Literaturgefluester

2013-12-03

Siebenter Ohrenschmaus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:53
Franz Josef Huainigg, Chris Pichler

Franz Josef Huainigg, Chris Pichler

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Am Montag wurde in der Arena im Museumsquartier der siebente „Ohrenschmaus“ Literatur von und für Menschen mit Lernbehinderungen vergeben und diesmal begann es mit einem traurigen Anlaß, sind ja zwei Frauen, die für den Preis maßgeblich waren, in diesem Jahr verstorben. Michaela König, die Franz Joseph Huainigg veranlaßte diesen Preis zu stiften und die mich auch zur „Mimi“ inspirierte und Sarah Lutschaunigg, zehn Tage jünger als die Anna, die 2009 mit den „Nachrichten vom Fernsehen bzw. den verrückten Kirschen“ den Prosapreis gewann und nun einem schweren Leberleiden erlag.
Ansonsten war diesmal alles noch besser und schöner und nahezu perfekt organisiert und die Preisverleihung fand diesmal in der „Arena“, nicht in der „Ovalhalle“ statt.

Andrea Stift

Andrea Stift

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Die Lyrik und die Prosapreise hatten diesmal klingende Namen und Dani Lunzer und Ronny Pfennigbauer moderierten wieder, dann wurde der Adventkalender vorgestellt, den Franz Joseph Huainigg auf seiner Facebookseite hat und der jeden Tag einen Text von Michaela König hat und Sarah Lutschauniggs Text wurde noch einmal von Chris Pichler verlesen. Es ist ein Text, wo alle irgendwie versterben, eigentlich ein trauriger Text zum traurigen Anlaß, der aber seltsamerweise auch zum Lachen verlocken konnte.
Dann gings los mit der Ehrenliste, in der sich schon einige bekannte Namen wiederfanden, so hat Peter Gstöttmeier der Prosapreisträger von vor zwei Jahren wieder mit „Blunzn und Stossuppn“ gewonnen.
Dann kam der Prosapreis oder die Kategorie „Me and myself“ und da hat der 1961 geborene Volker Darnedde aus Braunschweig mit seinem Text Myrderline. Meine Krankheit ist die Schwärze des Kaffees“, gewonnen, bei dem ich mir auch nicht sicher bin, ob er nicht mehr Psychiatrie als Downsyndromerfahrung hat. Es ist jedenfalls ein höchst differenzierter Text, der da in einigen Notizbüchern ausgebreitet wurde und auch als Hörbuch erhältlich ist. Andrea Stift hat eine sehr schöne Laudatio gehalten und der Preis wurde von Dr. Andreas Döring entgegengenommen, der auch das Hörbuch aufgesprochen hat.

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Ludwig Laher

Ludwig Laher

Der zweite Preisträger war auch schon ein alter Bekannter, nämlich der 1971 in Wien geborene David Sylvester Marek, der auch, glaube ich, schon vor drei und zwei Jahren gewonnen hat und dessen Protoagonisten David Bergretter, Lena Raubkatze, etc in allen seinen Texten immer wieder vorkommen. Hier hielt Felix Mitterer die Laudatio und der Wissenschaftsminister hat den Preis übergeben und der Lyrikpreisträger oder der des Lebensberichts war auch schon ein Bekannter, nämlich der 1986 in Südtirol geborene Julian Messner der mit „Ich denke“ höchst selbstbewußt, wie es Ludwig Laher in seiner Laudatio nannte, das Leben eines „Nicht-Standardmenschen“ beschreibt:

„ich denke mir
so wie ich bin und nicht
anders soll ich sein und so hätte ich mich
auch selbst gemacht

nur EINS hätte ich anders gemacht
ich hätte mir ganz bestimmt nicht
das down syndrom verpasst
ich will nicht behindert sein“

