Literaturgefluester

2013-11-08

Sechzig Minuten aus dreißig Büchern

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:16

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Unter diesem Motto stand ja heuer mein literarisches Geburtstagsfest und das habe ich mir ein bißchen von Friedrich Hahn abgeschaut, der zu seinem Sechziger, glaube ich, etwas Ähnliches machte.
Zum fünfzigsten Geburtstag habe ich auch alleine gelesen, ob es fünfzig Minuten waren, weiß ich nicht mehr, aber so genau läßt sich das ohnehin nicht abchecken.
„Wie wirst du das machen?“, hat mich die Ruth Aspöck im Vorfeld gefragt, eine Idee wäre ja zwei Minuten pro Buch, aber das ist sicher zu verwirrend und da gab es ja auch noch mein
„Dreißig Fragen – Gewinnspiel“ und so suchte ich mir vor ein paar Wochen ein paar Lieblingsstellen aus, stellte dann meinen Bücherstapel vor den Lesesessel und wartete der Dinge, die kommen würden.
Ich bin bei meinen literarischen Geburtstagsfesten, die ich schon seit 1987 mache, immer aufgeregt, ob genügend Leute kommen, etc und leide bei den Absagen in letzter Minute entsprechend mit.
Am Anfang habe ich Salzstangerln gekauft, Aufstriche und Käsewürfeln. Dann hat der Alfred das Buffet gemacht, das schon ein ziemliches Ritual hatte und sehr begehrt war.
Zuerst Roastbeefbrötchen, Lungenbraten in Blätterteig, Lachs, Käse und dann Topfenstrudel. Aber diesmal war der Alfred wegen den WU-Umzug sehr im Streß und hat das Buffet an eine Christiane Wilfling vom „Basilicum“ ausgelagert, die Kürbissuppe, Lachscrepes, franz. Berglinsen im Porzellanlöffel, Mini Quiche, faschierte Bällchen und Schweinsbraten auf Bauernbrot, sowie Apfelkuchen und Mousse au Chocolat vorschlug und dann um sechs mit ihrer Tochter gekommen ist und im Spieltherapiezimmer das Buffet aufbaute.
Um halb sieben erschien Herr Blaha als erster und dann trudelten nach und nach die Gäste ein. Der Alfred hat für dreißig Leute bestellt. Soviel Leute fasst das Zimmer gar nicht. Es war aber sehr voll. Hat ja auch der Alfred ein paar Leute eingeladen und es sind auch von mir einige neue und einige alte Gäste gekommen. Die Lindners, die Maria und der Günther Heisler, Klaus Khittl, Ruth und Robert, die Iris, Anna Bartunek, Elfriede Haslehner mit ihrem Franz, die Trude Kloiber und und und.

