Literaturgefluester

2014-06-24

Modeschau

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:29

„Im Literaturhaus gibt es eine Modeschau?“, fragte mich unglaublich der Alfred.
„Ja, es gab schon 1999 eine und da warst du dabei und die Laudatio hat die damals noch nicht Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek gehalten?“ und Robert Huez lächelte vorige Woche ein wenig verlegen, als er mich fragte, wann ich wieder ins Literaturhaus kommen würde?
„Ja, da gibt es eine Modeschau, obwohl ich mir gar nicht vorstellen kann, wie das gehen wird!“
Ich konnte ein bißchen, denn ich bin ja einmal vor Jahren ins MUSA gegangen, das heißt, ich wollte dorthin, ich glaube, Ilse Aichinger hat gelesen, es war so voll, daß ich und die Elfriede Gerstl nicht hineingekommen sind und ich bin mit ihr in die Kettenbrückengasse gegangen und habe ihr einen Sack Schuhe in ihr Kleiderlager, das sie dort hatte, getragen und ihr erzählt, daß ich ein schwarzes Kleid von meiner Mutter, original aus den Vierzigerjahren des Neunzehnjahrhunderts habe.
„Ich kaufe es dir ab!“, hat sie gesagt. Wenn, dann hätte ich es ihr geschenkt, konnte mich aber von dem schönen Stück, das, glaube ich, in Harland hängt, nicht trennen und hätte es heute anziehen können, wenn ich wegen meiner inzwischen sehr üppigen Oberweite hineinkommen würde. Also ganz normal bekleitet, mit der schwarz weiß gestreiften „H und M Hose“, die mir der Alfred im Jänner kaufte und dem schwarzen Ö1 Leiberl,das ebenfalls von ihm stammt, ins Literaturhaus gegangen, sehr rechtzeitig, denn das es, wenn die bei „Droschl“ erschienene Werkausgabe, die immer pünktlich zum Geburtstag im Juni erscheint, sehr voll ist, das habe ich schon vor zwei Jahren in der „Alten Schmiede“ und voriges Jahr im Cafe Korb erfahren können. Jetzt also der dritte Teil „Haus und Haut“ und den hätte ich beinahe versäumt, denn ich wollte ja so gerne wieder einmal in die „Gesellschaft für Literatur“ gehen, wenn dort Cornelius Hell und Katja Gassner Neuerscheinungen empfehlen. Voriges Jahr hat das nicht geklappt, weil der Alfred ins Kino wollte und diesesmal habe ich es mir im Kalender fett angestrichen, die Literaturhausveranstaltung nicht, aber dann bin ich durch Robert Huez vorige Woche darauf aufmerksam geworden und da geht man natürlich hin.
Gehe ich hin, die ich ja mein besonderes persönliches Verhältnis zu der 1932 geborenen kleinen feinen Damen hatte, von der ich noch immer nicht weiß, ob die jetzt eine Rand oder Kultfigur ist?
„Beides!“, hat mir Christa Gürtler voriges Jahr im Literaturhaus bei diesem Germanistensymposium gesagt und ich habe ja meine Elfriede Gerstl Erlebnisse, von der ich, glaube ich, ich weiß nicht, wie, schon in den Siebziger oder Achtzigerjahren wußte. Einmal bin ich an einem Sonntag spazierengeganbgen und habe sie mit ihren Hut in der Wollzeile in der Konditorei Aida getroffen und wußte, wer das war. Hilde Schmölzer hat es nicht gewußt, als sie in ihrem Frauenbuch Elfriede Gerstl nicht erwähnte und ich war noch Assistentin an der zweiten HNO-Klinik Sprachambulanz als ich mir, ich glaube, in der Buchhandlung „Herzog“ die „Wiener Mischung“ kaufte.
Die ist inzwischen neu aufgelegt und das orange „J.u.V Heftchen“ mit den „Berechtigen Fragen“ habe ich im Schrank gefunden.
Im „Literaturgeflüstertextebuch“ gibt es ein paar Elfriede Gerstl Artikel, deshalb habe ich es Herbert J. Wimmer ihrem Lebensmenschen geschenkt, als der im Dezember im „MUSA“ war.
Jetzt habe ich ihm gefragt, ob er die „Gerstl-Artikel“ gelesen hatte und als die feine alte Dame in den Osterferien 2009 verstarb und ich bei Cornelia Travnicek nachgooglete, konnte ich dort erfahren, daß FM4 einen Nachruf von ihr wollten, aber auch die Germanistikstudenten hatten damals nicht viel Ahnung.
