhaus spielt und ein kleiner dicklicher Literaturhausleister im schwarzen Anzug hält eine Lobesrede. Dann habe ich Kapitel eins „Bücher für zehn Jahre“ und zwei „Die gesprengten Gräber kehren zurück“ korrigiert und bin mit der Sophie Kinsella in die Badewanne gestiegen und dort irgendwann ausgestiegen, weil so übertrieben und das ist vielleicht vom Verlag so gewollt.
Wenn ich sowas schreiben würde, habe ich gedacht und, daß ich mich das gar nicht trauen würden und so besonders gestrafft, korrigiert und lektoriert ist es mir gar nicht vorgekommen. Am Donnerstag habe ich dann zu Ende korrigiert, im Bett gleich an dem Frühstück, ohne zu baden und Rad zu fahren und da sind auch meine zwei verlorenen Personen zu mir gekommen, beziehungswweise haben sie sich durch andere umgewandelt. Daß der Rupert Mayerhofer, der pensionierte Schuldirektor, der seine Frau am Krebs verloren hat und nun eine Haushälterin und Bettgenossin braucht, eine eigene Stimme bekommen könnte, habe ich mir schon vor zwei Wochen gedacht, als ich das „Kopftuchkapitel“ geschrieben habe und die Schwester Dolores, die Krankenschwester, die aus Andalusien nach Wien in die Seniorenresidenz gekommen ist, um Laurenz Wolkner zu ärgern, ich weiß, das habe ich auch schon ein paar Mal, alte Herrn und Damen in Seniorenresidenzen, die mit ihren Pflegern streiten, ob sie Tabletten zum Schlafen nehmen sollen, im „Haus“ tut das eine pensionierte Frau Primar mit einer jungen Ärztin, ist auch eine Idee.
Ich habe das Ganze also durchgesehen, gestraft und mir in meinem gelben Buch Anmerkungen gemacht. Die Ruth ist jetzt von einer Architektin zu einer Menschenrechtsanwältin geworden, Jakob Pröchtls Lektorin heißt Sibylle und nicht Sabine, denn so heißt ja schon Rupert Mayerhofers Ex-Gattin und ist für eine Lektorin auch kein so besonders schöner Name.
Jetzt hat der Text, sechzig bzw. neunundfünfzig Seiten, weil die sechzigste eine Leerseite sein könnte und 23.648 Worte, also immer noch kein halber Nanowrimo und ist in der Länge so zwischen der „Paula Nebel“, die 23.285 Wörter hat und dem „Haus“ 30.450, die „Mimi“, die ich am Mittwoch noch vor der „Kinsella“ durchgelesen habe, hat 38.347 Worte.
Er ist aber noch nicht fertig, denn er hat ja erst neun Kapitel und als Kapitel zehn habe ich jetzt einmal „Der Mann im Trenchcoat“ aufnotiert, das ist der Psychiater Stefan Horetzky, ein Patensohn Laurenz Wolkners, der Ruth Horvath einmal behandelt hat und Mia Miaschwilli im Supermarkt kennenlernte, als sie dort Binden und Schokolade für ihren Kleinen einkaufte. Das Kapitel elf könnte „Auf der Suche nach der verlorenen Frau“ heißen und am Friedhof spielen, da erzählt der Rupert seiner Sabine seine Erlebnisse, während er die Blumen gießt und über das Schulsystem, das ihn sehr ärgert, könnte er auch resumieren. Das war ja auch so eine Idee und eine solche Person ist ja schon vor zwei oder drei Wochen auf meinem Kapitelplan gestanden.
Die Kapitelüberschrift für zwölf habe ich noch nicht und das letzte könnte nicht in zehn Jahren, wenn die Laura mit ihren tausend Büchern fertig ist, sondern auf der Party handeln, wo die Nika kommt, Laurenz Wolkner mit Stephan Horetzky etc, weil das besser passt, weil es wahrscheinlich doch nicht der große Roman, sondern eine eher dichte, flott angedeutete dreizehn Kapitelgeschichte werden könnte, die an die dreißigtausend Worte und siebzig Seiten haben könnte.
„Das Haus“ hat fünfundsechzig Rohseiten, in Buchform sind es ca hundertzwanzig, die „Paula“ zweiundfünfzig Seiten bzw. fünfundachtzig.
Als ich bei der „Paula Nebel“ vor mehr als einem Jahr so verzweifelt war und nicht mehr weiterwußte, hat mir die Judith Gruber-Rizy ein Mail geschrieben und etwa so gemeint, daß ja auch etwas kurz sein kann und die „Begrenzte Frau“ habe ich ihr vor Jahren auch mit der Frage übergeben, was ich noch dazunehmen müßte und sie hat geantwortet, ich solle es so lassen.