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Der Text auf der Schokolade ist diesmal ein Prosaausschnitt und zwar von dem Sonderpreisträger Alfred Lanner, der in „Wolkenblasen“ von einem „Wolkenblasgerät“ schreibt, da bei „einem dunklen darstigen Wetter einen Hügel hinaufgeschoben wird.
Dazwischen gab es wieder eine Tanzeinlage, dann wurde die Schokolade angebissen, beziehungweise diesmal vom Schokolademeister Josef Zotter vorgestellt, ein Buffet gab es auch und diesmal ist es mir geglückt „Mimis Bücher“ Frau König, Michaela Königs Mutter zu überreichen, die mir Otto Lambauer, der auch gekommen war, vorstellte.
Es gab auch eine Broschüre in der alle Siegertexte von der „Büro und Mediengruppe der Werkstätten und Tagestruktur Horizont“ zusammengestellt wurden.
Mit dnm Otto waren wir im Museumsquartier noch Punschtrinken und sonst habe ich noch zu vermelden, das das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ fertiggeworden ist, das ich gleich Andrea Stift geben konnte, die mir vielleicht eine Rezension für das Literaturhaus dafür schreibt.
In Ö1 sind die „Ohrenschmaus-Texte“ am Montagabend auch gewesen.

2013-12-02

Wilfert und der Schatten des Klapotetz

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:24

Andrea Stift, die ich durch das Bloggen, beziehungsweise Otto Lambauers Zeitschriftenlektüre kennenlernte, hat einen Krimi geschrieben, was ihr, wie sie mir auf der „Buch-Wien“ erzählte, großen Spaß machte, ihr viele Lesungen, einen Preis und sogar schon eine zweite Auflage brachte.
Ja, ja, Regionalkrimis lohnen sich, weil die Leser Spannung haben wollen, wenn sie im Sommer auf dem Handtuch am Strand liegen oder unterm Christbaum ein Buch finden.
Dabei ist Andrea Stifts Krimi sehr literarisch, beginnt ganz langsam und bedächtig und macht sich dabei, wenn ich es richtig verstanden habe, über vieles lustig, übers Krimischreiben vielleicht und über die erfolglosen Schriftsteller, die das zu tun versuchen, um endlich was zu verdienen, es gibt aber auch Einblicke in die hautnahe Realistik des Lebens und war daher für eine, die das mag, ein äußerst spannendes Lesevergnügen, die mir auch die Südsteiermark, in die ich ja nicht sehr oft komme, näher gebracht hat.
Es beginnt, weil bei Andrea Stift alles anders ist, in Wien, in einer Gartensiedlung am Stadtrand, wo die Post oft später oder gar nicht ankommt, weil sich die Briefträger oder Zusteller, wie das heute heißt, mit dem Zustellen schwer tun und in so einem Gartenhäuschen mit Ausblick auf Weintrauben, wohnt Wilfert, das ist ein erfolgloser Schriftsteller, geschieden und Vater eines Zwillingspärchen, einem Buben und einem Mädchen, das das erfolglose „Chauvi“ aber beharrlich „meine Söhne“ nennt und weil sich Wilfert schon eineinhalb Jahre an einem Krimi versuchte, versucht er es jetzt als Priviatdetektiv, denn das kann man ja ohne Ausbildung, obwohl einem die entsprechenden Kurse im Internet angeboten werden, gibt also eine Annonce auf und besorgt sich das entsprechende Equipment aus China, was auch ein wenig schwierig ist, weil man dann die Anweisungen nicht lesen kann.
