Literaturgefluester

2014-02-23

Von den IG-Autoren zur anderen Buchmesse

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:27

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Das schreibe ich jetzt schon zum fünften Mal, denn seitdem gibt es die von Margit Kröll beziehungsweise dem „anderen Buch“, einer Selbstvermarkteraktion, origanisierte Buch- und Leseveranstaltung, die diese im Anschluß an die GV der IG veranstalten.
Die GV der IG-Autoren, bei der ich schon seit zwanzig oder dreißig Jahren Einzeldelegierte bin, hat früher im November stattgefunden. Dann hatte Gerhard Ruiss einen Zusammenbruch und die Veranstaltung mußte auf Februar verschoben werden, was seither beibehalten wird. Margit Kröll, die Kinderbetreuerin in einem Kinderhotel, ich glaube, in Tirol ist und auch Kinderbücher schreibt, habe ich bei den IG-Autoren kennengelernt.

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Bei der ersten Buchmesse, zu der wir nach dem Spaziergang auf die Mostalm kurz vorbei schauten, haben wir je ein Buch gewonnen, seither gibt es den Literaturslam, wo ich immer gelesen, aber nie etwas gewonnen habe, denn das taten immer junge Schauspieler mit lustigen Kindertexten. Ich habe aus der „Mimi“, der „Absturzgefahr“ und „Kerstins Achterln“, wie ich meinte, ohnehin eine trashige Szene gelesen, das mit dem Eis und der Margret zum Beispiel.
Da ich gerne lese, habe ich Margit Krölls und Nicole Engbers Einladung wieder angenommen und werde das „Grufiemädel“ aus der „Brüderschaft“ lesen.
Vor zwei und drei Jahren war die Veranstaltung in einem Architekturbüro in der Seidengasse, also vom Literaturhaus gut zu erreichen. Im Vorjahr am Yppenplatz und jetzt im „Werk“ in der Spittelauerlände. Also ganz weit, was nicht so gut ist, weil ich mich ohnehin ein bißchen krank fühle. Aber ich werde mir einen Tagesfahrschein leisten. Im Vorjahr, kann ich mich erinnern, bin ich durch den Schnee ins Literaturhaus gestapft und habe mich geärgert, daß den am Wochenende offenbar niemand wegräumte, mir aber ein kleines Buchwerbebüchlein von Johannes Mario Simmel aus dem Jahr 1948 überließ.

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Heuer war es schön warum und die GV beginnt meistens mit einem Frühstück, beziehungsweise mit Kaffee und Kuchen vom Buffet. Zu meiner Überraschung habe ich Robert Eglhofer gesehen, der das erste Mal bei der IG war.
Überhaupt sehr viele neue Gesichter, das habe ich schon bei der Regionalversammlung festgestellt, aber auch die alten der Vorstandsmitglieder und die Kollegen aus den Bundesländern, die ich nur bei den GVs sehen. Auf einen Tisch lagen die Zettel mit den Anträgen auf, die besprochen werden, aber zuerst gab es den Kassenbericht und dann Gerhard Ruiss Bericht zur Festplattenabgabe, die, wie er betonte, sehr gute Chancen hat, umgesetzt zu werden, weil der neue Kulturminister dafür steht und dann die anderen bekannten Themen, die Zentralmatura zum Beispiel, über die Ludwig Laher, der sich diesbezüglich sehr engagiert, berichtete und über die man derzeit sehr viel hören kann, weil es jetzt die ersten Probedurchläufe gibt, alle verunsichert sind und auch schon in den Nachrichten die Frage aufgerufen wurde, ob man überhaupt noch eine Matura braucht, wenn man für das anschließende Studium ohnehin überall eine Aufnahmsprüfung machen muß?

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Über die Verlagsförderung wurde gesprochen und darüber, daß nur die Verlage die bekommen sollen, die ihren Autoren auch Tantiemen zahlen und literarische Produktionen haben und nicht etwa Kochbücher oder Wanderführer verlegen und darüber, daß der ORF das Funkhaus in der Argentinierstraße ausgliedern oder verkaufen will, was ich auch schon in Ö1 oder in der „Alten Schmiede“ hörte.
Die Festlegung der Mindesthonorare für Lesungen war auch ein Thema. Da geht es mir als Semiprofessionelle ja seltsam, denn ich lese umsonst, wenn ich nicht anders kann. In der „Alten Schmiede“ gibt es ein Honorar, das den Mindestanforderungen entspricht, aber sonst, reiche ich meist, wie auch bei der Buchmesse, den GAV-Honorarzuschuß ein, den man zweimal im Jahr bekommen kann.
Das Burgtheater ist auch in der Krise, das geht die IG zwar nur insofern etwas an, weil vielleicht die Probebühnen im Casino oder Arsenal eingespart werden, die auch Stücke von jungen Autoren aufführen und dann brachte Sylvia Treudl einen Antrag zur elektronischen Gesundheitsakte ein, die ja im nächsten Jahr kommen soll. Zwar auch kein primär literarisches Thema, höchstens für einen Verschwörungsroman, aber viele Ängste auslöste.
Dazwischen gab es zu Mittag Würstel, am Nachmittag Kaffee und Kuchen und am Abend noch einmal Smalltalk beim Buffet. Leider fühlte ich mich gesundheitlich etwas angeschlagen, so daß ich mich sowohl beim Essen als auch beim Smalltalk zurückhielt. Die Ruth ist aber wieder, wie im vorigen Jahr, von ihren Familienschiurlaub zurückgekommen und hat mit Schischuhen und Gepäck das Literaturhaus betreten. Am Sonntag gabs dann noch die Wahl, die jedes zweite Jahr stattfindet, wo der Vorstand bestäigt wurde, beziehungsweise durch den freigewordenen Platz von Rolf Schwendter ersetzt wurde.