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Die Anna hat selbstgemachte Cup Cakes mitgebracht und sie dann auch noch in sehr schönen Geschenksäckchen zum Mitnehmen hergerichtet.
Als Geschenke gab es viele Blumen und viele süße Sachen, aber auch ein paar Bücher, was ich ja besonders liebe. So Rentsiks „Mittelstadtrauschen“ von der Anna, Anna Migutsch „Die Welt, die Rätsel bleibt“, von Trude Kloiber und von dem Chemiker, den ich immer in der Wien-Bibliothek treffe, Yasushi Inoues „Das Jagdgewehr“.
Um dreiviertel acht habe ich alle ins Zimmer gerufen und zu Lesen angefangen, bzw. die Bücher hergezeigt, ein bißchen was dazu gesagt und auch ein paar der Gewinnspielfragen gestellt. Bei richtiger Antwort gab es dann ein Buch und dann die Szene, wo die Lena in die Sprechstunde ihrer Mutter aus „Lore und Lena“geht, die, wo der Krysztof Janocz vor der Oper die Arie des Cavaradossi aus der „Begrenzten Frau“ singt, die mit dem Johannes Schwarzinger aus „Tauben füttern“ und dann noch die Tanzstundenszene aus der „Frau aus der Bank“, gelesen.
„Kerstins Achterl“ habe ich weggelassen, ich habe ja seit dem damals die Kinder bei diesem Panaschgassen-Fest „Wann hört die endlich auf?“ fragten, bzw. der Bezirksvorsteher bei der „Margareten Art“ ungeduldig wurde, ein Trauma zu lang zu lesen und es war dann schon dreiviertel neun.
Robert Eglhofer hielt aber, während der Alfred das Buffet vom Kinderzimmer herneinholte, eine Laudatio, wo er den Vorworf vom zu viel, zu banal und zu wenig literarisch schreiben, den manche hegen sollen, zu widerlegen suchte und es gab dann noch sehr lange Gespräche, bei Wein und Sturm, so daß es wieder einmal, was ich nachher eigentlich immer sage, es war ein schönes Fest und weil es ja auch der achte Nanowrimotag gewesen ist, die erste Hanno Steiner Szene habe ich, nach dem ich die Sesseln für die Lesung hergeräumt hatte und bevor ich ins Literaturhaus zu den Fried-Tagen ging, korrigiert, es war die, die noch nicht passte. Jetzt habe ich sie um etwa fünfhundert Worte aufgepäppelt, so daß es doch einen kleinen Schreibfortschritt gibt und auch die Impression von den beiden betrunkenen Leuten hineingefügt, die ich hatte, als ich im September zu den Schnuppertag des Writersstudios ging und dann in einer der Übungen darüber schrieb.
Morgen gehe ich mit dem Alfred und der Anna zum „Umar“ Geburtstagsessen und dann zu den Erich Friedtagen ins Literaturhaus. Aam Montag ist das die „Alpha“-Festgala, für die ich mich in mein kleines Graues schmeißen werde und am Dienstag gehts dann zum Geburtstagsurlaub mit der Anna und der Oma nach Ungarn, es sind also rauschende Aktivitäten.

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5 Kommentare »

  1. Alles Liebe zum Geburtstag, liebe Eva! 😀

    Kommentar von buzzaldrinsblog — 2013-11-09 @ 11:25 | Antwort

  2. ja, noch einmal sorry, dass ich in letzter Minute absagen musste, aber…
    was aber?
    na aber ist aber!
    aberkadabra?
    vielleicht.
    vielleicht?
    ja, wieso?
    hm.

    auf jeden fall:
    noch einmal alles gute und liebe grüße!

    Kommentar von rudolf lasselsberger — 2013-11-09 @ 16:16 | Antwort

  3. Vielen Dank, war ein schönes Fest

    Kommentar von jancak — 2013-11-10 @ 18:02 | Antwort

  4. Als teilnehmen-dürfen habende Person melde ich mich mit einem späten, aber großen DANKESCHÖN… Danke für den feinen Abend, das tolle Publikum, die erlesenen Kulinaria und das ersprießliche Ambiente (wo viele Pflanzen und Bücher, da ist immer gut sein). Vor allem aber Danke für den 60-Minuten-Trip durch die dreißig Bücher – etwas, das mich echt verblüfft hat! Dieser Mix der verschiedensten, aus dem Zusammenhang gerissen Situationen, zusammengefügt zu einem improvisatorischen Ganzen, das hatte etwas so labyrinthisch Lebensechtes an sich, daß ich noch immer vermeine, einen zusammenhängenden Text gehört zu haben, Arbeitstitel: Das Leben, eine Collage. Lauter Konstellationen ohne klaren Anfang, mit ungewissem Ausgang, immer aber alles hier & jetzt, mittendrin! Das war an- und daher aufregend, das war wirklich ein Fest. Danke noch einmal und alles erdenklich Gute!
    Klaus Khittl

    Kommentar von Klaus Khittl — 2013-11-11 @ 18:12 | Antwort

    • Fein, daß es Ihnen gefallen hat, darf ich Sie jetzt schon als Lesender für das nächste Jahr wahrscheinlich mit Ruth Aspöck, Robert Eglhofer und mir als Lesenden einladen?

      Kommentar von jancak — 2013-11-11 @ 22:33 | Antwort


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