Literaturgefluester

2014-05-09

Korrigierblockade

Filed under: Uncategorized — jancak @ 18:28

Seit einigen Tagen oder sind es schon Wochen, komme ich nicht weiter mit dem Korrigieren von „Anna kämpft gegen das Vergessen“, das ich ja im März vor allem in Ungarn so flott dahingeschrieben habe.
Jetzt bin ich so weit, daß ich wieder Szene für Szene durchgehen will und komme nicht voran, spüre Widerstand, bin müde, trödle herum, denke es rentiert sich nicht zwischen einer Stundenpause damit anzufangen, ect.
Dann hat der Alfred, der ja die „Brüderschaft“ korrigiert und mir das Manuskript vor ein paar Tagen übergeben hat und auch schon ein Cover mit einem Foto von zwei lachenden Männern, der dritte Bruder fehlt, gebastelt hat, wiedermal gesagt, ich solle nicht so schnell schreiben, das sitzt irgendwie und ich denke, es hat ja ohnehin keinen Sinn, daß ich schreibe und schreibe, mit der „Brüderschaft“ dann das dreiunddreißigste und mit der „Anna“ das vierunddreißigste selbstgemachte Buch habe, kommentarlos darüber blogge, eine Vorschau und ein Bild von dem Buch in den Blog einstelle und wenn ich die Bücher dann jemand zeige, „Wow soviel!“ höre und ein mitleidiges Lächeln sehen kann.
Aber was bringt dann etwas und was ist die Alternative? Richtig, ich habe keine, denn wenn ich herumtrödle und nicht fertigwerde, sondern stattdessen meine Bücherberge hinunterlese, hilft das auch nicht wirklich weiter.
Das Problem ist ja wahrscheinlich, daß es ganz egal ist, was ich mache, es verändert sowieso nichts, denn kaum ist das Buch fertig, interessiert sich kein Schwein dafür, wenn ich Glück habe, bekomme ich einen Termin bei den „Textvorstellungen“, das wars dann schon und da hat mir schon Kurt Neumann beziehungsweise Ruth Aspöck angedeutet, daß ich den nicht immer haben kann.
Eine schwierige Situation, denn ich will ja schreiben, notfalls nur für mich, das dann aber bloggen, beziehungsweise mich im Internet, wo das ja geht, präsentieren. Wenn aber keine Reaktion darauf kommt, ist das auch nicht gut. Sara Wipauer hat einmal gemeint, als ich dasselbe Problem schon bei der „Frau auf der Bank“ hatte, daß das nichts macht, soweit die Korrigierblockade nicht zu lange anhält.
Natürlich macht es nichts, denn ich schreibe ja soviel und dreiunddreißig Bücher für die sich niemand interessiert, dürfen eigentlich nicht sein. Warum nicht? Sie dürfen natürlich, aber wenn man nie eine Chance auf einen Preis, etc hat, ist das sehr frustrierend und erzeugt offenbar den Widerwillen und ich denke ja auch, daß es nichts macht, einmal eine Schreibpause einzulegen, wenn es dafür flott weitergeht. Das Problem ist nur, wenn ich nichts mache, passiert nichts, also blogge ich darüber, klage, jammere darüber, bevor ich zur Festwocheneröffnung auf den Rathausplatz gehe.
Morgen Mittag habe ich eine Einladung bei der Iris für eine äthiopische Kaffeezeremonie und in der nächsten Woche sind meine Termine, glaube ich, auch so gelegt, daß sich dazwischen nicht viel ausgeht, denn ich weiß ja, wenn ich einmal damit anfange, geht es schon weiter. Jetzt also die „Brüderschaft“, die ich ja beim letzten „Nanowrimo“ geschrieben habe, korrigieren, schauen, daß das Manuskript bald an die Druckerei und das Cover auf die Website, beziehungsweise in die Vorschau geht.
