Literaturgefluester

2014-06-28

Das Lied von Bernadette

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:03

Ich greife bei Büchern nach den bekannten Namen. Franz Werfel, interessant, „Das Lied von Bernadette“, nun ja, nun ja, eigentlich viel weniger, aber von Werfel habe ich vor Jahren aus dem Bücherschrank meiner Eltern „Verdi“ gelesen, da bin ich, glaube ich, noch zur Schule gegangen oder war es schon nach der Matura und den „Veruntreuten Himmel“ habe ich wahrscheinlich in den Sechzigerjahren mit Anni Rosar in der Hauptrolle, im Fernsehen gesehen.
Das „Kann ich noch an Guglhupf ham!“, habe ich noch im Gedächtnis und das Buch, mit der bekannten Schauspielerin im Cover, vor zwei Jahren im Schrank gefunden, bei der Armenienveranstaltung war ich im Vorjahr im Radiokulturhaus.
Jetzt also das „Lied von Bernadette“ an der Reihe, mit einem verschleierten lächelten Mädchen im Cover und keine Ahnung, um was es da eigentlich geht, denn ich bin ja nicht sehr religiös. Dann habe ich das Vorwort gelesen, Franz Werfel mußte mit seiner Frau Alma vor den Nazis nach Frankreich fliehen, dann kamen die nach und er mußte weg, aber die Straßen waren von den Flüchtlingen verstopft. Visen gab es auch nicht, so verschlug es ihm nach Lourdes und dort machte er, der Jude, ein Gelübde, wenn es ihm gelingt, nach Amerika zu entkommen, dann singt er der kleinen Bernadette von Lourdes, ein Lied und hat das Buch dann in Kalifornien 1941 auch sehr schnell hinuntergeschrieben.
Ein Erfolg wurde es auch noch. Ich war aber eher lustlos, als ich das Buch, zufälligerweise nach der Anne Frank, ergriffen habe und die ersten Zeilen haben mich auch nicht euphorisiert. Keine Ahnung worum es darin geht, also nachgegooglet und da gab es den Film zu sehen. Den mit der Anni Rosar gibt es auch und den werde ich mir noch ansehen, denn der „Veruntreute Himmel“ kommt ja bald auf meiner Leseliste und der von dem Bauernmädchen, dem i, Februar 1858 in der Grotte von Lourdes, die heilige Jungfrau oder die schöne Dame erschienen ist, war auch sehr interessant.
Ich habe bei Donna Leon vor kurzem die Erfahrung gemacht, daß der Film weit besser, als das Buch, das ich daraufhin gelesen habe, war.
Hier kann ich das nicht sagen, beide waren beeindruckend und ein wenig von einander abweichend, aber der Film hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und das war sehr interessant.
Der Roman, beziehungsweise die Biografie ist, Manon Gropius, der verstorbenen Tochter von Alma Mahler Werfel gewidmet und im Vorwort steht auch etwas von der Wahrheit und der Erfinung.
Nun habe ich von den Geschehnissen in der Lourdes-Grotte von 1858 nicht viel Ahnung.Sie interessieren mich auch nicht und ich bin zweimal zu Fuß nach Mariazell gegangen, weil ich gern spazierengehe und in Tschenstochau waren wir auch zweimal auf der Durchreise nach Polen, beziehungsweise den baltischen Staaten und Lourdes, ja das ist etwas mit einem Hirtenmädchen, aber viel mehr wußte ich bisher nicht.
Das Hirtenmädchen ist die Müllerstochter Bernadette Soubriou, vierzehn Jahre alt, Kind armer Leute, Asthmakrank und nicht sehr gescheit, so hat die Klosterschwester, die sie unterrichten soll, ihre liebe Mühe mit dem Kind, das von der Dreifaltigkeit keine Ahnung hat.
Am Nachmittag geht sie mit ihrer Schwester und einer Freundin Holz sammeln, da hat sie die Erscheinung, die sie in Verzückung versetzt. Eine schöne Dame in einem weißen Kleid mit Rosen an den Füßen erscheint ihr, und bittet sie fünfzehn Tage lang wieder zu kommen und das löst in dem kleinen Städtchen sehr viel aus.
Zuerst verbietet Bernadette den beiden anderen jemanden davon zu erzählen, die halten sich natürlich nicht daran, die Eltern verbieten wieder hinzugehen, Bernadette hält sich nicht daran, die Frauen folgen, dann kommt der Bürgermeister, der Polizist und der Richter, sowie der Pfarrer damit in Berührung und das Wunder oder die Ereignisse beginnen.
Zuerst verbietets die Mutter hinzugehen, dann erlaubt sie es wieder, eine reiche Dame glaubt, ihre verstorbene Tochter ist die Erscheinung und lädt Bernadette ein in ihr Haus zu ziehen, gibt ihr auch das weiße Kleid ihrer Tochter, Bernadette zieht es aber aus und tut eigenwillig und stur, das was sie glaubt tun zu müssen, wird psychiatrisch untersucht, die Kirche hält sich zurück, der Bürgermeister beginnt das Wasser untersuchen zu lassen, nach einigen Tagen entspringt die Quelle und der erste, ein Blinder wird geheilt. Ein krankes Kind folgt, die Honoratioren beginnen zu streiten, der Polizist und der Richter versuchen Bernadette zu hindern, aber sie geht stur ihren Weg, die Honoratioren rufen verschiedene Gesetze zu Hilfe und stellen Fallen, der Pfarrer stellt sich an Bernadettes Seite und als das Kind von Kaiser Naopoleon III erkrankt und auch durch das Wasser geheilt wird, wird die Quelle freigegeben. Bernadette, inzwischen erwachsen geworden, muß ins Kloster, wo sie mit fünfunddreißig Jahren an Knochentuberkulose stirbt, für sie war die Heilquelle nicht geeignet, denn „Ich kann Ihnen nicht versprechen, daß Sie in diesem Leben glücklich werden!“, hat sie schöne Dame zu ihr gesagt.
Sie verweigert auch das Wasser von Lourdes zur Heilung anzuwenden und Lourdes ist, wie ich dem Livestream entnehmen konnte, noch immer eine sehr beliebte Pilgerquelle, die Stadt ist durch die Erscheinung zu Wohlstand und Weltruhm gekommen und ich habe, obwohl ich das gar nicht angenommen habe, einen sehr interessanten Roman gelesen und auch ein wenig Zeitgeschichte aufgetankt.
Von Werfel habe ich inzwischen auch noch den „Stern der Ungeborenen“ gefunden, der auch auf meiner Leseliste steht.

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