Literaturgefluester

2013-10-23

Wenn die Banken fallen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:52

Die Theodor Kramer Gesellschaft lud zur Buchpräsentation in den Kassensaal der österreichischen Nationalbank, denn Karl Autschs 1968 erschienenes Buch „Wenn die Banken fallen – Zur Soziologie der politischen Korruption“, wurde neu aufgelegt, bzw. von Alexander Emanuely und Brigitte Lehmann mit einem Vorwort von Ferdinand Lancina herausgegeben.
Ich war schon einmal bei einer Buchpräsentation in der Nationalbank vor zwei Jahren, als Peter Rosei sein Buch „Geld“ vorstellte, auch jetzt ist das Thema passiend, wie Ewald Nowotny, der Gouverneur der Nationalbank, der eröffnete, feststellte, erzählte, daß er das Buch gern gelesen hat und es dann herborgte und nie mehr zurückbekam und dann lautstark mahnte, daß es nie mehr zu einer Bankenkrise kommen darf.
Ja, die Bankenkrise ist ja irgendwie jetzt auch genau fünf Jahre alt und damals kursierte im Internet und in meinen noch sehr jungen Blog, ein gefälschtes Gedicht von Kurt Tucholsky, das auch mit „Wenn die Börsenkurse fallen“ begonnen hat.
Das hat aber nur am Rande etwas damit zu tun, denn die Theodor Kramer Gesellschaft beschäftigt sich ja mit Exilforschung und der 1893 geborene Karl Autsch, der im Programm als führender Sozialist jüdischer Herkunft beschrieben wurde, emigirierte auch 1937 nach England, vorher war er Redakteur der Arbeiterzeitung und hat im „Kleinen Blatt“ geschrieben, seine Frau hat dort ebenfalls Kindergeschichten verfaßt, Oscar Pollak hat ihn dann nach 1945 zurückgeholt, wo er den Wirtschaftsteil der AZ aufbaute und dann einige Bücher aus seinen Artikeln machte, dieses Buch schieb und 1976 starb.
Das Podium bestand aus Alexander Emanuely und Brigitte Lehmann, die ich von meinen Studtententagen kenne, weil sie die Schwester einer der Freundinnen, meiner Freundin Elfi ist, die den Lebenslauf von Karl Autsch erzählte, vorher erzählte noch Franz Hausjell etwas über sein Studium, seine Zeit beim Extrablatt, die Exilforschung und, daß Oscar Pollak, als er aus dem Exil zurückgekommen ist und die Arbeiterzeitung übernommen hat, zuerst einmal alle die von 1934 bis 1945 dort tätig waren, hinausgeworfen hat.
Helene Schuberth von der Nationalbank erzählte, daß das Buch von Karl Autsch sie zu einem Ökonomiestudium veranlaßt hat und etwas zu der Sitation der Zwanzigerjahre, dann kam der ehemalige Finanzminister Ferdinand Lacina und setzte fort.
Die Fragen aus dem Publikum wandten sich vor wiegend an Ferdinand Lacina und wollten wissen, ob die Banken Geschäfte machen sollen?
Dann gab es ein Buffet und das Buch verbilligt, statt um dreißig um vierundzwanzig Euro zu kaufen.
Ich unterhielt mich mit Eva Brenner und Konstantin Kaiser, aß ein paar Brötchen und zwei kleine Obsttörtchen und habe wieder einmal etwas aus der österreichischen Zwischenkriegszeit gelernt.
Die Arbeiterzeitung, das Kleine Blatt und die sozialistische Frau, hat es im Haushalt meiner Eltern ja gegeben und ich habe sie gelesen, solange sie existierten, jetzt gibt es das alles schon längst nicht mehr.

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