Dann kommen wieder drei Fragen, wo man ein Buch gewinnen kann, auch wenn sich keiner dafür meldet und ich überlege, ob ich es bei „Amazon“ einstellen soll oder nicht?
Mit dem Weiterschreiben bin ich auch ein bißchen desillusioniert, wenn ich mit der „Anna“ durch bin, denn da hat sich ja inzwischen der Gedanke fest eingehakt, daß meine wenig abgehobenen realistischen Geschichten niemand haben will und sie niemanden interessieren. Warum eigentlich nicht? Die Geschichte einer Alzheimer-Erkrankung ist doch interessant! Aber irgendwie komme ich über das Schreiben und das Bloggen nicht hinaus und das wäre ja eigentlich eine Möglichkeit auf mich aufmerksam zu machen. Irgendwie scheint es aber ein Eigentor zu sein, wenn man seine Bücher selber macht und selber präsentiert. Warum habe ich nicht so ganz verstanden und auch nicht, warum es ausgerechnet bei mir nicht geht, bei allen anderen aber offensichtlich schon?
Dann denke ich wieder, es geht natürlich, denn ich kann ja meine Bücher selber machen und wenn sich niemand dafür interessiert und mich fördert ist das zwar schade, sie sind aber trotzdem da. Ich werde schauen wieder ein paar Tage zu bekommen, wo ich ungestört korrigieren kann. Die „Anna“ Szene für Szene und dann solange durch bis ich keinen Fehler finde und dann habe ich gedacht, starte ich mal mit einer Ideen und Personensammlung durch. Renne oder fahre in Wien herum, schreibe auf, was ich so sehe und fabuliere daraus Szenen, die ich puzzleartig aneinanderreihen kann.
Ein wenig Rückmeldung, ich schreibe es wieder, wäre gut und wünsche es mir, wenn das aber nicht passiert kann man auch nichts machen und ich habe mir ja auch gewünscht mir für einen Roman ein Jahr Zeit zu lassen. Kann und soll also sein.
Der Sommer wird bei uns heuer auch ein bißchen anders werden, da wir, da sich die Anna das Auto ausborgt, erst ein bißchen später nach Harland fahren werden und dann noch zwei Wochen ins Elsaß, wo ich auch nicht viel zum Korrigieren komme, aber vielleicht komme ich auf neue Ideen, denn Reisen erweitern ja den Horizont, obwohl ich ja an sich nicht sehr reiselustig bin.
Vielleicht behindert mich auch ein bißchen meine überlange Leseliste, aber da bin ich natürlich selber schuld, wenn ich die mir aufstelle, denn wenn ich die schaffen will, muß ich morgens möglichst viel in der Badewanne lesen, am Abend bin ich meistens bei einer Veranstaltung und unter Tag habe ich meine Stunden und komme irgendwie nicht recht dazu mit dem Korrigieren zu beginnen.
Wer hat einen Rat für mich, wie ich aus der Misere herauskomme? Wenn nichts kommt, werde ich versuchen meine Stunden zu strafen, die „Brüderschaft“ durchgehen und dann wieder die Lust an der „Anna“, die ich ja sehr gern geschrieben habe und die, glaube ich, auch sehr spannend ist, wiederzufinden.
Wenn sie fertig ist, gibt es ein Gewinnspiel, beziehungsweise drei Fragen zu dem Buch und dann suche ich weiter und finde heraus, ob ich auch etwas anderes, als über Bücher und alte Leute schreiben kann und natürlich werde ich bloggen, viel und ein bißerl schlampert, wie gehabt und das geht eigentlich ganz gut.

