Literaturgefluester

2014-03-10

Cartoons über Wien

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:01

Der Holzbaum-Verlag macht fleißig weiter und hat jetzt nach dem „Unnützen Wien-Wissen„, „Wien wie es wirklich scheint“ und den „Cartoons über Kunst“ auch „Cartoons über Wien“ herausgegeben, was für eine Vollblutwienerin mit kritischen Bewußtsein, wie ich es bin, natürlich ein Muß ist, sich in den Zeichnung der schon bekannten Holzbaum-Größen und auch einigen neuen, wie Andreas Prüstl, Ari Pikat, Berndl Ertl, Bruno Haberzettl, Clemens Haipl, Daniel Jokesch, Gerald Mayerhofer, La Razzia, Miriam Wurster, Oliver Ottitsch, Rudi Hurzlmeier und vielen anderen, ein wenig umzusehen.
Interessant ist auch, daß einige der Karikaturisten in Leipzig, Ludenscheid, Salzburg, Jena, Niederösterreich, München, Hamburg, Graz, aber auch in Wien geboren wurden.
Und der Umschlagtext, das Büchlein wurde wieder von Clemens Ettenauer heraugegeben, schreibt von den vielen Geigen, die über Wien hängen würden.
„So kennt man Wien. In dieser einmaligen Cartoon-Sammlung lernen Sie die Stadt aber nun auch von ihrer unbekannten Seite kennen und erfahren endlich alles über kaiserliche Fürze, das bei Touristen so beliebte Hundertwasserbordell, die Sacher-Masoch Torte und vieles mehr.“
Gehen wir es also an, da das hier ja der Literaturblog einer Literaturinteressierten ist, fehlen wieder die Bilder, ein paar Kostproben kann ich aber geben, ansonsten in das Buch hineinschauen oder in den Shop der komischen Künste gehen, wo es vielleicht eine diesbezügliche Ausstellung gibt.
Der Tod ganz in schwarz oder eine entsprechende Figur im weißen Leiberl mit einer Bierdose in der Hand ziert schon einmal das Cover. Das Bild von Daniel Jokesch ist dann auch im Buch zu sehen.
„Der Tod, das muß ein Wiener sein, Georg Kreisler“, steht noch dabei. Von Andreas Prüstl wird das auf Seite vier aber schon bestritten, denn da kommt der schwarze Sensenmann, was ich ganz spannend finde, aus St. Pölten ins AKH oder sonst wohin und bei Ari Plikat, liegt der Gevatter mit Sense schon einmal auf der Coach: „Und dann fühle ich mich immer so….Mist Ihre Zeit ist um!“ Der Analytiker schreibt alles fleißig mit.
Papa Freud treffen wir natürlich auch, der hat nicht nur den „Penisneid“, sondern auch Adolf Hitler als Klienten, der hält eine Zeichnung an der Brust und Freud hat „total blemblem!“, auf seinen Block notiert und schaut ganz bekümmert aus.
So weit die Klischees. Da gibt es ja noch den Mozart, der die Mozartkugel scheißt, war der eigentlich ein Wiener? Nicht so ganz würde ich sagen, zumindestens werden ihn die Salzburger für sich reklamieren und ihre Cartoons über ihn machen.
Maria Theresia wird von Bruno Haberzettl im Kreise ihrer schlimmen Kinder gezeichnet, der unterwürfige Lakai bringt den Pracker auf einem Tablett und „Die Einführung der Schulzeit war nur eine Frage der Zeit!“
Franz Josef furzt, wurde uns schon in der Beschreibung versprochen, das Cafe unter Zentralfriedhof kommt vor, wo man „Röstleber a la Qualtinger“ verzehren kann, die Sacher-Masoch Torte im Cafe, wo man noch einmal den Gevatter Tod treffen kann und dann gibt es noch und das finde ich besonders spannend, zwei brandaktuelle Cartoons, wo die Zeichner, da ich das Buch ja schon ein paar Tage bei mir liegen habe, zum Zeitpunkt der Erstehung noch nicht wissen konnten, wie die Sache ausgeht.
Für die Nichtwiener zu Erklärung. Bei uns wurde in den letzten Wochen darüber abgestimmt, ob man die MaHü, die Mariahilferstraße eine der größten Geschäftsstraßen, die vom Westbahnhof in die City führt und den sechsten mit dem siebenten Bezirk verbindet, zur Fußgängerzone machen soll?
Das heißt, sie ist es schon ein paar Monate, aber da gab es Ärger mit den Geschäftsleuten, die um ihr Geschäft fürchten, die grüne Vizebürgermeisterin machte sehr viel Werbung für das Radfahren und das gute Lebensgefühl. Am Freitag ist bekannt geworden, die Anrainer sind sehr knapp dafür und in dem Buch kann man schon zwei Zeichnungen sehen.
„Die Mariahilferstraße 2050“ ist die erste, wo die Nackten in Zelten wohnen auf Bäume klettern, ihr Lagerfeuer machen und die Frau Bürgermeisterin steht davor und sagt „Irgendwann gab es kein zurück mehr!“ und ich merke an, daß ich überhaupt nicht sicher war, daß die Abstimmung so ausgehen wird und eigentlich an das Gegenteil dachte und Michael Dufek hat auf Seite vierzig einen „neuen Lösungsansatz für die Mariahilferstraße ohne Autos, ohne Radfahrer, ohne Fußgänger und ohne Bus sorgt trotzdem für Aufregung“, gefunden.
Dann gibt es noch den Opernball mit dem Herrn Lugner und anderen Societygrößen und die Türkenbelagerung mit den Kebab-Buden vor der Stadtmauer und und…
Am besten höre ich jetzt auf zu zitieren, weil ich ja ohnehin immer soviel nacherzähle und nehme das Buch nach Leipzig mit, weil es auf der dortigen Buchmesse nicht fehlen sollte, aber vielleicht hat es Clemens Ettenauer schon am Gemeinschaftsstand der IG-Autoren aufgelegt?

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