Literaturgefluester

2014-03-03

Hannelore Valencaks Erzählungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:15

Im Amtshaus Wieden in der Favoritenstraße gab es zum fünfundachtzigsten Geburtstag und zehnten Todestag der in der Steiermark geborenen Hannelore Valencak eine „Frauen lesen Frauen-Lesung“, die dritte, die ich dort besuchte, gab es im Vorjahr eine Else Lasker-Schüler und Mascha Kaleko gewidmete und der Name Hannelore Valencak ist mir wohlbekannt.
Wurde doch im Sommer 1977 warhscheinlich, als ich Psychologie studierte und schon in der Otto Bauer Gasse wohnte, das „Fenster zum Sommer“ im Radio gesendet. Ob das schon Ö1 war, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich und der Name sagte mir nicht viel, denn damals konnte man ja noch nicht googlen, ein Literaturlexikon hatte ich nicht und in der Schule den Namen nie gehört. Dabei lebte die Autorin damals schon in Wien, die Erzählung hat mich sehr beeindruckt und das Buch und später dann auch „Die Höhlen Noahs“ wurden vor einigen Jahren wieder bei „Residenz“ aufgelegt. Da war ich bei einer literarischen Soiree und im Bücherschrank gab es auch einiges zu finden.
„Vorhof zur Wirklichkeit“ habe ich gelesen. Das Jugendbuch, „Ich bin Barbara“ steht noch auf meiner Liste, ebenso wie „Ein fremder Garten“ und nun hat sich das Lesetheater, beziehungsweise Angelika Raubek der Autorin angenommen und fünf Erzählungen aus einem 1973 erschienenen Erzählband gelesen.
Der Sohn der Autorin, ein Herr Mayer, war auch im Publikum unter vielen mir bekannten Frauen, wie Ruth Aspöck, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler oder Männern wie Hansjörg Liebscher, Ottwald John, Werner Grüner, etc.
Die junge Bezirksvorsteherstellvertreterin begrüßte und am Lesepult hatten außer Angelika Raubeck, Judith Gruber-Rizy, Heidi Hagl, Elisabeth Krön und Hilde Schmölzer Platz genommen. Angelika Raubeck erzählte noch etwas zum Lebenslauf. Hannelore Valencak hat ja in Graz Physik studiert, 1955 promoviert und als Metallurgin in Kapfenberg gearbeitet. 1962 zog sie mit ihrem zweiten Mann nach Wien, wo sie Patentbearbeiterin war, bis sie 1975 zur freien Schriftstellerin wurde. Ihr letztes Kinderbuch „Bettina und das eiserne Versprechen“ ist 1989 erschienen, dann schrieb sie nichts mehr und ihre Erzählungen und Romane haben ähnlich, wie die von Marlen Haushofer einen leicht surrealistischen Touch oder eine Entrückung von der Wirklichkeit.
Sie hat ja auch, glaube ich, dem Kreis um Hans Weigel im Cafe Raimund angehört und die fünf Erzählungen, die auch oft den realen Hintergrund verließen waren wirklich spannend. Die erste erinnerte mich stark an Haushofers „Wand“, da fährt ein Ehepaar mit einem Auto an das Meer um mit einem Schiff auf einen Traumort zu fahren, eine Mure verhindert das und so bleiben sie Jahrelang auf der Straße, ernähren sich von Nüßen und Himbeeeren, fangen Hasen, gebären ein Kind, begraben es und als dann Straßenarbeiter, die die neue Straße bauten, sie endlich finden, wollen sie nicht mehr an ihr Traumziel. Die zweite Geschichte handelte von zwei Schauspieler, die ins Totenreich einziehen, dann kam eine, wo alle Menschen in einer künstlichen Glaswelt leben und sehr viel zahlen müßen, wenn sie eine Wiese sehen wollen, eine Neudeutung von Romeo und Julia und eine von einem Findelkind, das mit einem ebenfalls gefundenen Hund, den Horizont sucht.
Interessant, interessant und sehr spannend, nachher gab es wieder Wein, Oliven und Knabberstangen und sehr viele Gespräche und Einladungen zu Veranstaltungen, denn es naht jetzt bald der Frauentag und diese Veranstaltung im Amtshaus Wieden war die erste dazu und Hannelore Valencak ist sicher eine interessante Schriftstellerin, die langsam vergessen wurde, jetzt vielleicht zaghaft wiederentdeckt wird und ich freue mich auf das Lesen der beiden gefundenen Bücher.
Vielleicht finde ich noch andere „Das magische Tagebuch“ vielleicht oder „Das Fenster zum Sommer“ und der Debutroman einer 1991 geborenen Autorin Theodora Bauer, die ich vielleicht aus der „Gesellschaft für Literatur“ kenne, das „Fell der Tante Meri“ ist vor kurzem bei „Picus“ erschienen und die soll eine Sprache haben, die Anna Jeller an Marlen Haushofer erinnert.

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