Literaturgefluester

2014-03-09

Dracula

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:18

Nun habe ich es geschafft und das Pinguin Taschenbuch in circa zehn Tagen mit einer Wochenendunterbrechung, mit Hilfe von Wikipedia und einem deutschsprachigen Film, der allerdings die Handlung des 1897 erschienenen Romanes, des 1847 geborenen und 1912 verstorbenen irischen Schriftstellers Bram Stoker, verkürzte und verstellte, ausgelesen.
„Dracula“ von diesen Vampir und Horrorroman hört man ja sehr viel. H.C. Artmann hat seine eigene Variante herausgebracht und so ist es sicher gut das Original zu lesen und auch die englische Version war sehr spannend, habe ich da ja einige deutsche Worte darin entdeckt.
So reden die Frauen in Ungarn und Rumänien Jonathan Harker mit „Herr Englishman“ an, er bekommt „paprikahendl“ zu essen und auch in England, wo der Roman dann weitergeht, sind Phrasen, wie „Gott, Gott“ zu finden.
Bram Stoker habe ich bei Wikipedia gelesen war nie in Transylvanien, hat sein Wissen also aus Lexika und angeblich so gar die Fahrpläne so genau studiert, daß sie stimmten und er bedient sich auch einer sehr interessanten Erzähltechnik. So besteht der Roman aus einer Reihe von Tagebucheintragungen, Phonographieaufnahmen, Telegramm- und Zeitungsnotizen, was ihn Ende des neunzehnten Jahrhunderts sehr spannend macht und auch die Frage aufwirft, wie der Roman in Facebook, Mobilfunkt und Skypezeiten wohl aussehen würde, aber es gibt auch moderne Vampirromane und der Anna habe ich als Kind öfter den „Kleinen Vampir“ vorgelesen, beziehungsweise hatte sie diese Cassetten.
Nun zum Original. Der junge Anwalt Jonathan Harker reist nach Transylvanien, um mit Graf Dracula auf seinem Schloß einen Vertrag abzuschließen, weil der sich in England ansiedeln will. Die Reise ist gespenstig, weil er in Bistriz, wo er Station macht, von einer Frau einen Rosenkranz bekommt, die ihn anfleht, nicht dorthin zu reisen. Werwölfe beziehungsweise wilde Hunde laufen auf dem Schloßberg auch herum. Der Graf ist sehr freundlich und tischt das Abendessen auf, ißt aber nicht mit, hat keinen Schatten und verschwindet unter Tag. Jonathan darf dann nur sein Zimmer und eine Bibliothek benützen, alles andere ist verschlossen. Als er doch einmal in einem anderen Zimmer landet, tauchen dort drei schöne Frauen auf, die ihn beißen wollen.
Der Graf verhindert dies, zwingt Jonathan Briefe an seinen Chef und seine Braut Mina zu schreiben und verschwindet dann. Jonathan kann schließlich flüchten, landet in einem Sanatorium in BudaPest, wie das geschrieben wird, wo er seine Braut Mina heiratet.
Vorher besucht Mina ihre Freundin Lucy in Whtiby in der Grafschaft Yorkshire und dort passieren auch seltsame Sachen. Ein Schiff kommt an, die Mannschaft ist verschwunden und der Kapitätn tot, ein Hund soll auch gesichtet worden sein und Lucy, die Braut von Arthur Holmwood fängt zu schlafwandeln kann.
Da Arthur sich nicht so um sie kümmern kann, bittet er das seinen Freund Dr, Seward, einen Nerven- oder Irrenarzt, wie das früher hieß, zu tun. Der hat ein Sanatorium und einen seltsamen Patienten namens Renfield, der sich von Fliegen und Spinnen ernährt.
Als Lucy seltsame Bißspuren am Hals hat, holt er den holländischen Professor Abraham van Helsing, den berühmten Vampirjäger zur Hilfe und die Geschichte beginnt.
Prof.van Helsing verordnet Knaublauchkränze und Kruzifixe, kann aber Lucys Tod dennoch nicht verhindern und nach ihrem Begräbnis verschwinden Kinder, beziehungsweise werden sie auch gebissen.
Van Helsing spürt nun Lucy bei ihren nächtlichen Aktivitäten auf und stopft ihren Mund mit Knoblauch voll. Dann kommen Mina und Harker aus BudaPest und der Vampirjäger macht sich auf die Jagd nach fünfzig erdgefüllten Kisten, die Dracula ebenfalls mitnahm und in London verteilte, da er sich dorthin ja in der Nacht dorthin zurückziehen muß.
Inzwischen läßt Renfield Graf Dracula zu Mina, der mit ihr eine Art Bluthochzeit veranstaltet, sie trinkt sein Blut und ist in Gefahr selbst zum Vampir zu werden und Dracula, der nur mehr eine Kiste hat, verschwindet in Richtung Transylvanien. Die Vampirjäger van Helsing, Arthur, Dr. Seward, noch ein Amerikaner und Mina, die ja nun durch Hypnose immer Draculas Aufenthalt erahnen kann, hinter ihm her. Am Schluß wird er gestellt. Der Amerikaner kommt dabei um, das Gute siegt und sieben Jahre später reisen Mina, Harker, ihr Söhnchen und Professor van Helsing nocheinmal zu Schloß Dracula und schauen sich alles an.
Interessant und ein bedeutender Roman der Weltgeschichte, der als Zitat in aller Munde ist, so daß es sicher gut ist das Original zu kennen. Ich habe mich auch noch ein bißchen weiter im Internet umgesehen. Da kann man sich das Schloß, in dem offenbar auch gefilmt wurde und das der Familie Habsburg gehören scheint, in einem Video ansehen und wenn Kritik erlaubt ist, so kann man sicherlich das Frauenbild im Roman, beziehungsweise noch mehr in der Filmvorlage anpragern.
Da rennen die Frauen schön und somnabul herum, die Männer kämpfen und das Böse wird durch Knoblauch und Kruzifixe besiegt, wenn das nur so einfach wäre? Aber spannend ist sicherlich, wie Bram Stoker, die Technik des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts verwendet, wie dort telegraphiert, mit der Eisenbahn etc gefahren wird und spannend auch, wie viel da noch geschrieben wurde. Mit Facebook und mit Twitter geht das jetzt ja viel schneller, aber das gab es 1897 ja noch nicht.

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