Literaturgefluester

2013-08-18

Leselistenplauderei

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:48

Langsam, langsam geht der Sommer mit dieser wirklich wunderschönen Stadtschreiber-Sommerfrische zu Ende, zwei Wochen sind es noch und auch meine Sommerbücherliste ist bald aufgelesen, so daß ich mich frage, was ich die restlichen zwei Wochen lesen soll?
Da lockt es ja auch ein bißchen sich diese zwanzig Longlist-Bücher schicken zu lassen und darüber zu schreiben und zu spekulieren.
Das wäre auch was Neues für den Blog. Wenn ich nur nicht meine Leseliste hätte, die ich damit durcheinanderbrächte und die so elendslang ist, daß die Pressedamen, die ich um ein Rezensionsexemplar anfrage, schon mal schrieben „Sie haben doch schon soviel!“
Nun ja, das ist richtig und nicht wirklich zu bestreiten, allerdings immer noch nur einen ganz winzig kleiner Bruchteil, von dem was da immer so neu erscheint und schon vorhanden ist und wenn ich mit den Mädels von Write about something darüber diskutiere, wieviel Bücher man lesen kann oder soll und sie sagen hunderfünfzig Bücher pro Jahr sind viel zu viel, weiß ich, daß ich das eigentlich sollte, wenn ich meine Bücherlistenvorsätze schaffen will und das auch locker kann und dann am Abend in die „Alte Schmiede“ zur Buchpräsentation der damaligen Buchpreisträgerin Ursula Krechel gehe, neben Gabriele Mateja sitze, sagt die prompt zu mir „Was „Landsgericht“ haben Sie noch nicht gelesen?“
Ich habe immer gern und viel gelesen, obwohl oder weil ich aus einem sozialistischen Arbeiterhaushalt komme, der Vater Referent der Büchergilde Gutenberg und mir zu Weihnachten, die „Kinderfreunde“ und meine Eltern auch immer Bücher unterm Christbaum legten.
Als Studentin habe ich dann auch sehr viel gekauft, die ganzen frühen Residenz-Bücher der Jutta Schutting, Barbara Frischmuth, Peter Henisch und und und…
Dann aber damit aufgehört, weil ich ja auch sehr sparsam bin und die Verlage, das, was ich so schreibe, auch nicht wollen.
Und dann gabs ja auch bald Gelegenheiten, wie Bücherkisten zur freien Entnahmen auf dem Volksstimmefest, bei meiner leider inzwischen verstorbenen Schulfreundin Edith Brocza, die Büchertürme bei „Rund um die Burg“ und dann die Bücherschränke, die es ja auch schon seit dreieinhalb Jahren gibt, so daß mein SUB, den ich schon vor den offenen Bücherschränken hatte, wuchs und wuchs.
Die Leseliste ist dann durch eine Bücherchallenge entstanden, auf die ich im World Wide Net gestoßen bin. Da gab ja einmal eine, die „Hundert Bücher“ lautete, das war in der Zeit, wo ich gerade mein neues Regal in der Krongasse gekauft hatte, vorher habe ich eigentlich eher spontan gelesen, bzw. vorhandene Lesepläne immer auch sehr bereitwillig umorientiert.
Wie ich mit dem Bloggen begonnen habe, habe ich etwa fünfzig Bücher im Jahr gelesen und gedacht, das ist eine schöne Zahl, pro Woche eines, die Elke Heidenreich hatte ja auch einmal eine Sendung wo sie eine Buch pro Woche empfiehlt.
Im Februar 2011 begann ich dann mit meiner „Hundert-Bücherliste“, habe sie überboten, aber ab dann eigentlich immer schön der Reihe nach hinuntergelesen und nur Rezensionsexemplare, die ich schon damals hatte, weil ich gelegentlich anfrage, bzw. angeboten bekomme, vorgezogen.
