Literaturgefluester

2014-02-12

Ernst Krenek und der Kater

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:25

Im Literaturhaus gibt es offenbar eine Filmreihe in Zusammenarbeit mit der Exil-Bibliothek und die brachte, passend oder unpassend zum 12. Februar heute einen Vortrag von Rebecca Unterberger von der Uni Klagenfurt über die Film und Konodebatte der österreichischen Zwischenkriegszeit an Hand eines Filmentwurfs von Ernst Krenek aus dem Jahre 1934, denn der 1900 in Wien geborene Komponist hat offenbar Filmrezensionen für Zeitungen und Zeitschriften verfaßt und am Anfang gab es einen amerikanischen Zeichentrickfilm aus der Stummfilmzeit aus der Serie „Felix the cat“.
Wie das mit Ernst Krenek, der die Jazzoper „Jonny spielt auf“ geschrieben hat und Lieder über die Alpen, habe ich nicht ganz verstanden.
Ich bin auch ein bißchen zu spät gekommen, weil ich zuerst noch einen Befund fertigschreiben wollte, aber vielleicht hat er über diese Filme geschrieben, die in den Dreißigerjahren offenbar sehr bekannt waren und in den Kinos zwischen den Wochenschauen und den Filmen gezeigt wuden.
Brigitte Mayr und Michael Omasta von der Gesellschaft für Film und Medien Synema, hielten eine Einleitung und stellten die junge Wissenschaftlerin vor, die zuerst etwas aus dem Leben Ernst Krenks erzählte und dann zu dem Film-Entwurf über Österreich kam, der nie verwirklicht wurde.
In der Wien-Bibliothek gibt es das Manuskript und das stellte Rebecca Unterberger vor, dreißig Bilder und dazu Regieanweisungen und in dem Film wird das Österreich des Jahres 1934, dem Ständestaat, bereist. Da fährt einer mit einem Automobil nach Rust und verliebt sich dort in die Wäscherin Marie, die eigentlich den Franz, einen Weinbauern hat, es kommt zum Zwerwürfnis, der Franz geht nach Wien in die Arbeitslosigkeit, verdingt sich als Lohnarbeiter und verelendet immer mehr, das wird mit Statistiken untermauert, wie sie auch beim Rudolf Brunngraber und „Karl und das zwanzigste Jahrhundert“ zu finden sind. Er schläft auf einer Barkbank, sucht in Abfallkörben und findet dann einen Aufruf sich am Bau der Großglocknerstraße zu beteiligen, das tut er, gesundet und am Schluß landet er in Mariazell um seine Marie zu heiraten und das Ganze ist ein Versuch Österreich vor der Vereinnahmung der Faschisten zu retten.
Interessant, interessant, zum heutigen Tag und der gestrigen Buchvorstellung passend und dann vielleicht wieder nicht, denn Erich Hackl und Evelyne Polt-Heinzl haben ja genau ausgesucht, wem sie in ihre Anthologie zum zwölften Februar aufgenommen haben und da offenbar, wie im Vorwort steht, auf Rudolf Brunngraber bewußt verzichtet und ich war einmal in Krems bei einer Ernst Krenek Veranstaltung und einmal, glaube ich, auch bei einer solchen in der Wien-Bibliothek.
Nach einem weiteren „Felix, the Cat-Filmchen“ habe ixh ein Glas Wein getrunken und die junge Wissenschaftlerin ein bißchen ausgefragt, die auch keine besonderen Bezüge zum Februaraufstand gesehen hat.

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