Literaturgefluester

2014-02-05

Februar-MUSA

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:25

Im MUSA gibt es eine neue Ausstellung. Roswitha Ennemoser „Konkretisierung“ und eine neue Veranstaltung der Literaturreihe mit den Stipendiaten Rosemarie Pilz und Daniela Wisser und ich bin nachdem es in dieser Ferienwoche, meines Wissens nach, außer der „Alten Schmiede“ keine anderen Literaturveranstaltungen gibt, nach diesem verrückten Arbeitstag, wo die Klienten kamen, wie sie wollten und nicht, wie sie bestellt waren, gerne in die Felderstraße gegangen und es war, als ich das Museum erreichte auch schon sehr voll.
Eine ganze Menge junge Leute strömten hinein, der Lesungsraum war etwas umgestellt. Ich fand meinen Platz in der zweiten Reihe und den Chemiker, den ich immer in der Wien-Bibliothek treffe, etwas weiter hinten.
Rosemarie Pilz habe ich noch nicht gekannt, außer sie hätte bei den Studentenlesungen gelesen, ist sie ja eine Studentin der Sprachkunst und schreibt jetzt als Stipendiatin an einem Roman „Rushour in meinem Garten“ heißt er, glaube ich, und Julia Danielczyck sprach in ihrer Einleitung von Burn oder Burn Out.
Dabei sind die beiden Protagonisten in ihrem Roman Stadtflaneure.
Bernhard heißt der eine, die Frau hat keinen Namen und sie erkunden die Stadt. Vom Stadtpark zum Donaukanal und dazwischen liegt Schönbrunn. Das alles erscheint mir sehr bekannt, aber ich habe keine so schöne Sprache, ich gebe es zu, denn die Beiden reflektieren auf höchster Ebene verwenden neue Worte und einen Plot, den gibt es nicht.
Das habe ich Rosemarie Pilz, die junge Frau mit den blonden Locken der grünen Bluse und dem blauen Rock, im Anschluß gefragt. Ob sich Roland Grenl auch im Publikum befand, es waren glaube ich ein paar Sprachkunststudenten da, nicht, das hat sich nicht ergeben und Daniel Wisser, der Canetti-Stipendiat, der der zweite Leser war, war mir wohlbekannt. Hat er doch einmal, vor Jahren bei Ilse Kilic im Amerlinghaus seinen bei „Ritter“ erschienenen Roman vorgestellt, bei dem es um ein Haus und um seine Bewohner ging, was mir sehr realistisch schien.
„Das kann ich auch!“, habe ich wohl gedacht und eines meiner Manuskripte hingeschickt. Aber „Ritter“ war und ist ja ein sehr experimenteller Verlag und Daniel Wisser hat dann in Klagenfurt gelesen und stellte jetzt sein wahrscheinlich zweites „Klever-Buch“ vor, denn Ralph Klever hat ja seinen eigenen Verlag gegründet und das, was es zu hören gab, war sehr interessant.
„Ein weißer Elefant“ heißt es und Julia Danielczyck hat es mit Thomas Bernhard verglichen, der diese Woche ja in aller Munde ist, weil nächste Woche sein fünfundzwanzigster Todestag.
Da sprich ein Ich zu einem andereren. Ein Ausgegrenzter, der in ein Kammerl abgestellt wurde, einmal in den höchsten Etagen der IT-Braanche, da hat er selbst ausgegliedert, dann lud ihn der Senior ein, sagte „Es tut mir leid, aber Sie wissen ja!“ und er antwortete nein, zu den gebotenen sechzig Prozent, denn „Ich habe drei Kinder!“ und dann hält er einen großartigen Monolog, fast so gut, wie der alte Meister, der ja auch großartig war, obwohl der mir inzwischen zu negativ ist.
„Das ist eine Post-Satire!“, dachte ich, die ich ja in der „Sophie Hungers“ dieses Thema angeschnitten hatte. Aber ich weiß schon, ich bin nicht so sprachlich brillant.
Julia Danielczyck natte es dann auch Satire. Daniel Wisser widersprach und meinte, daß die beiden in dem Kammerl nicht nur Opfer wären. die Realistin in mir meinte, daß sowas ja nur den pragmatisierten Beamten passieren könne, aber die Literatur ist ja immer anders und sehr abgehoben und die Realität ist ohnehin verrückt genug, daß man arbeitsfähige Leute in einen Pool sperrte, weil sie einem zu teuer sind. Nun ja, nun gut, Daniel Wisser ist ein großartiger Schreiber. Schade, daß er damals in Klagenfurt nicht gewonnen hat. Dann war es aus, beziehungsweise gab es wieder Brot und Wein. Ich habe Ottwald John begrüßt und Margit Heumann und freue mich auf ein interessantes Buch, das demnächst zu mir kommen wird. Ein Internetroman aus einem Internetverlag.
Jutta Pivecka hat mir „Punk Pygmalion“ angeboten, das im Blog „gleisauarbeiten“ entstanden ist, den ich in der Nähe der Lit-Blogs über die Christiane Zintzen regelmäßig berichtet, ansiedeln würde.
Ich bin gespannt und es war heute ein sehr experimenteller Abend im MUSA, der sich im März, wie Julia Danielczyck schon ankündete, mit Lisa Spalt fortsetzen wird, was ich noch einmal sehr spannend finde.
Und hier für alle Interessierten kommt noch mein persönliches MUSAArchiv.

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