Literaturgefluester

2013-09-02

Männerfallen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 07:11

„Männerfallen“ ist der fünfzehnte „Mira-Valensky-Krimi“ von Eva Rossmann und juchu, vierzehn habe ich davon gelesen, da mir der Alfred die Bücher sehr lang zum Geburtstag oder zu Weihnachten kaufte.
„Evelyns Fall“ habe ich als Rezensionsexemplar bekommen.
„Unterm Messer“ nicht mehr, das hat mir dann der Alfred bei einer sehr überfüllten Krimi-Nacht, bei der ich mich regelrecht in das Cafe Landtmann drängte, gekauft.
„Unter Strom“, der vorletzte Krimi ist dann an mir vorbeigegangen.
Die 1962 geborene Verfassungsjuristin und Sachbuchautorin in Frauenfragen, hat inzwischen auch ein anderes Buch in einem anderen Genre „Krummvögel“ geschrieben und bei der letzten „Rund um die Burg“ daraus gelesen und jetzt ist wieder ein Krimi von ihr erschienen.
Scheint Eva Rossmann ja eine sehr fleißige konsequente Schreiberin zu sein, die immer aktuelle Themen aufzugreifen versucht.
Bei ihrem ersten „Walhlkampf“ haben wir einmal sogar gemeinsam bei dem Poetenfestival in Raabs gelesen. Ich aus den „Wiener Verhältnissen“ mein erstes DigiBuch, inzwischen gibt es dreißig selbstgemachte Bücher und fünfzehn Mira Valensky Krimis, die sich mit der Kosmetikindustrie, dem Kochen, dem Wein, der Armut etc auseinandersetzten.
Sehr aktuelle Themen halt, die Eva Rossmann und das war ein bißchen meine Kritik an den zwei letzten Büchern, die ich gelesen habe, nach demselben Schema aufarbeitete, so daß die Pause vielleicht ganz gut tat, denn „Männerfallen“ hat mir wieder sehr gut gefallen und ich würde es nach „Freudsche Verbrechen“, nach wie vor mein Valensky Hit an zweiter Stelle setzte, obwohl mich die gute Mira mit ihren vielen Fragen anfangs etwas nervte und ich mich auch nicht so genau auskannte, wie das nun mit der Frauengewegung zu verstehen ist?
Damit man mich jetzt nicht mißversteht, ich werde im November sechzig, nicht fünfzig wie Eva Rossmann ist und Mira im Buch langsam wird und habe von der Auf-Gründung und den Siebzigerjahren einiges mitbekommen, auch wenn ich nicht immer ganz aktiv dabei gewesen bin und nicht sehr oft ein Transparent in der Hand hielt.
Jetzt ist die Mira jedenfalls fast fünfzig und drängt sich zu Beginn des Buches im Museumsquartier, um bei einer Veranstaltung des Autors Thomas Pauer, dem mit „Sei ein Mann“ ein Bestseller gelungen ist, in dem er von der Unterdrückung der Männer spricht und immer wieder betont, wie stark seine Frau ist, weil sie sich traut, bei den Kindern zu bleiben, hineinzukommen. Was nicht so einfach ist, denn es drängen sich hunderte Frauen um einen Platz, stoßen und bedrängen Mira, so daß sie schließlich von einem Bodyguard zum Interview geführt wird.
Die Stimmung scheint Mira auch nervös zu machen, denn sie schickt den Fotografen, der sie begleiten soll, weg, interviewt dann den Autor, lernt die Verlegerin Farah Seifriedkennen, die nach Farah Diba heißt. Kocht ihrem Oskar dann was zu essen, aber vorher trifft sie noch Jana, die Tochter ihrer Freundin Vesna bei „frauen.com“ und eine kleine Demo mit Frauen die Transparente in die Höhe halten gibt es auch.
Die Anführerin ist Maggy Körmer, eine Rothaarige zwischen fünfzig und sechzig, die schon in den bereits erwähnten Siebzigerjahren dabei war und als radikale Feministin gilt.