Das hat sich dank „Droschl“ inzwischen geändert und es war auch sehr voll im Literaturhaus, als ich es nach halb sieben erreichte, einen Platz neben den reservierten Plätzen in der zweiten Reihe belegte, mich dann mit Christel Fallenstein, Herbert J. Wimmer und einigen anderen unterhielt.
Elisabeth Reichart war mit einem Hund gekommen, Elisabeth Wäger habe ich gesehen und einige andere, die ich erwartet hätte, waren nicht gekommen, so auch Robert Huez, der leider nicht mehr immer bei den Veranstaltungen anwesend ist und offensichtlich viel verreist, aber die Lunzuers, die damals Elfriede Gerstl zum „Fried Preis“ gratulierten, neben mir hatte Traude Veran, eine GAV-Kollegin, die ihre Bücher auch immer in den Bücherschrank stellt, Platz gefunden und sagte „Da war ich dabei!“, als Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung, die Modeschau von 1999 erwähnte.
„Ich auch!“, antwortete ich und Barbara Zwiefelhofer erkundigte sich irritiert, was wir schwäzen, ist aber auch dabei gewesen, aber zuerst kam Batya Horn von der Edcition Splitter ans Mikrophon, denn sie hat den „Kleiderflug“ als Erstes herausgegeben und auch das Kinderbuch „Die rote Frieda“.
Dann erschiennen Christa Gürtler und Martin Wedl und erzählten, was in dem dritten Band der Werkausgabe, enthalten wäre.
Die Texte aus dem „Kleiderflug“, das Kinderbuch, die „Wiener Mischung“ und die „Alle Tage Gedichte“ denke ich und die junge Autorin Teresa Präauer, die mit Wolf Haas befreundet sein dürfte, zumindest habe ich die beiden einmal im Cafe Raimund gesehen, brachte eine Textauswahl, aber vorher kam noch Herbert W. Wimmer, der Lebensmensch mit seiner Ansichtskartensammlung, die er gemeisam mit Elfriede entwarf und die auch bei „Droschl“ erschienen sind. Sie liegen aber immer in der „Alten Schmiede“ auf und ich nehme sie immer von dort mit, so daß ich schon eine ganze Sammlung davon habe und leider nicht viel Platz dafür.
Dann kam eine Umbaupause und dann eine Modeschau, einige junge Frauen und auch ein paar Männer präsentierten Badeanzuüge, Abendkleider, Sommerkleider, Unterwäsche aus den Neunzehndreißiger, Vierziger und Fünfzigerjahren und die Erbin der Sammlung, die sich auch in die alte Stücke hüllte, erzählte was dazu.
Ein paar Leute im Publikum hatten sich, glaube ich, auch in die alten Stücke gekleidet, so war es sehr lustig und sehr informativ und ich grübele immer noch an der Frage, war die Elfriede, die einmal bei meinem Geburtstagsfest gelesen hat, mit mir einige Bücher tauschte und mich auch zu dem großen Wespennestverlagsfest mitgenommen hat, weil ich keine Einladungskarte hatte, eine Rand oder eine Kultfigur?
„In Deutschland kenne man sie nicht!“, erklärte mir Christel Fallenhstein und so schreibe ich diesen Artikel besonders sorgfältig, weiß ich ja, daß ich einige deutsche Leser habe, die vieleicht eine interessante Begegnung machen können und freue mich auf die Werkausgabe vier, fünf, etc und Elfriede Gerstl auf Hebräisch hat es auch schon gegeben, also ist das Abendland noch nicht verloren und die jungen Leute, wie Teresa Präauer, etc, machen auch ihre eigene Erfahrung mit der grande Dame und dem Wiener Original mit den schönen alten Hüten und als es 2000 im Sinne der Schwarz Blau Regierungskrise ein Benefizfest im Literaturhaus mit einer Versteigerung gab, hat die alte Dame einen Hut zur Verfügung gestellt, Wolf Haas, der heute auch im Publikuim war, hat ihn ersteigert und so schließt sich der Kreis.

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