Literaturgefluester

2013-11-30

Edition Exil entdeckt

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:27

Daß ich zur der Exil-Literaturlesung am Freitag ins Literaturhaus komme, war gar nicht sicher, weil wir ja eigentlich nach Harland fahren wollten, so habe ich es bei der „Buch-Wien-Eröffnung“, als ich mir von Christa Stippinger die Bücher holte, auch gesagt, aber dann kam der Alfred mit einem Fest daher, weshalb wir erst am Samstag fahren werden und ich hatte den Abend frei für die „Edition Exil“, denn, daß ich nicht mit Bahn und Suttle Bus nach Krems fahren werde, war ich mir schon sicher, bevor ich mir eine zwölf Uhr Stunde ausmachte. Zwar lasen die Kilics im Amerlinghaus und haben mich dazu eingeladen, aber das war erst um acht und acht ist sehr spät, obwohl ich eigentlich die Weihnachtssachen aus dem Keller holen hätte können und die Praxis-Wohnung schmücken.
So bin ich nach sechs ins Literaturhaus marschiert und in der Otto Bauer Gasse, wo ich früher einmal wohnte, an einem „schrägen Weihnachtsgeschäft“ vorbei gegangen, das gerade eröffnete. Ich habe mich eigentlich gewundert, daß ich nicht auf ein Glas Wein hineingegangen bin, aber die vielen Absagen entmutigen vielleicht. Daher zuerst zum Bücherschrank, dort gab es etwas für die Oma und dann um dreiviertel sieben war das Literaturhaus ziemlich leer, nur der Lehrer aus Retz oder Hollabrunn war da und begrüßte mich „Sie kommen auch so früh?“
„Wieso früh, es ist dreiviertel?“, sagte ich und erfuhr, es begann erst um acht, obwohl es im Programm anders stand. Was machen mich eine Stunde? Mich mit dem Lehrer unterhalten, der dann vielleicht um halb acht geht? Die junge Frau am Büchertisch bot mir zwar was zum Trinken an, aber als ich ein Glas Wein haben wollte, war sie dann nicht da, also habe ich „Eine Zumutung!“, gedacht und „Ich kann und will nicht warten!“ und bin gegangen.
In den Keller, die Weihnachtssachen holen und dann in die Badewanne, bin ich mit meiner Leseliste ohnehin im Rückstand dachte ich und in der Otto Bauergasse fiel mir ein, daß ich ja eigentlich in das Geschäft schauen könnte.
Dort gab es Wein, Weißbrot, Trauben, Brie und schicke Sachen und beim zweiten Glas fiel mir ein, daß ich jetzt ja zurückgehen könnte. Der Lehrer war zwar nicht mehr da, aber Ekaterina Heider, die mich freundlich grüßte und Christa Stippinger und die Lesung bestand aus einer Vorstellung von Ekaterina Heiders neuen Buch und zwei Exil-Preisträgern und das hat sich gut getroffen, bin ich ja vorige Woche bei der „Buch Wien“ wegen einer Weinverkostung erst zur Preisverleihung zurecht gekommen und habe die Lesungen versäumt.
Jetzt las also der 1988 in Wien geborene und in Salzburg lebende Marko Dinic, der aus einer jugoslawischen Familie stammt, seinen sehr experimentellen Text, der von Salzburg und der dortigen Festspielschickeria handelt und dann die Hauptprästrägerin, die Tschechin Katerina Cerna mit ihrem Text „Verschifft“, der ein bißchen an Ekaterina Heider erinnert, aber sanfter ist, dann kam die 1990 in Irkuts Geborene, die ich ja schon im Vorjahr bei einer „Exillesung“ hörte, wo sie, glaube ich, auch den Text mit der „schönen Schwester“ las und sie dann noch in der „Kolik Lounge“ und bei den „Lockstoffen“ hörte, eine sehr begabte junge Frau, die im dritte Jahr am Hochschulllehrgang für Sprachkunst studiert und jetzt etwas mildere Texte von ihrem „Bruder“ und dann noch „Michaela“ und „Postkarten“ las.
Das Buch sind ja wieder Kurzgeschichten, aber macht ja nichts, die lese ich inzwischen, wenn auch wegen meiner endlos Leseliste wahrscheinlich erst im nächsten Jahr, so daß es gar nichts macht, daß mir Jürgen Lagger die „Fm-4-Anthologie“ nicht gegeben hat und auch Nadine Kegeles Buch nicht zu kommen scheint. Es macht doch etwas natürlich, ich kann es aber nicht verändern, habe auch genügend anderes zu lesen und jetzt zum Schluß noch eine sehr traurige Nachricht, die den „Ohrenschmaus“, der ja am Montag vergeben wird, betrifft.
Sarah Lutschaunig, die Preisträgerin von 2009, für die ich die Laudatio gehalten habe, ist am siebzehnten November leider verstorben und Michaela König, das Vorbild für meine „Mimi“, leider auch und bei der Preisträgerin, die im Buch, statt der Mimi, den Preis erhält, habe ich ja an Sarah Lutschaunig gedacht.
Und jetzt muß ich nur noch herausbekommen, wer die heurigen Weigel-Literatur-Stipendiaten sind.

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