Sandra Alman ist dagegen die Leiterin von „frauen.com“ und irgendwann wird Mira von Maggy Körmer zu einem Hotel gerufen, weil dort Thomas Pauer eine Studetnin, die ihm wegen einer Hausarbeit interviewen wollte, vergewaltigt haben soll.
Die Studentin sitzt halbnackt im Foyer und verschwindet dann, die Verlegerin gibt am nächsten Tag eine Pressekonferenz und stellt sich hinter ihrem Autor und Mira Valensky bekommt heraus, daß der zum zweiten Mal verheiratet und eigentlich ein Österreicher ist, obwohl er überall als Deutscher gilt.
Die Presse berichtet in ihrem Sinn und erklärt Nicole Moser, die Studentin zu einer radikalen Feministin, die sich dann im Waldviertel versteckt und von Maria, Vesna und Jana in sehr abenteuerlichen Umständen aufgesucht wird.
Inzwischen schickt auch Thomas Pauer ein Mail und lädt Mira zu einem Poetenfestival nach Sardinien, wo er ihr ein Interview geben will, seine Verlegerin ist dagegen und scheint überhaupt viel militanter als ihr Autor zu sein, der offenbar gar nicht so sexbesessen ist, wie er sich in seinen Büchern darstellt und auch keinen Überblick über alle seine Interviews hat.
Mira trifft ihn jedenfalls beim Joggen, wo sie sich am Bein verletzt und sie ist auch Zeuge eines Streits zwischen ihm und der Verlegerin, bzw. bekommt sie einen wütenden Anruf von seiner zweiten Frau mit.
Bei der Schlußveranstaltung des Festivals outet sich Pauer auch, daß er in Wirklichkeit ein anderer ist und, daß sich vieles ändern wird und wird am nächsten Tag, wir sind inzwischen auf Seite hundertsiebenundneunzig angekommen und fragen uns, wo die Leiche bleibt, tot an der Stelle aufgefunden, wo sich auch Mira ihr Knie verletzte.
Die fährt wieder zurück nach Österreich, sucht Nicole, die sie auch in Sardinien zu sehen glaubte, Maggy Körmer war mit ihren Trasparenten ebenfalls dort und findet sie im Krisenzimmer von „frauen.com“, wo sie von Sandra Alman versteckt wurde.
Nicole gesteht, daß die Vergewaltigung gar keine war und sie den Mann eigentlich hereinlegen wollte, der sich aber nicht hineinlegen ließ und wird dann, während alle nach der Verlegerin als Täterin, die sich das Heft nicht aus der Hand nehmen wollte, suchen, in einer Berghütte in Kärnten ebenfalls fast ermordet und ich habe einen spannenden sanften Krimi gelesen, der wieder auf auf viele Mißstände und auch ein wenig auf das Verlagsgeschäft aufmerksam macht.
Das Poetenfestival in Gavoi scheint es wirklich zu geben. Eva Rossmann scheint dort einmal eingeladen gewesen zu sein und als sie dort nach „Shades of Grey“ fragte, scheint ihr die Idee gekommen zu sein, den Stand der Frauenbewegung 2013 und wie weit sich die Frauen von starken blauäugigen blonden Männern immer noch manipulieren lassen, zu hinterfragen?
Kochrezepte gibt es auch wieder ein paar finden und die Geschichte, daß angeblich so starke sexbesessene Männer auch manchmal von Frauen hereingelegt werden können, haben wir ja wahrscheinlich vor kurzem bei Dominic Strauss-Kahn erlebt. Alles ist relativ und so habe ich das Buch spannend, frisch und originell empfunden, darf dem „Folio-Verlag“ für die Zusendung des Rezensionsexemplars danken und wie gewünscht auf die Veranstaltungen hinweisen, bei denen das Buch vorgestellt werden soll, eine davon wird die Wienerkriminacht am 17. September sein.

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