Literaturgefluester

2013-10-22

Über Bulgarien

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:57

Ilija Trojanow hörte ich im Morgenjournal, hat sich in einem neuen Buch Bulgarien angenähert, eigentlich hörte ich, schon im April bei „Buch und Wein“ in Krems davon und noch eigentlicher ist es ein Fotbildband, der da Montagabend in der „Alten Schmiede“ vorgestellt wurden, mit Fotos des Ostdeutschen Christian Muhrbeck, der mit der Idee zu einem Buch bei Ilija Trojanow anfragen ließ und der hat dann zu den Fotos neun Textstrecken verfaßt und am aller eigentlichsten habe ich nicht gedacht zu der Veranstaltung zu kommen, da eine achtzehn Uhr Stunde und es ja keine Kurzstreckenfahrscheine mehr gibt.
Dann hat die Klientin aber abgesagt und ich war baß erstaunt, als ich nach dreiviertel den Kellersaal betrat, weil so viele Leute und fast kein Platz mehr zu bekommen.
Wahrscheinlich haben die alle Morgenjournal gehört oder mögen Fotobände und Bildstrecken, ein Teil der bulgarischen Gemeinde war wohl auch dabei und die anderen mögen Ilija Trojanow und der hat als Kind Bulgarien verlassen, um mit seinen Eltern nach Kenia und später nach Nairobi zu gehen. Mumbai war, glaube ich, einer seiner Wohnorte und Kapstadt. Dann kam er nach Wien, wo er seither lebt und ich glaube, daß ich ihn bei einer der letzten „Literaturen im März“, wo das Thema Südafrika, wo er, glaube ich, auch kuratierte, kennenlernte.
Dann erschien der „Weltensammler“, der Alfred schenkte mir das Buch zu Weihnachten und ich habe es sogar gelesen, obwohl mich das Thema nicht so besonders interessierte. Habe einmal von „Wien live Karten“ für eine Filmpremiere im Margaretner Filmkasino „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ gewonnen, wo ich nach der Vorstellung mit Ilija Trojanow und Josef Haslinger sprach und mich, glaube ich, nicht mit den beiden für meinen Blog fotografieren ließ. Das Buch „Eistau“ ist vor zwei Jahren auch erschienen und wurde in der „Alten Schmiede“ vorgestellt und bei einem utopischen Projekt im „Augarten-Radius“ habe ich Ilija Trojanow auch gehört. Die Buch-Wien hat er, glaube ich, auch einmal eröffnet und Herta Müller 2009 bei der Literatur im Herbst vertreten.
Jetzt also der Band nicht über sondern von Bulgarien oder war es umgekehrt, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erklärte. Es gab eine Leinwand und für mich nur weit hinten einen Platz, sonst sitze ich ja gerne in der ersten oder zweiten Reihe. Dann erfolgte bulgarische Musik und die Fotos, die den Betrachter, wie Kurt Neumann ebenfalls erklärte, in das Geschehen hineinziehen würden, der auch noch auf Zusammenhänge zwischen den Bildern und den Texten hinwies.
Ilija Trojanow las vier Stücke von den neun. Das von dem Berg Tepe und dem Arbeiter, der dann an TBC oder was auch immer stirbt, habe ich, glaube ich schon in Krems gehört. Dazu wurden zum Thema passend, Partezetteln präsentiert und vorher gab es eine Art Familiensaga.
„Wenn ich erst meine Papiere habe, bin ich weg!“, sagt oder schreibt der kleine Bruder und auch viel über seine Brüder und Schwestern.
Eine Foto und Textstrecke war den müllsammelnden Roma gewidmet, die auch auf Hochzeiten spielen und dafür gutes Trinkgeld bekommen. Eine anderen dem Priester, der Litaneiartig sein Gebet an den Herrn absendet und ihm um Verzeihung bittet, daß er früher bespitzelt habe, der Bischof hat es ihm aber befohlen.
Kurt Neumann wollte dann noch wissen, wie ein solches Buch zustande kommt? Christian Muhrbeck hatte die Idee und die Fotos dazu und ist mit Ilia Trojanow noch viel durch Bulgarien gereist, um nachzurecherieren und eine Dame wollte wissen, ob die Betroffenen die Fotos und das Buch gesehen haben?
Den nicht so Mächtigen eine Stimme geben, war auch so ein Satz der öfter vorgekommen ist und, daß sich der Faule eine Ausrede für seine Faulheit sucht.
Eine andere Frage war, wieso das Buch „Wo Orpheus begraben liegt“ heißen würde?
„Lesen Sie das Buch!“, verwies Kurt Neumann schon prophylaktisch auf den Büchertisch. Aber Orpheus, der angeblich neben der Müllsammlung neben der sein Museum liegt, begraben ist und außerdem noch in sieben Dörfern geboren wurde, schwimmt ja in Bulgariens größten Fluß und singt seine schönen Lieder und kann in folgedessen gar nicht begraben sein.
Trotzdem scheint die bulgarische Tourismusindustrie davon zu leben und nun gibt es auch ein Buch mit neun Texten und eindrucksvollen schwarz weiß Fotografien, das diesen Namen trägt und dem Unbedarften Bulgarien näher bringen kann.
Ich bin übrigens 1997 zweimal durchgefahren, als wir mit der kleinen Anna in die Türkei wollten und in den schönen Büchern der „Edition zwei“ kann man auch davon lesen. Über Teodora Dimovas „Die Mütter“ habe ich einmal im Rahmen des „Lesezirkels“, den es nicht mehr gibt in der Hauptbücherei referiert und dabei Angelika Reitzer persönlich kennengelernt.

