Literaturgefluester

2014-03-07

März-Schreiben

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:23

Wieder einmal Schreibgruppe mit Ruth, Robert, Ilse und Fritz, diesmal war auch wieder Doris Kloimstein und Judith Grohmann dabei, die mich gestern in den PEN-Club begleitet hat und sich heute die Schreibgruppe angesehen hat, die ja außer Doris Kloimstein aus lauter GAV-lern bestand.
Da heißt sie ist zu spät gekommen, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, erst erschienen, als das Schreiben schon vorüber war.
Hat also zugehört und bezüglich Themenfindung bin ich mit der Absicht ins Cafe Ludwig gegangen an „Anna kämpft gegen das Vergessen“ weiterzuschreiben.
Denn damit habe ich inzwischen begonnen und es gibt schon sieben Szenen, einundzwanzig Seiten beziehungsweise 10136 Worte. Aber noch keinen richtigen Handlungsstrang, nur die Idee von den drei Ebenen und ein paar Ideen dazu. Das heißt, heute bin ich auch wieder sehr niedergeschlagen und vorzweifelt vor meinem Buch, beziehungsweise dem Laptop gesessen, habe, eh schon wissen „Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“, gedacht und bin dementsprechend euphorisch in die Gruppe gegangen und hatte auch schon ein paar Themenvorschläge.
An „Umstrukturierung“ oder „Vergessen“ habe ich gedacht oder auch „Demenz“ oder „Alzheimer“, bin aber in der Gruppe auch für andere Themen offen. Denn da bin ich ja bei der „Brüderschaft“ beim Thema „Schwimmen“ auf den Strang der Renate gekommen.
Die Ruth hatte auch ein Thema, beziehungsweise hat sie etwas von einer Salzburger Leseaktion vorgelesen, die die Gruppe „Erostepost“ veranstaltet, da mußt jeder drei Texte vorbereiten, die zwischen einer und mehreren Minuten lang sind, in der ersten Runde wird eine Minute gelesen, das Publikum wählt aus, in der nächsten Runde darf man länger, wer dann noch überbleibt, gewinnt das nächste Mal eine bezahlte Lesung.
Also so wie Poetry- und Literaturslam und das was heutzutage oft bei Lesungen üblich und auch zu kritisieren, darüber haben wir dann ein bißchen diskutiert, aber fürs Schreiben war es nicht das richtige Thema, also wurde noch „Flohmarkt“ und noch etwas anderes vorgeschlagen.
„Vergessen“ ausgewählt und ich habe meine Szene acht begonnen. Die wieder von der Enkeltochter Johanna, der Alzheimer Trainerin getragen wird, die in die Oma der Wohnung eingezogen ist und von der Hausmeisterin Slavica Jovanovic von dem Operball erzählt bekommt, zu dem sie Anna das letzte Mal eingeladen hat, der in der Hausmeisterwohnung vor dem Fernseher stattfand.
Das handelte zwar nicht direkt vom Vergessen, ist aber ziemlich flott gegangen, bei den anderen habe ich während des Schreibens gehört, daß sie das Thema recht schwierig fanden und vorher wurde noch diskutiert, ob Vergessen mit Alzheimer gleichzusetzen ist, als ich sagte, daß ich einen Roman über „Alzheimer“ schreiben würde.
Fritz Widhalm hat wieder bestritten, daß es bei Alzheimer ums Vergessen ginge und die anderen hatten sehr interessante Texte, wo das Thema Alzheimer ziemlich ausgeklammert war.
„Mich kannst du vergessen!“, begann Doris Kloimsteins Text, wo es mehr um die Umstrukturierung ging. Robert Eglhofer schrieb wieder etwas bezüglich seines „Schulromanes“, wo der Lehrer R. einen Schüler nach dem Schikurs vergißt. Da fragte ich natürlich wieder, ob das autobiografisch ist?
War es nicht und Ilse Kilic und Ruth Aspöck mokierten sich dann darüber, daß ich die Gruppe für meinen „Roman“ mißbrauchen würde. Warum aber nicht? Für mich ist es das Interessante daran, wie das entstehen und sich eingliedern läßt und ich finde es eigentlich auch schade, daß das kritisiert wurde. Schadet es ja niemanden. Aber bei mir ist ja offenbar nicht viel erlaubt, die anderen könnten sich ja auch darüber freuen und das „Work in Progress“ interessiert verfolgen. Interessant aber auch in Robert Eglhofer soetwas, wie einen Nachahmer gefunden zu haben und die Ruth hat schon den Plan, ein Buch aus den Texten der Schreibegruppe zu machen.
Da würden meine Romanszenen zwar hinausfallen. Es gibt aber auch andere. Die ersten beiden Texte, habe ich dem Robert am nächsten Tag korrigiert geschickt. Ilse und Fritz geben ihre Texte immer gleich so ab. Der Mai-Text wird in der nächsten Volksstimmeanthologie erscheinen. Den Februartext habe ich ins Internet gestellt.
Dann kam Judith Grohmann und es wurde noch heftig über das Thema Vergessen, beziehungsweise über das Älterwerden diskutiert und darüber, ob man, wenn man vielleicht achtzig ist und sich seine Texte nicht mehr so merken kann und Hilfestellung braucht, noch lesen darf?
Ja, finde ich und meine, daß es auch schön ist, seinen Beruf solange man noch kann auszuüben und nicht unbedingt mit Sechzig in Pension zu gehen, weil das ja auch die beste Alzheimer-Prophylaxe ist. Die anderen sahen das anders. Aber ich mokiere mich nicht über einen Johannes Heesters, der noch mit über hundert davon sang, daß er „ins Maxim gehen würde“ und, daß der Hans Beirer, der in den Siebzigerjahren an der Staatsoper eingesprungen ist, wenn man einen Sigmund oder Sigfried brauchte und ausgebuht wurde, wenn er das nicht mehr so gut gesungen hat, hat mich schon damals sehr geärgert. Warum soll man sich nicht solange man es kann betätigen und schlug vor uns in vielleicht zwanzig Jahren wieder zu treffen noch einmal über dieses Thema zu diskutieren und zu schauen sollen, ob die Meinungen dann auseinandergehen?
Es war also sehr interessant und man sieht, das Thema Vergessen kann sehr aufregen und bewegen, was ja eigentlich nicht so verwunderlich ist. Ich habe mich in den letzten Wochen ein bißchen in die Alzheimer-Problematik eingelesen und bin ja auch nicht sicher, ob die Anna wirklich Alzheimer hat.
Sie ist fünfundsiebzig, bemerkt, da sie nicht mehr so wie früher kann wie früher und kämpft dagegen an.
„Warum muß man gegen das Vergessen kämpfen?“, fragte mich noch Fritz Widhalm.
Ich denke schon, daß man seinen Geist trainieren soll und sich bemühen fit zu bleiben und das tut ja auch die Anna, indem sie ihre Bücher liest und darüber bloggt. Sie war aber auch bei Slavica Jovanovics Opernball und lernt den falschen Arzt Rade Manuescu kennen. Wie sich daraus die Handlung ergibt, weiß ich noch nicht. Aber vielleicht bekomme ich das in der Schreibgruppe heraus und wenn Judith Grohmann ein neues Mitglied werden wird, ist das auch sehr interessant.

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