Literaturgefluester

2013-12-20

Zum hundersten Geburtstag von Heinz Conrad

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:21

Heinz Conrad wäre am 21. Dezember hundert Jahre geworden, deshalb gab es in der Wien-Bibliothek, die den Nachlaß hütet, eine Gedenkveranstaltung und normalerweise wäre ich wohl nicht dorthin gegangen, denn Heinz Conrad, nein, der interessiert mich nicht, bin ich ja eine Intellektuelle, eine Linke, eine literarische Person, obwohl ich ja, wie die meisten Österreicher in den Fünfziger, Sechziger und Siebzigerjahren und solange ich einen Fernseher hatte, mit ihm und seinen „Guten Morgen“ und „Guten Abenden Sendungen“ aufgewachsen.
1977 bin ich ja von zu Hause ausgezogen und dann habe ich mir mir das „Was gibt es Neues?“, glaube ich, nicht mehr angehört. An ein paar Filme kann ich mich erinnern, wo er einen Wiener Stritzi spielte und einmal den „Liliom“ und natürlich einen Geheimagenten in den Sissi Filmen oder war das der Josef Meinrad?
Dann habe ich im Programm nachgesehen, daß es eine Gesprächsrunde mit Franz Schuh, Gütner Tolar, Georg Marukuns und Andrea Maria Dusl gibt, also auch höchst alternativ und intellekutel,l unter der Leitung von Günter Kaindlsdorfer und habe umdisponiert und was soll ich sagen, ich habe es nicht bereut, war das, was ich hörte, ja höchst interessant und Hermes Phettberg, den man auch nicht unbedingt Kleinbürgerlichkeit vorwerfen kann, war ebenfalls im Publikum.
Dafür fehlte die Dusl, was zwar schade ist, aber ich bin ja nicht unbedingt ein Dusl-Fan.
Sylvia Mattl-Wurm eröffnete und dann gab es drei Minuten einen Werbefilm wahrscheinlich aus den Sechzigerjahren im schönsten Schwarz-Weiß, wo ein junger Heinz Conrad mit dem typischen Schmachtgesicht die Vorzüge des Wieners besang und dann einem Grantler erklärte, daß es toll ist, ein solcher zu sein, wegen dem Wiener Wäschepaket, vom Hochquellwasser hat er, glaube ich, nichts gesagt, es gibt aber Volksschulen, Bürgerschulen, VHS und Kindergärten, etc, also hat Heinz Conrad auch für die Stadt Wien Werbung gemacht und Syvia Mattl-Wurm begrüßte im Publikum noch die Witwe Erika und die Tochter Uschy und Günter Kaindlsdorfer leitete die Gesprächsrunde ein.
Günther Tolar hat die Radiosendung betreut und beim „Liliom“ auch den Bahrenträger gespielt und von einem grantelten Heinz Conrad erzählt und dem, der seine Sendung total alleine inszenierte, während Günter Kaindlsdorfer das Heitere hinterfragte.
„Den grauen Tag nur hell zu sehen sind wir bereit?“
Ein Schönfärber also, ein paar Jahre nach dem großen Krieg, hat er seine Sendungen ja von 1946 bis 1986, wo er gestorben ist, gemacht und alle alle, Willi Resetarits, Franz Schuh etc, haben in ihren Kindertagen diese Sendungen gehört und sind mit ihnen aufgeachsen. Georg Markus hat die Legende zu seinem sechzigsten und dem siebzigsten Geburtstag interview.
Am Samstag, dem Tag des hundersten Geburtstag gibt es ein Feature in Ö1, das Günter Kaindlsdorfer gestaltete, davon gab es schon Ausschnitte und Günter Kaindlsdorfer stellte an Franz Schuh auch die Frage, wie das mit Thomas Bernhard sei, die, glaube ich, nicht beantwortet wurde, weil alle auf einen Filmausschnitt, wo Conrad ein Nestroy-Couplet sang und einen mit Hans Moser ein paar Wochen vor seinem Tod warteten.
Günter Tolar hat dann auch den grantigen und depressiven Conrad beschrieben, der auflebte, wenn man auf Sendung ging und sich sehr ärgerte, weil man sich über ihn lustig machte, daß er die Kranken und Soldaten auf dem Golan grüßte, aber als er es wegließ haben sich die Spitäler und das Verteidigungsministerium beschwert und als Heinz Conrad den „Liliom“ und etwas anderes spielte, hat ihn der große Hans Weigel sehr verissen, was sich der große Conrads sehr zum Herzen genommen hat.
Wird man in fünfzig Jahren noch Heinz Conrad kennen?, fragte der Moderator, ich fürchte, die Anna kennt ihn schon heute nicht und nachher gab es wieder Wein und Brot und schöne Gespräche mit den Stammbesuchern und am fünfzehnten Jänner im neuen Jahr wird in der Wien Bibliothek Gerhard Roth vorgestellt, was sicher etwas literarischer ist, meine Kindheit und Jugend aber ohne jeden Zweifel nicht so stark verfolgte.

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