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4 Kommentare »

  1. Hallo Literaturgeflüster. Ich hätte diesen Beitrag so gerne gelesen, aber die Sätze sind wirklich lang. Ich schaffe es einfach nicht durchzuhalten. Schade, weil das Thema hätte mich wirklich interessiert. Hab gerade ein Buch gelesen, dass von Ilja Trojanow entdeckt worden ist. Ich selbst hab keine Ahnung vom Schreiben, also sei bitte nicht gekränkt über die Rückmeldung. LG Xeniana

    Kommentar von Xeniana — 2013-10-22 @ 07:48 | Antwort

    • Sind sie das? Uje, uje, ich hör das immer wieder, obwohl mir das diesmal eigentlich nicht aufgefallen ist. Muß ich wohl besser aufpassen, umso mehr, da ich erst vor ein paar Wochen von dieser Pisa Studie für Erwachsenen hörte, daß viele Leute nur mehr sehr kurze Sätze verstehen.
      Tut mir leid, denn es war eine sehr interessante Veranstaltung und ich denke mir immer, wenn ich bei jemanden, wie zum Beispiel bei Ilija Trojanow bei mehreren Veranstaltungen war, ich will das zusammenfassen und dann wirds vielleicht zu lang. Ich schaue es mir noch an, ob ich was verkürzen kann und vielleicht hilft es auch die verlinkten Artikel zu lesen.

      Kommentar von Eva Jancak — 2013-10-22 @ 08:16 | Antwort

      • Ich mag die Themen über die du schreibst. Vielleicht liegt es an meinem turbulenten Alltag , dass ich so lange Sätze einfach nicht mehr entschlüsseln kann. Oder es liegt an der schulbildung:) Also an meiner:)
        Grundsätzlich finde ich lange Texte nicht schlecht…naja ich bin da jetzt öfter drüber gesolpert und dachte ich melde es dir einfach mal zurück.

        Kommentar von Xeniana — 2013-10-22 @ 14:09

  2. Der Kommentar war schon okay, ich höre das ja öfter, daß ich zu lang, zu verschachtelt, zu unverständlich schreibe und denke, es betrifft auch das Medium, wahrscheinlich lockt das Internet zum Drüberschauen und es ist auch ambivalent.
    Denn wie macht man es über seinen Schatten zu springen? Irgendwie scheine ich das nicht zu schaffen, sonst kämen nicht immer die gleichen Kommentare.
    Einerseits will ich es ja besser machen, andererseits auch authentisch sein. So habe ich beim Drüberschauen entdeckt, daß ich gar nicht so viel kürzen wollte, nehme mir aber den Ratschlag mit, wenn es zu verschachtelt ist, lesen es die Leute nicht und das ist ja etwas, was man vermeiden sollte.
    Vielen Dank für das Interesse, die Kommentare und die „Gefällt mir-Meldungen“.
    Vielleicht schreiben wir uns wieder!

    Kommentar von Eva Jancak — 2013-10-22 @ 14:16 | Antwort


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