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Dann ging es am Bücherschrank vorbei, wo eine Frau gerade am Ausräumen war, in die Spittelauerlände, in das „Werk“ im Stadtbahnbogen, einer freigewordenen Autowerkstatt, das ich wider erwarten erstaunlich schnell gefunden habe und als ich vor halb vier dort eintraf, war die Lesung von Ingeborg Anna Ortner, von der der Alfred vor vier Jahren das Buch „Erdenschwer“ gewonnen hat, aus „Der Falke aus Kurdistan“ über einen Flüchtling, der aus dem Irak nach Österreich gekommen ist, schon fast vorbei und das Theaterstück „Der Hase Donnerstag“ nach dem Buch von Nicole Engbers ebenfalls.
Während Margit Kröll zauerte bin ich ein Stück am Donaukanal spazierengegangen, denn es war herrlich schönes Frühlingswetter.
Dann kam Manuel Dragan der Vorjahrssieger mit einer Lesung über „Regentropfen“ und einigen Tiergedichten, die er wieder nach Heinz Ehrhardt geschrieben hat.
Dann kam der Slam, diesmal vier Damen, die fünfte angemeldete, hat sich offenbar nicht zu kommen getraut. Ich habe zum dritten Mal als Erste gelesen und wieder nicht gewonnen.
Dann kam Bettina Ferbus mit einer Kindergeschichte, „Die Möwe und die Nixe“, wo die kleine Möwe so gerne eine Nixe werden will und ihr das schließlich durch Mut und Beharrlichkeit gelingt.
Die dritte oder vierte Leserin war eine Sechzehnjährige, von der ich vorher hörte, daß sie nicht als erstes lesen hätte wollen. Es war ihre erste Lesung und sie hatte einen Fantasytext, wo eine starke Dame erlebt, daß es sich nur für die Liebe zu kämpfen lohnt.
Danach kam Manuela Forst, die schon im Vorjahr gelesen hat mit einem Drachenfantasyprojekt und danch wieder Paul Fülöp aus Tirol mit seinen meditativen Texten zu denen er diesmal eine mediative Textbegleitung des Santurspielers Iman Khammar hatte.
Dann kam eine lange Pause, wo „Novi Sad“, die nach Torsten Low ihr Konzert hatten, ihre Instrumente aufbauten, die Lesung von Hemma Schliefnig, die nach der Preisverleihung lesen hätte sollen, entfiel und mir wurde langsam kalt, so daß ich nach der Preisverleihung, wo, wie von mir vorausgesagt Bettina Ferbus mit ihren Kindertext und die Sechzehnjährige gemeinsam gewonnen hat, gegangen bin.
Natürlich etwas enttäuscht, daß es nicht klappt, obwohl die andere Buchmesse, das von den IG-Autoren beschlossene Mindesthonorar für die gewonnene Lesung höchstwahrscheinlich ohnehin nicht bezahlt hätte und ein interessanter Lesungsnachmittag und Abend war es allemal, obwohl weniger Leute und insgesamt auch weniger Programm.
Mit einer Journalistin, die mich für eine Frauenmagazin interviewen will und das auch schon mit Ilse Kilic hat, habe ich gesprochen, Deutschlands jüngste Verlegerin, die wir auch in Leipzig besuchen können, ist wieder ein Jahr älter geworden und als Nachtrag zur IG-GV kann ich von einem Mail von Karin Invacsics berichten, der ich beim Kaffee erzählte, daß ich „Wanda wartet“ gelesen habe, in dem ja steht, daß ich ihr Lieblingsbuch „Aufzeichnungen einer Blumendiebin gerne finden möchte. Jetzt will sie es mir schicken. Und der Slam wurde von Heidelinde Gratzl mit dem Akkordeon untermalt, die bei den „Wilden Worten“ mit Dagmar Fischer kennenlernte.
Und hier das Video von meiner Lesung

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