Literaturgefluester

2014-02-13

Macht Wohlstand dumm?

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:10

So lautete die Frage die Angelika Reitzer im Juni in ihrem Essey-Recherche-Labor Clemens J. Setz stellte, die heute von Terezia Mora unter Beihilfe vom Ex Bundesminister und Eu-Kommissar Franz Fischler, beantwortet wurde.
Etwas weniger Leute als am Montag in der „Alten Schmiede“ und auch weniger Prominente, allerdings war Thomas Stangl da, Markus Köhle und wieder Dine Petrik.
Angelika Reitzer fasste die Setzschen Punkte zusammen und die letzte dBp-Trägerin, die wie, sie meinte, wegen ihrem Darius Kopp eingeladen wurde, begann ihren Thesen damit, daß sie erzählte, sich als junge Frau öfter gegenüber jungen Männern dumm gestellt zu haben und erwähnte ihre Kindheit in dem kommunistischen katholischen ungarischen Dorf. Da war es klug wegzugehen. In diesen Sommer ist sie offenbar in ein ähnliches oder dasselbe Thermalbad zurückgekommen, wie ich im November und auch schon in früheren Sommern war, ist unter einer Plantane gesessen, während ihr Kind im Wasser plantschte, Clemens J. Setz hat sich in seinem Text offenbar auch auf das Schwimmen bezogen, hat der Musik und den politischen Einschaltungen in den Lautsprechern zugehört und von ihrem Begleiter, mit dem sie vor dreißig Jahren in dieselbe Schule gegangen ist, gehört, daß der sich nicht für Politik interessiere.
Die Orban Politik erzeugt offenbar solche Reaktionen, während Terezia Mora meinte, daß man predigen und die Leute mit den Wahrheiten beschallen müsse, nämlich der, daß wenn alle den Wohlstand, den wir haben hätten, die Ressourcen des Globus um ein Vielfaches überschritten wäre.
Das tut Terezia Mora offenbar in ihrer Umgebung, dem Akademikerbezirk in Berlin, in dem sie lebt und erntet von ihren Nachbarn Unverständnis, denn die wollen sich nicht einschränken, nicht weniger fliegen, nicht auf ihren Wohlstand verzichten, etc.
Der sehr selbstbewußte und wortgewaltige Franz Fischler, der sogar Kurt Neumann zum Schweigen brachte, meinte, daß man den Verzicht positiv gestalten solle, denn freiwillig verzichte niemand auf etwas, wenn es aber dafür mehr Freizeit und Lebensqualität gäbe, wäre das schon anders und Angelika Reitzer hat in ihrer Einleitung auch von einem Bruttonationalglück gesprochen.
Daran spann sich eine rege Diskussion mit sehr viel Widerspruch und Gegenpositionen, die bis zu den Hundetrümmerln führte, bis Angelika Reitzer in ihrem Schlußplädoyer aufforderte zum mündigen Bürger zu werden, in dem man die Bücher von Terezia Mora und Clemens J. Setz lesen würde.
Wenn das nur so einfach wäre. Aber Clemens J. Setzt habe ich schon zweimal gelesen, Terezia Mora im Literaturhaus gehört und beim Nachhausegehen habe ich noch kurz in den Morawa hineingeschaut, bin aber nicht mehr dazugekommen Susanne Scholl meine Fragen zu stellen, denn da wurde heute ja „Emma schweigt“ vorgestellt. Gabriele Madeja und sehr viel Prominenz habe ich dabei gesehen und jetzt werde ich mich an die Lektüre einer weiteren Residenz-Neuerscheinung machen, die diese Woche zu mir gekommen ist, denn ich lebe ja schon irgendwie ein Leben mit Konsumverzicht, obwohl ich sehr viel in der Badewanne lese, auf jeden Fall bin ich seit fünfzehn Jahren nicht mehr geflogen und denke schon, daß man weniger eogistisch sollte. Ob Wohlstand wirklich dumm macht, weiß ich nicht, beim Bücherreichtum aus den Bücherschränken auf jeden Fall nicht.

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