Literaturgefluester

2014-06-30

Ein eigenes Zimmer (mit Ausblick)

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:27

Und schon wieder Sprachkunst, die Veranstaltungen im Künstlerhaus habe ich zwar versäumt, hatte ich doch am Freitag meine eigene Lesung im „Werkl im Goethehof“ und am Samstag bin ich mit dem Alfred auf den Karlsplatz gegangen und habe mir den Dokumentarfilm zur Reihe „Willkommen in der Wirklichkeit“ mit Titel „Abendland“, Europa bei Nacht, wo man sehen konnte, wie Leichen verbrannt wurde, Reden gehalten und die Polizei sowohl trainiert als auch Demonstranten wegträgt, mit dem Alfred angesehen, aber heute gab der Dritte Jahrgang des Instituts seine Abschlußlesung und die Lesungen, beziehungsweise das Studium dort, interessiert mich ja, ich habe es schon geschrieben, obwohl ich sowohl Luis Stabauer als auch Judith Gruber-Rizy versprochen hatte, zu ihren „Textvorstellungen“ in die „Alten Schmiede“ zu gehen.
Ich bin an sich sehr konsequent im Einhalten meiner Versprechen, wenn sich mein Bauch aber meldet und sagt „Das war nicht das Richtige!“, reagiere ich darauf und entschuldige mich und das „Institut für Sprachkunst“ an der „Angewandten“ gibt es 2009.
Damals hat sich Cornelia Travnicek um die Aufnahme beworben, wurde als überqualifiziert abgelehnt, Sandra Gugic. wurde genommen, im Internet konnte man die Namen der Studenten finden, die gab es dann noch im zweiten Jahr, nachher nicht mehr.
Beim „Tag der offenen Tür“ Anfang 2010 bin ich dann hingegangen und habe Rhea Krcmarova lesen gehört, die jetzt, wie ich in einer Buchhandlung entdeckte, ein Buch herausgebracht hat.
Es gab das Symposium für Sprachkunst, die eingeladenen Gäste, die Studentenlesungen, wo ich, ich schreibe es nochmals JuSophie kennenlernte und mich mit ihr überwarf.
Es gab dann vor zwei Jahren auch das „Fest für Robert Schindel“, der sich als Professor verabschiedete, es gibt die „Jenny“ die mir Roland Grenl schickte und die einen Preis gewonnen hat und jetzt eine Menge von Abschlußveranstaltungen und da ich um sechs eine Stunde hatte und die Klientin sich auch verspätete, huschte ich gerade in das Literaturhaus hinein, als Barbara Zwiefelhofer mit ihrer Einleitung zu Ende kam. So habe ich nicht ganz mitbekommen, wie das mit dem Zimmer zu verstehen ist, sie erwähnte aber Virginia Woolf und das bei dieser Lesung die Frauenquote übererfüllt ist und im Text steht etwas von „Möbel umgestellt, aussortiert und den neuen Märkten“.
Ich interpretiere mir das als Abschlußveranstaltung und zum Glück wurden diesmal die Namen auch erwähnt und einige wie Ekatharina Heider kenne ich auch schon, nur hat die nicht gelesen, aber Sophie Zehetmaier und Ina Ricarda Kolck-Thudt habe ich schon gehört und der Special Guest Rick Reuther, der neben mir saß, hat am Donnerstag gelesen.
Es begann dann gleich Ricarda Kolck-Thudt mit Gedichten, Alina Sarkissian folgte mit einem Familientreffen nach einem Begräbnis, wo sich die Protoagonistin wundert, daß es alle beim Leichenschmaus gierig zugreifen, dieses Aha-Erlebnis habe ich auch einmal gehabt und über Begräbnisse schreibe ich auch ganz gern und es hat mich auch gefreut, einen sehr realistischen Text, den man vielleicht ein wenig mit einem Schulaufsatz vergleichen könnte, zu hören. Dann kam Thassilio Hazold mit zwei Stellen aus einem Roman oder vielleicht seiner Abschlußarbeit, „Wenn das gut geht lese ich noch drei Gedichte!“, sagte er etwas flapsig. Es ist gut gegangen und in einer Stelle, kommt eine „Ursulahafte Frau“ vor, keine Ahnung was das ist, die etwas suchte und den Protagnonisten dabei um Hilfe bat.
