Literaturgefluester

2014-05-24

Rund um die Burg mit Lyrik-Bim

Filed under: Uncategorized — jancak @ 17:31

Die von Wien live organisierten „Rund um die Burg-Veranstaltungen“ finden immer früher statt und werden immer kürzer, könnte man so sagen, was vielleicht nicht so ganz stimmt, aber doch ein wenig.
Seit zwei Jahren gibt es einen neuen Veranstalter. Vor zwei Jahren war es noch im Herbst, aber nicht mehr rund um die Uhr, wie bei den alten Veranstaltern, was zwar nicht sehr genützt wurde, mir aber großen Spaß machte und etwas Besonderes war.
Damals gab es kein Lesezelt, dafür Veranstaltungen in der Bel Etage und im Theater des Cafe Museums und man mußte hin und her laufen, wenn man nichts versäumen wollte.
Im Vorjahr war die Veranstaltung im Juni, es gab wieder ein Zelt, wo die literarischen Veranstaltungen war, die Sachbuchveranstaltungen fanden woanders statt und heuer im Mai, waren die Veranstaltungen im Zelt bunt gemischt und dafür fuhr am Ring drei Stunden lang eine Straßenbahn mit live Lyriklesungen.
Das ist auch nicht ganz so neu und gab es schon zwei oder dreimal anläßlich des Tags des Buches, neu war dagegen, daß die Eröffnungsredner fehlten und der Moderator Joe Rappold interviewt kurz den Programmdirektor, wie er ihn nannte, Andreas Schneider, der alles zusammenstellte und der, wie er betonte, ein dichtes Programm von allen zusammengestellt hat.
Was wohl auch stimmte, wenn mir auch die Literatur oder das, was ich darunter verstehe, ziemlich fehlte, war doch von allem etwas da und sehr überlaufen und vollgefüllt, so wie damals als noch Wolfgang Bauer und Gert Jonke aufgetreten sind, war es auch nicht.
Dafür gab es eine Eiskiste zur freien Entnahme und Julia Danielczyk habe ich auch gesehen, sie hat aber nicht für die Stadt Wien gesprochen.
Begonnen hat es mit einem Buch über das Wiener Schnitzel, beziehungsweise einem von der Schauspielerin Maria Happel, wo sie über das Theater bzw. eine Aufführung des Thomas Bernhard Dramuletts „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen.“, schrieb
Dann gab es eine kleine Pause bevor der „Ohrenschmaus Juror“ Niki Glattauer mit seinem Schulroman „Leider hat Lukas nicht…“, gefolgt von Georg Biron mit dem ich einmal vor langer langer Zeit in den „Textvorstellungen“ der „Alten Schmiede, die noch Herbert J. Wimmer moderiert habe gelesen habe und der glaube ich auch beim „Tag zur Freiheit des Wortes“ mitmachte, inzwischen aber ein Buch über Helmut Qualtinger geschrieben hat und jetzt eines Bücher Wien mit dem Titel „Hai-Society“.
Dann folgte Ruth Brauer mit ihrem Mann, die ein Buch mit schönen Sprüchen für das Leben „Mit guten Gedanken kann man fliegen“, anläßlich der Geburt ihres zweiten Kindes geschrieben hat, ihr Mann sang dazu und der zweite Schulautor Andreas Salcher hatte auch einen Ratgeber, wie man Leben soll.
Dann fuhr die erste Bim ab und im Zelt gab es eine Diskussion „Warum die Buchhandlung besser als das Online Shopping ist“, wo unter anderen die sehr engagierte Buchhändlerin Petra Hartlieb unter der Leitung von Kristina Pfoser sich gegen den „bösen“ Amazon wandte, etwas was mich nicht so ganz überzeugte, aber Petra Hartlieb sagte, sie spricht die Leute am Postamt an, die sich ihre Amazon Pakete holen, ich denke ja eigentlich, daß es egal ist, wo man kauft und kaufe mir selbst nur sehr wenig oder aus der Abverkaufskiste.
Helmut Schneider bekannte sich auch als Amazon-Käufer und eine Dame aus dem Publikum wies auf die mit Bücher vollgefüllten Papiercontainer hin, wurde aber nicht sehr gehört.
Dann gings zur Bim, wo Edith Ulla Gasser moderierte und hauptsächlich Gewinner des Ö1 Lyrik Wettbewerbs „hautnah“ lasen.
Als ich die Station erreichte, wartete schon eine mir unbekannte junge Dame, Magdalena Hahnkamper alias Mitzi Nowak, eine Saxophonspielerin, die ihre Texte sang, eine Hermann Leopoldi Parodie über „Wiener Fleisch“ hatte und sich vom Publikum Worte zurufen ließ, zu denen sie improvisierte.
Der nächste Performer war mir schon bekannter und ich habe ihn schon öfter gehört, nämlich Jörg Zemmler, der glaube ich, bei den letzten „Lockstoffen“ mit Sophie Reyer aufgetreten ist, die ich heute versäumte.