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2 Kommentare »

  1. LIebe Frau Jancak,

    lassen Sie es zu eine Korrigierblockade zu haben! Denn wer viel schreibt, macht eben viele Tippfehler oder schreibt nicht das, was er eigentlich mitteilen will. Viel schlimmer wäre es, hätten Sie eine Schreibblockade.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass ein Arbeitender, also ein Lesender und Schreibender, auch die Stille, das Gebet oder die Meditation braucht, um erfolgreich zu arbeiten, also zu lesen oder schreiben zu können. Daher wünsche ich Ihnen genügend Zeit zum Erholen, damit Sie auch erfolgreicher schreiben können. Es freut mich außerordentlich, dass auch mein kurzer Roman, „Lektüre vor dem Schlafengehen“ in ihrer Leseliste angeführt ist. Ich wünsche Ihnen abschließend zu ihrer Lieblingsbeschäftigung dem Lesen und dem Schreiben weiterhin viel Freude und auch den entsprechenden Erfolg! Denn wer liest und schreibt, wünscht sich auch oder erwartet sich auch Wertschätzung, die ich Ihnen auf diesem Weg zukommen lassen möchte.Ich gratuliere Ihnen zu ihrem Blog „Literaturgeflüster“, der auf ihre Weise besonders interessant ist! Alles Gute und viel Erfolg! wünscht Ihnen Manfred Lagler-Regall

    Kommentar von Manfred Lagler-Regall — 2014-05-15 @ 16:07 | Antwort

  2. Ja, natürlich und vielen Dank für Ihre Aufmunterung! Ich glaube, daß es gerade das ist, was mir bei meinen Schreiben fehlt und die Psychologin in mir hat einmal von den Kindern gelernt, die irgenwann im Mittelalter gestorben ist, weil ein König ein Experiment mit ihnen machen wollte und sie ohne Ansprache aufwachsen ließ.
    An einem mangelnden Feedback stirbt man natürlich nicht, ein bißerl depressiv wird man aber schon, wenn man schreibt und schreibt und es kommt nichts, außer „Du mußt ja nicht! oder „Schreib nicht so viel!“ oder „Du hast schon wieder ein a statt einem e geschrieben, bessere das aus!“, zurück!
    Das Schlimmste ist für mich, daß ich manchmal denke, daß die einzige Alternative das Aufhören ist und das will ich nicht. Dann setze ich mich hin und schreibe meine Jammerartikel, auch wenn ich schon weiß, daß das erst recht niemanden interessiert und vielleicht auch ein wenig anmassend ist!
    Aber auch da denkt die Psychologin „Interessant, ich würde da schon längst, „Mach dir nichts draus, ist eh ganz gut, mach weiter so!“, kommentieren!
    Also vielen Dank für Ihren Kommentar, ich nehme ihn in mein Wochenende, um den ganzen Text beschwingt weiterzukorrigieren und ganz so schlimm ist es ohnehin nicht, denn es war ja eine schöne Lesung am letzten Dienstag, am 3. Juni habe ich wieder eine und am 27. wahrscheinlich in Transdanubia auch.
    Die Religion ist für mich als aktive Atheistin nicht das, was mir wahrscheinlich hilft, ich nenne das wohl anders, aber letztlich ist es sicher gleich, wie man seine Motivierungsfaktoren nennt, denn die Hoffnung stirbt ja ohnehin zuletzt…
    Auch Ihnen viel Erfolg und ich freue mich schon auf das Lesen Ihres Buches, am 13. Juni ist wieder Schreibgruppe bei Robert Eglhofer im Cafe Ludwig in der Westbahnstraße, vielleicht mögen Sie da kommen. Ich bin da zwar auf einem Berg unterwegs, aber auch das ist immer sehr anregend und motivierend!
    Ansonsten auf ein Weiterlesen in meinen Blog, von dem ich eigentlich auch glaube, daß er etwas ist, was man sonst nicht so leicht findet!
    Das kleine sadistische Fehlerteufelchen hat Ihren aufmunternden Kommentar übrigens in der Spamkiste landen lassen, so daß ich ihn erst von dort herausfischen mußte!

    Kommentar von jancak — 2014-05-17 @ 09:01 | Antwort


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