Literaturgefluester

2014-05-19

Poliversale Russisch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:37

Die „Alte Schmiede“ hat derzeit ein von Michael Hammerschmid und Kurt Neumann kuratiertes „Wiener Lyrik-Fest“, das in einigen Abenden die ganze Bandbreite der gegenwärtigen und auch vergangenen Lyrik zu durchschreiten scheint. Die ersten Abende sind schon vorbei, da wurden John Burnside, Patricia Cavalli und Ann Cotten vorgestellt, Friederike Mayröcker hat gelesen und heute in der „Stunde der literarischen Erleuchtung“, die „Absurde Poesie des Mittelalters“ präsentiert vom Schweizer Ralph Dutli.
Dann wurde es Russisch, Olga Martynova stellte Igor Bulatovsky vor, der nicht kommen konnte und las seine Gedichte in Originalsprache, Michael Hammerschmid auf Deutsch und Olga Martynova erzählte auch ein bißchen was über die Trends in der russischen Lyrik, wo ihrer Meinung nach alle zehn Jahre, die Generationen wechseln.
Igor Bulatovsky wurde jedenfalls 1971 in Leningrad, das heute wieder St. Petersburg heißt, geboren, hat fünf Gedichtbände geschrieben und eine Mischung daraus wurde jetzt von Daniel Jurjew, Olga Martynova, Gregor Laschen und Elke Erb übersetzt und unter dem Titel „Längs und quer“ bei „Wunderhorn“ herausgegeben.
Die Bachmannpreiträgerin Olga Martynova erzählte noch, daß man bei fremdsprachigen Gedichten am Klang erkennen könne, ob sie gut oder schlecht seien, aber nur, wenn sie nicht von Schauspielern gelesen würden und gab dann ein paar Proben und ich habe noch nie etwas von Igor Bulatovsky gehört und auch von den anderen Lyrikern nicht, die er als seine Vorbilder angab.
Die Texte klangen aber frisch und stimmig und Olga Martynova hatte auch eine sehr interessante Art sie zu kommentieren. Dann wechselte sich Michael Hammerschmid mit Kurt Neumann ab, der Olga Martynovas Gedichte in der deutschen Fassung las.
„Von Tschwirik und Tschwirka“ stand im Programm angekündigt und daraus habe ich Olga Martynova, glaube ich, schon einmal in der „Alten Schmiede“ lesen gehört.
Jetzt hat sie aber auch andere, zum Teil unveröffentlichte Gedichte gelesen und Michael Hammerschmied hat in seiner Einleitung noch etwas erzählt, daß ihm ihre Metaphern und ihre Weitläufigkeit an das neuzehnte Jahrhundert erinnern würde und es auch Reime darin gäbe.
An einer großen Leinwand wurde ein Bild einer Nachtigall projeziert und Olga Martynova erklärte, daß die deutsche Sprache für sie eine Nachtigall wäre und erzählte auch etwas, daß sie den Gedichtband „Tschwirik und Tschwirka“ auf Russisch geschrieben hätte, während sie ihren ersten Roman „Sogar Papageien überleben uns“, der auf meiner Leseliste steht, auf Deutsch geschrieben hat.
Jetzt schreibt sie den dritten Roman und wieder entstehen gleichzeitig Gedichte dazu, wobei unklar ist, ob es Gedichte zu einem „Roman über Bäume“ oder „Idioten“ sind und am Schluß wollte Michael Hammerschid von Olga Martynova noch wissen, ob das Romanschreiben ihre Lyrik verändert hat, was sie, glaube ich, bejahte.
Christine Huber, die auch noch in der Reihe vorkommt, war im Publikum und fragte etwas über die Groß- und Kleinschreibung und morgen geht es weiter mit der „Grundbuchreihe“ beziehungsweise Marie Therese Kerschbaumer, die Gerhard Kofler und seine Gedichte vorstellen wird.

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