Es kommt aber schon die erste Klientin, die heißt Annegret, leidet unter Gesichtsblindheit, das heißt sie kann sich keine Gesichter merken und hat den Verdacht, daß sich ein anderer, als ihr Gatte zu ihr ins Bett schlecht und Sex von ihr haben will. Sie hat auch besondere Sexvorlieben und Wilfert hat seinen ersten Fall, dabei stellt er sich beim Observieren sehr tolpatschig hat, lernt seinen Nachbarn, einen schrulligen Taubenzüchter und Vogelliebhaber näher kennen und hat Schwierigkeiten mit seiner Exfrau Ilonka, die von ihm Kinderbetreuung fordert, aber Wilfert soll ja in die Südsteiermark, denn dort wurde, inzwischen Annegrets Gatte, ein Kellermeister ermordet oder ist er verunfallt? Jedenfalls ist er im Keller im Wein ertrunken.
Soweit so gut und da sind wir schon auf Seite hundert oder so. Wilfert ist nach Spielfeld gefahren, Andrea Stift kommt, glaube ich, von dort her und ist gleich beim Bahnhof in das Gasthaus der Gulaschwirtin gefallen und hat sich dort in die schöne Andrea verliebt. Einen Hans oder Karl der eigentlich Jochen heißt, gibt es auch und allmählich kommt Wilfert auch auf das Balleis-Weingut, wo der Unfall passierte und die resche Jutta, die Mutter des Weinbauern, alle gleich mit „Ja mei!“, begrüßt und Riesenbuchteln, Leberaufriche oder Schwammerlsuppen serviert, daß man sich nachher nicht mehr rühren kann.
Eine slowenische Köchin, die Mojca, die helfend eingreift, wenn Not am Mann ist und die Kerze im Keller fast ausgeht und das Herz am rechten Fleck zu haben scheint, gibt es auch und als Hauptprotagonistin, Amalie, das ist Herrn Fliegs, Wilferts Nachbarns, Brieftaube, die er darauf dressiert hat, Annegrets Haus mit einem Microsender am Bein zu beobachten, so daß Wilferts Detektiveinsatz eigentlich gar nicht nötig war.
„Köstlich, köstlich!“, könnte man sagen, so ein Superkrimi, der gar nicht so vordergründig spannend, die „fürchterlichsten, schrecklichsten oder vielleicht auch ganz normalsten Sachen dieser Welt“ erzählt. Lesen, würde ich raten, denn dann erfährt man viel über die Südsteiermark, das rauhe Leben, die guten Weine, was ein Genußregal ist, wo es das beste Gulasch gibt, und und und…
Was ein Klapotetz ist, glaube ich, nicht oder habe ich da nicht genau genug gelesen. Da ich aber bei der Lesung auf der „FM4 Bühne“ war, kann ich es verraten, ein Klapotetz ist eine Vogelscheuche und steht überall in den südsteirischen Weingärten und auf der Buch-Wien hat Andrea Stift auf Drängen des Moderators auch noch ein bißchen südsteirisch gesprochen, obwohl ihr das, glaube ich, nicht ganz geheuer war.
„Bei Andrea Stift sind alle Südsteirer verdächtig!“, hat Alfred Kolleritsch am Buchrücken, des 2013, in der „Edition Keiper“ erschienenen Buchs geschrieben und von der 1976 geborenen Andrea Stift, habe ich schon „Klimmen“ und „Reben“ gelesen, sie auf einigen Lesungen, wie den „Wilden Worten“ gehört, beim heurigen „Ohrenschmaus“ wird sie die Laudatio für den Prosa-Preisträger halten und ihren vor einem Jahr bei „Keiper“ erschienen Erzählband „Elfriede Jelinek spielt Gameboy“, den ich demnächst lesen werde, hat sie gemeinsam mit mir in der „Alten Schmiede“ vorgestellt.