Sophie Zehetmayer hatte durchnumerierte Gedichte zum Thema „Reibung und Rauheit“ und Afima Al-Dayaa „Dreizehn Phantasmen“ aus wahrscheinlich ebensovielen Nächten, wo sie durch mir durch ihre Sprachschöpfungen auffiel.
„Weil die Straßenbahnen, es ist gepfeffert, von unter Wasser betrachtet sind alle Vögel blau, wenn die Hoffnung baden geht, muß der Handschuh groß sein!“
Und so weiter und so fort, ein wahrscheinlich genauso großes Talent, wie die abwesende Ekatharina Heider, dann gabs eine Pause, wo sich die Studenten über ihre Abschlußarbeiten unterhielten und sich darüber wunderten, daß die Leute nur so kurz gelesen haben.
Es waren wieder fast ausschließend, bis auf eine alte Stammbesucherin, Studenten und Studentinnen da und nach der Pause kam Dominic Ivancic mit den zwei speziellen Gästen, die eine Szene aus seinem Theaterstück lasen, wo es darum ging, daß man sich in Zeiten, wie diesen, keine Kinder leisten könne und sich daher Gedankenübertragungen oder Erinnerungen aus Gehirnen extrahieren lasse. Die von Kindersoldaten und Mißbrauchsopfer sind sehr teuer und daher unbezahlbar, die von den Volksschülern und den Kindergartenkindern viel billiger, dafür aber auch langweiliger.
„Wow!“, kann ich da nur sagen und das galt auch für Anja Braunwieser, die ich auch schon mal hörte, die hatte einen sehr flapsigen Text von einer Socke, die von der Decke baumelt, einem Fotografen, der in Schützengräben liegt und Schamlippen fotografiert und über die verschiedenen Beziehungskrisen und prekären Nöten der Generation ninty, muß man wohl sagen.
Maria Oberrauch hatte einen Reisetext und Laura Wurm, auch die erscheint mir bekannt, ein Stück aus ihrer Abschlußarbeit, wo ein Henry in einen Garten zu einer Maria geht, die mit ihrem Vater dort wohnt, dem das nicht recht ist und der ihn für einen Marcel hält.
Wow, woe, wow, von welchen der Autoren ich was wohl noch hören werde, wer beim Bachmannpreis gewinnt und vielleicht demnächst im Musa liest oder vielleicht sogar einmal „Priessnitz. oder Veza Cannetti Preisträgerin“ wird?
Spannend, da zu fantasieren und vielleicht noch einmal die Feststellung, für die daran zweifeln, daß man das Schreiben natürlich lernen muß, früher vor dreißig, vierzig Jahren, hat man es im stillen Kämmerlein, durch das learning by doing gemacht. Dann kamen die Schreibschulen und hier hat man das Feedback und das Interesse der Gleichgesinnten, hat die Begleitung der Gegenwartsautoren, aber Professoren und Tutoren, wie Gustav Ernst, Vladimir Vertlib, etc waren diesmal keine da.
Dann bin ich noch zum Schrank gegangen, habe Laura Lee Shmiths „Palmherzen“ ein 2013, im Dumont erschienener Roman gefunden, der auf den Bloggerseiten, vor einem halben oder dreiviertel Jahr großes Aufsehen erregte, während die jetzt schon in den Herbstvorschauen wühlen, von denen ich noch ziemlich unbeleckt bin und vieles, was ich von den Frühlingserscheinungen wollte, nicht bekommen habe, aber ich habe ja keinen Lesenotstand, ganz im Gegenteil und diese Woche durch die „Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte“ und dem Bachmannlesen, das am Donnerstag beginnt, auch besonders viel zu tun.

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