Literaturgefluester

2014-07-07

Ins Sommerloch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:14

Eigentlich habe ich den Sonntagnachmittag wieder der Normalität, sprich dem Korrigieren von „Brüderschaft“, damit es endlich an die Druckerei gehen kann, widmen wollen, dann twitterte Nadine Kegele von einem „Sound und Literaturfestival“ im Museumsquartier, wo auch ihre Texte gelesen werden würden und ich habe umdisponiert.
Im Museumsquartier gibt es nämlich nicht nur die „O-Töne“, die am Donnerstag beginnen und den „Ohrenschmaus“ sondern auch die „Textlichtreihe“, das sind die kleinen Büchlein von meist jungen meist experimentellen Autoren aus dem „Atelierverlag“ und die kann man sich in der Literaturpassage aus einem Automaten ziehen, was inzwischen die deutsche Bloggerszene ein bißchen bewegt und die verbanden am Sonntagnachmittag Literatur und Musik und begannen um drei Uhr mit „Pom Pom Pommergranate“, das sind drei Junge Frauen, im Klosterhof, die sangen und performten und dazu in der ersten Staffel einen Nadine Kegele Text, sie dürfte ja in Klagenfurt sein, mitlaufen ließen, den sie zuerst fast vergessen hatten.
„Kennst du das Wetter im wilden Westen, frage ich, das Wetter im wilden Westen ist immer der Tod.“
Dann folgte eine junge Amerikanerin, die erklärte einen Deutschkurs besucht zu haben, Texte von Flo Staffelmayr performierte, sich wunderte, daß in Deutschland nach dem Krieg alles so friedlich sei, Kaugummis verteilte und erklärte, daß man sein Glück selbst in der Hand hätte und nicht so negativ schauen solle.
Auch sehr interessant, in der dritten Staffel kam der „Dreisatz“, das heißt jeder konnte auf die Bühne, drei Sätze aufsagen und die jungen Frauen sangen und spielten dazu.
Eva Schörkhuber, die im „Testlicht“ einen Band herausgegeben hat und später an die Reihe kam, tat das und noch ein paar andere.
Es war sehr heiß im Klosterhof, so daß die aufgestellten rosa Stühle ziemlich leer blieben und die Leute in den Schatten flüchteten
Elena Meisner wurde von Birgit Michlmayer am Schlagzeug begleitet und las aus ihrem in der „Edition Atelier“ erschienenen Roman, in dem es um die Direktorin des heeresgeschichtlichen Museums geht.
Eva Schörkhuber, die ich vom Volksstimmefest kenne stellte ihren Band „Die Blickfängerin“ vor.
Dann kam die mir unbekannte Natalie Deewaan mit einer Textperformance und Thomas Ballhausen wurde von einem Grammphon mit großen Trichter und alten Schellakplatten begleitet, die ihn ein bißchen zu irritieren schienen.
Interessant in der Sommerhitze, die Musik mit dem Sound zu verbinden, es gab einen Büchertisch, wo man die Werke der „Edition Atelier“ kaufen konnte und Claudia Tondls Erzählung „Fensterfummeln“, die wie der Moderator erklärte aus dem Theater kommt, war besonders interessant.
Eine Erzählung in achtundreißig Bildern, wo ein Mann im Liegestuhl sich ausziehen und mit Sonnencreme einreiben will, er wird aber von einem Bautrupp gestört, der ihn in ein Schaufenster stellt, es kommt eine Stripperin und noch einiges anderes und am Schluß ist es dann wieder fast so wie es war.
Antonia Rahofer die von Bernhard Geigl begleitet wurde, hatte Gedichte und dann folgte Richard Schubert mit seinem Lexikon des Bösen“ das im „Standard“ exclusiv besporochen wurde, aber, glaube ich, nicht bei Atelier erschienen ist und wo er interessante Erklärungen der Begriffe Rassismus, Ketschup, etc gab. Ketschap ist die Tomatenform des Daniel Glattauer und so und der „Lebensabschnittpartner“, der der einen anderen auffrißt oder von ihm aufgefressen wird.
Dann folgten noch eine Interpreation von Daniils Charms Texten und Ulrike Schmitzer, die ich schon in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte, ich ging aber auf den Karlsplatz zum „Kino unter Sternen“ und dort war es im Vorprogramm auch sehr literarisch, stellte doch Olaf Möller die Lesevorlieben von Michael Glawogger vor, er hat Stifter sehr gern gelesen und las einige seiner Texte, die im nächsten Jahr in einem Buch erscheinen werden.
Dann kam der Film „Die Ameisenstraße“ aus dem Jahr 1995 mit Robert Meyer und Bibiane Zeller, den ich, glaube ich, schon gesehen habe und irgendwie vielleicht auch zu Claudia Tondls Erzählung passt, ging es darum ja um ein Haus, in dem auch sehr bizarre und verrückte Dinge passierten.

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