Literaturgefluester

2014-02-17

5.1-Kanal-Surround

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:26

Einmal im Jahr gehe ich sozusagen in die „Alte Schmiede“ zum Radiohören oder auch nicht immer, denn eigentlich bin ich ja kein so besonderer Fan von „Literatur als Radiokunst“ und auch keiner von Hörspielen, obwohl zur „Ö1-Hörspielgala“ oder „Lange Nacht des Hörspiels“ gehe ich öfter, aus Gewohnheit oder wegen der vollständigen Berichterstattung und hatte ich mir die heutige „Radiokunst“ im Programm gar nicht angestrichen, weil aber nichts anderes am Kalender stand, bin ich hingegangen und dabei die „Tonspuren“ und die „Texte aus Österreich“ versäumt, aber das höre ich auch nur selten, weil ich ja um diese Zeit kaum zu Hause bin, beziehungsweise läßt es sich ja nachhören.
Im letzten Jahr bin ich bei der „Radiokunst“ gewesen und habe Elisabeth Wandeler-Deck dabei gehört, auf die ich gestern als ich „Punk Pygmalion“ gelesen habe, wieder gestoßen bin und Birgit Schwaner und noch zwei Männer und heute stand wieder dieses gemischte Doppel auf dem Programm.
Kurt Neumann eröffnete, entschuldigte Christiane Zintzen, die Kuratorin der Veranstaltung, begrüßte Liesl Ujvary im Publikum, die diese Reihe vor Jahren ins Leben rief und erklärte, daß der ORF zweimal im Jahre eine solche Sendung mit je zwei Texten mache, wo es nichts als den Text und die Stimme des Autors oder der Autorin gäbe, die dann im Vorfeld mit der Hörspielgala immer in der „Alten Schmiede“ präsentiert wird.
Experimentell interessiertes Publikum, wie Peter Pessl, Christel Fallenstein, Brigitta Falkner und und und und die ausgewählte Autoren waren diesmal Gundi Feyerer, Dieter Sperl, Karin Spielhofer und Jörg Piringer.
Gundi Feyerer, die aus Malaga kam, wo sie wohnen dürfte und die ich nur vom Namen kannte, begann und erzählte der Programmleiterin Elisabeth Zimmermann, die Christiane Zintzen vertrat, wie sie zu ihrem Hörstück „Der Himmel dreht die Tage in die Nächte“ gekommen ist.
Sie hat sich Gedanken darüber gemacht, wie ihre Stimme vom Studio zu den Zuhörern nach Hause kommt, der Tonmeister hat es ihr ermöglicht das technisch darzustellen und den Titel hat das Stück, weil sie die Erde um die Sonne dreht oder so ähnlich habe ich es verstanden, daß es die Autorin erklärte. Sie sagte jedenfalls, daß das sehr einfach und sehr logisch wäre.
Dann kam Dieter Sperl, den ich schon mal bei den Textvorstellungen hörte und auch vom Namen her als einen sehr experimentellen Autor kenne und erklärte, daß die Tonmeister bei ihm eine Ausnahme machten, denn bei ihm kämen Geräusche und auch Stimmen von U-Bahnpassanten vor. Er hat zwei Textreihen miteinander vermischt, nämlich „Fluß der Erscheinungen oder Poesie und Crossing the River of Imaginationen“, das eine sind Prosatexte, das andere Tagebuchfragmente, die er in der U-Bahn und auf der Landstraßer Hauptstraße aufgenommen und ins Studio mitgenommen hat.
Dann kam Karin Spielhofer an die Reihe, die ich schon bei der „Lyrik im März“ hörte und die auch einmal im Amerlinghaus ihren Weg des Schreibens erklärte. Es gibt von ihr ein altes Bändchen aus dieser orangen „Jugend und Volk Reihe“ aus den Siebzigerjahren, das mir Rudi Pollak vor Beginn zeigte und daß er von der Autorin signieren ließ und ihr Text schloß sich fast nahtlos an den von Gudi Feyerer an.
„Ins Hören reden“ heißt er und auch da geht es darum, wie der Text zu den Zuhörern kommt und Karin Spielhofer hat mit Spaß mit ihrer Stimme experimentiert.
So hat ihr der Tonmeister ein Mikrofon herabgelassen, sie ist im Kreis gegangen und hat mit verschiedener Lautstärke und Höhe hineingesprochen.
Jörg Piringers experimentelle Texte kenne ich schon und glaubte ihm schon bei der „Radiokunst“ gehört zu haben. Jetzt erzählte er, daß er dafür ein Computerprogramm aufgenommen hätte, dann ging ihm der Computer ein und er mußte improvisieren. So heißt sein Stück auch „impulsantwort“ und er hat Schreibmaschinentexte genommen, die in den letzten Jahren entstanden sind, sie im Studio schnell hinuntergelesen und es war ein interessanter Kontrast zu Karin Spielhofers poetischen Text. Es gab bei ihm auch sehr viel Geräusche und Obertöne, die wahrscheinlich seine entfremdete Stimme waren und immer wieder Antworten auf Radiomeldungen und Sprachassoziationen.
Mit Christl Fallenstein hatte ich vorher auch noch geredet und ihr erzählt, daß ich Crauss „Motorradheld“, den ich mir vor zwei Jahren beim „Morawa-Abverkauf“ kaufte, noch immer nicht gelesen habe und sie erzählte mir, daß sie am Wochenende beim „Wartholzer-Literaturpreis“ in Reichenau an der Rax war.
Ach ja, darüber sollte ich berichten, denn das tue ich ja immer und nehme interessiert Anteil an diesem Newcomerwettbewerb, der von bekannten Juroren ausgesucht und begleitet wird und bei dem schon interessante Autoren wie Christian Steinbacher, Andrea Winkler, Michael Staravic, etc gewonnen habe. Diesmal habe ich von den zwölf von den sechshundert ausgewählten nur Markus Ohrts und Franz Miklautz gekannt und den Sieger Stephan Groetzer, der 1965 in Hamburg geboren wurde, nicht. Luis Stabauer mailte mir aber schon gestern, daß sein Text sehr interessant gewesen wäre. Man kann ihn auf der Homepage nachlesen und eine Anthologie gibt es jedes Jahr auch. Mal sehen, ob ich sie bekomme, wenn, habe ich wieder etwas, worüber ich berichten kann.
Mit Peter Pessl, der auch sehr viel für das Radio arbeitet, bin ich ein Stück nach Hause gegangen und jetzt könnte ich nachsehen, was ich im Ö1-Programm versäumt habe oder mich auch anderwertig mit Literatur beschäftigen. Da gibt es ja noch viel zu tun und die „Lange Nacht des Hörspiels“ nächste Woche werde ich höchstwahrscheinlich versäumen, da da die Ruth Aspöck in Krems ihr neues Buch vorstellen wird.

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