Literaturgefluester

2013-08-27

Alpha-Shortlist

Filed under: Uncategorized — jancak @ 13:42

„Die Shortlist für den Alpha Literaturpreis“ steht fest. Aus fünfundsechzig Einreichungen, hat die Jury (die, glaube ich, aus Mitarbeitern der Hauptbücherei besteht) neun Werke für den Preis nominiert“, steht auf der Seite des Hauptverbandes.
Und Stammleser, soferne ich welche habe, wissen es, daß damit ein Trauma verbunden ist, seit ich vor drei Jahren in der Zeitschrift „Buchkultur“ im Veranstaltungskalender die Einladung zur Preisverleihung im Studio 44 am Rennweg gefunden habe und hingegangen bin. Es war eine sehr schöne Veranstaltung, mit einer Lesung der drei Finalisten und einem tollen Abendessen. Thomas Stangl hat gewonnen, das Buch durfte man sich mitnehmen und weil ich den Eindruck hatte, daß das eher eine geladene Veranstaltung war, habe ich, als ich im Jahr darauf, die Info wahrscheinlich bei buecher.at gefunden habe, hingeschrieben und mit dem Hinweis auf das „Literaturgeflüster“ um eine Einladung gebeten. Keine Antwort. Die Zeitschrift „Buchkultur“ habe ich auch irgendwie nicht gefunden und auf der „Alpha-Seite“ stand keine Uhrzeit. An dem Tag, weshalb ich auch mein Geburtstagsfest auf den Samstag verschoben habe, war auch die KritLit. Ich habe überall herumgefragt, wann das beginnen könnte, „Um sieben!“, haben die meisten geantwortet. Dann war das Hinkommen von der Donau noch ein bißchen schwierig, weil die U-Bahn langsam, so daß ich ca zehn nach sieben gerade noch den Julian Schutting hineinhuschen sah und als ich das auch wollte, hat man mich hinausgeschmissen, weil nur mit Einladung, obwohl in der Zeitschrift „Buchkultur“, die ich dann doch fand, wieder genau dasselbe stand.
Der Herr, der mich hinausgeschmissen hat, sagte mir noch „Das nächste Mal bekommen Sie eine Einladung!“, die ebenfalls nicht kam und auf meine Briefe und Mails mit dem Hinweis auf die Zeitschrift „Buchkultur“ hat man mir ebenfalls nicht geantwortet.
Im Jahr 2011 hat Anna-Elisabeth Mayer mit „Fliegengewicht“ gewonnen und war dann auch bei der „Buch-Wien“ zu sehen.
Im Vorjahr war die Veranstaltung an einem Donnerstag, wo ich eine fixe Stunde hatte, also kein Ärgern und nachgeschaut, daß Milena Michiko Flasar mit „Ich nannte ihn Krawatte“ gewonnen hat, denn die versprochene Einladung ist natürlich nicht gekommen, obwohl der Preis, glaube ich, für sein tolles Kultursponsering auch einen Preis gewonnen hat.
Ich habe einen Brief geschrieben, auf dem auch keine Antwort kam, aber bei der „Buch-Wien“, den Herrn vom „Casino Austra“ die Zeitschrift „Buchkultur“ in die Hand gedrückt. Ein jüngerer Herr hat sich dann neben mich gesetzt und gemeint, er würde sich um die Sache kümmern.
„Aber seien Sie nicht bös, wennn Sie keine Einladung bekommen, weil nur für geladene Gäste!“, aber das wurde mir ja versprochen und ich kann ja eine Einladung bekommen, ich blogge ja auch darüber…
Vielleicht nehmen sie für heuer wenigstens die Ankündigung aus der Zeitschrift „Buchkultur“ heraus, was mir Nils Jensen auch schon zweimal versprochen hat, sich darum zu kümmern und wenn heuer, wie ich auf der Seite lese, die Veranstaltung in am 11. November, zwei Tage nach meinem sechzigsten Geburtstag ist, werde ich wahrscheinlich mit dem Alfred, der Anna und der Schwiegermutter in Ungarn sein, vielleicht die „Valerie Fritsch“, die „Marjana Gaponeko“ oder den „Robert Schindel“ lesen und mich nicht mehr darüber ärgern, denn inzwischen habe ich mich noch ein bißchen mehr aus dem Literaturbetrieb zurückgezogen, in dem ich ohnehin nie drinnen war.
Soweit aber schon, daß ich jetzt darüber bloggen werde, denn die sogenannte Shortlist ist ja sehr interessant und sogar eine so gute österreichische Literaturkennerin, für die ich mich halte, findet einiges Unbekannte.
Ein bißchen zu den Regeln, ich glaube, da kann jeder Österreicher oder der dort lebt bzw. publiziert, einreichen, der noch nicht mehr als drei Bücher hat, ist also ein sogenannter Newcomerpreis.
Zuerst schaut sich die Hauptbücherei die Einreichungen an, filtert dann die Shortlist heraus, aus denen Josef Haslinger und Gabriela Madeja etc, drei Namen aussuchen, die zur Gala eingeladen werden, wo jeder sieben Gäste, samt Verleger mitbringen darf und dann der Gewinner bekannt gegeben wird.
Gabriele Madeja und Josef Haslinger, könnte ich also noch anweinen, wenn ich sie sehe. Aber Scherz beiseite, ich muß nicht überall sein, kann auch selber lesen, die Bücher finden auch sehr leicht zu mir und essen tue ich am Abend inzwischen ohnehin nichts mehr.
Wer sind also die neun Auserwählten und wie stehe ich zu ihnen?
