Literaturgefluester

2013-11-02

Nanowrimo-Schwierigkeiten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:07

Die gibt es natürlich auch, gleich gestern Abend sind sie gekommen, prompt und zuveräßig, was täte ich auch ohne sie? Obwohl der gestrige Tag ja sehr gut angefangen hat. Ein Nanobericht am Morgen, dann mit etwas schlechten Gewissen, die fünfzehntausend Worte hineingestellt, die ich schon hatte, aber die anderen Teilnehmer, deren Statistik ich mitlese, haben auch ihre eigenen Regeln. Dann ist es zum Friedhof und in die Wachau, zu einer guten Fasansuppe, einer Rehleber und einem Mohnstangerl gegangen und danach habe ich, statt beim Nanowrimo in die Finger zu spucken, das Literaturgeflüster-Texte-Buch“ durchgesehen, keine Fehler gefunden, so daß es an die Druckerei gehen und vielleicht wirklich zum literarischen Geburtstagsfest fertig werden kann. Die erwartete Gästezahl haben wir jetzt auch durchgerechnet, ich schätze zwanzig, der Alfred liegt in seiner Schätzung höher. Danach habe ich die Vorschau in den Blog gestellt und war dann müde und in dieser Stimmung sollte man sich eigentlich nicht über den Nanowrimo setzen, das rät auch Anni Bürkl, die Nanowrimokummertante, aber das schlechte Gewissen plagte. Denn eigentlich habe ich bald nur mehr ab dem fünfundzwanzigsten Zeit und wie schaut das aus, wenn nach der Marathoneintragung nichts mehr dazukommt, wenn ich meine Statistik schon der Öffentlichkeit zugänglich mache? Ich mußte aber erst die dreißig Seiten durchsehen, weil ich außer der handgeschriebenen Szene zwölf keine wirklichen Pläne mehr hatte und da begann dann das Dilemma. Denn das, was ich da letzten Sonntag so rauschartig vor mich hingeschrieben habe, hat mir nicht mehr gefallen und wäre dringend zu überarbeiten.
Aber das soll man nicht beim Nanowrimo und außerdem würde ich die fünfzehntausend Worte so auf zehn oder zwölftausend reduzieren und was mache ich, wenn dann nichts mehr dazu kommt? Also auf die Seite der anderen schauen. Klaudia Zotzmann hatte auch schon an die zehntausend Worte, weil sie ihren Krimi vom Vorjahr überarbeitet und ich hatte ja noch eine Szene, aber die hat mir schon beim Konzipieren nicht gefallen und war außerdem ziemlich unlesbar. Also habe ich mich eine Weile damit gequält, sie dann gelöscht. Am zweiten Tag einen Minusstand von fünfundsiebzig Worten gehabt, denn es war schon nach Mitternach, als ich das tat und mir gedacht, daß ich mich in einem Nanowrimo-Widerspruch befinde, denn eigentlich will ich ja die Qualität, die mir ja angeblich fehlt. Vielschreiben kann ich schon, aber offensichtlich auch nicht immer, vor allem wenn ich mich selbst blockiere. Obwohl es für den Monat November oder die Zeit, die mir dafür zur Verfügung steht, vielleicht eine gute Idee wäre, mir meine zehn Erzählstimmen aufzuschreiben und einfach der Reihe nach eine Szene nach der anderen hinunterzuschreiben. Einen ungefähren Handlungsplan habe ich ja und genau nach Vorschrift nichts planen und nicht denken, um so wie beabsichtigt, den Zensor aus meinem Kopf zu bringen und der ist ja bei mir, glaube ich, besonders stark vorhanden. Hat mir ja Erich Klinger auch auf der letzten GAV-GV gesagt, ich mache auf ihn den Eindruck, als würde ich mich und mein Schreiben ständig verteidigen und das stimmt ja auch, weil der Schock, daß ich es nicht kann, obwohl ich es ja ständig tue, offenbar besonders tief in mir sitzt. So daß ich auch beim Nanwrimo, wo man das nicht soll und nicht braucht, ständig denke, ich kann es nicht! Also den Rest des Monats in der Zeit, die ich habe, einfach schreiben und ab Dezember dann korrigieren. Das ist im Sinn der Veranstalter und für mich auch gut, weil ich da zu einem Plot kommen kann.
Damit bin ich eingeschlafen, wieder aufgewacht und habe dann Szene zwölf noch einmal geschrieben. Ein bißchen den gordischen Knoten aufgemacht, habe damit siebzehntausendfünfhundert Worte, also einen Vorrat für zehn Tage und kann mich jetzt mit Marjanas Gaponeckos blumiger Sprache in die Badewanne legen, dann den Alfred am Markt treffen, ihm später im Garten helfen und am Abend vielleicht mein Konzept noch einmal durchgehen und dann mit dem Szenenschreiben beginnen, ganz egal, wie weit ich damit komme.

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