Literaturgefluester

2014-04-09

Die Entladungen der Sterne

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:20

Die „Entladungen“ sind eine Literaturzeitschrift, der „AGA-Arbeitsgemeinschaft Autorinnen“, die sich seit 1980 in der Volkshochschule Ottakring wöchentlich treffen, um einander Texte vorzulesen, darüber zu diskutieren, daran zu arbeiten und, um eben die „Entladungen“ herauszugeben und einmal im Jahr daraus vorzulesen.
Entstanden ist diese Idee vermutlich im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ in dem ich ja literarisch sozilisiert wurde, jedenfalls hat Elfriede Haslehner, eine der Arbeitskreisfrauen und Gründerin des „Wiener Frauenverlages“, die Arbeitsgemeinschaft gegründet und eine Zeilang geleitet, später wurde er von Barbara Neuwirth übernommen, die ihn noch heute macht, moderiert und mich auch zu der Präsentation des Heftes „Sterne“ am Donnerstag im Dachgeschoß der „Urania“ eingeladen hat.
Sie war nicht die Einzige und die Erste, die das tat, ist doch Christa Kern seit einigen Jahren eifriges Mitglied, hat in einigen der „Entladungen“ Texte und mich auch schon mehrmals dazu eingeladen, aber da war immer Eintritt für das Buffet zu bezahlen und da ich ja sehr sparsam bin, war das meine erste Teilnahme bei der Zeitschriften-Präsentation und noch etwas war spannend, nämlich die Auswahl der Lesenden, die mir Barbara Neuwirth, nicht Christa Kern, mitschickte, war da ja bei den dreizehn Frauen auch Ju Sophie Kerschbaumer dabei und das ist eine meiner zwei Kritikerinnen, die das „Literaturgeflüster“ prägen.
2011 ist sie auf mich, wahrscheinlich durch meine Kommentare auf Thomas Wollingers Blog aufmerksam geworden und hat mir eine gute Woche lang sehr eifrig und interessant kommentiert. Dann haben wir uns auf der „Studentenlesung I“ getroffen. Da war ich wohl ein bißchen verkrampft, ich bin wahrscheinlich immer noch ein bißchen unsicher und schüchtern und sie hat mir auf meinen diesbezüglichen Artikel zuerst sehr begeistert kommentiert, dann ist es aber gekippt und ich habe mich ein bißchen von ihr angegriffen gefühlt.
Schade eigentlich, denn ich will ja mit keinem böse sein, bin so wie ich bin und schreibe auch so gut wie es kann.
Nachtragend bin ich auch, aber auch sehr neugierig und so bin ich eigentlich sehr gerne zu der Lesung ins Dachgeschoß der Sternwarte, zum Thema passend, gegangen und wäre fast zu spät gekommen. Nicht weil ich zu eifrig korrigerte, da scheine ich im Moment wieder in eine Hemmphase zu kommen, sondern weil ich mir noch unbedingt ein paar Videos zum Thema „Alzheimer“ anschauen wollte und dabei telefonisch ein paar Mal unterbrochen wurde.
Dann aber gleich das Dachgeschoß gefunden, wurde von Christa Kern und Barbara Neuwirth freundlich begrüßt, habe Gabriele Petricek gesehen, die auch eine sehr treue Veranstaltungsbesucherin ist und mit mir wahrscheinlich den Record aufnehmen würde, wer am meisten zu literarischen Veranstaltungen geht.
Barbara Neuwirth hat begrüßt, auf die Rolle der AGA und auf die Bedeutung von Elfriede Haslehner, was ich sehr gut finde, hingewiesen und Doris Fleischmann als erstes lesen lassen, weil die am Donnerstag Geburtstag hatte und 1971 geboren wurde.
Ihr Sternentext, es war nur ein Ausschnitt, war auch sehr interessant, handelte er doch von einer Tochter, deren Vater ihr mit drei Jahren den Sternenhimmel, den großen und den kleinen Wagen, etc zeigte und dann aus ihrem Leben verschwand, so daß sie später nach ihm suchte und dabei auf einige Geheimnisse stieß, die in dem Textausschnitt gar nicht so gut herausgekommen sind. Ein Grund die „Entladungen“ zu kaufen, ich weiß, sie waren aber schon ausverkauft, noch ehe die Lesung begonnen hat und dann begannen die Autorinnen, von Barbara Neuwirth jeweils kurz vorgestellt, im Dreiertakt, jeweils fünf Minuten zu lesen.
Monika Vasik, die 2003 den Lise Meitner Preis gewonnen hat, Christine Kortner und Ju Sophie Kerschbaumer waren die nächsten, die zum Teil Gedichte lasen, zum anderen Teil das Märchen von den „Sterntalern“ neu und weitererzählten.
Dann kamen drei weißhaarige ältere Damen, mit ihren Kriegs-und Nachkriegserinnerungen. Maria Kohlbeck 1923 geboren, erzählte in zwei Fassungen von „Sternenliedern“, wie sie als junge Frau zum Arbeitsdienst nach Polen geschickt wurde und dort statt „Stille Nacht Heilige Nacht“ ein anderes Weihnachtslied singen mußte und am nächsten Tag „Heimat deine Sterne“ im Radio hören konnte.
Die Ärtzin, Inga Wißgott, die sich nach ihrer Pensionierung bei den „Ärzten ohne Grenzen“ engagierte und ein paar Bücher darüber geschrieben hat, wo sie eines, glaube ich, einmal bei „Rund um die Burg“ vorstellte, schrieb von ihren Kindheitserinnerungen in Dänemark, wo sie zum Aufpäppeln hingeschickt wurde und dort erfuhr, wie der König Widerstand gegen die Nazis leistete.
Ilse Krüger-Skelincka, die vom einem Nachkriegsmädchen, das gerne ein großer Star werden will und sich in die Studios ins Sievering als Statistin bewirbt, erzählte, kannte ich ebenfalls schon. Erstens hat sie ein Buch bei „Milena“ oder beim „Wiener Frauenverlag“ oder hat sie mit mir in der „Female Science Facton“ publiziert.
Dann kamen wieder jüngere Frauen und zwar ein ziemlicher Künstlerblock mit Radegund Hain, Josefa Mayer-Proidl und Christa Kern, wo mir vor allem Radegung Hains Text über zwei Frauen, die sich im Abstand von zehn Jahren immer bei einer Sternwarte treffen und dabei ihre Hoffungen und Erwartungen erleben oder auch daran scheitern, am besten gefallen und am Schluß erzählte noch Eva Holzmayr von einem Fest von der Frau von Sternthal, bei der es ähnlich wie bei der „Ariade von Naxos“, der Opter von Richard Strauss zugegangen sein dürfte. Ein Pianist und ein Sänger wurden mit großen Honoraren dazu eingeladen und erlebten dabei einige Überaschungen, nachher gab es auch ein Fest, beziehungsweise Getränke und Knabbereien, der Sternenhimmel, den die Einladung auch noch versprochen hat, war nicht so gut zu sehen. Literatur ist eben doch stärker als die Wirklichkeit und ich habe wieder viel gelernt, einige Bekannte gesehen, mich sehr gut unterhalten und mich auch mit Ju Sophie ein bißchen ausgesprochen.

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