Es ist ja auch wirklich die Frage warum alles so lang sein muß, in der „Kürze liegt die Würze “ heißt es doch und der Dichter kommt vom „verdichten“.
Das ist vielleicht nur meine Vorstellung, daß ich immer „Das ist noch nicht genug!“ denke und auch verständlich, denn vermutlich wird es so kommen, daß ich daß jetzt korrigiere, ein bißchen was abändere und in einem halben Jahr ein hundert oder hundertfünfzig Seiten Buch haben werde, mein zweiunddreißigstes selbstgemachtes, das ich vielleicht auch auf Amazon stellen werde und keiner schauts an, wie die dreißig vorigen Bücher.
So werden die Leser auch meine Wiederholungen nicht merken, die weiß nur ich und ich habe ja schon sehr viel geschrieben. Einige Themen sind nur angerißen, meint jetzt wieder die Kritikerin und sonst habe ich mir ja schon einmal gedacht, ich könnte sowohl den „Mann“ als auch die „Frau ohne Eigenschaften“ schreiben und keiner merkts.
Beim „Mann könnte man ja sagen, den gibts schon und bei der „Frau“ wahrscheinlich, das ist von Robert Musil inspiriert und die „Mimi“ ist dann kitschig, die „Dora Faust“ nicht originell, denn Romane über den Literaturbetrieb klappen ja nie, wie mir einmal der Partner der literarischen Agentur der Diana Voigt, die es nicht mehr gibt, schrieb, obwohl es da Gegenbeispiele gibt. Aber die Literaturwerkstatt in der Marlene Schachinger tätig ist, hat vor Jahren eine Romanwerkstatt angeboten, wo dabei stand, daß sie keine Teilnehmer nehmen, die selbst veröffentlichen.
Ich wäre sowieso nicht hingegangen, aber wieso klappt es bei nie, ist schon eine Frage, die man stellen könnte und die ich auch stelle, jetzt denke ich aber, daß ich Kapitel zehn und elf schreiben werde und vielleicht auch die beiden anderen, wenn sich nicht wieder etwas ändern sollte.
Dafür habe ich nur heute Zeit, weil wir am Wochenende auf den Hochschwab gehen und dafür Schlafsäcke und Matten mitnehmen müßen, weil wir zwar auf der Warteliste stehen und es auch noch ein bißchen Platz, aber keine Matratzen mehr gibt.
Am Montag habe ich erst am Abend Stunden, da könnte ich, wenn ich wollte einen meiner fünf Stunden-Recherchetage machen, aber ob es mir mit einem fast fertigen Rohtext nützt, eine Bücherkastentour zu machen, mich in das touristische Wien zu stürzen oder in den Morawa bzw. ins AKH zu setzen? Die Ruth Aspöck hat mir auch vor zwei Wochen gesagt, daß sie sich da vielleicht mit mir treffen will. Durchkorrigiert wird aber nach dem vorläufigen Beenden des Rohtextes sicher werden, das große gelbe Buch herangezogen und nachgedacht, ob ich nicht doch das Ganze neu, umschreiben, aufdröseln, mich an meine Schwachstellen, etc machen will?
Ich werde darüber berichten, bin ein bißchen ratlos, weil ich schon meine Schwächen sehe und denke, daß mir das Feedback und das Interesse der anderen fehlt. Das Eigene ist, glaube ich, da und die Disziplin, die Energie und der Fleiß, auch die Ideen und vielleicht auch schon ein bißchen Routine. Glück habe ich, glaube ich, nicht sehr und den Verdacht, daß sich mein Schutzengel nicht sehr für Literatur interessiert und auch nichts davon versteht und so gesehen geht es mir nicht so schlecht, denn es ist mir in den letzten vierzehn Tagen wieder ein Rohtext von sechzig Seiten und ein dreizehn Kapitel-Konzept gelungen.
Was derzeit nicht geht, ist die konsequente Romanarbeit, die über ein ganzes Jahr oder länger geht, da bin ich zu schnell, zu ungeduldig und ich werde auch immer schneller. Aber ob das in unserer schnelllebigen Zeit wirklich unbedingt ein Fehler ist, davon bin ich nicht mehr so ganz überzeugt. Es ist, wie es ist und ich kann was ich kann!
Werde mich jetzt ans Weiterschreiben machen, dann das Ganze korrigieren und natürlich meinen interessierten oder desinteressierten Lesern berichten, wies mir damit ging.

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