2013-12-01

Der überflüssige Mensch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:06

„Die meisten Menschen leben im Treibsand zwischen Erfolg und Überflüssigkeit. Sie kämpfen darum, nützlich zu bleiben, wesentlich zu werden – nicht abzustürzen in die spätkapitalistischen Müllhalden, aus denen es keine Rettung gibt. Es geht um alles.“, steht am Umschlag des bei „Residenz“ erschienenen Essaybandes von Ilija Trojanow, der sein etwa neunzig Seiten Buch mit dem Kapitel „Auf Sie können wir verzichten“, beginnt und dann die Scheußlichkeiten unseres globalisierten Wirtschaftskapitalismus in allen seinen Facetten in weiteren zwölf Kapiteln auszuführen versteht.
Lapidar und sachlich und im Anhang gut kommentiert tut er das und beginnt mit dem französischen Kriegsschiff „La Meduse“, das keine Rettungsboote, nur eine seeuntaugliche Fähre hatte, beschreibt, wie sich die Reichen und die Mächtigen, um zu überleben, von den Matrosen, Dienern, Waffenschmieden, Fassbindern, etc trennten, nimmt das als Beispiel, das sich auf unser heutiges, ach so schönes Wirtschaftsleben nahtlos generalisieren läßt und kommt so zu dem Konzept der „Überbevölkerung.“
Es gibt „zu viel, zu viele“ und so meinte auch Thomas Robert Malthus, britischer Nationalökonom und Sozialphilosoph „Ein Mensch, der in einer schon okkupierten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen und er ist wirklich zu viel auf dieser Erde.“
Der Hungertod als Allheilmittel bei wirtschaftlichen Engpässen wird zwar wahrscheinlich als übertrieben angesehen und im allgemeinen glücklicherweise nicht durchgeführt, dennoch sind diese Thesen in unsere Globalisierung vorgedrungen und Trojanow führt auch aus, daß nach Schätzungen der FAO, achtzehn Millionen Menschen jährlich an Unterernährung sterben, obwohl eigentlich genug für alle da wäre, wenn die Ressourcen nur richtig verteilt würden. Was aber nicht geschieht, weil die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmern werden, wie wir wissen, wenn nur regelmäßig die Nachrichten hören und die Zeitungen lesen.
Zwei Drittel des Energieweltverbrauchs geht auf Konto der OECD-Staaten führt er weiter aus und kommt im Kapitel „Mensch und Müll“ auf das „Dumping“ zu sprechen, beziehungsweise auf die Ausbreitung der sogenannten „Tafel“, wo die Bedürftigen für einen Euro und gegen Nachweis ihrer Bedürftigkeit, das kaufen können, was die Supermärkte als Abfallprodukte wegwerfen würden.
Dann kommt das Kapitel „Prekariat“, ein Wort, das ich bis vor wenigen Jahren nicht kannte, dann aber plötzlich hören konnte, daß die gut ausgebildeten Hochschulabsolventen, keine Jobs, sondern nur mehr Praktika, von denen sie nicht leben können, bekommen und, daß der reguläre abgesicherte Arbeitsplatz zunehmend gegen freie Werkverträge oder Leihfirmen ersetzt wird.
So wird man überflüßig, obwohl die zumnehmend Überflüßigen keineswegs „arbeitslos“ sind, sondern ihren kranken Vater pflegen, als Alleinerziehende Kinder aufziehen oder Ehrenarbeit betreiben.
Die Mittelschicht schrumpft, schreibt Trojanow im Kapitel der „Ein-Euro-Reservisten“ und kommt dann zu den „Abwrackprämien“ beziehungsweise dazu, daß es in den USA schon die Strafanstalten sind, die die größten Gewinne machen.
„Die Oligarchen sind unter uns“, schreibt er weiter, kommt zur Diskussion über den sogenannten Spitzensteuersatz und darauf, daß Eigentum meist Verhandlungssache ist, denn wer bestimmt, was wem gehört?
Der größte Feind des Kapitalismus ist der, schreibt Trojanow weiter, der Konsumverzicht betreibt und kommt zur Werbung, die uns täglich vermittelt, was wir alles brauchen, um schön, wertvoll glücklich etc, zu sein. Da war vor kurzem erst in Ö1 eine Sendung, wo es genau um diesen Konsum und die vielen Duschgels ging, die wir brauchen, um uns zu entspannen und um nicht überflüßig zu werden, müssen wir uns auch ständig otimieren und „unseren Körper und unseren Geist upgraden“.