Die Bücherliste habe ich dann als eine ständige übernommen, sie ist angewachsen und angewachsen. So daß ich bald den Plan hatte fünfzig, sechzig schon vorhandene Bücher hinaufzuschreiben und mir dann immer eines pro Woche aus dem Schrank zu holen, zu bekommen oder aus einer Abverkaufskiste zu ziehen. Da es in den Schränken zum Glück sehr viel und wahre Schätze gibt, sind meine Vorausprognosen sehr bald angewachsen und im Frühling habe ich auch noch einen Rappel bekommen, alles durchgesehen und alles, was noch nicht gelesen ist, auf die Liste zu schreiben, so daß ich jetzt einen Vorrat auf zehn Jahre habe.
Was sehr schön ist und ich mich auch sehr genau an die Reihenfolge halte, aber zur Folge hat, daß ich mich jetzt nicht auf die Longlist stürzen kann, denn fünfzig Bücher sollte ich in diesem Jahr noch lesen, damit nichts von 2013 überbleibt und dann habe ich ja zwei Haushalte, das heißt eine Wiener- und eine Harlanderleseliste und das hat bis jetzt auch immer schön geklappt.
Denn im Harlander Wohnzimmer gibt es ja ein riesiges Regal und darauf sind ja auch die Büchergilde- Gutenberg-Bücher meiner Eltern, wahre Schmankerl der Vergangenheit die Roths, Undsets, Brunngrabers, die ich endlich aufzulesen begonnen habe. Aber jetzt bin ich noch zwei Wochen am Land, die Harlander-Leseliste ist bis auf die Weihnachtsbücher zu Ende, was ja, spätestens seit ich die Telefonzelle bei der „Seedose“ entdeckt habe, kein Problem ist, mir da was zu holen, aber dann schaffe ich die fünfzig Wiener-Bücher nicht mehr und so habe ich schon vor ein paar Wochen, was ich eigentlich nicht gern mache, mir vom Wiener Stoß ein paar spannende Krimis und auch ein ChitLit, sowie die „Sommertöchter“ und die Julia Cameron, sowie Melamars „Fall in die Nacht“ für den Berg, als Sommerlektüre ausgesucht und mitgenommen und jetzt überlege ich, wenn ich mit „Garou“ was ich noch lesen muß, fertig bin, ob ich mir nächste Woche, die drei Bank Austria-Literaris-Bücher, die demnächst an die Reihe kommen, mitnehmen soll oder doch das lesen, was schon in Harland auf mich wartet?
Da gibt es auch noch die Idee in der letzten Woche mit dem Rad zur „Seedose“ zu fahren, schwupp die wupp ein Buch herauszunehmen und damit von Bankerl zu Bankerl und jeweils ein Kapitel lesen.
Und der zweite Teil meiner Leseliste, das, was jetzt kommt, habe ich ja bis Ende Juni, die ersten sechzig eher älteren Bücher, brav hinuntergelesen, birgt wirklich wahre Schmankerln, denn ich habe ja 2013 sehr schöne Bücher gefunden, bzw. sie mir trotz meiner Vorsätze aus den Abverkaufskisten gezogen.
So warten in den letzten vier Monaten des Jahres sehr viel aktuelle österreichische Gegenwartsliteratur auf mich, die ich ja sehr gerne lese. Mal ein kleiner Blick darauf.
Da kommen ja jetzt bald, was sicher auch sehr interessant sind „Kafkas Tagebücher“, weil ich glaube, daß ich mich, damit am besten, dem großen Sprachkünstler annähern kann. Dann Franz Michael Felders „Aus meinem Leben“, da haben ja unsere Literaturexperten festgestellt, daß der ein größerer Dichter als Rossegger und Stefan Zweig ist, ich glaube ja nicht, daß die Genannten so schlecht sind, aber vielleicht mache ich eine Entdeckung.
Wolfgang Herles „Dirgentin“ und Steven Uhlys „Adams Fuge“, gabs im Winter bei „Morawa“ oder „Frick“ im Abverkauf. Das Buch des großen Kritikers ist sicher interessant, weil seine Kollegen ja schon schrieen „Ätsch, nicht so gut!“ und von „Adams Fuge“ habe ich beim Frankfurt Surfen einmal was gehört. So ist es mir auch mit Chirbes „Krematorium“ und Schischkins „Venushaar“ gegangen, auf den Chirbes, den ich im „Wortschatz“ gefunden habe, bin ich glaube ich 2008 durch das Frankfurter blaue Sofa gekommen.
