Literaturgefluester

2014-05-31

Felix, der Floh

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:04

Jetzt kommt eine Parabel von Bernhard Hüttenegger, den ich vor zwei Jahren bei einer Lesung in der „Alten Schmiede“ hörte, auf das freie Künstlerleben. Die Geschichte von „Felix, dem Floh“, der sein Leben als Hundefloh beim Wolfshund Rolf satt hat und mit einem Sprung in die Freiheit Wanderfloh wird, um das Leben kennenzulernen.
Da geht es ihm höchstwahrscheinlich so, wie der Biene Maja von der ich erst am Wochenende hören konnte, er springt herum und wird als erstes von der Ameise Amelie, in die er sich prompt verliebt, vor dem Breitmaulfrosch gerettet. Dann geht es durch die Wüste, um die Sandflöhe zu besuchen.
Die haben einen Wasservorrat und sind mit der Springmaus befreundet, die Felix ihre schönen Sprünge vorführt. Er fährt aber mit der Schneckenpost zu den Wasserflöhen, lernt das Schwimmenen, feiert mit ihnen ein Fest, dann geht es im Libellenflug ans Meer.
Dort wird er vom Dolmetsch und Künstleragent, dem Menschenfloh Kasimir, der ein Schlitzohr ist, für den Zirkus Halifax angeworben und aus ist der Traum von der Freiheit.
Denn Felix wird als dritter Kunstspringer angestellt und muß in den Strohkoffer, in dem die Künstler auf ihrer Fahrt von Standort zu Standort eingesperrt sind und über das freie Künstlerleben resumieren können.
Es gibt auch Unfälle, wenn der Direktor leicht betrunken mit seiner Mannschaft vom Rad fällt oder die Künstler ihre Ohrstöpsel nicht um haben und so vom Applaus der Zuschauer ihre Trommelfelle zerplatzt werden und nach der Vorstellung tritt der Direktor mit der Fliegenklatsche auf, damit ihm seine Künstler nicht als dressierte Hausflöhe weggeschnappt werden.
„Die Freiheit ist ein Traum, wie die Kunst“, sagt so am Schluß der Fabel Felix, der inzwischen zweiter Springer geworden ist, zum ersten Kunstspringer Archibald, dem er von seinem Leben auf dem Hund, seinen Reisen durch die Welt und seiner Liebe zu Amelie erzählt, der er beschließt, einen Brief durch die Schneckenpost zu schicken.
„Du bist ja ein richtiger Philosoph geworden!“, antwortet der.
„Und beide müssen lachen.“
Bernhard Hüttenegger wurde 1948 in Rottenmann in der Steiermark geboren, hat früh beschlossen freier Schriftsteller zu werden und verfügt über eine umfangreiche Werkliste, die man bei „Wikipedia“ nachlesen kann. Ich habe von ihm noch nichts anderes, als das kleine, 1993 bei „Wieser“ erschienene Büchlein gelesen.

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