Literaturgefluester

2013-11-17

Bade-Impressionen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:38

Die Bademäntel mit denen die meist älteren Leute, viele Deutsche und Österreicher, neben einigen Ungarn, heute habe ich beim Grillbuffet auch Englisch gehört, durch die langen Hotelgänge in das Heilbad schlapfen, sind weiß und manchmal gelb, je nachdem bei welchen Hotel man logiert, in den Badehallen riecht es nach Chlor und bei den Buffets zu Mittag kann man dicke Damen sehen, die in große fette Cremkuchenwürfel stechen. Das Langos gibts mit Rahm und sehr viel Käse bestreut und hat wahrscheinlich einige tausend Kalirien. Sonst wird die Gesundheit in Bük und wahrscheinlich auch anderswo groß geschrieben, gibt es doch Heil, Thai und auch chinesische Massgen, es gibt eine Sauna und ein Erlebnisbad und wie erwähnt, meist ältere Leute mit dicken Bäuchen, die die Kronenzeitung lesen oder sich unterhalten. Zum Rauchen muß man neurdings hinaus ins Freie und steht dann mit nackten Füßen im Bademantel und den Schlapfen draußen, die Liegen sind schon am frühen Morgen mit Handtüchern belegt und manchmal sieht man ein Kind, dem vielleicht langweilig ist, so klettert der kleine Junge in dem gestreiften Leiberl und der grauen Hose herum, die Kacheln hinauf, wo man sein Badetuch ausbreiten und sich hinlegen kann und spielt mit Alfreds Computerbuch. Ist doch eine große Maus am Titelbild zu sehen, schlägt es auf, trägt es herum und will es gar nicht mehr hergeben, später bekommt er dann etwas zum Essen und das Essen wird hier in Bük und wahrscheinlich auch anderswo, groß geschrieben. So gibt es in dem Hotel zwei Buffets. Morgens und abends ist das große Essen angesagt. Man kann sich Eier braten lassen und Palatschinken und da werden die Teller sehr voll gefüllt. Zwei, drei, vier Spiegeleier gleich auf einmal.
„Zu Hause täten wird das nicht!“, sagt ein Mann und eine Frau im Bademantel, mit der ich im Lift nach oben fahren, freut sich schon auf Donnerstag, wo sie wieder selber kochen kann. Man kann sich aussuchen, ob man die Eier mit Speck, Schinken, Käse, Champignonn und noch mit vielen anderen, haben will. Die Palatschinken gibts mit Nuß, mit Topfen und mit Marmeladefüllung. Schalen mit Mohn, Zimt und Kakaopulver stehen auch dabei und der Koch, ein junger Mann mit weißer Mütze, kommt gar nicht nach mit dem Schupfen, Füllen, Nachgießen und verbrennt sich auch manchmal die Finger dabei.
„Diese Palatschinke ist schon kalt! Das ist ein Skandal!“, schimpft ein älterer Deutscher zornig.
„Wollen Sie eine andere?“, bietet der Koch erschrocken an.
„Nein!“, sagt der Mann, schimpft aber weiter und die Teller türmen sich und der Cholesterinspiegel steigt wahrscheinlich, der dann am Morgen in dem Heilbad wieder abtrainiert werden soll. So sind die meisten Leute in den Becken, in den Liegehallen und am Abend und am Morgen im Hotelspeisesaal auch sehr dick. So viele dicke Leiber auf einem Fleck sieht man selten und die Haut ist im Winter auch nicht mehr sehr gebräunt. Ein paar Schlanke sind natürlich auch dabei und draußen vor dem Bad gibt es Stände, wo man Badeanzüge, Jacken, Taschen, Schals und auch noch vieles andere kaufen kann, in dem Geschäft vis a vis dem Restaurant werden schon dekorative Weihnachtssachen zu günstigen Preisen angeboten und dann gibt es natürlich Salami in vielen Sorten, viel Paprika in keinen dekroativen Säckchen, Pusztasalat in großen Gläsern und in dem kleinen Einkaufszentrum, in das wir nach dem Bad schlendern, liegt neben neben gratis Tintenpatronen auf einem Sessel auch ein einsames deutsches Buch.
„Gundelpalatschinken!“, sagt der ausgescholtene Koch zu mir freundlich und wünscht mir guten Apettit als ich meine Palatschinke mit Nuß und Schokosauce haben will, die meiner Meinung nach auch die beste ist. Der Renner sind aber die mit der Marillenmarmelade und ein Wellnessbuffet mit viel Obst und Salaten gibt es auch, bei dem nach den vielen Eiern und Palatschinken am Morgen und am Abend ebenfalls reichlich zugegriffen wird und noch vieles andere in Bük im Bad, wo man sich ein paar Ferientage herrlich ausspannen, erholen und wenn man nicht aufpasst, auch wahrscheinlich zunehmen kann.

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