Da gibts einmal Barbara Aschenwald „Omka“, die ein Geheimtip sein dürfte, weil das Buch an mir bisher ziemlich vorbeigegangen ist. Als ich mich aber bei „Literatur und Wein“ im April mit dem Lehrer aus Retz unterhielt und der Alfred fragte, ob er der Anna ein Buch kaufen soll und ich ihn „Welches?“ fragte, hat er mir das empfohlen.
Wäre also ein Gewinn wenn es auf die Shortlist käme oder vielleicht sogar gewinnt, denn auf die „Buch-Wien“ werde ich ja wahrscheinlich kommen und da dürfen alle zuhören, die dort sind. Barbara Aschenwald wurde 1982 in Schwarz in Tirol geboren und ist, wie in Wikipedia steht, Autorin von Lyrik, Prosa und Hörspielen und bisher, wie beschrieben, eher an mir vorbeigegangen.
Mit Harald Darer und seinem bei Picus erschienen Roman „Wer mit den Hunden schläft“, ergeht es mir, glaube ich, ähnlich, auch das ist bisher an mir vorbeigegangen und wäre also ein Gewinn eine Lesung daraus zu hören.
Isabella Feimer kenne ich vom vorigen „Bachmannpreis“ und habe auch eine Zeitlang ihren Blog verfolgt, auf dem sie auch auf das Erscheinen ihres neuen Buches hingewiesen hat, dieses „Der afghanische Koch“ ist aber auch bisher an mir vorbeigegangen. Das heißt, ich war auf keiner Lesung und habe nichts im Radio daraus gehört. Also wieder interessant.
Valerie Fritsch kenne ich ebenfalls, seit sie den „FM4 Literaturpreis“ gewonnen hat und habe auch ein bißchen bezüglich ihrer Aufnahme in die GAV mithelfen können. Ich war einmal bei den fast legendären „Textvorstellungen“, wo sie von Angelika Reitzer präsentiert wurde. Eine junge starke Grazer Stimme, ihr Buch „VerköperungEN“ habe ich inzwischen im Schrank gefunden und steht auf meiner Leseliste. Das nominierte Buch „Die Welt ist meine Innerei“ ist mir dagegen unbekannt.
Mit Marjana Gaponeko geht es mir ähnlich. Die ukrainische Autorin stand, glaube ich, schon mit „Annuschka Blume“ auf einer der „Alpha Shortlists“, das Buch habe ich inzwischen auch gefunden und kann es im November lesen.
„Wer ist Martha“ im vorigen Jahr erschienen, wurde prominent überall besprochen, so daß ich mich freuen würde, wenn sie den Preis gewinnt und ich das Buch bekäme.
Hasan Ali Ider „Dschihad für Lila“, mir völlig unbekannt und also eine Neuentdeckung oder habe ich von dem Buch vielleicht doch schon irgendwann im Radio gehört?
Bei Pyotr Magnus Nedov, „Zuckerleben“, Dumont, geht es mir ähnlich, nie davon gehört. Dafür kenne ich natürlich Julya Rabinovich, die es in den letzten Jahren fulminant geschafft hat im österreichischen Literaturbetrieb aufzusteigen.
Mit ihrem Herzbuch war sie, glaube ich, schon voriges Jahr auf der Shortlist. Jetzt ist sie mit der „Erdfresserin“ darauf und das Buch, aus dem sie beim Bachmannlesen, glaube ich, einen Ausschnitt las, würde ich auch sehr gerne finden, also halte ich ihr als Gewinnerin sehr fest die Daumen oder bin wenigstens dafür, daß sie in die Finalrunde kommt.
Cordula Simon kenne ich auch seit einem Jahr. War im Literaturhaus ja einmal bei einer Lesung aus dem „Potkemischen Hund“, wo sie mit Susanne Gregor las, die im Vorjahr bei den Finalisten war.
Jetzt ist bei „Picus“, glaube ich, schon das zweite Buch erschienen, „Ostrov Mogila“, das sich manche auf die Longlist des dBp wünschten, aus dem sie auch beim „Bachmannpreis“ gelesen hat.
Eine spannende Auswahl und da ich im „Literaturgeflüster“ natürlich meine Meinung sagen kann, tippe ich auf Marjana Gaponeko für den Preis und könnte mir Julia Rabinowich, Cordula Simon, Barbara Aschenwald, Valerie Fritsch in der Schlußrunde vorstellen, aber das sind schon mehr als drei, ich weiß, ich bin immer ein bißchen unersättlich und die mir unbekannten Männer habe ich jetzt ausgelassen und sind sicher auch sehr interessant.
Also schauen wie es weitergeht? Ob diesmal eine Einladung kommt und ob der Preis immer noch in der Zeitschrift „Buchkultur“ ohne den Hinweis, daß man dazu eine Einladung braucht, angekündigt ist?
Es gibt auch noch was Neues für die Veranstaltung, nämlich ein „Green Event-Programm“, wer mit der Straßenbahn hinfährt, bekommt den Rückfahrschein, was mich auch nicht träfe, weil ich meistens zu Fuß gehe und abschließend möchte ich noch einmal erwähnen, daß man seine Versprechen halten und auf Briefe oder Mails antworten soll! Zumindest nehme ich das für mich so heraus!
Peter Henisch möchte ich ganz herzlich zu seinem siebzigsten Geburtstag gratulieren, der jetzt ein neues Buch bei Deuticke herausgebracht hat und Wolfgang Herrndorf, der mit „Sand“ auf einigen Buchlisten nominiert war und von dem ich „In Plüschgewittern“ gelesen habe, ist, wie ich gerade auf http://www.buecher.at gelesen habe, in der Nacht seinem Hirntumor erlegen, bzw. hat er sich selbst am Hohenzollernkanal erschossen.