Dann kommt das Kapitel „Lohnarbeit ade“, wo Trojanow ausführt, daß unsere Arbeitskraft immer mehr durch Roboter ersetzt wird, zwar noch die der Friseurin oder des Astrophysiker, aber wohl die der Supermarktkassierin und wenn dann auch die Ärzte, wie die Piloten nur mehr vor dem Computer sitzen, unmvon Fall zu Fall korrigierend eingreifen, braucht es natürlich die entsprechenden Sicherheitssysteme, um die Wut der freigewordenen Arbeitskräfte entsprechend zu überwachen und unsere Freiheit ist dahin, aber das ist schon ein anderes Trojanow-Buch.
In „Apokalypse soon“ wird Jura Sojfer „Gemma halt ein bisserl unter“, zitiert und das war auch die Frage, die man beim Ö1-Quiz auf der „Buch-Wien“ beantworten mußte, wenn man den Buchgutschein oder das Casino-Dinner gewinnen wollte. Trojanow war dort ja Ehrengast und hat sich sehr zum Leidwesen Doris Glasers kritisch gegen die Casions, die ja den Quiz sponsern, ausgesprochen. Aber Ilija Trojanow ist eben ein kritischer G4eist, der viele Fragen anspricht, Lösungen hat er gegen unser Globalisierungselend wohl auch nicht, obwohl er die Menschen, wie ich erst gestern in einem Video hören konnte, aufrief, etwas gegen den Verlust der Freiheit zu tun, bevor es zu spät sein wird.
Aber ob das Lesen des Essaybandes hilft wichtiger zu werden? Da wäre ich skeptisch, obwohl am vorigen Sonntag, das Literaturcafe so überfüllt war, als er dort sein Buch vorstellte, daß ich keinen Platz bekommen habe und wenn ich auch keine Lösung weiß, so kann das nachdenken und kritisch sein, nicht schaden, denn es ist ja wirklich ein bißcherl pervers in einer Gesellschaft zu leben, wo die Menschen ab dreißig oder vierzig keinen Arbeitsplatz mehr finden und hochbezahlte Unbernehmensberater dafür angestellt werden Jobs wegzurationalisieren, pragmatisierte Postbeamte in einen Pool ausgegliedert oder die die Pension geschickt werden, die wir uns nicht mehr leisten können, der Staat verschuldet ist, die Banken gerettet werden müßen und die Reichen immer reicher während, während unsere Schulen zunehmend mehr Analphabeten verlassen, die keine Chance mehr auf einen Arbeitsplatz haben und deshalb von der Gesellschaft überwacht werden müßen.
Wenn sich die kritischen Geister in Gruppen zusammenfinden, dagegen protesieren und Widerstand leisten, kann das vielleicht helfen oder weil wir ja auch schon bei Jura Sojfer sind, Widerstandsgruppen können auch scheitern und das hat uns sowohl die alte als auch die neuere Geschichte gelehrt.
Und die Mächtigen an der Spitze, die, wenn sie ein wenig weniger egoistischer wären, vielleicht wirklich etwas ändern könnten, kommen wahrscheinlich nicht auf diese Idee oder haben keine Ahnung von Trojanows Buch, obwohl der daraufhin ja Einreiseverbot in die USA bekommen hat, das jetzt wieder aufgehoben wurde.
Und so schließt Trojanow sein Buch mit wahren Sätzen „Darin liegt die Perversität unserer Situation. Wir verbrauchen so viel wie keine Gesellschaft vor uns und empfinden doch überwiegend Krise. Unter dem Zwang, unentwegt zu funktionieren und zu konsumieren, fällt es uns zunehmend schwer, Empathie zu spüren, Glück zu empfinden.“
Den hungernden Menschen in Afrika hilft es aber wahrscheinlich auch nicht wirklich, wenn wir aussteigen uns mehr entpannen und weniger mitzumachen versuchen. Ich probiere es ja, in dem ich sparsam lebe und beispielsweise keine teure Bücher kaufe, ob das den Buchhandel aber freut und es der Stein des Weisens ist, würde ich sehr skeptisch sein. Ein Tip wäre ja sich einfach an die zehn Gebote zu halten und schon wäre die Welt ein bißchen besser, was aber offensichtlich auch nicht zu funktionieren scheint
Ilija Trojanow wurde 1965 in Sofia geboren,in Kenia aufgewachsen und lebt heute in Wien. Ich habe den „Weltensammler“ von ihm gelesen, war vor kurzem in einer Veranstaltung in der „Alten Schmiede“, wo er sein „Bulgarien-Buch“ vorstellte und habe auch sonst schon öfter über ihn geschrieben.

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