Literaturgefluester

2014-06-09

Wilde Worte am Pfingstmontag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:02

Die „Wilden Worte“ sind eine der wenigen Veranstaltungen, die auch Oster- oder Pfingstmontag stattfinden, ich gehe aber normalerweise am Wochenende und an den Feiertagen ohne den Alfred zu keinen Veranstaltungen. So war ich vor drei Jahren bei den „Wilden Worten“ als dort Katharina Tiwald und der Alfred, glaube ich, in Portugal war und normalerweise fahren wir von Harland auch erst in der Früh des nächsten Tages zurück, aber morgen ist Alfreds Betriebsauflug und bei den „Wilden Worten“ war Jürgen Heimlich am Programm, ein Autor der mir an sich unbekannt war, ich habe aber im vorigen Jänner oder Februar, ich glaube, bei „Frick“ aus der Abverkaufkiste, zwei „Arovell-Bücher“ gezogen, eines von der Anita Schaub und dann „Ende eines Genies“ von Jürgen Heimlich und so war mein Interesse geweckt, denn das ist spannend, was und wer so bei „Arovell“ erscheint bzw. verlegt.
Gertraud Klemm hatte dort ihren Erstling, bevor sie zu „Droschl“ und jetzt zum „Bachmannpreislesen“ kam und ganz am Anfang meines Bloggerlebens, hatte ich auch Paul Jaeg bei den Kommentierern, der mir anbot, ihm ein Manuskript für das übernächste Jahr zu schicken. Ich habe das bei der „Sophie Hungers“ auch so gemacht, aber weil ich nicht so lange warten wollte, das Manuskript gleichzeitig zum „Digitaldruck“ und das ehrlich, wie ich bin auch geoutet. Die Reaktion war die bekannte und ich hatte auch schon einen Termin bei den „Textvorstellungen“, als die Tochter mir absagte.
Wenn sie zugesagt hätte, wäre das vielleicht ein wenig schwierig gewesen, aber ein interessanter kleiner bis mittlerer Verlag, von dem ich das erste Mal, ich glaube 2004 oder 2005 war das, durch Margot Koller hörte, die dann auch nicht dort verlegte, ich greife aber, wenn ich Bücher in der Abverkaufskiste und ich den Autor kenne zu und vorigen Dienstag habe ich auch mit einem „Arovell-Autor“ im Amtshaus Margareten gelesen.
Also gut, den Alfred fragen „Sind wir um acht schon zurück?“
„Ja!“, sagte er, aber dann war diesmal alles anders, weil am Sonntag einen Tisch bei Irene im Schloß Walpersdorf bestellt und also erst am Montag zum Pfingstfest nach Nußdorf an der Traisen fahren und dieses Wochenende war ja extrem heiß. Weil wir extra früh wegfuhren, schafften wir es aber einigermaßen frisch um zwölf in Nussdorf einzutreffen. Der Alfred drängte, um zwei zurückzufahren, ich dachte, das wird eine Schweinehitze und so war es dann auch, so daß wir, weil ich bei der Telefonzelle bei der Seedose einen Stop einlegen wollte, dort zwar zwei interessante Bücher fand, aber eigentlich kostete das eine halbe Stunde Aufenthalt und zwei Soda Zitron.
Dann mußte der Alfred noch gießen und auf der Autobahn gab es einen Stau, der Alfred brachte mich zwar hin, aber die Westbahnstraße konnte er nicht hineinfahren, so stieg ich aus und erreichte das Amerlinghaus um viertel neun. Dort war gerade Richard Weihs, sowie der Autor und ich glaube noch ein Besucher da. Es kamen dann noch zwei oder drei und Jürgen Heimlich der, wie ich dem Klappentext seines Buches entnehme, 1971 geboren wurde, eine Verlagsausbildung machte und seit 1989 als Autor aktiv ist, Richard Weihs sagte in der Einleitung noch etwas vom Zentralfriedhof, am Buchrücken steht etwas von „Friedhofsgeher, Fußballfan und Gesellschaftskritiker“, stellte seine bei „Arovell“ erschienene Erzählung „Wunschfrei“ vor und erzählte dazu, daß die Idee dazu auf Grund eines Traum gekommen ist.
Er hat von Koffern geträumt, die er sich holen sollte und dann irgendwie nie erwischte und mit „Wunschfrei“ oder „Ein Koffer voller Wünsche“, wie es eigentlich heißen hätte sollen, wollte er auch gegen die Esoterikwelle anschreiben, die er, wie die Paulo Coelhos Bücher nicht sehr mag.
Das habe ich zwar nicht ganz verstanden, denn die Esoteriker, versprechen ja nicht wirklich alle Wünsche zu erfüllen, sondern reden eher vom positiven Denken oder den Kräften, die man in sich hat und fordern auf seinen eigenen Weg zu gehen und Paulo Coelho ist zwar ein sehr positiver Schreiber, hat aber ein großes Publikum und irgendwie sind seine Parabeln vom guten Leben vielleicht auch interessant und nützlich.
Und bei „Wunschfrei“ ist mir natürlich der Roman von Thomas Glavinic eingefallen, der ja auch einmal um zwei Euro zu mir gekommen ist und der mir eigentlich nicht so besonders gut gefallen hat.
Ein spannendes Thema also, vor allem bei einer Veranstaltung in der es auch um „Wunschgedichte“ geht und Jürgen Heimlich las drei Stellen daraus und versuchte dabei ganz verlagstechnisch den Inhalt nicht zu verraten, es gab aber, glaube ich, keinen Büchertisch, zumindestens habe ich keine Bücher aufliegen gesehen.
Es geht also um einen Paul und zu dem kommt ein Wunscherfüller bzw. ein Inhaber einer Wunschagentur und legt ihm einen Vertrag vor, Paul unterschreibt und wird damit unzufrieden.
So ähnlich ist es, glaube ich, auch bei Thomas Glavinic und ich habe ja auch einmal eine Wunscherfüllungsnovelle, nämlich „Den verrückten Traum der Thea Leitner“ geschrieben, in dem ich versuchte mir meine geheimen Wünsche zu erfüllen.
Nachher gab es trotz der mangelnden Besucherzahl eine lebhafte Diskussion und natürlich auch die „Wunschgedichte“.
Da wünschte ich mir was von einem Autobahnstau, dem zu spät kommen am Pfingstmontag, das mit den Wortes „Es war einmal beginnt.“
Mal sehen was daraus wird und wenn auch Jürgen Heimlich, so habe ich es jedenfalls verstanden, gegen die Wunscherfüllung ist, beim offenen Bücherschrank fand dann eine statt, lag da, von mir fast übersehen, Sarah Strickers „Fünf Kopeken“ darin und das steht, nachdem das die Blogger im letzten Jahr alle so eifrig lagen, ganz oben auf meiner Wunschliste und manchmal hat man da Glück.

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