Michaela Falkner war, glaube ich, nicht bei den Lyrik Gewinnern, denn sie nennt ihre Hörspiele und Romane ja Manifieste und wenn ich mich nicht irre, war das „Manifest 46“, den sie vortrug, der Text, der auch in ihrem Buch „Du blutest du blutest“ zu finden ist.
Als letzter hautnaher Lyriker und Performer kam Thomas Havlik, den ich auch mal bei den „Lockstoffen“ hörte, mit „Die Glühbirne im Verbandskasten“, der wirklich sowohl eine starke Performart als auch sehr starke erotisch- sexistische Texte hat.
Dann waren die Lyrikrunden aus, Edith Ulla Gasser bedankte sich bei allen und es ging wieder in das Zelt zurück, wo ich den Ringstraßenschwerpunkt versäumte, dafür bin ich viermal um den Ring gefahren.
Ich versäumte auch Erika Pluhar und Chris Lohner und kam gerade zu Renee Schroeder zurecht, die sich für die Beschränkung zu Gunsten der Kinder und Enkelkinder in ihrem Buch „Von Menschen Zellen und Waschmaschinen“ einsetzte.
Dann wurde es auch im Zelt literarischer mit Gertraud Klemms bei „Droschl“ erschieneern „Herzmilch“, bevor die Krimistunde folgte, die es ja auch bei „Rund um die Burg – alt“ gegeben hat. Da waren es ein paar Stunden und die haben ab Mitternacht angefangen. Diesmal kam um elf Manfred Rebhandl mit seinem trockenen Humor „Ich danke den Sozialisten und Josef Cap, der draußen an der Weinbar steht“ und „In der Hölle ist für alle Platz“ aus dem ich ihn ja schon lesen hörte und Petra Hartlieb kam am Schluß wieder zum Burgtheater zurück. Ihr dritter Krimi, den sie mit dem Berliner Claus Bielefeld geschrieben hat, spielt nämlich im Burgtheater, beziehungsweise von einer Schauspielerin, die in Berlin ermordet wurde und Petra Hartlieb läßt ihre Erimttlerin durch den Keller des Burgtheaters irren und erklärte dazu, daß sie sich einen Tag lang das Burgtheater, seine Keller und die Lüftungsschachte angesehen hat.
Am Samstag ging es mit einem „Ersten Weltkrieg-Schwerpunkt“ weiter. Alfred Pfoser, der frühere Leiter der Hauptbücherei und Andreas Weigl stellten ihren Katalog „Im Epizentrum des Zusammenbruchs“ vor und erzählten, wie das Leben in Wien 1914 ausgesehen hat und Günter Neuwirth, von dem ich einen Krimi gelesen habe, hat in „Der blinde Spiegel“ die Geschichte anders weitergeschrieben und hat etwas gelesen, wie die Leute 1945 bei Bauern in der Tschechoslowakei Brot, Speck und Schnaps kauften.
Dann wurde es in der Sachbuchschiene interessant. Denn der sehr bekannte Medizinjournalist Kurt Langbein erzählte etwas von seiner Krebserkrankung und stellte daraufhin in seinem „Weißbuch Heilung“ die Heilerszene vor.
Vorher habe ich mich noch mit einer jungen Dame von „Echomedia-Verlag“ darüber unterhalten, welche Art von Literatur ich bei der heurigen Veranstaltung vermißte.
Es gab aber auch für Kinder etwas, nämlich Gerald Votava und Mirjam Unger die ein Hörbuch aus Waldemars Bonsels „Biene Maja“, mit der ich mich ja gerade beschäftigte, machten. Dann kam Susanne Scholle mit „Emma schweigt“, die ich jetzt endlich nach den Namen fragen konnte, die mir gar nicht so tschetschenisch klangen und Rudolf Habringer mit dem ich schon einmal in der „Alten Schmiede“ gelesen und einige seiner Bücher auf meiner Leseliste habe, folgte mit „Was wir ahnen“, wo eine Frau ein sogenanntes Kuckuckskind hat, nämlich eines das einen anderen Vater als den Ehemann hat und ihren dementen Vater besucht. Literarisch ist es dann geblieben mit Teilnehmern des „Theaterjahres der JUNGEN BURG“, das waren vier junge Leute die eine Textcollage von Renate Aichinger rezitierten und da hat, glaube ich, heuer in Rauris einen Förderpreis bekommen und Antonio Fian schloß mit seinen „Polykrates-Syndrom“ ab. Nach vierzehn Uhr hat es dann mit der Bekanntgabe der Preisträgers des Gewinnspiels, man konnte Theaterkarten und eine Club Ö1 Mitgliedschaft gewinnen, geendet und es war wirklich von allem was dabei, auch wenn ich mehr Gegenwartsliteratur gewünscht hätte, mir die Bücher der Angelika Reitzer, der Lydia Mischkulnig, Theodora Bauer, Andreas Pittler, Eva Rossmann, Erich Hackls, Ludwig Laher, etc fehlten und ich natürlich auch selber gern gelesen hätte.

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