Literaturgefluester

2014-05-27

Poliversale 7

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:00

Die Poliversale, das große Lyrikfestival das derzeit in der „Alten Schmiede“ stattfindet, ist offensichtlich weltumfassend und bietet vom 14.5.-12.6. Lyrik aus jedem Teil der Welt an.
Gestern auch einen Schnellgrundkurs in der österreichischen und auch ein Stückchen der deutschen Literatur.
Die meisten Abende habe ich ja bisher aus Zeitgründen und weil ich woanders Fortbildungen hatte versäumt, in Russland bin ich aber gewesen. Heute wurde es zweisprachig und die Sprache war das große Thema der Naturgedichte, die auch sehr gesellschaftlich und den Alltag umfassend umspannend waren, wie Michael Hammerschmid einleitete, bzw. erklärte.
Das begann mit Maja Haderlap, der Kärntner Slowenin und Bachmannpreisträgerin von 2011 und da darf ich gleich einen kleinen Einschub machen, denn die Namen des heurigen Bachmannlesens wurden heute bekanntgegeben und auch, daß Maja Haderlap die Eröffnungsrede halten wird und das war eine kleine Überraschung, beziehungsweise sehr erfreulich, nämlich sechs Leser aus Österreich, sechs aus Deutschland und zwei aus der Schweiz, von den Deutschen kenne ich nur Kerstin Preiwuß aus Leipzig, von den Österreicherin Olga Flor, Gertrud Klemm, von Roman Marchel habe ich ein Buch gelesen, bei Birgit Pölzl war ich glaube ich einmal bei einer Lesung, bei Tex Rubinowitz, den Falter Zeichner, der eigentlich ein Deutscher ist, auch einmal und Georg Petz ist mir glaube ich noch unbekannt.
Aber zurück zur Lyrik und zu Maja Haderlap, die hat ja ihre Gedichte auf Slowenisch zu schreiben angefangen, in den Siebzigerjahren in Zeitschriften und dann auch Bände veröffentlicht.
„Gedichte-Psemi-Poems“, Drava 1998, stellte sie vor und sagte dazu, daß sie die Gedichte in Vorarbeit zu ihrem Roman geschrieben hätte. Jetzt schreibt sie auch auf Deutsch Gedichte, sie las aber zweisprachig und es ging in ihnen sehr viel, um ihre erste Sprache.s kamen dann auch unveröffentlichte Gedichte und als zweite Leserin des Abends wurde die in Bautzen lebende 1951 geborene Sorbin Roza Domascyna, die seit 1989 ihre Gedichte verlegt und aus vier Bänden las, vorgestellt. Sie begann auch gleich mit der Frage, in welcher Sprache sie nun schreiben solle und mischte die Sprache in ihren Anagrammen und anderen Texten auch munter durcheinander.
Dann gings hinauf, beziehungsweise nach Australien oder Australien kam in die „Alte Schmiede“, denn die australische Botschaft hat dem 1939 geborenen Les Murray, einen eher fülligen Herrn, der auch ein Gedicht zur Fettleibigkeit hatte und ein bißchen Deutsch zu sprechen schien, den Flug gestiftet.
Die Verlegerin Margitt Lehbert las auf Deutsch, der Autor auf Englisch und die Gedichte waren, wenn man sie mit der gestrigen Lesung vergleicht, besonders interessant, nämlich purer Alltag bzw. wahre Geschichten, die von dem Koffer, der beim Zoll aufgemacht werden soll und dann ist er leer, von landwirtschaftlichen Maschinen, seiner Übersetzertätigkeit, und so weiter uns so fort, handelten.
Man sieht Poetik muß durchaus nicht abgehoben sein. Sprachspielereien gab es auch und die Übersetzerin betonte mehrmals, daß sie sich mit dem Übersetzen schwer getan hat, aber einen Sammelband mit hundert ausgewählten Gedichten, die jetzt auch in Australien erschienen sind, herausgegeben hat.
„Aus einem See aus Strophen“ heißt er sinnig. Tiergedichte, die der Übersetzerin besonders gefielen gab es auch und Richard Wall ist, glaube ich, extra aus Oberösterreich gekommen, Elfriede Haslehner zu der ersten Lesung, um Maja Haderlap zu hören, deren Buch sie gelesen hat.
Beim Nachhausegehen bin ich ein bißchen bei der Oper stehengeblieben, um den Schluß des Balletabends, nämlich die vier letzten Lieder von Richard Strauss anzusehen bzw. anzuhören und sozusagen eine Poliversale zur Musik zu machen.

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