Der Schichkin sitzt auch immer darauf und dann finde ich die Bücher, nehme sie mir und freue mich auf das Lesen, denn ich bin ja sehr interessiert und habe einen breiten Büchergeschmack.
„Annuschka Blume“ gabs um zwei Euro beim Morawa, die Milena Michiko Flasar im Bücherschrank, Anita C.Schaubs „Krause Haare“, hatte der „Frick, um einen Euro mit ein paar anderen schönen Arovell-Büchern anzubieten.
Dann habe ich mir im März vom Alfred den neuen Köhlmeier und Robert Schindels „Der Kalte“ schenken lassen, beides Frühlingsbestseller. Die Doris Knecht hat mir der Alfred auch noch dazu gebracht. Und zwei Bücher von der Andrea Grill gibt es auch zu Lesen. Eines habe ich gefunden, eines um zwei oder drei Euro beim „Frick“ gekauft.
„Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ und Thomas Sautners „Fremdes Land“ gabs im Schrank und dann bin ich ja Anfang Juli noch einmal über einen „Morawa-Flohmarkt“ gestolpert, wo es unter anderem, sehr schöne „Haymon-Bücher“, wie den „Herrn Faustini“ und von Christoph W. Bauer gab, auf die ich mich schon freue.
Also wird es sicher ein sehr schönes Herbstlesen werden. Auf ein Residenz-Buch kann ich noch warten und die neue Eva Rossmann soll ich auch bekommen. So daß ich, wenn wir dann in November eine Woche nach Ungarn fahren, eine dicke Büchertasche mitnehmen und einen Lesemarathon machen kann, denn einige der Herbstbücher wie der Schindel, der Köhlmeier, der Chirbes, der Schischkin, etc sind ja sehr dick.
Im September gibts wieder eine „Eine Stadt-eine Buch Aktion“ mit T.C. Boyes „Amerika“, das kommt auch auf meine Leseliste und wenn sichs ausgeht auch noch die Geburtstagsbücher.
Obwohl ich mir diesmal gar nicht so viel wünsche, aber natürlich was im Kopf habe, falls mich jemand fragt. Der Jan Kossdorf mit „Kauft Leute“, wär zum Beispiel so eine Option. Ansonsten habe ich gedacht, daß ich, wenn ich heuer die Longlist-Leseproben-Anthologie bekomme, im Vorjahr ist sie trotz Anfrage nicht gekommen, diese wenn möglich bis zum vierzehnten September oder bis zur Bekanntgabe des Gewinners lesen und meine Prognosen stellen könnte. Leseproben gibts aber auch im Netz und da habe ich mich vorhin durchgewühlt und beim Reinhard Jirgl die Entdeckung gemacht, daß das Buch aus lauter Anmerkungen und Fußnoten bestehen dürfte, also schwer zu Lesen ist und ich dachte schon, da hätten wir einen Shortlist-Kanditaten, weil ja Büchner-Preisträger.
Bisher habe ich die Anthologien ja nicht wirklich gelesen, obwohl ich die von 2009,2010 und 2011 habe und den „Jung und Jung“ habe ich inzwischen auch gefragt, ob er mir nicht Nellja Veremejs „Berlin liegt im Osten“ schicken könnte?
Das müßte reichen, um informiert zu sein und ich finde meinen Büchermix aus Krimis, da gibts ja noch den angeblichen Margareten-Lokalführer von der Edith Kneifl „Schön tot“, ChickLits, experimenteller und alter bzw. neuer Literatur auch sehr spannend.
Freue mich auf den Herbst und neue Pläne, jetzt endlich den ultimativen Roman über eine Büchersammlerin zu schreiben, der sitzt, habe ich natürlich auch…
Und bevor ich es vergesse, bei den ausrangierten Bücher, die die Anna dem Alfred gegeben hat, war auch der James Joyce dabei. Aber wann werde ich ihn lesen? Vielleicht geht es sich zwischen Weihnachten und Neujahr aus, wenn die 2013 Liste gelesen ist, denn bis 2025 ist ja alles vorgeplant.

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