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2 Kommentare »

  1. Von der Existenz dieses Preises habe ich heute zum ersten Mal gehört, während Du, liebe Eva, ja schon viel Erfahrung damit sammeln durftest. Ich habe herzlich gelacht über Deine Erlebnisse mit der Abschlussgala.
    Deinem Resümee zum Preis konnte ich entnehmen, daß Flasar im letzten Jahr gewonnen hat, was mich sehr freut, denn ich war enttäuscht, daß sie beim Deutschen Buchpreis 2012 nicht auf die Shortlist kam.
    Die Shortlist des Alpha-Preises finde ich sehr interessant, außer den Bachmann-Bewerberinnen kenne ich bisher keinen der Autoren. Das will ich allerdings unbedingt nachholen.
    Von Iders Roman hatte ich allerdings wie Du im Radio schon gehört.

    Kommentar von atalante — 2013-08-28 @ 12:15 | Antwort

  2. Na ja, für mich war das nicht so lustig, obwohl der Humor ja sicher eine sehr gute Bewältigungs- und Abwehrstrategie ist, die helfen kann, über Ärgerliches hinwegzukommen.
    Ich denke der „Alpha-Literaturpreis“ ist vielleicht so etwas, wie der „österreichische Buchpreis“, den wir in diesem Sinn nicht haben, nur die Buchprämien vom Bundesministerium, obwohl er sich an jüngere Autoren, also an solche, die nicht mehr als drei Bücher haben, wendet. Den ersten Pres hat Thomas Stangl gewonnen, der jetzt ja wieder auf der Longlist des dBP steht und von dem ich gestern im Radio hörte, daß er der unbekannteste der vier Österreicher ist.
    Milena Michiko Flasar hat das letzte Mal gewonnen. Ich habe sie vorher in der Hauptbücherei und in Leipzig und nacher auf der Buch-Wien gehört und jetzt stehen, glaube ich, auch interessante Bücher auf der Shortlist und würde da vor allem Julya Rabinowich und Mirjana Gaponeko sehr empfehlen.
    Freut mich, daß ich zu einem eigenen Artikel veranlassen und die Kunde vom „Alpha“ sozusagen Deutschland hinaustragen konnte, wenn die mich schon nicht lesen und rätseln wir auch hier, wer gewinnt!

    Kommentar von Eva Jancak — 2013-08-28 @ 13:32 | Antwort


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