Literaturgefluester

2014-01-26

Im Namen des Lexikons

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:00

Nathalie Nothomb die hochgelobte belgische Autorin, auf deren Namen ich in Blogs aufmerksam wurde und von der ich schon mehrere Bücher im Schrank gefunden habe, überzeichnet in „Im Namen des Lexikon“ das ganz normale Aufwachsen auf eine sehr märchenhafte überspitzte Art und läßt die Geschichte sogar mit ihrem eigenen Tod enden.
Der Titel scheint mir nicht ganz passend. Vielleicht ist der des Originals besser, denn da ist ein neunzehnjähriges Mädchen, das sehr früh beschlossen hat, Mutter zu werden. Sie sucht sich dafür einen Jungen aus, heiratet ihn, bekommt ein Kind und dann gebraucht sie wohl das Lexikon, um sich einen Namen für es auszusuchen, denn der muß natürlich etwas ganz Besonderes sein und der öde Mann, der bis Mittag im Bett liegt und dann schießen geht, denkt an Tanguy oder Joelle.
Aber nein, es muß eine Plectrude sein. Sie erschießt den Mann, setzt bei den Gefängnispsychologen den Namen durch, tötet dann sich und die Kleine wird von der auch nicht sehr viel älteren Schwester, die schon zwei Kinder hat, zu sich geholt.
Die ist verliebt in Plectrude, bringt ihre Kinder in den Kindergarten, dann verkleidet sich sich mit ihr, serviertt ihr Süßigkeiten, obwohl Plectrude nicht viel ißt und taucht in eine Fantasiewelt ab.
Der Kindergarten möchte Plectrude nicht haben, weil sich die anderen Kinder vor ihren Blick fürchten. So bleibt sie bei der Maman, 2003 als das Buch geschrieben wurde, mußte man noch nicht in den KG. In Frankreich vielleicht noch immer nicht. So wird der Eintritt in die Vorschule zur Katastrophe. Denn Plectrude will Tänzerin werden, weil sie den Blick dafür hat und übt auch schon viermal in der Woche dafür.
Dafür kann sie nicht rechnen und lesen lernt sie zuerst auch nicht, weil sie das nicht interessiert, erst als Maman ihr ein schönes Buch bringt, geht es innerhalb von zwei Tagen. Dafür ist die Lehrerin aber nun böse auf sie. Die anderen Kinder halten sie trotzdem für ein Genie. Sie bekommt auch eine Freundin und einen Jungen, in den sie sich mit Zwölf verliebt, gibt es auch. Da gibt es aber Mißverständnisse.
So wird vorerst nichts aus der Liebe und Plectrude geht an die Balletschule nach Paris, kommt in eine Magersucht und bricht mit fünfzehn zusammen, weil sie schon zwei Jahre kein Kalcium mehr zu sich genommen hat, was zur Folge hat, daß sie ab nun nie mehr tanzen können wird, worauf sie sowohl die Schule, als auch die heißgeliete Maman, die nun von ihrer Kleinen enttäuscht ist, fallen läßt.
Plectrude fängt zwar wieder an zu essen und nimmt zu. Maman nennt sie aber fett, obwohl ihre Schwestern viel dicker sind und verkündet auch das Geheimnis ihrer Geburt, so daß Plectrude beschließt es ihrer Mutter gleich zu machen.
Mit neunzehn ein Kind zu bekommen und sich dann umzubringen. Auf die Ermordung der Vaters verzichtet sie großzügig. Zieht sich das schönste Kleid an und versucht sich über die Pont-Neuf zu schwingen. Da wird sie aber von Mathieu Saladin, das ist der Junge, angerufen, wechselt ihren Plan und eine große Liebe beginnt.
Ein seltsames Buch, das in einem seltsamen Surrealismus die grausamen Wahrheiten des Lebens, des Aufwachsens und den Leistungsdruck, dem manche Kinder ausgesetzt werden, erzählt. Dabei einige Male die Seiten wechselt, vom Unglück zum Glück wechselt und wir haben ein Märchen gelesen, das wir vielleicht von uns selber kennen. Interessant nun nach und nach noch die anderen Nothomb-Bücher zu lesen.
Das Buch, das ich gefunden habe, wurde einer Angelika von einer Kathi zum Geburtstag geschenkt, würde zwar noch jetzt den „Buchrückentest“, alles glatt und ungefaltet bei „Diogenes“, bestehen, die ersten Seiten fallen aber nach dem es mir vorgenommen habe hinaus.

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